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Die neue Welt · 1936-02-21 · Heft 539 (21.2.1936) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 539 (21.2.1936)
Date
1936-02-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis 20 Groschen Freitag, den si« Februar 1936 10Jahrgang Nr« 539 DIE NEUE REVUE HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER v«b«b« Zeitung vom Verlege* versende! v ,i expedife par rediteur" BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich 8 1.40, vierteljährig ö4.-. ganzjährig S 16^~J Polen monatUch Zloty 1.50» vierteljährig Zloty 4.50; Tschechoslowakei monatlich Kc 6.-. vierteljährig Kc 15.--; Jagoslawlen monatlich.Dinar 14.-, Y*t$* jährig Dinar 40.-: Bmnänten monatlich Lei 40.-. vierteljährig Lei 120.-; Deutschland monatlich Mark: 1.-, vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa SO.—, vierteljährig Lewa 80.—; Italien monatlich Lire 6.—. vierteljährig Lire 14.—a Schwell! und die übrigen Länder monatlich Schweizer Franca 1.50. vierteljährig Schweizer Francs 4.50. Mit B bezeichnete Anzeigen sind entgeltlich. Redaktion u. Verwaltung: IX» Universitätsstr. 8, Tel. A-20-2-78 - Erseheint Dienstag u. Freitag Zionfeten! Judenstaatler! In einein für das gesamte jüdischnationale Aufbauwerk in Erez Israel entscheidenden Augenblick tritt der Verband der Judenstaatszionisten Oesterreichs an alle Judenstaatler mit der Aufforderung heran: Judenstaatler! Kaufet den Machzith Haschekel! ' Der Machzith Haschekel ist das Bekenntnis zum Herzischen Judenstaatszionismus, der als Endziel den Judenstaat in Erez Israel, in seinen historischen Grenzen erstrebt. Schwere Gefahren bedrohen den werdenden Judenstaat. Von außen eine gegen die Erfüllung des Mandats, gerichtete Politik der englischen Bürokratie: Schaffung eines Parlamentes mit arabischer Majorität, Verminderung der Einwanderung, Gesetze, die den jüdischen Bodenerwerb hindern. Gegenüber steht statt einer geschlossenen, starken zionistischen Organisation eine durch mutlose Politik der Mehrheit zerklüftete zionistische Front. Die einzige Hoffnung des jüdischen Volkes, Erez Israel ist in Gefahr! Die V e r z i c h t p o 1 i t.i k der zionistischen Mehrheit, unter Führung der Linken einerseits, die die Einheit brechende Politik des Revisionismus andererseits sind mitverantwortlich für diesen Zustand. In dieser schweren Stunde bleibt .aufrechten Herzl- Zionislen nichts übrig; als der Weg zum Verband der Judenstaatszionisten. ■ ■> ' Zionisteii! Judenstaatler Oesterreichs! Seit Jahren kämpfen wir gegen eine große. Mehrheit unter der Parole: „Z U R Ü C K Z U* H! E R' Z L*!'* Unser Kampf ist ein Kampf, für,das ganze jüdische Volk, für seine Zukunft und gegen seine Feinde. Ein Kampf für die jüdische Jugend, konstruktiven Aufbau, für eine Liquidationsbank, nationalen Arbeitsdienst, Boykott gegen Hitler-Deustchland, für freie Alijah, für aktivistische Politik, für Gerechtigkeit in der Arbeits- Verteilung in Krez Israel, für gerechte Zertifikatsverteilung, für gleiches Arbeitsrecht, für sozialen Aufbau des Nationalheims, für den Judenstaat. Gegen die Schande des Transfer, gegen zersetzenden Klassenkampf, gegen Verhetzung der Jugend, gegen Arbeitsterror m Erez Israel. Judenstaatler! Kauft den Machzith-Haschekel! Für den Verband der Judenstaatszionisten Oesterreichs: Stricker, Richter, Dr. Wolf, Grubner. Der Machzith Haschekel gibt das Wahlrecht zur Landes- und Weltkonferenz der Judenstaatler. Er beträgt 1 Schilling und ist bei allen Vex'trauensmännern erhältlich. J@d@ei Sonntag „r'rancopoi"- Sondertahrten Erstes Polnisches Reisebüro „PRßMCePOL" polnischen Kol; Rückfahrten: 3., 17., 31. M3rz öl. April, 5. und 19. Mai Reisebüro GERNGROSS VII, Mariahilferstraße Nr. 42 Tel. U-16-4-yü Tel. B-38-2-6S Ernennung fViaBcolnis zum Hochkommissar für «lae deutschen fflüditlange Aus Genf: Der Vorsitzende des Völkerbundrates hat nach Einholung der Zustimmung aller Mitglieder des .Völkerbundrates mit Datum vom 14. Februar die Ernennung des englischen Generalmajors Sir Neil Malcolm zum Hochkommissar für die deutschen Flüchtlinge offiziell vollzogen. Der Generalsekretär des Völkerbundes hat General Sir Neil Malcolm telegraphisch von der Ernennung benachrichtigt und ihn aufgefordert, sein neues Amt' anzutreten. Der Engländer General Sir Neil Malcolm wird somit, Nachfolger des Ende 1935 von seinem Amt zurückgetretenen' Amerikaners Prof. Jamea G. MacDonald; eine Aenderung ist aber auch darin eingetreten, daß das von Malcolm verwaltete Amt direkt dem Völkerbund unterstellt, vom Völkerbund finanziell erhalten wird und sich des technischen Apparats des Völkerbundes be-. dient. •/ : Die AnsiuMe det judemission Antwort auf eine Ansprache des ehrwürdigen F. Bichlmair S. J. konvertierte Juden bei der Weihe des Patduswerfces für Von Rabbiner Dr. Armand Kaminka (Wien) Bei einer Einweihung der vom Pauluswerk (das sich mit der „missionarischen Beeinflussung der Judenschaft beschäftigt) erworbenen Räume im IX. Wiener Gemeindebezirk sprach zunächst der bekannte Jesuitenpater Bichlmair über die Notwendigkeit, einer gewissen religiösen Strömung unter den Juden entgegenzukommen. Nach P. Bichelmair ergriff Kardinal Innitzer das Wort. Er führte aus, die Judenfrage sei seitens der katholischen Kirche und des Missionarwerkes vom religiösen Standpunkt zu beurteilen und die aktiven Christen, mögen wünschen, „das Blut, das über das jüdische Volk herabgerufen worden sei, als beseligendes Ttufwasser herabfließen zu lassen". Rabb. Dr. Armand Kaminka befaßte sich in einem Vortrag über die Gottesoffenbarung auf dem Berg Sinai (Maimonides-Institut am 15. Februar) mit dem Gedanken der Lehre Gottes unter den Völkern, wobei er auch an die Reden der obengenannten katholischen Person-. . Henkelten anknüpfte, und führte u. a. aus: In allegorischer Deutung der Uebersehrift des 87. Psalmes „Ein Gesang; ein Lie'd, dessen Grund-, motive in heiligen Bergen zu findensind",; sagen die Weisen* die religiös-sittliche Kraft des Judentums beruhe auf .;z w e i gxo ß e„ni T r. a d i fc-ion ß n .aus der Urzeit. Die eine ist an den B e r g M o ri-j a :.ge-, knüpft, auf dem Abraham bereit war, wenn es Gott von ihm wünschte, sein' Teuerstes im- Leben, sehrge-' liebtes, einziges Kind, zu opfern.: Ein derartiges Opfer verlangte der-Allmächtige'nicht, aber die Bereitschaft zur Selbstaufopferung, zur .Einsetzung seines ganzen Lebens für Gott, wurde von den Nachkommen Abrahams als oberste Pflicht erkannt. Die Lehrer der Mischna erklärten - das Wort: ,*Du S5et fieÖet' unb ftet§. ©oUenleibe« JSe&!ttl,et sollst lieben den Ewigen, deinen . Gott, mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele", es bedeute: selbst, wenn es dich das Leben kostet. In diesem Gedanken erlitt Rabbi. Akiba nicht nur mit größter Ruhe, sondern in freudiger Stimmung den Märtyrertod. Zur Zeit des Kaisers Caligula waren die Juden in Jerusalem bereit, allesamt den Tod zu erleiden und nicht zu dulden, daß der Tempel .des Ewigen durch eine Statue entweiht werde. Als inspäteren. Zeiten nicht Heidenvölker, sondern Bekenner von" Religionen, die aus der unsrigen hervorgegangen sin4i alle ihre Machtmittel anwendeten, um Juden in ihrem Glauben an den Einig-Einzigen wankend zu machen, bewiesen diese die gleiche Charakterstärke und den gleichen Idealismus, den allerdings die anderen, in ihrem mangelnden Verständnis für diese tiefe Religiosität, nur als Verstocktheit betrachteten. So kam es zur Zeit der Inquisition zu den vielen Folterungen, Martern und Hinrichtungen von Juden in Spanien und Portugal, weil sie treu zu ihrem Glauben an den einzigen Gott hielten, und so kam es -— wir brauchen ja nicht weit zu gehen — im Jahre 1421 zu der Verbrennung von mehr als . hundert Juden vor , den Toren Wiens, auf einem Scheiterhaufen bei der Donau. Alle hätten sie ihr Leben retten und sogar zu Wohlstand und Ehrenstellen gelangen können, wenn sie sich nur bereit erklärt hätten, zum Katholizismus überzutreten. Aber eines war dagegen: ihr Gewi s s e n, ihr religiöses Pflichtgefühl, : ihre -.. tiefe KOHLE KOKS ANTHRACIT Alleinige Lieferantin der„Asoa", Bund jüdischer Frontsoldaten, Keren Kajemeth, der Jüdischen Kulturatolle BÄSCH IV, ARGENTINIERSTRASSE 22 - TEL. Ü47-S-4Q Ueberzeugung, daß sie ihr Leben für Gott hingeben müssen, wie es die Tradition vom Berge Morija seit Abraham befahl. Eine zweite Tradition aber ist an den Berg «Sinai geknüpft, bei dem das Volk Israel die Worte Gottes vernommen und eine Lebensaufgabe erhalten hat. „Was Gott gesprochen hat, wollen wir zur Wirklichkeit machen." Das Volk erkannte, daß wenn man durch Gottes Gnade eine beglückende und segensreiche Wahrheit erlangt hat, dies die Pflicht auferlegt, sie allen anderen Menschen mitzuteilen. Und so lehrten unsere Weisen, daß Gottes Wort am Sinai nicht an Israel allein erging, sondern, wie von einer mächtigen Flamme Funken nach allen Richtungen sprühen, in alle Sprachen der Welt und zu allen Völkern über- SENKFUSSEINLAGEN FACHRSMA Bandagen-tflTkoinseh Modell e d i f r i t«, jedem Einzelfäll fachgemäß angepaßt, haltbar, wissenschaftlich modernst konstruierte WIEN. TABORSTR. 22 ging. Man kann , den Gedanken der religiösen Mission nicht deutlicher ausdrücken. Merkwürdigerweise knüpft im Talmud Rabbi Jochanan diesen Gedanken an das Wort in den Psalmen (68, 12): „Von Gott ist das Wort gegeben allen denen, die es der. großen Schar alsBotschaftverkünden." („Hamewassroth", in der Vulgata: „evangelizantibus" also gerade der Ausdruck, der später kennzeichnend für die religiöse Propaganda wurde). Aber schon viele Jahrhunderte vorher. hatte Jesaja den Ruf ergehen lassen, auf die fernen Inseln zu ziehen, zu den Völkern, die G-ttes Ruhm nicht kennen, um seine Lehre zu verkünden. Wie aus der Geschichte bekannt, haben lange bevor Abgesandte der neuen Religion, die biblische Lehre zu verbreiten begonnen hatten, fromme jüdische Apostel Reisen durch Länder und Meere unternommen, um das Heil unter den Heiden zu verbreiten, gemäß dem Psalmworte: Machet unter den Völkern seine Taten bekannt! Es wird sonach niemand sagen können, daß wir Juden für das ehrliche Wirken gotterfüllter Menschen, die'Lehre des Heils, den Gedanken an das Ewige, unter der in eitler Genußsucht, im Materialismus versunkenen Menge zu verbreiten, kein Verständnis haben oder daß wir es nicht als ein edles, fruchtbares und des Segens würdiges Werk halten. Aber sehr erstaunt sind wir, wenn wir erfahren, daß in unserer Stadt, in der eine große jüdische Gemeinde -.«^ i ■ ■yfi\ | J^;^&B^»u*u^yti&m*8m PURIMREESEN nach PALÄSTINA vom 19. Februar bis 26. März auf Hin- und Rückfahikarlcn 50% ERMÄSSIGUNG für die 1. und 1!. Klasb« 30% ERMÄSSIGUNG für die Touiist«akiäm Auskünfte: Ganaralagentt»r, WtcflL Kftrntnerrlns 6 und aUe Rejsebiircavf

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