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Die neue Welt · 1936-02-04 · Heft 534 (4.2.1936) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 534 (4.2.1936)
Date
1936-02-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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r mts* *.....*■ i ■ DIE NEUE WELT Nr. 534 vom 4. #ebroar Letzte Nachrichten aus Palä§tena Arabischer politischer Streik Aus Jerusalem wird gemeldet: Die palästinensischen Araber haben für Dienstag, den 4. Februar, einen Generalstreik proklamiert, der den Protest gegen die französische Politik in Syrien und als Zeichen der Solidarität der syrischen Nationalisten gedacht ist. Neue Flugstationen Aus, Jerusalem: In das Begierungsbudget für das neue Jahr wurde eine Summe von 200.000 Pfund zum Bau einer zivilen Flugstation in Ludd und Haifa eingestellt. Vom palästinensischen Radio Aus Jerusalem: Die Palästina-Regierung sucht noch immer einen Kandidaten als arabischen Sprecher für das palästinensische Radio. Man benötigt hiezu einen Muselmanen, der den Koran beherrscht und sich in muselmanischen religiösen Angelegenheiten genau auskeimt, und solch ein Kandidat ist schwer zu finden. r/Alle Zfoiusten im Lager des Makkabi" . Aus Basel: Am Sonntag, den 26. Jänner, begann in Basel die Tagung des Aktionskomitees des W e 11makkabi. Der Ehrenpräsident des Makkabi, Lord Melchett, sandte an das Aktionskomitee folgendes Schreiben, in welchem es u. a. heißt: „Wir sind die gemeinsame Plattform für alle jüdischen Parteien, das Sammelbecken des Zionismus und ganz besonders der zionistischen Jugend. Wir müssen der Kernpunkt der Bewegung werden, der Knoten, der die vielfarbigen Bänder des jüdischen Strebens nach Erez Israel zusammenhält. Es ist selbstverständlich, daß wir loyal zur Zionistischen Weltorganisation stehen, ihre Einrichtungen achten. Diese Organisation ist das wichtigste Organ des jüdischen Volkes. In einem Volkskörper wie dem unsrigen, der so wenig diszipliniert, so arm an bewährten Organisationen ist, müssen die bestehenden Organisationen unterstützt werden, schon gar vom Makkabi. Eine unserer wichtigsten Aufgaben ist die Erziehung der Jugend zu selbstgewollter Disziplin. Diese Einstellung zur Zionistischen Organisation ist — ich kann das nicht nachdrücklich genug unterstreichen — keine Parteinahme „f ü r", keine Stellungnahme „g e g e n", denn es gibt keine politische Einstellung des Makkabi. Wenn er so weiterarbeitet wie jetzt, wird er ein Kristallisationspunkt des Judentums werden, die gemeinsame Plattform, auf der sich alle Parteien treffen, auf der sie alle zu Stehen haben, Bruder neben Bruder — stolzeStreiter für dasjüdischeVol k." * A n m. d e r R e d. Die Unterstreichung, daß der Makkabi den Sammelpunkt aller zionistischen Parteien bilden soll, stellt eine wenn auch nicht genügend deutliche Abwehr gegen gewisse Bestrebungen politischer Art dar, welche vor allem der deutsche und der tschechoslowakische Makkabi fördern. Diese Organisationen arbeiten dahin, die Jugend des Makkabi in die klassenkämpferisch eingestellten Organisationen in Palästina (Histadruth und Hechaluz) einzuführen. Auch wollen sie die Revisionisten (N. Z. O.) aus dem Makkabi entfernen. Sie haben auch auf der letzten Tagung des Makkabi in dieser Richtung gewisse Erfolge erzielt. Eine Abwehr dieser Tendenzen ist um so notwendiger, als sie unfehlbar zu einer Spaltung führen müßten. Jüdische Künstlerspiele, II., Praterstraße 34, Telephon R-45-4-94. Sevilla Pastor als Jankaie. In den Jüdischen Künstlerspielen geht ab Freitag, den 7. Februar, das berühmte musikalische Lustspiel „Jankaie" von J. Kaiisch vollkommen neueinstudiert in Szene. Sevilla Pastor wird die Schlagerrolle des Jankaie kreieren. IfrUnT Schirthm artn WWBN. «;*TABOftSTCASSE Fruchtsäfte für Schweden Aus Jerusalem: Die palästinensische Fabrik für Orangensaft, „Asis", erhielt kürzlich die zweite Bestellung auf ihre Fruchtsäfte vom königlichen Hof aus Schweden. Die erste Bestellung lief vor einem Jahr nach dem Besuch des schwedischen Kronprinzen in der genannten Fabrik während seines Aufenthaltes in Palästina ein. Gegen jüdische Arbeit Aus Jaffa wird gemeldet: Das Organ des Großmufti „AI Liwa" teilt mit, daß die arabische Arbeiterorganisation in Jaffa beschlossen habe, Wachen zu organisieren, da die Anteilnahme der jüdischen Arbeit in Jaffa an den öffentlichen Arbeiten in der letzten Zeit stark an Umfang zugenommen hat. Der Beschluß, Wachkordons aufzustellen, bezieht sich hauptsächlich auf den Arbeitsvertrag, den die Palästina-Regierung mit der „Histadruth" bezüglich Bauarbeiten für die Regierung in Jaffa abgeschlossen hat. Frudatfo§e Intervention Aus Berlin: Die Reichskulturkammer sprach gegen den bekannten jüdischen Bildhauer Rudolph Saude k das Arbeitsverbot aus. Saudek, der seit 30 Jahren in Deutschland lebt, darf seine Arbeiten weder ausstellen noch verkaufen. Sein Ersuchen, ihm zu erlauben, Steinmetzarbeiten auf den jüdischen Friedhöfen zu leisten, wurde mit der Begründung abgewiesen, daß Juden keinerlei mit Kunst zusammenhängende Arbeit tun dürfen. Rudolph Saudek, der tschechoslowakischer Staatsbürger ist, wandte sich sodann an die tschechoslowakische Gesandtschaft in Berlin, wobei er darauf hinwies, daß er durch das Verbot jeder Möglichkeit, sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen, beraubt sei. Die Gesandtschaft setzte sich unverzüglich mit den zuständigen deutschen Stellen in Verbindung und erklärte hierbei, die tschechoslowakische Republik könne eine Diskriminierung ihrer Staatsangehörigen in Deutschland, weil sie Juden sind, nicht dulden. Am 28. Jänner ging der tschechoslowakischen Gesandtschaft vom deutschen Auswärtigen Amt der Bescheid zu, daß ihre Intervention im Falle Saudek nicht in Rücksicht gezogen werden könne, „weil tschechoslowakische jüdische Staatsangehörige im Reich nicht anders behandelt werden können als deutsche Jude n". Was wird die tschechoslowakische Regierung jetzt tun? Verein zur Förderung jüdischer Musik Der erste Kammermusik-Abend dieses ausgezeichneten und verdienstvollen Vereins brachte einige Neuaufführungen: zunächst Achrons Variationen über das Lied „El jibneh hagalil" für Klavier und Almans „Haftara" für Violine und Klavier. J. Weinberg war mit Volksweisen für Klavier und mit einer Bearbeitung eines Themas von J. Engel (für Violine und Klavier) vertreten. Man hörte die junge palästinensische Pianistin Ruth Friedmann, eine hervorstechende Begabung, die jede Förderung verdient, Duno Tendier, einen Sänger voll Kraft und Ausdruck, und den ernsten Geiger Kurt Fuchsgelb, der als Dirigent des Chors des Stadttempels bestbekannt ist. Die Klavierbegleitung der Gesänge und Violinstücke besorgte Siegmund Wolfsohh in musterhafter Weise. Im Zusammenhang mit dem gelungenen Abend muß auf die Bedeutung der neuen Musik als jüdischen Kulturfaktors hingewiesen werden, damit zugleich auch auf den Verein zur Förderung jüdischer Musik, der durch seine Aufführungen das jüdische Musikschaffen fördert und den ausübenden jüdischen Künstlern Gelegenheit zum Auftreten gibt. Da die Werke jüdischer Musik sehr häufig die Türen in die Oeffentlichkeit verschlossen finden und der jüdische Musiker sehr schwer zu kämpfen hat, erscheint der Verein zur Förderung jüdischer Musik geradezu als Retter. Es ist Pflicht, Mitglied dieses Vereines (Jahresbeitrag 6 Schilling) zu werden, um so mehr, als von nun ab die Veranstaltungen nur Mitgliedern zugänglich sein werden. „Das Land der Verheißung" Im Imperial- Kino, Wien, I. Die nächste Aufführung des großen Palästina-Tonfilms „Das Land der Verheißung", die am Sonntag, den 9. ds., vormittags 11 Uhr, stattfindet, steht im Zeichen des Gedenkens der 40. Wiederkehr, die seit Erscheinen von Theodor Herzls „Judßnstaat" vorstrichen ist. Diese Festaufführung wird ihr besonderes Gepräge durch die Ansprache erhalten, die Herr Oberrabbiner Dr. David Feuchtwang aus diesem Anlaß an das Publikum zu richten sich bereit erklärte. Die palästinensische Pianistin Nadja Eltingon veranstaltet Donnerstag, den 13. Februar, Uhr, im Kleinen Musikvereinssaal einen Klavierabend, auf dessen Programm Meisterwerke der pianistischen Literatur (Beethoven, Chopin, Debussy, Rachmanlnoff u. a.) stehen. Das Konzert der anerkannten Künstlerin Nadja ESitigon ist schon dadurch von besonderem Interesse, daß eine Komposition des modernen hebräischen Komponisten E. W. S t e r n be r g zur Uraufführung gelangt. Das gute Jüdische Buch deutscher, hebräischer und jiddischer Sprache finden Sie in der Volksbibliothek Zlon, II., Kleine Mohrengasse 3. Monatsgebühr 80 Groschen, Jugendliche 50 Groschen. Keine BandgebUhr. Bibliotheksstunden: Montag bis Donnerstag von %! bis ^9 Uhr abends, Sonntag von %U bis m Uhr mittags. Von S 2 Wochenraten er« halten Sie alle Gegenstände in größter Auswahl und bester Qualität bis 20 Monate Kredit SCHLESINGER VII, Burggasse 122*124 Telephon B-32-2-24, B-35-Gk_55 Pidistke Kuttutstette I., Kai 3, Tel. R-28-2-36. Erste technische Führung: Donnerstag, 6. Februar: A. E. G. Union. Leitung: Ing. Georg Kbppel, cand. Ing. Erich Brod. Treffpunkt: 9 Uhr vormittags, XXI., Pirquetstraße 114. * Freitag, 7. Februar, 19 Uhr, spricht Dr. Felix Günther im Vortragssaal der Jüdischen Kulturstsde Uber „Mozarts jüdische Freunde." Karten in der Jüdischen Kulturstelle, I., Kai 3, Tel. R-28-2-36. * Donnerstag, 6. Februar, liest im Jüdischen Kulturtheater (I., Kai 3) Dr. Oskar Bendiener aus eigenen Werken. Die einleitenden Worte spricht Dr. Paul Wertheimer. Beginn' 19.15 Uhr. Karten erhältlich in der Jüdischen Kulturstelle, I., Kai 3, Tel. R-28-2-36. AI Jolson kommt in „Casino de Paris" Der berühmteste Jazz-Sänger der Welt, der bestimmt noch dem Wiener Publikum aus dem ersten Tonfilm „Singing fool" in Erinnerung ist, spielt die Hauptrolle des genannten großen Ausstattungsfilms. Die Nachtlokale von Caliente, der Broadway in New York und ein , Stück Unterwelt in Chikago sind die Schauplätze der spannenden Handlung, in der AI Jolson einen Revue-Star spielt, der durch seinen Leichtsinn beinahe zugrunde geht und durch die Liebe zweier Frauen wieder hochkommt, durch die einer driten fast ermordet wird. Seine Partnerinnen sind Ruby Keeler, Glenda Farell und Helen Morgan. AI Jolson kreiert in diesem Film eine Anzahl von Schlagern, die Harry W arren komponierte und die zum Teil hier schon sehr bekannt sind. Die W iener Uraufführung des von Ai-chie L. Mayo inszenierten Großfilms findet Mitte Februar statt. Annabella-Jean Murat Der erste gemeinsame Film des jungen Künstlerehepaares Annabella und Jean Murat „Fräulein Josetta — meine Frau" ist eine heitere Geschichte um eine Millionenerbschaft, um zwei Verliebte, um eine Scheinehe, die keine ist, und um eine aufgeregte, verlassene Diva: Lustspiel — Satire — Komödie. Die Gaumont bringt diesen Film, dem das bekannte Zugstück des Deutschen Volkstheaters zugrunde liegt, in Wien am 7. Februar heraus, und zwar in deutscher Version (Löwen-, Maria- Theresien-, Fliegerkino), und in der französischen Originalfassung (Imperial-, Schwarzenbergplatz-Kino). Austritte aus dem Judentum Kobler geb. Schwarz Rosa, geb. 17. Mai 1886 Wien, verh., III., Radetzkystraße 4. — Kun geb. Reifer Paula, geb. 10. Mai 1878 Wien, verh., III., Keilgasse 12. — Rotter Valerie, Musiklehrerin, geb. 4. Oktober 1884 Wien, ledig, XVIII., Klostergasse 19. — Drab Robert, geb. 19. Jänner 1896 Wien, verh., XV., Kanzlerplatz 3/12. — Groß geb. Schick Blanka, geb. 15. Juni 1910 Wien, ger. gesch., XV., Viktoriagasse 14. — Knöpfelmacher geb. Stern Katharina, Privatangestellte, geb. 25. Februar 1901 Wien, ger. getr., II., Handelskai 206. — Kaiser Karl Egon, Hotelvolontär, geb. 21. März 1914 Wien, ledig, III., Hint. Zollamtsstraße 3. — Frankel Helene, Modistengehilfin, geb. 1. März 1910 Wien, ledig, X., Pernerstorfergasse 58. Q&au^.t Wef/seWochen ^/chr^Fwffti ff 7t WI€N II.TABORST«ASS£-«»s5l JSJ55n.tUm.er, Xttleger, Herausgeber, und y^nJ^tilsUsr tfi«£: .Oberbaurat Robert Stricker. —. DBUfc; m<i Sb^gthM}* Jgq&g ßteismann, beide, Wta», £\ ig* iMmßiX&Uatis&s ö—8. y

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