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Die neue Welt · 1936-02-04 · Heft 534 (4.2.1936) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 534 (4.2.1936)
Date
1936-02-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
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i8e Preis 10 Groschen nie wM ■ ■■ Dienstag/ den 4« Februar 1936 Qti. Hr. S34 V* b« b« tyi/ Ve**iti Mt*bibli( "* vom Verleger versendet -M16 par rsditeut" °«»e* REVUE HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Jährig Dinar 40.-; Bunlnlen monatlich Lei 40.-. vierteljährig Lei 120.-; »entscnianci monauicn manc l.-. yieneuannf Mark 3.-; Bulgarien monatlich Lewa 30.-, vierteljährig Lewa 80.-: Italien jagn^h Wre 5.-, vierteljäbri Lire, 14,—s Schwei« und die übrigen Länder monatlich Schweizer Franca 1.50. vierteljährig Schweizer Franca 4.50, Mit E bezeichnete Anzeigen sind entgeltlich. Redaktion u, Verwaltung: IX, Universitätsstr. 8,7 et. A-20-2-78 — Erscheint Dienstag u. Freitag Verband der Judenstaatszlonlsten Oesterreichs Wien I, Werderihorgasse 14 Mittwoch, den 5. Februar 19 36 fraßet Hiusika&iscUet Atend (Neue hebräische Musik) Ausführende Ruth Friedmann (palästinesische Pianistin) Duno Tendier (Gesang) Kurt Fuchs gelb (Violine) Conference: Dr. Oskar Rosenfeld Beginn Vi9 Uhr abends - Kleiner Regiebeitrag Das neue palästinensische Bodengeselz Eine schwere Gefahr Aus Jerusalem wird mitgeteilt: Die arabische Delegation, die am 20. Jänner vom High Cömmissioner Sir Arthur Wauchope die telegraphische Antwort des Ministers für die Kolonien, Thomas, auf das arabische Memorandum vom 26. November 19S5 entgegennahm, bestand aus dem Führer der Palästüiensisch-arabische^^r,trei (Mufti-Partei) Jemal el Hussein!, dem Führer der Partei für nationale Verteidigung Ragheb Bey Nashashibi und dem Führer des arabischen Jugendverbandes Jakub Bey G n ü s s e i n; Kurz nachdem .der High -Cömmissioner den arabischen Führern die..AjitwoidLder Londoner Regierung erteUV hätte, in der kundgetan wird, daß, für das Ausmaß der. Einwanderung naqh wie vor das Prinzip, der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit des Landes gelten werde; daß der Forderung nach einer parlamentarischen Selbstverwaltung durch die Schaffung des Legislativ e Counc 11 entsprochen werde; und daß Bodentransaktionen in Zukunft nur dann genehmigt werden würden, wenn der Verkäufer ein zu seiner Existenz erforderliches Minimum an Grund und Boden behält (Bodenverkauf Ohne Einschränkung soll nur im Distrikt Beer Sheba gestattet sein), übermittelte, der High Cömmissioner der Jewish Agency ' (Zionistischen Organisation) den hebräischen Text der den arabischen Führern erteilten Antwort. In dieser Antwort hat der High Cömmissioner den arabischen Führern eine Erläuterung des mitgeteilten Standpunktes des Kolonienministeriums gegeben und, erklärt, daß die geplanten gesetzlichen, Maßnahmen gegen Boden verkaufe sich sowohl auf Grundbesitzer als auch auf Pächter erstrecken. E,r fügte hinzu, daß zwar heute die arabischen Bauern, die ihre Böden verkaufen, ohne Schwierigkelten andere Beschäftigung finden, daß aber diese Lage sich ändern könne. Schon die natürliche Bevölkerungszunahme könnte in Zukunft die Schwierigkeiten für den Fellachen, eine neue Beschäftigung zu Anden, erhöhen. Deshalb müsse schon jetzt die Vorsichtsmaßnahme getroffen werden, daß kleinen Landbesitzern verboten wird, ihren Boden , zu veräußern. Der High Cömmissioner ersuchte die arabischen Fühser, ihm bei der Abfassung der Durchführungsbestimmungen zu dem Gesetz mit Rat zur Seite zu. stehen; er werde hierin mit äußerster Vorsicht verfahren müssen, die Durchführung werde wohl auch beträchtliche Zeit in Anspruch nehmen. . Wie schon mitgeteilt, hat die Ankündigung des Gesetzes Uber Einschränkung von Bodentransaktionen in jüdischen Kreisen alarmierend gewirkt. Es wird in diesen Kreisen die Befürchtung geäußert, daß die von Sir Arthur Wauchope verfügte Politik der Einschränkung von Bodentransaktionen auf den Bericht der vpn Sir John Hope Simpson im Jahre 1980 geleiteten Kommission zurückgreift, obwohl doch dieser Bericht nicht nur von den Juden nachdrücklichst abgelehnt, sondern später auchtvon der englischen Regierung selbst als nicht entsprechend ad acta gelegt wurde. Die Hauptgrundsätze des Simpson-Berichtes liefen darauf hinaus, daß angesichts der jetzigen Methoden der Bödenkultlvlerung durch Araber kein Bodenüberschuß für landwirtschaftliche Ansiedlung neuer Einwände r © r verfUgbar ist, mit Ausnahme noch unkultivierter Böden, wie' -sie die verschiedenen jüdischen Institutionen in Reserve haben. Die jüdischen Siedler, wurde in dem Bericht welter gesagt, sind der Vorteile teilhaftig, die Kapi-' tal, Wissenschaft und Organisation ihnen bieten. Hingegen genießen die Araber keinen dieser Vorteile, um ihre Art der Bodenkultivierung zu verbessern. Während sieh. die arabische Bevölkerung mit großer Schnelligkeit vermehrt* vermindert sich ihr Bodenbesitz, von, *em Teile, in j ü d lach e Hände, übgrg^n,; Weizmann ruft zum Kampf Die Jüdische Telephon-Agentur meldet aus Jerusalem: Zu der Unterredung des Präsidenten der Jewish Agency und der Zionistischen Organisation Dr. Chaim Weizmann mit dem High Cömmissioner Sir Artur Wauchope über das geplante Gesetz zur Einschränkung des Bodenverkaufs wird ergänzend mitgeteilt, daß Dr. Weizmann den High Cömmissioner darauf aufmerksam gemacht habe, daß die ganze von der Regierung in letzter Zeit befolgte politische Linie die Grundlagen des Jüdischen Nationalheims zu zerstören drohe. Es heißt, Dr. Weizmann habe erklärt, die Jewish Agency würde sich genötigt sehen, den Internationalen Gerichtshof im Haag anzurufen, falls die Palästina-Regierung bei ihrer gegenwärtigen Politik verharren sollte. * Nichts ist geeigneter, den Ernst der jüdischen Lage in Palästina und die Gefahren um den Zionismus eindrücklicher zu kennzeichnen, als diese Nachricht. Präsident Weizmann,' der Mann, der fünfzehn Jahre hindurch die zionistische Politik nicht nur im Zeichen absoluter, bedingungsloser Loyalität zur englischen Palästina-Regierung geführt, sondern auch jeden Verauch einer Opposition gegen die englische Palästina- Politik bekämpft und vereitelt hat, bricht in die Klage aus, daß diese Politik bewußt auf den Ruin des jüdischen Nationalheimes und damit des jüdischen Volkes gerichtet ist. Weizmann, der im Jahre 1922 die 'Zionistische Organisation zur Unterzeichnung des antizionistischen Churchillschen Weißbuches nötigte, der den Widerstand gegen das verräterische Treiben des jüdischen Hochkommissärs Herbert Samuel dämpfte, der sich nach dem von den Regierungsstellen frivolerweise heraufbeschworenen Pogrom 1929 mit seiner ganzen Autorität der Empörung des jüdischen Volkes entgegen warf, dieser Weizmann schreit jetzt das Wort „Verrat" in die Welt und will das höchste Gericht der Völker gegen eine Regierung aufrufen, die er noch vor wenigen Monaten, auf dem Kongreß in Luzern, gegen Anklagen der Judenstaatszionisten schützte. Noch vor einigen Wochen wollte die große Majorität, welcher heute die Leitung der zionistischen Weltorganisation anvertraut ist, nicht erkennen, daß der Bankrott über die vom Herzischen Judenstaatszionismus abgewandte zionistische Politik herueingebrochen ist. Sie wollte nicht hören, was die als „Opponenten um jeden Preis" verspotteten und überstimmten Judenstaatler riefen. Kann sie jetzt. taub bleiben, da Weizmann, ihr Weizmann, schreit? * ■• Gerade in diesen Tagen sind es vierzig Jahre, daß Theodor Herzl den Satz vom Judenstaate, prägte, der die Lösung der Judenfrage und eine Notwendigkeit für die ganze Welt ist. Er hat hinzugefügt, daß der Zionismus aussprechen muß, was ist, daß das jüdische Volk den Judenstaat erringen muß, daß es ihn nie erlisten wird, daß die Juden unter völkerrechtlicher Garantie und politischer Sicherung ins jüdische Land einziehen müssen, daß sie sich nicht einschleichen dürfen. Die Politik Herzls war durch zwei Motive bestimmt: Rückhaltlose Offenheit und Richtung auf das G r o ß e und Ganze. Die zionistische Politik der' letzten fünfzehn Jahre aber war von gegensätzlichen Motiven beherrscht: Verschweigen dessen, was man will, und Kleinzionismus, der den Widerständen und Gegnern ausweichend in Palästina wiütschaftlich und kulturell arbeitet. Unter behaglicher Zustimmung einer überwältigend großen Mehrheit konnte Präsident Weizmann auf dem Luzerner Kongreß sagen, daß man mit dem Aussprechen des Wortes „Judenstaat" nicht eine Kuh in Palästina dahin bringen kann, um einen Liter Milch mehr zu geben. „Schicket Menschen und Geld nach Palästina und kümmert euch nicht um Politik und redet nicht von Politik,' dann gehört Palästina uns! Wozu den anderen an die Nase binden, was wir in Wirklichkeit wollen?" Das war die von der Zionistischen Organisation jU^bft StflataK©i&^#f deren traurige Frucht jetzt vorliegt und den prominentesten Vertrete^ dieser Staatsweis.heit, Weizmann^ mit Entsetzen erfüllt. , "VWrt.rTw* > .....■-,>.•»•;■.■■ * " Die Uberschlaue Politik des Kleinzionismuä hat sich als fruchtlos und schädlich erwiesen. In solchen Dingen läßt sich die Welt nicht täuschen« Der, elementare Drang des jüdischen Volkes nach! Palästina und die unvergleichlichen jüdischen Leistung gen in diesem Lande beweisen offensichtlich, daß e% um nichts anderes geht und um nichts anderes gehen kann, als um den Judenstaat. Für diese Entwicklung gibt es kein anderes Ziel. Das wissen die Gegner, und die Palästina-Regierung, vor allen anderen, geht nun daran, durch gesetzgeberische Maßnahmen diese Ent* Wicklung zu stören und alles zu beseitigen, worauf der, Judenstaat gebaut werden könnte. Sie hat leider leichtes Spiel, weil sie mit ihrem Vorstoß einen auf den Kampf um den Judenstaat unvorbereiteten Gegner trifft. Fünfzehn Jahre lang hat die Zionistische Organisation die Idee vom Judenstaat in den Bann des Schweigens gelegt, fünfzehn Jahre lang hat sie es verabsäumt, das jüdische Volk für den Judenstaat zu erziehen, und — eine ebenso große, wenn nicht größere Sünde — fünfzehn Jahre hat; sie es unter-f lassen, die Welt für die Sache des Judenstaates zu;-gewinnen,.-wie der Herzl-Zionismus es tat* 1 * Jede Sache hat ihr Gutes. Es ist. gut, daß-Weizmann endlich die -Gef ahr erkannt hat. Es ist gut, daß er zum Widerstände aufruft. Es ist gut, daß er gegen die antizionistische Palästina-Regierung und die antizionistische Bürokratie im Londoner Kolonialamt, die bisher für ihn alles bedeuteten, an moralische Mächte der Welt appellieren will. Aber er und seinei Freunde, die heute Wortführer des Zionismus sind, müssen auch einen anderen Weg gehen, als den zum Haager Gerichtshof. Den Weg zum jüdischen Volke! Das, jüdische Volk muß mit dem Geiste Theodor Herzls erfüllt, es muß für den Judenstaat erzogen werden. Dann wird e» die moralische Kraft darstellen, welche alle Widerstände überwinden kann, die zwischen dem Volke und seinem Rechte liegen. Die Gegner triumphieren im Augenblicke, aber nicht, weil sie stark sind, sondern weil der Zionisi mus schwach geworden ist. Man muß dort anfangen, wo man, zum Unglücke, vor fünfzehn Jahren aufgehört hat, beim Judenstaatszionismüs. Eine harte Arbeit, aber eine erfolgsichere. r. st, , „Land der Verheißung" in Jugoslawien verboten Aus Beograd: Der vom Keren Hajessod herge« stellte Palästina-Film „Awodah" (Arbeit), der in der. ganzen Welt unter dem Titel „Land der Ver* heißung" vorgeführt wird, wurde nach den ersten Aufführungen in Zagreb, wo er, auch von den Vertretern der zivilen und Militärbehörden mit Beifall aufge« nommen wurde, für Jugoslawien verboten. Formell wird als Grund des Verbotes angegeben, daß die Vorführungsabsicht der Polizei zu spät gemeldet wurde, der wirkliche Grund ist, daß man Ausschreitungen von den von deutschen Nationalsozialisten verhetzten Kreisen der Bevölkerung befürchtete. Die nationalsozialistische deutsche Propaganda* obzwar von verantwortlichen Kreisen als staatsfeindlich erkannt und bekämpft, dauert unentwegt fort. In Wort, Schrift und Bild werden weiten Kreisen der Bevöjke«. rung Judentum und Kommunismus als identisch und .Ursache alles Unglücks hingestellt. IIIIIIII1IIIIIIIIIIIIIII1III1III1IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIU Dr. HL KORN E R Y4' I REISEBÜRO „C I T Wien I, Kohlmarkt 8, Telephon U-26-4-29 1 Ermäßigte Purunrei§eii auf den Dampfern 19. Feber, 21, Feber, 26. Feber, 4. März Tour und retour in der ersten Klasse S 596.-, in der Touristenklasse S 351.- iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiimmniini1 6 i ,s i

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