Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 538 (18.2.1936)
- Date
- 1936-02-18
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 -■ *V;.»-> tgIE}^yEUE"^E^|- *miw yuu^jWfls^flW»1 Nr. 6^^y^^l8. <Fetom^J^^|> 1 1 1 1 ~^,!!.,^j!u!Jl*Ul.^L^I'^J|J;'1 i ,weil Sie jetzt gute aktuelle Kleider, Mäntel und Meterwaren tief unter dem normalen Wert be- Wollstoff-Reste RcimvoU-Kleiderstoffe 100 cm br., per M. S 1.50 Engl, gemusterte Sportstoffe 140 cm br., jetzt S 2.90 Reirovoll-KIeider-Georgette 130 breit S 3.90 Mantel-Boucle oder Kostürastoff 140 cm S 4.50 Reinwollstoff-Shetland für Kostüme. 140 cm S 4.90 Weißwaren-Reste!n...SToßer Auswahl, auch „Lilien"-Weben, ABO/ . . . . 2d 10 Waschstoff-Reste u-««5-m*® billiger als vom Stück um . 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Man verstehe mich richtig: Es soll kein Gauner, der es wirklich ist, geschont werden. Weder ein jüdischer, noch ein nichtjüdischer. . Ich; wende mich nur dagegen, daß der jüdische Selbsthaß,, dieses Produkt der steten Verfolgung, mit einer oft krankhaften Gier nach allem Schlechten im jüdischen Volke sucht, es öffentlich anprangert — und dies vor allem in dem Glauben, nun müsse die Welt doch sehen, wie anständig doch die Mehrzahl der Juden ist. * Wozu diese „objektive" Anstrengung? Die Welt, die sehen will, sieht von allein. Und die, die blind sein will, will nicht sehen. Es gibt keine menschliche Gruppe, die nicht auch Außenseiter aufzuweisen hätte. Und warum sollten ausgerechnet die Juden der menschlichen Gesellschaft nur Nobelpreisträger, Aerzte, Techniker, Industrielle und Kaufleute geschenkt haben? Es wäre Zeit, daß sich die Objektivität etwas mehr mit den jüdischen Wohltätern befaßt. * Und zu den Großen und Guten unter den Juden gehört der Amerikaner Mister Sondheimer, der vor vielen, sehr vielen Jahren aus Beerfelden im Odenwald die Reise übers Meer antrat und jetzt dem Dritten Reich ein schönes Schnippchen schlug. , Hören wir diese wahre Geschichte: Es war einmal ein deutscher Jude namens Sondheiraer, der zog aus, um in der Fremde das Glück zu suchen, fern von seiner Heimat, fern von seinen Freunden.. Und es kam, wie es sonst nur in Büchern zu kommen pflegt: Der Glücksucher fand wirklich, was er suchte, fand sogar sehr viel, für ihn begann nun das Leben eines sehr reichen Amerikaners ... Trotzdem vergaß er nicht das kleine Dorf im Odenwald, den winzigen Schulhof und die Kirchturmspitze, die „Nachbarsbuebe" und die Blechmusik vom Sonntag. Und auf einmal erhielt der Bürgermeister dieses Fleckchens Beerfelden regelmäßig Schecks auf Tausende von Dollars geschickt, ganz unerwartet wie vom heiteren Himmel flogen die Geldanweisungen auf den Tisch, um den der Gemeinderat sprachlos versammelt saß. Und wer war der Spender? Niemand anders als der „kleine Sondheimer", der inzwischen ein „großer Sondheimer'4 geworden war, und nun also aus lauter Liebe zur deutschen Heimat es seiner armen Dorfgemeinde ermöglichte, ihre Kranken und Alten „ohne Unterschied der Konfession" (wie es in der Schenkungsurkunde hieß) zu pflegen und zu hegen, den Kindern „ohne Unterschied der Konfession" schöne Schulklassen zu bauen... s* Da brach das Dritte Reich aus. Und Mister Sondheimer las eines Morgens erstaunt und etwas ungläubig in seiner Wohnung in U, S. A., daß die städtischen Krankenhäuser in seiner alten Heimat keine kranken Juden mehr aufnehmen, daß die jüdischen Kinder aus den Schulklassen verwiesen werden. Er las von den „jüdischen Ausbeutern und Blutsaugern, die 1000e Seidenreste (1.5 Meter einfarbig und Imprime) bIwTn nur in dieser Woche ai so unerhört billig! Einige Beispiele: K.-Seiden-Kristalline 75 breit , . Waschseiden Uni, viele Farben . . \ , Kleider-Waschseidc-Imprime . . s , 4 Satin Libcrty-Imprime 90 br. . . < , . K.-Seideh-Crepe-Georgette 90 breit . » < Crepe-Mongol-Faconne (K.-Seide) * « « Reinseide-Crepe-de-Chine 90 cm ... . K.-Seiden-Taft-Schotten.....jetzt Crepe Mongol (K.-S.), für Kleider, 90 cm Crepe Mabel (Wolle mit Seide), 100 breit K.-Seiden-Mattcrepe, 80 cm . . . . jetzt K.-Seiden-Mattboucle . . ... . jetzt K.-Seiden-Bips für Paletots, 90 cm . . . Reinseiden-Croise, f. Steppdecken, 150 br. Reinseiden-Lavable f. feine Wäsche, 98 br. K.^S.-Mongol u. Marocain-Imprime, 90 br. K.-S. 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Das Telegramm enthielt nur Fragen. Und die Rückantwort war in Amerika vom Al> sender bezahlt worden. Die Rückantwort war bezahlt — aber sie blieb aus. Das Rücktelegramm ist bis heute noch nicht in Amerika: eingetroffen. Aber Mister Sondheimer sagte sich: „Keine Antwort ist auch eine Antwort." Außerdem hatte er sich inzwischen sehr genaue Informationen über Deutschland und die deutschen Juden, und besonders über. Beerfelden und die in Beerfelden lebenden Juden eingeholt, Und daraufhin beschloß er zwei Dinge; 1. .Verklagte er das Dorf Beerfelden im Odenwald, weil es seit 1933 seine Schenkung nicht mehr, nach dem Wortlaut — „ohne Unterschied der Konfession" ~- verwendet. Der Prozeß ist angestrengt. 2. Stellte er bei der amerikanischen Einwände* rungsbehörde eine Kaution von 1 Million Dollar, um idiei Einwanderungsgenehmigung für alle in Beerfelden noch; ansässigen jüdischen Familien zu erhalten! Diese Gen nehmigung ist nun erteilt worden, da sich Mister Sondheimer auch verpflichtete, für den Lebensunterhalt der, neuen Immigranten zu sorgen! .* Und so endet dieses „Märchen der Wirklichkeit*1« 15 jüdische Familien, das ist die ganze jüdische! Gemeinde des Dorfes Beerfelden, wandern jetzt ge«< schlössen mit Kind und Kegel und sogar mit ihrem jüdischen Lehrer nach Amerika aus. In einigen Tagen schon werden sie ihrem! alten Freund Sondheimer, diesem großen und guten Judejn, drüben auf dem Landungssteg in New lYork dankbar idfö Hand drücken. Mögen sie es auch recht herzlich in unserem Namen tun! Bund jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs, Beadrksgruppe Landstraße, Wien, III., Landstraß er Hauptstraße $ Mittwoch, den 19. Februar, 8.15 Uhr abends, Vortrag Dr. Erich Horowitz: „Jüdische Aerzte als Wegbereatei der Wissenschaft." Premiere in den Jtidüsohon Künstler* spielen. Ab Freitag, den 21. Februar, tritt SevUra Pastor in dem neuen Lustspiel „Liebe zu verkaufen" a«|r Legitiraistiscihe jüdische Frontkämpfer im „Eiserne© Ring". Donnerstag, den 20. Februar 1936, pünktlich VM 8 Uhr abends, findet im großen Saal der GaatwirtschafJ Friedrich Sima, XVII., Kalvarienberggasse 12, ein großji vaterländische Kundgebung statt, Eintritt frei. Gäste willkommen! M ll» ÄST» ■ /•*/. '^>> ■^rdw^mrn rr*. 'aV*5 T I £h. '§} m0 Von S 2 Wochenraten *g hatten Sie alle Qegenstande Ii , grönter Auswahl und bett«j* Qualität bis 20 Monate Kredit SCHLESINGER VII, Burggasse 122-124 Telephon B-32-2-24, B-35-6s§!S Eigentümer. Verleger, Wmmft&S UBd SßrantSOitUctoE Redakteur: Oberbaurat Robert Stricker. — Pn^k; »^p^lvjm.fl Btecto*4>!% Jgpa f^h^ajin, bfii.dft W_is>n, l; JXtt VlJÜVIlXßltUSitssßBi fhsrUt / v»J,