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Die neue Welt · 1935-10-29 · Heft 508 (29.10.1935) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 508 (29.10.1935)
Date
1935-10-29
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Sefte 4 DIE NEUE WELT Nr. 50/ ludenstaalsparfei Oesterreichs Vcranstaltungskalender Mittwoch, den 30. d.. halb 9 Uhr abends, I.. Werdertorgasse 14, Vortrag Kulf.usvorsteher Ing. Eugen Buchbinder: „Von meiner letzten Palästina- Reise." (Herr Ing. Buchbinder ist erst in den letzten Tagen von einem mehrmonatigen Aufenthalt in Palästina zurückgekehrt.) Sektion Prater: Donnerstag, den 31. J., Jjalb 9 Uhr abends, im Heim IL, Kleine Zufahrtstraße 166, (Vortrag Dr. Sal. Wolf: „Völkerbund, Palästina und Engl an d." Sektion Brigittenau: Donnerstag, den 31. d., halb 9 Uhr abends, im Zentralheim, L, Werdertorgasse. 14, •wichtige Mitgliederversammlung. Erscheinen aller Mitglieder der Brigittenau ist Pflicht. Voranzeige! Sektion K/XVIII: Sonntag, den 17. November, 11 Uhr vormittags, im Schubert-Kino, IX., Währingerstraße 46, Aufführung des Palästina-Films „Das ist das Lan d". Reichhaltiges Beiprogramm. Karten erhältlich in allen Sektionen. Chafes^Realgymnasium Am 23. d. M. fand die feierliche Einweihung des neuen Schulhauses des Chajes-Realgymnasiums in Gegenwart von Vertretern der Regierung, der Stadt Wien, der Judengemeinde und vieler anderer Körperschaften statt. Oberrabbiner Dr. Feuchtwang, Bundesknlturrat Hofrat Frankfurter, Obmann des Kuratoriums und Staatsrat Dr. Friedmann hielten Ansprachen, in welchen sie insbesondere dem Leiter der Schule, Herrn Direktor Doktor Kellner für seine aufopferungsvolle Tätigkeit und dem Lehrkörper für seine unermüdliche Mitarbeit dankten. Den Glanzpunkt der Feier bildete die geist- und kraftvolle Rede des Direktors Dr. Viktor Kallner. Er sagte: „Diese Schule ist freiwillig entstanden, aus mächtigstem, innerem Antrieb und tiefster Erkenntnis jüdischer Wesensart. Sie ist also keine Ghettoschule. Die Jugend wird dazu erzogen, Träger jüdischen Wertes zu sein. Diese jüdische Schule ist eine nationale Schule. National bedeutet nicht nationalistisch. Und da die nationale Schule eine jüdische ist, so ist sie auch eine religiöse Schule, denn das jüdische Volk war immer ein religiöses Volk und wird es immer sein." Von der Wesensart des großen Gründers der Schule, des verewigten Oberrabbiners C h a j e s ausgehend, schilderte Dr. Kellner den Wesensinhalt der von ihm geleiteten nationalen Bildungsstätte. Ein ausgezeichnet geschulter Schülerchor unter Leitung Professor Dr. Löwenfeld sang zwischen den Reden hebräische und deutsche Lieder. Hatikwah und die österreichische Bundesh,ymne bildeten den Abschluß. Streit um die Berliner Olympiade Aus New-York: Der Präsident der American Amateur Athletic Union, Jeremiah T. Mahoney, richtete einen offenen Brief an den Vorsitzenden des reichsdeutschen Organisationskomitees der Olympiade, Dr. Theodor Lewald, in welchem es heißt: „Als Ergebnis der von mir durchgeführten Untersuchung habe ich die Ueberzeugung gewonnen, daß die deutschen Juden — ich verstehe nicht, wie Sie das ableugnen können — Von jeder Möglichkeit einer Teilnahme an den Internationalen Olympischen Spielen ausgeschlossen sind. Wenn Deutschland heute keine Juden von olympischem Ausmaß hat, so nur darum, weil ihnen die Möglichkeiten zum Training und Wettbewerb verweigert und jüdische Sportler in Verbannung und Selbstmord getrieben wurden." Die Führer der Studentensportvereine an der Harvard Univcrsity, dem Boston College und der Columbia Univcrsity haben eine Bewegung eingeleitet, sämtliche Studentensportverbände der USA. zum Fernbleiben von Berlin zu veranlassen. Für Teilnahme an der Berliner Olympiade nimmt der soeben aus Deutschland zurückgekehrte General S h e r r i 11 Partei, der eine ,,W arnung" an die Juden richtet und erklärt: „Sollte die amerikanische Jugend die Vorstellung bekommen, daß Juden die Teilnahme Amerikas an der Olympiade zu verhindern trachten, so werden sie eine antisemitische Welle hier erleben, die in 20 Jahren nicht abebben wird." Das neugebildete „Committee on Fair Play in Sports" richtete an Sherrill die Aufforderung, zuzugeben, daß eine Diskriminierung der jüdischen Sportler in Deutschland besteht, wie dies von mehreren unparteiischen Deutschland-Besuchern festgestellt worden ist. Das „Committee on Fair Play" wird geleitet von dem berühmten amerikanischen Anwalt George Gordon Battie, dem Sekretär des „Federal Council of Churches in Christ" Dr. Henry Smith-Leiper; Mitglieder sind ferner der Gouverneur von Massachusetts Curley, der Herausgeber des „Christian Century" Dr. Paul Hutchinson, der Redakteur der „Nation" Oswald Garrison Villard und zahlreiche andere hervorragende amerikanische Publizisten und Sportsleute. Judische Arbeit wird boykottiert Aus Tel-Aviv meldet „Palcor": Die systematische Ausschaltung jüdischer Arbeiter seitens der palästinensischen Eisenbahnverwaltung, welche schon seit langem geübt wird, hat jetzt die Form des Boykotts, der völligen Ausschließung, angenommen. Unter den im letzten Monat neueingestellten 33 Arbeitern und Lehrlingen war kein einziger Jude, obzwar von jüdischer Seite viele Gesuche um Arbeits- und Lehrplätze eingereicht wurden und lange unerledigt sind. Palästinas Handels-Unterbilanz: 71 Millionen Pfund Aus Jerusalem (J. T. A.): In einer in Jerusalem abgehaltenen Zusammenkunft jüdischer Industrieller wurde mitgeteilt, daß schätzungsweise die Handels-Unterbilanz Palästinas in den letzten zwölf Jahren 7 1.0 0 0.0 0 0 Pfund beträgt. Tausend Tonnen Tagesproduktion Aus Haifa: Durch Ausbau ihrer Anlagen hat die Zementfabrik „Neshe r" die Tagesproduktion von 600 auf 1000 Tonnen erhöht. Die Fabrik, die bisher eine eigene Kraftanlage benützte, wird jetzt von der Palestine Electric Corporation mit Strom beliefert. 2 Prozent jüdische Studenten .Aus Warschau: Für das Schuljahr 1935/36 wurden an der Warschauer juridischen Fakultät die Inskriptionen von 400 neuen Studenten bestätigt» unter ihnen befinden sich nur 8 Juden (2 Prozent). Austritte aus dem Judentum Dr. Paul FrMind, Arzt, Schriftsteller, geb. 4. August 1803 Wien. verh.. Mittclberg-Kloincs. Engel Jakob, Zahntechniker, geb. 28. Mai 1900 Brzezany, verh., I., Singerstraße 18. - Maiullor F>va Henna, Privatbeamtin, geb. 25. August 1909 Wien, ledig, I., Roscnbursenstraße 2. — Krause Otto Hans, geb. 30. Oktober 1917 Wien, ledig, XIII., Haun»straße 80. I)r. West EmiUr, Zahnärztin, geh. 13. April 1907 Wien, ledig, III., Kübeckgasse 16. — Dr. Alfred Wilhelm, Rechtsanwalt, geb. 31. August 1892 Troppau, verw., III., Arenberggasse 1. — Wollisch Stella, Hausgehilfin, geb. 16. Februar 1911 Wien, ledig. III., Custosczagasse 11. Eva. Ruth Oplatka, geb. 17. Mai 1914 Berlin, ledig, Margaretcngürtel 24. - David Leib Rainer, Marktfahrer, geb. 13. Juli 1879 Plojesti, verh., IX., Stroheckgasse 2. — Richard Reich, Kaufmann, geb. 21. März 1884 Wien, gcr. getr., VII., Neubaugürtcl 4. — Robinsohn geb. Hamburger Gertrud«', geb. 16. Oktober 1903 Wien, ger. gesch.. VII., Lindengasse 34. — Pick Louise, geb. 2. April 1865, Janow, verw., I., Zelinkagasse 6. — Epstein Hugo, Privatangcstcllter, geb. 9. Jänner 1875 Karlsbad, ledig, VII., Kaiserstraße 93. —- Goldfarb Leopoldine, Wirtschafterin, geb. 21. März 1882 Mürzzuschlag, verw., III., Salcsiancrgasse .17. — Klauber Elise, geb. 21. September 1905 Wien, ledig, IX., Porzcllangassc 48. — Jellinek Hugo, Bankbeamter i. P., geb. 5. Februar 1862 Wien, verh., IX., Lustkandlgasse 12. — Jnngmann Karl Heinrich Josef, Handelsangestellter i. R., geb. 24. Dezember 1867 Saaz, verw., VII., Neubaugasse 37. — Overhoff geb. Thorsch Henriette, geb. 29. Oktober 1904 Wien, verh., IX., Wasagasse 4. — Winter Friedrich, Trafikant, geb. 29. April 1897, Nikolsburg, III., Klimschgasse 14 . — Alt Juliana, geb. 7. Juli 1901 Budapest, ledig, II., Obermüllnerstraße 1. — Holdfiigriiiber Salomoii, Kaufmann, geb. 21. August 1889, Dorna Watra, verh., I., Bellariastraße 10. Palästina. Zeitschrift für den Aufbau Palästinas. 18. Jahrgang. (Redaktion im Ehrenamt Adolf Böhm, Wien.) Die soeben im Fiba-Verlag, Wien, erschienene Oktober-Nummer enthält: Michael Assaf: „Die Veränderungen im arabischen Parteilebe n." — Ueber das Jubiläum von Dagania schreibt einer der Begründer und Leiter JosefBaraz. — Josef L. Cohen, London, über: „Die Anleihe Tel- Avivs." —- Dr. J. Adler über: „Fachorganisation und Fachpresse." — Prof. Dr. Walter Roth: „Hygienische Streifzüge." — Es folgen: Bericht der Abteilung für landwirtschaftliche Kolonisation und Tozereth. Haarez (Propaganda für die Landesprodukte). — Spectator über den Zionistenkongreß. — Dr. J. Adler steuert, wie immer, das „Wirtschaf tsbarometer" und die „UebersichtüberdieGründungen" bei. Nachrichten und Daten und Bücherbesprechungen schließen das vier Bogen starke Heft. Autobusfahrt zur Eröffnungsfeier der Hakoah- Schutzhütte. Zur Eröffnungsfeier wird vom Klubheim der H a k o a h, I., Wiesingerstraße 11, eine Sonderfahrt in Autobussen geführt. Der Fahrpreis ist äußerst niedrig angesetzt. Fahrt hin und zurück pro Person S 6.—. Die Nachfrage ist sehr groß, daher eheste Anmeldung im Sekretariat, I., Wiesingerstraße 11, Tel. R-25-0-10. Alle Auskünfte werden dort erteilt. Erklärung. Ich habe in meiner Zeitung „Jüdische Korrespondenz", Nr. 2/3 vom 14. Fcbraur 1935, unter der Rubrik „Jankl Bäders Geschäfte in Erez-Lsrael" ehrenrührige Behauptungen über Herrn Jakob Halpern aufgestellt, unter anderem die Behauptung, daß dieser in Tel-Aviv von Arbeitern verprügelt wurde. Ich erkläre, daß ich die Behauptungen des vorerwähnten Artikels nicht aufrechterhalten kann, weil ich mich überzeugt habe, daß diese den Tatsachen nicht entsprechen und fühle ich mich hlemit veranlaßt, Herrn Halpren die weitestgehende Genugtuung zu geben. Wien, 24. Oktober 1935. Malkiel Grünwald, 'j •55? tei ■ \J% ^\. ' « «*'■*^^^^^^Ü^^^ "^'LJ^^^^^^^ i rv> -\- x: J/ 1 ••■V.-..»« v. :».|V-L -msr ^TJV- V/,«.»i$g A ' * £ v--i&iab^W^ ^miV: •' Y?.vV'!&*JM & - ^<v^?- "••AKiS ■ -•» S" *?.*■• •'«.>• ' ris tiäJLl Seide, Samt Beinwoll-Stoffe^^^ 2'45 ßeinwoll-Crepe -z-w für Kleider, 130 cm breit S +J Shetland-Boucle es» für Wintermäntel. 140 cm ..... S *J rrar\A I «inp Reinwollgewebe fUr C"90 Crepe lame Kl6ider> i30Cm. .s D Reinwoll-Mantel-Boucle schwarz oder braun, 110 cm .... S U Mantel-Flausch Sff^J^ 7™ Marocain-Flamisol ^oo das bevorzugte Material, 90 cm ... S *J K.-Sdden-PIqu^SJ»^ 3'90 Kleider-Samt dAX%Ä' f.Bs 3'90 Cloaue fleure ^mA1!T!Ttes 600 Plüsche und Fell-Imit. l-so jeder Art, 110-120 cm . . . aufw. v. S U MAntHtnrh "in6 Wo,le» 8etwa" O80 naniciiucn und blM( 140cm . ,s y K.-S.-Duchesse-Satin ow fttr Mantelu. Jackenfatter, 80 cm . 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