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Die neue Welt · 1935-12-10 · Heft 520 (10.12.1935) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 520 (10.12.1935)
Date
1935-12-10
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Sfelte 4 DIE NEUE WELT Nr. 520 vorn 10. Dezember 1935 SCHIFFMANN bietet jetzt Beson iiiiiiiiiiiiiiiiiHiuiiiiii^ AUS PALÄSTINA Keine Zertifikate, keine Legalisierung Aus Jerusalem meldet die J. T. A.: Die in Warschau kursierenden Gerüchte, daß dio zionistische Exekutive auf die Schedule des laufenden Halbjahres Oktober 1935 bis März 1936 5000 Zertifikate erhalten habe, entbehren jeder sachlichen Grundlage. Bisher hat die Exekutive bloß 1000 Zertifikate als Vorschuß erhalten, von denen bekanntlich 500 für deutsche Emigranten reserviert wurden. Ferner hat die J. T. A. erfahren, daß die Meldungen über die bevorstehende Legalisierung aller Immigranten, welche ohne die erforderlichen Einwanderungsvorschriften ins Land gekommen sind, auf Unrichtigkeiten beruhen. Weitere 40 jüdische Aerzte zugelassen Aus Jerusalem: Im Monat Oktober hat die Palästina-Regierung 40 jüdischen Aerzten und einem arabischen Arzt die Erlaubnis zur Ausübung der Praxis erteilt. Ferner wurden zur Praxis zugelassen acht jüdische Apotheker, sieben jüdische Zahnärzte sowie zwei jüdische und eine arabische Hebamn— Steigende Orangenpreise infolge der Sanktionen Aus Jerusalem (J. T. A.): Die Sanktionen gegen Italien haben zu einer etwa 25prozentigen Erhöhung der Preise für Palästina-Orangen geführt. Insbesondere die arabischen Kaufleute rechnen mit der Eroberung von Märkten, die der italienischen Orange jetzt verschlossen sind, und haben den Export nach England gedrosselt, wodurch eine Preiserhöhung auf dem dortigen Markt von 4 auf 5 Schilling pro Kiste im Laufe einer Woche herbeigeführt wurde. Plakate wegen Haavarah Aus Jerusalem: Das Komitee für den Boykott deutscher Waren in Palästina hat in allen Städten an den Bauzäunen Riesenplakate in hebräischer Sprache anbringen lassen, in denen gegen Haavarah (Transferabkommen Deutschland-Palästina) protestiert und ein Plebiszit über Aufrechterhaltung der Haavarah gefordert wird. In einem von der „Histadruth ole germania" (Verband der deutschen Juden in Palästina) unterzeichneten Plakat wird das Bestehen der Haavarah als im Interesse der jüdischen Wanderung aus Deutschland nach Palästina gelegen gerechtfertigt. Demonstrationen gegen die Nürnberger Gesetze Aus Jerusalem (J. T. A.): Für Samstag, den 7. Dezember, wurden Massenkundgebungen der jüdischen Jugend Palästinas gegen die Nürnberger Ghetto-Gesetze in den Städten und Kolonien angesagt. In den Synagogen wurde eine eigens hergestellte „M e g i 1 a h", in der die Leiden der Juden in Deutschland geschildert sind, verlesen. Die Protestkundgebungen waren vorher verboten gewesen. Steuerrecht des Waad Leumi Aus Jerusalem: Die „Offlcial Gazette" veröffentlicht das Reglement, durch das dem Waad Leumi (Jüdischer Nationalrat) das Recht eingeräumt wird, eine einprozentige Steuer von dem gegenwärtigen Erträgnis jüdischen Besitzes zu erheben. Jede jüdische Gemeinde kann außerdem eine Ertragasteuer von höchstens 5 Prozent für Erziehungs-, Wohlfahrts- und religiöse Zwecke einführen. Ferner können die jüdischen Gemeinden Gebühren für die Schechita, den Mazzot-Verkauf und die Ausstellung von Personal-Urkunden erheben. Das Reglement ist für den Waad Leumi von Ben Zwi und E. Berligne unterzeichnet und vom High Commissioner genehmigt. 100 Kandidaten in Tel-Aviv Aus Tel-Aviv: Für die am 15. Dezember stattfindenden Wahlen zum Gemeinderat, bei denen 15 Stadtverordnetenmandate vergeben werden, sind bisher 24 Kandidatenlisten mit insgesamt etwa 100 Kandidaten eingereicht worden. Aenderung des Status quo an der Höhle Machpela Aus Jerusalem: Wie aus Hebron gemeldet wird, wurd*. am Eingang zur Höhle Machpela eine Tafel in arabischer und englischer Sprache angebracht, derzufolge der Zutritt ohne schriftliche Erlaubnis vom Obersten Moslcmitisehen Rat verboten ist. Bemerkengwertcrweise wurde das Schild nicht bei der siebenten Stufe des Grabdenkmals angebracht, bis wohin der Zutritt bisher ohne besondere Erlaubnis gestattet war. Waschstoffe, Samte: Sportflanelle, gestreilt. S -.59, meid.....s - .53 Oirndl'Zephlre, Mode-Kretonne, Pyjama-Flanelle ..............s —.89 Velours-Tweedette oder K.«Seiden-Imprlme für Kleider................S 1.20 Mille-fleurs-Wäsche-Flanelle oder Diagonal-Schotten...............s 1.35 BOUCle-BarChentf gute Kieiderqualltät. . . . S 1*59 Velours-Flanelle oder Double-Velours mr Schlafröcke...................S 1.39 K.-Seiden-Twill-Imprime, Markenwate.waschm ÄÄ echt......... .............s 1.98 Kleider-Schotf en-lmprime, weich wie wolle s 2-SO Kleider-Samt s 3.59. Aulputs-Samt . . . . s 1.98 „Fröhlich"-Samte-Imprime, noriest u. wasch- Ä _ echt.......................s 2.98 50r m ftefonbetc Oftafiotten im Souterrain Seidenstoffe: Reinseiden-PongiS, viele Farben, 90cm, penn S 1.50 K.-Seiden-Georgette,90 cm oder SatlnLame 70 cm........ . . ..............S 1.98 K.-Seiden-Mongol,Futter-u. Kleiderware, SOcm S 2.30 K.-S.-Talfet-Chamäleon für eleg. Tanzkleider S 2.30 FlamiSOloder Pabrila (Matt-K.-Seide), die Mode S 2.90 K.-S.-Cr6pe-Armure-Imprime( schöne Farben, Ä__ 90 cm.......................s 2,90 K."S.-MattCr@pe. die Modeseide, 90 cm ..... S 3-20 K.-S.-Cripe-Bodega, modisch neuartig, SO cm S 3.20 Reinseiden-Lavable für Blusen und Wäsche, _ 90 cm........................b 3.50 K.-Seiden-Marocaln schwere Kleiderware,90cm S 3.90 K.-Seiden-CrSpe-Satin für eleg. Abendkleider s 4.50 CrGpe Melitta, schöiie,schwereKleiderware,90cmS 4.50 K.-Seiden-Cloque, modernst, für Abendkleider, m 90 cm........................s 4.90 Maulwurf-Imitation, 120 cm s 9.80, Seal-Imitation 110 cm .................S 6.90 .90 $albfetoen»6ä)irme für ©amen ober "peteen . . S 5 Wollstoffe: Pepita, lür Blusen und Kleider, UOcm ... per m S Reinwoli-Kleiderstofle, giatt u. meliert.. . s Kleider-Tweed, reihe Wolle, 130 cm breit . . . S Wo!l-Crepe,für fesche Winterkleider. 128 cm ... S Tweed-Diagonal, reine Wolle, Modelarben, 100 cm......................S Sportstoffe, in Strapaz-Qualität, 135 cm . . . . S Reinwoll-Manfel-Boucle, in grau, uo cm. . s ReinWOll - Shetland, für Mäntel und Kostüme, 140 cm .....................S Reinwoll-Flausch, blau oder Manteltuch, 140 cm.................... . . . S Anzug-Stoffe, reine Wolle, Modestreifen, 140cm . S 1.75 1.90 2.50 2.90 3.50 3.50 4.50 5.90 8.90 9.80 3)omen=Scfmeßftf)uf)e, Stoff, fcfjm. S5.90, gtauS 1.90 Damen-Konfektion: Hubertus-Loden-Mäntel, gU(e Quai., für Damen oder Herren...............S Pelzverbrämte Winter-Mäntel, schwarz od. grau, ganz K.-Seide gefütt. u. wattielert s> Cape-Mantel, pelzverbrämt aus schwarzem oder braunem Boucleganz K.-Seide gelüttert, mit zwei Reihen echter Pelzverbrämung. . . S Kleid oder Schlafrock aU8 veiourflanell-lmprimö...................S Crepe-Georgette-Kleider, reizende Tanzfassons, alle Farben........... . . . S WOllStOffff-KleidQr, fesche Sportfasson, mit Modeschnur und Gürtel............. S «oräeUon«flaffee»SertiiteEr"!,"t"!"°s ir° 29" 59" «.90 A.S0 12.» .90 Für Küche und Heim: Handtücher, per Meter Jacquard S -.69, Ctüpe . . S —.39 Wäsche-Webe, 120 cm s -.98,ao cm.....s —.65 Bettuch-Webe, uo cm s 1.25,120 cm.....s —.98 Farbige Bettxeuge u. Inlette, so cm s 1.25, s —.9,8 Frottier-Handtücher . per stuck s 1.49,1.29, s —.98 Fuftboden-Belag-Reste, 200 cm breit, per m» s 1.75 Indanthren-Tischtücher, 90x00 cm.....s 1.98 J.-Boucle-Läuler, so cm s 4.50, 67 cm.....s 3.40 Flanell-Decken, gemustert, i25/i£o s 6.90, glatt s 3.90 K.-Selden-Noppen-Rips für vorhänge, isoem s 4.30 Double-Lambrequins, gestickt, 130 cm . . . s 4.70 Kalfee-Oedeck lür 6 Personen S 7.S0.....S 5.90 Doppel-Bettdecken (gestickt s 12.90) . . . . s 8.90 K.-Seiden-Steppdecken......s 17.50, s 9.80 Speise-GedeCk, Damast S 14.90, Jacquard . . . . S 9.80 Verkauf von 8 Uhr früh bis 7 Uhr abends fchißintuui IL TABORSTR. 4fd Georg Kareski Präsident der jüdischen Kulturbünde Aus Berlin (J. T. A.): Der Staatskommissär für jüdische kulturelle Angelegenheiten Hans Hinkel hat die Ernennung des Präsidenten der Staatszionistischen (revisionistischen) Partei in Deutschland, Georg- Kare ski, Mitglied des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde Berlin, zum Präsidenten des Verbandes der jüdischen Kulturbünde in Deutschland vollzogen. Hierdurch ist Kareski faktisch die entscheidende Persönlichkeit im jüdischen Kulturleben Deutschlands geworden, er wird gemäß dem Ernennungsdekret die gesamte jüdische kulturelle Tätigkeit einschließlich der Programmbildung bestimmen. Die künstlerische Arbeit der Kulturbünde leitet wie bisher Dr. Singer. Die Ernennung Karcskis erfolgte unbeschadet der Opposition einer Anzahl jüdischer Führer in Deutschland. Vor einiger Zeit arbeitete Kareski einen Plan aus, daß jährlich 25.000 Juden aus Deutschland, wo für sie keine Zukunft mehr ist, auswandern, so daß in 20 Jahren Deutschland von Juden frei wäre. Im Zusammenhang mit diesem Plan traten die Freunde Kareskis dafür ein, daß er die Leitung der jüdischen Angelegenheiten in Deutschland überhaupt in die Hand nimmt. Goldfaden hebräisch Aus Tel-Aviv wird gemeldet: Zürn erstenmal ist hier auf einer liebräischen Bühne ein Werk des bekannten jiddischen Volksdichters Abraham Goldfaden aufgeführt worden. Die aufführende Bühne ist das kürzlich neugegründete ,.Komödienhaus", das also neben „Habimah", „Ohel" und „Matate" das vierte hebräische Theater Palästinas bildet. Es handelt sich um Goldfadens populäre Operette „Die K i s c h u w m a c h e r i n" (Die Hexe), das in den Anfangsjahren des jüdischen Theaters im Osten als primitives Volksstück gespielt und später - durch den russisch-jüdischen Regisseur Alexis Granov/sky modernisiert wurde. Die Tel-Aviver Aufführung in der Uebersetzung des jungen hebräischen Schriftstellers Nathan Altermann hielt sich im wesentlichen an das. Volkstümliche des Goldfadenschen Stückes, was auch für den Erfolg ausschlaggebend war. Insbesondere scMu^en die Lieder der Mirele und des Markus ein. Das Land der Verheißung Alle bisherigen Aufführungen dieses grandiosen Palästina-Films fanden auch in Wien vor ausverkauften Häusern unter begeisterter Zustimmung des Publikums statt. Der Film ist buchstäblich zum Tagesgesprä'ja unter den Juden Wiens geworden. Die nächsitff Au^üiirung findet eis Veranstaltung der Zionistischen ^ezirltsorganisation Hietzing im Hietzinger Park-ÜKiao, XIII, Hietzinger Hauptstraße 22, statt. Die Aüspraeiio bäU. Dr. Ludwig N e u m a n n. Außerdem hat Frau Maria Guttmann -Kersch mann vom Deutscher. Volkstheater ihre Mitwirkung zugesagt. Sic wird die Psalmen in der neuen Uebeisetzung Bubers rezitieren. Austritte aus dem Judentum Schön Rosalia, Schirmnäherin, gsT». 7. Juli 1862 Wien, ledig, VIII., Bennogasse 13/9. — Schey, Doktor Alexander, Direktor der „Elin", geb. 17. Mai 1886 Wien, ledig, VIII., Alserstraße 67. -- Hoch geb. Ifeuwinger Henriette, geb. 4. März 1895 Gablonz, gcr. getr. XVI., Gaullachergasse 35. — Weiner geb. Pemikar Anna, geb. 36. Jänner 1899 Wien, verw., X., Favoritenstraße 160. — Tauber Otto, geb. 14. Dezember 1892 Wien, ledig, XIII.. Hauptstraße 44. — Straßner geb. Roth Valerie, geb. 4 Mai 1898 Wien, verh., XX., Karl-Meißl-Straßc S. — Wellner Artur, geb. 24. März 1910, Wien, ledig, XX-, Durchlaufstraße 15. — Kam Richard, geb. 31. Juli 1890 Wien verh., XIII., Franz-Schalk-Platz 40. — Kam geb. Klein. Aranka, geb. 31. Jänner 1893 Ersekujvar, verh-, XIII Franz-Schalk-Platz 40. — Schön geb. Borger Stefanie Anna, geb. 25. Oktober 1880 Wien, verw., XII., Hauptstraße 32. — Kornfeld Grete, Röntgenassistentin, geb. 23. September 1905 LiesLng, ledig, III., Neulinggaase Nr. 20. — Pritz, geb. Engel Olga, geb. 5. Oktober 1904= Wien, verh., XX., Dresdnerstraße 72. — Kosulik Kw<> Automechanikerlehrling, geb. 2. August 1919 Wien, ledig1, VI., Kasernengassc 25. — Robert Maximilian, geb. 20. August 1896 Wien, ledig, XIV., Rauchfangkehrcrgasse Nr. 12. — Weinberger Josefine, geb. 23. Mai 1911 Wien, ledig, XX., Rauscherstraße 9. _.y v'f m ]m i% tiLsklä. m Von S 2 U/ochsnraten «f* halten Sie all« <5«a«nBtänd« in grömar Autwahl und battar Qualität bis 20 Monat« Kredit SCHLESINGER VII, Burggeilt 123*124 Telephon 8-?2-?-^4, B-J&eyg Eigentümer Verleger. Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Oberbaurat Robert Stricker. — Druck: Druckerei- und Verlaga-A.-G« Ignaa Stemmaiui, beide Wien, * ' « Universitätsstraße 6—8.

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