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Die neue Welt · 1935-12-13 · Heft 521 (13.12.1935) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 521 (13.12.1935)
Date
1935-12-13
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis 20 Groschen lahrgang 9 Freitag/ den 13« Dezember 1935 Nr« 521 V« b« b« Zeitung vom Verleger versendet „Journal expMie par l'editcur" REVU HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.40. vierteljährig S 4.—, ganzjährig S 16.—: Polen-monatlich Zloty 1.50. vierteljährig Zloty 4.50: Tschechoslowakei monatlich Kc 6.-, vierteljährig Kc 15.-: Jugoslawien monatlich Dinar 14.-, ^ertellührig Dinar 40.-: Rumänien monatlich Lei 40.-. vierteljährig Lei 120.-: Deutschland monatlich Mark 1.-, vierteljährig Mark 3.-: Bulgarien monatlich Lewa 30.-, vierteljährig Lewa 80.—: Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—; Schweiz und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50, vierteljährig Schweizer Francs 4.50. Mit B bezeichnete Anzeigen sind entgeltlich. Redaktion u. Verwaltung: IX, Universitä'sstr. 8,7et, A-20-2-78 — Erscheint Dienstag u. Freitat} Wie es um die „Gleichheit // bestellt ist Bokanntllch haben die Hitler-Regierung und das Berliner Olympische Komitee feierlich zugesagt, daß bei der Olympiade, die in Deutschland stattfinden soll, keine Bassenunterschiede gemacht werden und die jüdischen Sportler aus dem Ausland keinerlei Beeinträchtigung oder Beleidigung ausgesetzt werden. Nun wird ein Teil der Olympiade demnäclist beginnen, und zwar in Garmisch-Partenkirchen. Dort wird der wintersportliche Teil (Skiläufen, Rodeln usw.) abgewickelt. W i e die hitlerdeutschen Herrschaften gewillt sind, ihr „Ehrenwort" einzulösen, zeigt nachstehende Abbildung: Solaho TaXelu siud^ia^Oarmi^h-Partcnldrchen in Fülle angebracht. Als bemerkenswerte Dokumente für die ^uvoTlässlgkeit hit^erdeutsoher. Zusagen. Und ein durchaus verdienter Gruß für jene jüdische Sportler,, die es .über sich bringen sollten, an der Olympiade in Deutschland teilzunehmen. . Der Jud ist schuld Alis Leipzig: In einer Rede führte der Führer der Arbeitsfront - aus: Die Situation ist: s e h r ernst und man' kann nicht mit einem künstlichen Enthusiasmus Sich über den wirklichen Stand der Dinge hinwegtäuscheil. An gewirsan n o t'w endigen Nahrung sm'i 11 e I n besteht ein Mangel' von etwa 40 Prozent, das gleiche gilt für die Bekleidungsindustrie. Die Reichsbanjt verfügt kaum noch über eine Goldreserve und über seht? wenig; Auslandswährung. Die wenigen Kredite, die Deutschland besitzt, müssen zur Einfuhr von Rohstoffen verwendet werden, weil sonst mindestens 4;-o Millionen Mensqhem arbeitslos werden würden; für die Einfuhr von Nahrungsmitteln aus dem Ausland bleibt nichts übrig. Bei all dem. fügte Ley hinzu, hat der Jude die Hafld'im Spiele. Er überzieht das Dritte Reich mit, eünm „kalten* Krieg", indem er in. allen Ländern den Boykott deutscher Waren organisiert. Deutschland gleicht jetzt' einer belagerten Festung. Wären nicht die Juden, sq würde das nationalsozialistische Deutschland heute in den internationalen Angelegenheiten ehje bedeutende Rolle spielen. Der Jude aber hindert dies. Er verbreitet Greuelmärchen und schürt die Feindschaft gegen uns. Wir aber werden nie vor dem Juden kapitulieren, unsere Losung muß sein: Deutsches Volk, erhoffe nichts vom Ausland! Judentaut'eu in Deutschland i Aus. Berlin (J. T. A.): Laut „Evangelie c fc, e«i Beobachter" sind' seit 1900 13.3 0 0 Juden in Deutschland evangelisch geworden. Am geringsten war die. SJahJ der Taufen 1928 mit 166, am höchsten 1933 mit 933. Weihnadits« u« Ncujahrs»Sonderfahrten nach Polen und Czernowitz Abfahrten: 1«. und «8. 0«*«mb«r im, S. und M. Jonn«r 1936 Rückfahrten: SS. D«s«mbar W*. 5. Jänn«r u. IS. Februar «36 mPRANCOPOL", Wien III, FUnnwas 1 Ttl. IM4.4.90 70*OÖO PalästanasEinwanderer im Jahre 1935 Unser Jerusalemcr Korrespondent berichtet: Soeben ist vom Einwanderungsamte der Palästina-Regierung die Statistik für die ersten zehn Monate des Jahres 1935 (Jänner bis Oktober) veröffentlicht worden. Danach sind in diesem Zeiträume 51.830 Einwanderor ins Land gekommen, und zwar 52.960 Juden und 1870 Nichtjudeu. In diesen Zahlen sind auch die als Touristen ins Land gekommenen Personen inbegriffen, denen nachträglich das Niederlassuhgsrecht erteilt wurde. (Schätzungsweise zirka 2000.) Wenn man die Zahlen für die ersten zehn Monate der Berechnung zugrunde legt, geht man nicht fehl, wenn für das ganze Jahr 1935 mit einer Einwanderung von 70.000 Personen gerechnet wird. Vergleichsweise sei erwähnt, daß die Einwanderung im Jahre 1934 insgesamt 49.0G0 betrug. Auf die einzelnen Kategorien verteilt sich die Einwanderung wie folgt: Kategorie Summe darunter Nichtjudeu 1. Kapitalisten (1000 Pfund Mindestkapital) ..».,»..»,,. k 5.444 74 Ihre Angehörigen..........,.,,,..>..»» 4.829 35 2. Freie Berufe (500 Pfund Mindestkapital) ...,..„,».... 8 2 Ihre Angehörigen............,,.»(»•..* 3 — 3. Handwerker (250 Pfund Mindestkapital) . . , 265 — Ihre Angehörigen >. .»»• a * f » , . 407 — 4. Arbeiter.........>,......►..<...., 13.335 273 Ihre Angehörigen ...................... 11.809 47 5. Studenten................ 1.273 91 6. Geistliche.....*......h ► . . „........ 904 229 Ihre Angehörigen ......... 4 *......... . 1.713 4 7. Personen mit Monatsrente von 4 Pfund .............. 97 10 Personen (Mindestkapital von 500 Pfund) ............. 12 -r- Ihrs Angehörigen...................... 9 — S. Verwandte palästinensischer Einwohner...... .. . •..... 14.462 853 ß. Sonstige...................... . . . 258_250 Jänner bis Oktober 1935 in Summe.......» . . ., ,f . . . 54.828_1868 Jänner bis Oktober 1934 in Summe............., . , 34.830 1425 Nicht inbegriffen Jn diese' offiziellen Zahlen sind selbstverständlich die illegal, das heißt ohne Zertifikat ins Land gekommenen Personen; (Als Touristen öder Eingeschmuggelte.) Nachdem der Grenz- und Ausforschungsdienst im heurigen Jahre sehr verschärft wurde und gegen jüdische ,,IIleg;aJLe" ijr rigoroser- Weise-mit Einkerkerung, Abstrafung und Deporticrung vorgegangen wird, dürfte die Zahl..„der jüdischen «Illegalen" im Vergleiche mit früheren Jahren klein sein.' 1 Hingegen hat die heimische a r a bi s c h e Einwanderung nach Palästina ganz große Dimensionen angenommen, denn die Gresnsc gegen Tr%nsjordanien steht den Arabern ganz offen, und auch aus dem Hauran (Syrien) . und Aegypten strömen arabische Arbeitsuchende^ der englisch-arabischen Polizei fast unbehelligt, ins Land. In solchem Maße, daß bereits die paIästinensischen Araber zu protestieren beginnen. Knappe Mehrheit (m Amerikas Teilnahme an der Olympiade Aus New York (J. T. A.): Am Freitag, den 7. Dezember, begann in New York die Tagung der American Athletic Union (A. A. U.) unter Teilnahme von Delegierten aller einzelstaatlichen Ausschüsse, um über die Teilnahme Amerikas an der Olympiade Berlin 1936 zu beschließen. Der Vollzugsausschuß der A. A. U. faßte vor Beginn der Tagung mit 10 gegen 5 Stimmen den Beschluß, der Vollversammlung die folgende Resolution zur Abstimmung zu unterbreiten, nachdem eine Abstimmung Uber Boykott oder Nichtbokoytt mit 7 gegen 7 Stimmen unentschieden blieb: „Eine amerikanische Teilnahme an der Olympiade würde dem deutschen Volk gegenüber als eine amerikanische Billigung der nationalsozialistischen antisemitischen und autichristlichen Politik ausgelegt werden. Die Resolution empfiehlt daher den Amerikanern, weder als Zuschauer noch als Sportausübende an der Olympiade in Berlin teilzunehmen." Sfoi Krankenbett fehle nie fljrefclauer Saiietfctunit Am Samstag, den S, Dezember, entschied sich die Hauptversammlung der A. A. U. mit 61 gegen 5 5 Stimmen bei mehreren Stimmenenthaltungen (die Zahl der Delegierten betrug 181) für die Teilnahme an der Olympiade Berlin, doch forderte die Versammlung gleichzeitig den Vorstand auf, das Internationale Olympische Komitee offiziell davon zu verständigen, daß die Teilnahme der Vereinigten Staaten an der Olympiade in Berlin einzig aus dem Grunde erfolge, um die Tradition zu wahren, daß sie aber in keiner Weise als eine Anerkennung der Prinzipien der deutschen Regierung aufgefaßt werden dürfe. Der Präsident der A. A. U. Jeremiah T. Manohey erklärte dem J.-T.-A.-Vertreter, wenn auch ein amerikanisches Team nach Deutschland gehe, so werde es weder in der Zahl, die wahrscheinlich klein sein wird, noch in der moralischen Autorität die amerikanische Sportwelt repräsentieren. Billige Reisen nach Polen Abfahrt= 19. und 22. Dezember 1P35_ Rückfahrt: 22. Dezember 1935, 5. u 7. Jännei 1936 Auskünfte — auch über PalS8tlna»Re*sen bei Dr. S. Tocker, Wien 'X. Llechtensteinst». 2 Tel. A-14-504 (Reisebüro ,In die Welt'. W M.Renne») Auf unpolitischer Grundlage Erst allmählich, unter größtem äußeren Druck und gegen außerordentliche Widerstände in den eigenen Reihen, hat sich bei den deutschen Juden die Erkenntnis durchgesetzt, daß das Auswanderungspro b 1 e m zum entscheidenden Thema aller jüdischen Diskussionen für Deutschland geworden ist. Die Not lehrte •— Schluß raachen mit der bisherigen Einstellung, daß (so schreibt mit Recht ironisch das „Israelitische Familienblatt", Berlin) der ständige Ruf nach einer großzügigen Auswanderungsorganisation nichts sei „als der Versuch von Zionisten, ihr Par« Keine neue Buchhaltung anlegen vor Kenntnis unserer interessanten letzten Neuerungen! / Vollständige Ein* Ä8-*" RUF - BUCHHALTUNG WIEN I, SCHOTTE MASSE 10, TELEPHON JM7-J-77, A-17-L77 Vertretungen in allen gtößeren Städten

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