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Die neue Welt · 1935-11-26 · Heft 516 (26.11.1935) · page 3

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 516 (26.11.1935)
Date
1935-11-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Mr. 51(i DIE NEUE WELT AUS Um dse Neutralität« Palästinas Aus London: Der bekannte christliche Zionistenfreund Abgeordneter Colonel .Tosiah Wedgwood antwortet im „Manchester Guardian", in welchem der Präsident der Jcrusalemer Hebräischen Universität, Doktor Magncs, .seinen Plan der Neutralisie rung des Heiligen Landes — ausgehend vom abcssinisch-italicnischen Konflikt — entwickelt hatte, auf die von Dr. Magnes vertretenen Ansichten. Wedgwood erklärt, die Zuschrift von Dr. Magnes, der als Leiter der Jüdischen Universität für die Richtung jüdischer Kultur und Tradition in Palästina verantwortlich sei, werde vielleicht den italienischen Generalkonsul in Jerusalem befriedigen, erwecke aber in ihm und anderen Empörung. In England seien die meisten Menschen der Ansicht, daß es sich verlohne, auch die Gefahr des Todes auf sich zu nehmen, um schwachen Völkern Recht zu verschaffen. Dr. Magnes, der für die Juden und Palästina das Recht verlangt, beiseite, zu stehen, wenn England dem von den Juden bisher führend vertretenen Gerechtigkeitsgedanken zum Durchbruch verhelfen und die Gewalt besiegen will, spreche nicht im Namen der Juden Palästinas. Die an Gefahr gewohnten Chaluzim wären in dienern Augenblick wohl eher bereit, in die Luftflotte einzutreten. Dr. Magnes, der aus Amerika kommt, einem Lande, das nicht neutral blieb, als die Sachlage weit weniger klar war als heute, empfehle er die Worte des amerikanischen Patrioten Patrick Henry-. „Ist das Leben so teuer oder der Friede so süß, daß sie um den Preis von Ketten und Sklaverei erkauft werden sollten? Verhüte es, Allmächtiger! Ich weiß nicht, wie andere denken, aber was mich angeht, gib mir Freiheit oder den Tod!" Verbot der Anti-Hitlcr-Kundgebungen in Palästina Aus Jerusalem: Die hebräische Arbeitertageszeitung „Davar" wendet sich im Leitartikel sehr scharf gegen die Maßnahme der Palästina-Behörden, die die jüdischen Protestkundgebungen gegen die Nürnberger Gesetze am vergangenen Sabbattag verboten haben. Die Behörden begründen das Verbot damit, daß Kundgebungen politischer Art in dieser Zeit überhaupt zu unterbleiben haben. Ein Kataster der jüdischen Bevölkerung Palästinas Aus Jerusalem: Nach Beseitigung gewisser Schwierigkeiten hat der Waad Leumi (Jüd. Nationalrat) energisch die Arbeiten zur Anlage eines Katasters der jüdischen Bevölkerung Palästinas in Angriff genommen. Sobald der Kataster fertiggestellt sein wird, können die Wahlen zur Assefat Haniwcharim, der Jüdischen Nationalversammlung Palästinas, ausgeschrieben werden. Sanktionen gegen Italien in Palästina Aus Jerusalem: Am JK. November wurden die Sanktionen Palästinas gegen Italien in Kraft gesetzt. Die Sanktionen beziehen sich auf u.i.s Verbot der Ein- und Ausfuhr von Kriegsmaterial, der Gewährung von Krediten an Italien und der Einfuhr italienischer Ware n. Palästina-Reisen auf der italienischen Linie werden nicht betroffen. Das Palästina-Gesetzbuch Aus Jerusalem: Wie die J. T. A. erfährt, ist der Druck des von Dreyton redigierten dreibändigen palästinensischen Gesetzbuches in englischer Sprache beendet und wird im Frühjahr zum öffentlichen Verkauf gelangen. Die hebräische und arabische Ausgabe liegen vorläufig in den ersten zwei Bänden vor, der dritte und letzte Band wird ebenfalls demnächst erscheinen. TourisSenverkekr Pßläs$iraa§ 20prozentigc Steigerung — 30 Prozent Juden Jerusalem (Palnews): Der Touristenverkehr hat sich auch im Jahre 1935 weiter gesteigert. In den ersten neun Monaten im Jahre 1935 Gesuchten annähernd 9 0.0 00 Touristen (einschließlich der Durchreisenden) das Land. Die Ziffern stellen sich im Vergleich zu den beiden vorhergehenden Jahren wie folgt: 1935 1. bis 3. Quartal 1934 1. „ 3. 1933 1. „ 3. Es ergibt sich, Ankommende Touristen Insgesamt Juden . 89.760 31.278 Abreisende Touristen Insgesamt Juden 79.304 22.287 . 74.703 21.449 G7.316 17.916 . 65.561 20.959 54.327 12.043 daß ein beträchtlicher Teil der Touristen sich im Lande niedergelassen hat. Von 58.482 nichtjüdischen Touristen sind 1465, von 31.2 78 Juden sind 8991 in Palästina geblieben. Nach dem Sensationserfolg der Festpremiere nächste Aufführungen des Palästina-Tonfilms der Fox das £wd de* h&k$$fkb§. Sonntag I.Dezember 1935, vormittags '/..II und s/412Uhr im Flieger-Kino, IX, Liechtensteinstr. 27 Sichern Sie sich sofort Ihre Plätze! Normale Kinopreise forverkaufsstellen: Tageskasse des Flieger-Kinos; Jüdische Kulturstelle, I., Franz-Joscfs-Kai 3: M. Rath. IL. Taborätraße 20a; Org. Hechaluz, XX., Kluckygasse 7; Lanyi, I., Kärntnerstraße 44; Mejstrik, I.. Wollzeile 6; Druckmann, XVI., Ottakringerstraße 21; Dr. Goldschmidt. IV., Starhemberggasse 4; Prof. Dr. ■Schieber. IL, Malzgasse IS; Kaufhaus Selzer, IL, Kleine Sperlgasse la. Eine schmte Erklärung Und eine häßliche Der letzte von der Berliner Judengemeinde veranstaltete Vortragsabend war der Besprechung der Palästina-Wanderung gewidmet. Das einleitende Referat erstattete der Präsident der Judengemeinde, Direktor Heinrich Stahl. Er schloß mit der Erklärung: „Jede Wanderung muß ein Ziel haben und darf nicht eine Heise ins Ungewisse« sein. Wir kommen nicht über die Tatsache hinweg, daß eine neue Wanderung aus diesem Lande nicht nur einsetzen muß, sondern bereits im Flusse ist. Viele ringen mit dem Entschluß: Wohin? In Europa wird die Lösung der Frage nicht gefunden. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Südamerika und Südafrika. Aber aucli hier sind Aufnahmefähigkeit und Aufnahmewilligkeit vorläufig noch recht begrenzt. Ehrlich gesprochen, bleibt uns in der Hauptsache nur ein Ziel: Palästina. Wir sollen mit der jüdischen Leistung in Palästina keinen Kult treiben. Aber die ungeheure Entfaltung steht einzig da." So hat der auf antizionistisches Programm gewählte Führer der „liberalen" Majorität der Judengemeinde gesprochen. Es wäre gut, wenn seine Gesinnungsfreunde im Auslände, die noch heute dem zionistischen Aufbauwerk wie einer für sie fremden Sache ablehnend oder neutral gegenüberstehen, diese Erklärung beachten würden. Am gleichen Abend sprach auch der Vorsitzende der deutschen Zionisten, Dr. Franz Meyer, über die Bedingungen für die Einwanderung nach Palästina. Er teilte mit, daß die Zionistische Weltorganisation von 1000 Arbeiterzertifikaten für die Juden der ganzen Welt nicht weniger als 500 für deutsche Bewerber bestimmt hat. Er sagte: „Die Maßnahme geht darauf zurück, daß in Deutschland der wirklich geschulte landwirtschaftliche jüdische Arbeiter zur Verfügung steht .. Es ist schwer, die richtige Antwort auf solche Ueberhcblichkeit. und Undankbarkeit zu geben. Hunderttausende junge Juden, die in Polen, Rumänien, Arabien, Persien, jahrelang hungernd und unter schwerer Bedrückung lebend, auf ein Zertifikat warten, trotzdem sie Landarbeiter sind, oder unter größten Opfern eine lange landwirtschaftliche Ausbildung hinter sich gebracht haben, müssen sie warten. Man hat ihnen zugunsten der verfolgten Brüder in Deutschland das große Opfer auferlegt, weiter zu warten, und hat den deutschen z e h nm a 1 so viele Zertifikate zugewiesen, als der Verhältniszahl entspricht. Herr Dr. Franz Meyer aus Berlin geht aber her und sagt, das sei geschehen, weil der jüdischdeutsche Arbeiter hochwertiger ist als die anderen jüdischen Arbeiter. Etwas mehr Noblesse und Dankbarkeit wären am Platze. I« H. Thomas EngKsdher KColona'ennie'ni'sicr Aus London: Die Umbildung des Kabinetts Baldwin ist vollzogen. Zum Kolonien minister, dem auch die Verwaltung der Mandatsländer, unter anderen Palästinas, untersteht, ist der bisherige Dominionminister J. H. Th o m a s gewählt worden. Der bisherige Kolonienminister Malcolm Macdonald verbleibt im Kabinett als Dominionminister. Auch Ramsay Macdonald verbleibt auf seinem Posten als stellvertretender Ministerpräsident und Vorsitzender des Geheimen Rates. Anmerkung der Red.: Thomas war bereits in der ersten Arbeiterregierung Kolonienminister. Seine Haltung gegenüber der jüdischen Kolonisation Palästinas war keine sehr wohlwollende. Ueberftihrung Edition«! Rothschilds Aus Paris (J. T. A.): Anläßlich der ersten Jahrzeit nach dem Ableben von Baron Edmond de Rothschild, dem „Vater" der jüdischen Kolonisation in Palästina, wurde eine große Gedenkkundgebung abgehalten. Senator Baron Maurice de Rothschild gab eine Darstellung des von seinem Vater Baron Edmond inaugurierten jüdischen Aufbauwerks in Palästina und erklärte, es habe seinem Vater ferngelegen, ein rein SwSlCrCu^^ MIRIAM HOPKINS -/r\ f t | J3ECKYCyHMtP ~ «, regik: rouben mamoulim j -JjL_- HEUTE PREMIERE ' iroRJuTaATm i m ^SCHWEDEN-KINOJ philanthropisches Werk als Hilfe für r «".u f zu bauen, sondern es lag in seinem Sinn, dfi samten jüdischen Volke zu dienen und ftn Ansporn zu geben, sein Heim in der alten Hfi aufzubauen. Schließlich feilte Karon Maurice def Schild mit, es sei der letzte Wunsch seines Vaters Edmond und seiner kurz nach ihm verstorbenen!» Baronin Adelaide gewesen, daß man ihre st«! Reste in Erez Israel der Erde übergibt. Im S|f< Verstorbenen habe die Familie Rothschild Vorbereit' zur baldigen Ueberführung der sterblichen %| Baron Edmond und Baronin Adelaide nach pni; getroffen. S' c" arjeu i a t otnarott tter 'heix cler ~en von •*iTia Die „lüdssdie Rlundsdiau" be§diiagitli|jN*vvf Aus Berlin: Die Ausgabe der „Jüdischen f> -indschau" vom 15. November ist wegen eines „Herbstgedanken" von Fabius Schach b e s c h 1 agnn worden. Der Artikel enthält Betrachtungen über,, clische Familienstube als Zuflucht. Es heißt dann« ,,Man fühlt sich als Volkselement, das das Scl%n; Vergangenheit und die Hoffnung der Zuku«. sich trägt ... Wir können es nicht vermeiden, du Nachbar uns falsch beurteilt, aber wir s unsere Art, unser Wesen richtig erfassen... W|r| es nicht ändern, daß unsere Kinder in der Sta^, ^-ule als Fremde angesehen werden; aber wir können*., Schulen schicken, wo sie sich wohl fühlen, woi, Jüdische als Stolz und nicht als S c h m ach finden. Wir können es nicht verhindern, daß n, jüdische Existenzen vernichtet werden, können brüderlich empfinden, menschlich helfen,, stehen wir die Zeit und ihre Forderungen, dann),, gewonnen. Unser Weg führt trotz aller Hindernis, w ä r t s. Vorsehung und Geschichte sind die Weg«,, — Wegen dieser Stellen wurde die Zeitung nuni^ „verboten. t&es m t jüt er: der in rler **gen n«ft das inp- U ch vvir y*erviel ii f- Erst Mozart — dann Perez Aus Berlin: Der Reichskulturkommissär c„. Hinkel hat dem Jüdischen Kulturbund die A\%x, des Stückes „Nacht auf dem alten Markt" von d^, siker der jiddischen Literatur J. L. Perez yfi. Ein Grund wird nicht angegeben. — Bekanntlich dem Jüdischen Kulturbund die Aufführung von Opm,, Musikstücken „rein arischer" Musiker, wie zum ft.,. Mozarts, untersagt. Solch unbegründete häufen sich, so daß die jüdische Kulturbetätigung, „Autonomie" anläßlich der Verkündung der Judo^ in Nürnberg und neuerdings anläßlich der \i( lichung der Ausführungsbestimmungen zu den Nty, Gesetzen seitens nationalsozialistischer Führer inj, Ausland bestimmten Erklärungen zugesichert mählich verkümmern muß. ><xi^S .ils-s- ,,tßö. ,*r-de ..• tr»cl >fT»iel ,aote ,-ren r?tZe •*2r»t> --grer . das all- Deutsch-antisemitische Propaganda in eng||Mj^ Lehrbüchern Aus London, 21. November. (J. T. A.) J. T. A. bereits gemeldet hat, wurde die englisch^., lichkeit von jüdischer Seite bereits einmal dai^ merksam gemacht, daß in von Deutschen verf^j lische Lehrbücher der deutschen Sprache ani|, tische Propaganda eingedrungen ist. Nun^" der Verein der englischen Volk^ lchrer einen Protest dagegen veröffentlicht, letzten Auflage des für die englischen Schulen b^' Lehrbuches der deutschen Sprache antisemitisch^ Höningen aufgetaucht sind. Die beanstandeten Kinder und Erwachsene aus dem Deutschen ins ^! übersetzen sollen, sprechen von einer „V(u, liehen Wirkung der jüdischen Ras$(„ der Ueberlegenheit der Arier usw. Der \J klärt öffentlich, daß diese Aenderungen ohnc Wissen vorgenommen wurden. Die deutschen hätten das Buch auf eigene Faust verändert. D^," bedauert dies, zieht die Auflage ein und auch die bereits verkauften Exemplare zurück^ damit er sie vernichten kann. cüie „c^ .^uf- „i**1" vj:at , Ulcicr ^tteii „äJ-u" ^3ie ^efc« rbvrOH or- -2 »n ^i£er *-iag i£U* JUGENDGRUPPE DER JUDENSTAATSPARTEI Samstag, den 7. Dezember 1935. in den Festsälen des Hotel Continental, II, TaborsirE Ge§ellsdtaft§abend Jazz: Max und Isi Geiger % Mitternachtsakademie: Sevilla Max Lichtegg und andere hervorragende jüdische K ü n s t j Karten ei Schilling 2.— in allen Sektionsheimen der Judenstaatspartei erhältlich, *'

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