Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 492 (27.8.1935)
- Date
- 1935-08-27
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 DIE NEUE WELT Nr. 492 zehn, hundert und noch mehr Kollegen bringen, die von euren Genossen aus jüdischen Fabriken und anderen Arbeitsstätten aufs Pflaster geworfen wurden. Diese werden Ihnen ins Gesicht lachen und Thnen kein einziges Wort von dem. was Sie uns hier vorerzählen, glauben. So lange Sie die gesamte Arbeit der Ali.jah und Haehscharah in Ihren Händen halten, wird in der Zionistischen Organisation kein Friede herrsehen.. Ich habe von dieser Tribüne aus Worte berechtigter Kritik in bezug auf Ihre Politik, auf Ihr Wirlächaftssystem und auf die Herrschaft der Mapai in Palästina gesagt und bitte Sie aufzuhören, Ihr Doppelspiel weiterzuführen. Wenn Sie 25.000 Dollar nach Oesterreich (Unterstützung für die linken Februaropfer) schicken, dann schicken Sie 25.000 Dollar für die Assirei Zion, die in den Kerkern von Rußland schmachten. (Gewaltiger Lärm bei den Linken.) Wollen Sie eine Kooperation aller Kräfte im Zionismus haben, dann geben Sie Palästina die Freiheit und befreien Sie den Zionismus von der Sklaverei der Mapai. (Lebhafter Beifall bei der Judenstaatspartei.) Ben Ourion über //Probleme der Verwirk» Hebung des Zionismus" In seinem politischen Referat führt das Mitglied der Exekutive David Ben Gurion im wesentlichen aus: In der furchtbaren Zeit, die das jüdische Volk heute durchlebt, hat die zionistische Bewegung drei Aufgaben zu erfüllen: das Tempo des Aufbaues Palästinas zu beschleunigen, unsere historischen Rechte und unsere wachsende Stellung in Erez Israel zu festigen und schließlich das ganze jüdische Volk zu vereinigen und zu organisieren. Der Zionismus hat es gewagt, dem jüdischen Volk zu sagen, daß man den alten mystischen Traum in unserer Zeit verwirklichen muß. Das bedeutete ein Wagnis, eine Gefahr und eine unigeheure Vernichtung. Zwei große Teile des jüdischen Volkes leisten dem Zionismus nicht grundlos Widerstand, das religiöse Judentum, weil es im Zionismus die Gefährdung eines teuren Erbes des jüdischen Volkes erblickt, die halbassimilierten Juden, weil sie im Zionismus eine Gefahr für unsere Existenz in den Galuthländern erblicken. Doch der Zionismus hat es gewagt. Im weiteren behandelt Ben Gurion die Schwierigkeiten, die sich der Verwirklichung des Zionismus entgegenstellen. Wer hätte vor 25 Jahren gedacht, daß das große russische Judentum, die Quelle der Renaissancebewegung, der hebräischen Literatur und der jüdischen Arbeiterbewegung, heute vom Körper des jüdischen Volkes losgerissen sein wrde! Dieser Verlust ist groß und schmerzlich, aber wir hoffen, daß er nicht ein endgültiger sein wird. Aber ein Ziel für das Werk einer Generation muß man sich setzen, und dieses besteht darin, in Erez Israel eine Million jüdischer Familien zu verwurzeln. Die Voraussetzungen hierfür sind: Wir müssen viel mehr neue Siedlungsplätze, neue Arbeit schaffen. Ferner dürfen wir in Erez Israel nicht eine neue Galuth, ein neues Ghetto schaffen, und das bedeutet, daß wir eine große Anzahl von jüdischen Bauern, jüdischen Arbeitern und jüdischen Handwerkern in Erez Israel brauchen. Das erfordert eine gewaltige Hachscharah-Arbeit und Umschichtung von großen jüdischen Massen. Um die riesigen wirtschaftlichen und kulturellen Aufgaben zu erfüllen und die erste Million jüdischer Familien in Palästina anzusiedeln, sind gewaltige finanzielle Mittel notwendig, und zwar nationales Kapital. Nationales Kapital in weiterem Sinne ist jedes Kapital in Erez Israel, »ei es nationales oder privates, das j üdiäfche Arbeiter beschäftigt. Die treibende Kraft aber, die auch das private Kapital in den Dienst der nationalen Ziele stellt, muß das nationale Kpital im engeren Sinne bleiben, das sich im kollektiven Besitz des g.esamten Volkes befindet und durch Keren Kajemeth, Keren Kajemeth und die Bank verkörpert wird. In einem weiteren Teil seiner Ausführungen kommt Ben Gurion auf die Kooperation mit der Mandatarmacht zu sprechen. Die Lösung unserer großen Aufgabe ist unmöglich ohne eine solche ehrliche und effektive Kooperation. Einen Rückblick auf die abgelaufene Kongreßperiode werfend, führt Ben Gurion aus, daß das Jahr 1933 einen besonderen Platz in unserer Geschichte einnehmen wird. Es hat durch Tatsachen die g r o ß e n Möglichk'e iten für die Aufnahme jüdischer Massen in Erez Israel bewiesen und es hat die große chaluzische Kraft der jüdischen Jugend zur führenden Kraft im Zionismus gemacht. Wir übernahmen die Leitung nach einem Jahr mit einer Einwanderung von 10.000. In dieser Koagreßperiode sind zum ersten Mal in der jüdischen Geschichte innerhalb von zwei Jahren 100.000 Juden in ihre Heimat zurückgekehrt. Zum Schluß seiner Ausführungen weist Ben Gurion auf die Notwendigkeit hin, die Zionistische Organisation zu einer mächtigen Waffe auszubauen. Was die Jewish Agency anbetrifft, so haben sich gewisse Befürchtungen glücklicherweise nicht bestätigt, aber organisatorisch und kolonisatorisch sind unsere Hoffnungen auf die Jewish Agency nicht verwirklicht worden. Brodelskys politisches Referat In der Sitzung des Kongresses am 21. August abends erstattete das Mitglied der Exekutive und Leiter des politischen Dezernats der Z. O., Prof. Selig Brodetsky, sein politisches Referat. Er ging davon aus, daß die letzten Jahre das Palästina-Werk über das Stadium des Experiments hinausgeführt haben. Man könne es heute nicht glauben, daß vor erst fünf, vier, ja sogar drei Jahren Staatsmänner und Experten die Möglichkeit einer dauernden großzügigen Entwicklung Palästinas leugneten und ein großer Teil der Kräfte der Organisation darauf verwandt werden mußte, den Skeptizismus dieser Staatsmänner zurückzuweisen und die Unzuverlässigkeit von Experten zu zeigen. Heute sind alle Zweifel geschwunden. Die Weißbücher und Expertenberichte der Jahre 1930 und 1932 sind 1933 vollständig in Vergessenheit geraten. Unangreifbar ist die zionistische. Politik auch angesicht.s der unerträglichen T-age des jüdischen Volkes in vielen Teilen der Welt. Die N o tw o n d i g k e it eines Aus w e g e s wird heute auch von denjenigen Juden erkannt, die sich bisher suis Gleichgültigkeit oder infolge ihrer Verknüpfung mit bürgerlicher oder proletarischer Assimilation vom Paliistina-Aufbnu fernhielten. Der Referent befaßte sich sodann mit den in letzter Zeit wieder erwachten territorialistischen Bestrebungen und stellte fest, daß kein Zionist sich dagegen wenden könne, daß irgendein Ausweg für leidende Juden gefunden wird. Doch solle die .Tudenhcit sich davor in .Acht nehmen, daß sie von ihrer Aufgabe in Palästina abgelenkt wird. Der ges?t/gebende Kav Prof. Brodetsky gab einen Ueberblick über die Versuche, einen Legislative Council für Palästina einzusetzen, und die Abwehr derselben. Nun sei die Frage wieder akut. Der ablehnende Standpunkt der Exekutive gegenüber diesem Plan sei fest und entschlossen. In der politischen Kommission werde darüber berichtet werden, was im einzelnen zur Verhinderung des Legislative Council-Plans geschehen sei. Gesetzgebende Körperschaften, fuhr Prof. Brodetsky fort, bestehen, um die Zusammenarbeit der Einwohner mit der Regierung zu ermöglichen und die Interessen des Landes zu fördern. Die Interessen Palästinas aber würden durch einen Legislative Council nicht gefördert werden. Die Araber haben immer wieder erklärt, daß sie einen Legislative Council benützen würden, um der Errichtung des Jüdischen Nationalheims Widerstand zu leisten und Balfo ur¬ Deklaration und Mandat unwirksam zu machen. Die Juden sind jederzeit bereit, zusammen mit der Regierung und den Arabern sorgfältig alles zu erwägen, was eine jüdisch-arabische Kooperation herbeiführen könnte. Niemand würde sich mehr freuen als sie, wenn sich hieraus ein gewisses Maß an Selbstverwaltung ergeben würde. Die Juden sind Anhänger demokratischer Einrichtungen für ihre Nachbarn sowohl als für sich selbst. Aber es bedeutet nicht Demokratie, eine feindselige Mehrheit über sie zu setzen und das Jüdische Nationalheim, ohne das es für die Juden als Volk keine Zukunft gibt, zu gefährden. Judennot und Palästina-Einwanderung Die Notwendigkeit eines Auswegs für die Juden aus moralischem und wirtschaftlichem Druck hat auch auf die öffentliche Meinung Englands einen Eindruck gemacht. Man sieht heute ein, daß nicht nur, wie dies im Mandat festgelegt ist, eine historische Verknüpfung zwischen dem jüdischen Volk und Palästina besteht, sondern daß auch die Lage der Juden in der Welt in Beziehung gebracht werden muß zu der Erfüllung der Mandatsverpflichtungen, betreffend das Jüdische Nationalheim. Die wiederholten Besprechungen zwischen der Exekutive und den Regierungen in London und in Jerusalem über diesen Punkt sind nicht ohne Wirkung geblieben. Unmittelbar nach dem letzten Kongreß habe sich in Palästina der gewaltige Arbeitermangel fühlbar gemacht. Die Exekutive mußte eine Arbeiterschedule fordern, für die bei einer Besprechung im Colonial Office der Ausdruck ,,a s t r onomische Ziffern" gebraucht wurde. Dank der verständnisvollen Haltung des High Oommissioner und des neuen Leiters der Regierungsabteilung für Einwanderung konnte diese auf ihr jetziges Ausmaß gebracht werden. Wenn der Kolonienminister vor kurzem im Unterhaus auf die Forderung nach Verstärkung der jüdischen Einwanderung antwortete, er und der High Commissioner seien sich darin einig, daß es notwendig sei, in Palästina so viele Juden, als wirtschaftlich möglich, ..willkommen zu heiße n", so sollte dies ein Anzeichen einer neuen, freundlicheren Einstellung gegenüber jüdischer Einwanderung sein. Die ganze Auf fassung; über jüdische Einwanderung müsse revidiert werden. Tm Anschluß daran befaßte sich Prof. Brodetsky mit dem Kampf um das Prinzip der jüdischen Arbeit und verlangte, daß die Regierung mit Hilfe der ihr zur Verfügung stehenden großen Ueberschüsse umfangreiche öffentliche Arbeiten, den Bau von Straßen, Eisenbahnen, Häfen, Flugplätzen, den Ausbau des Post-, Telegraphen- und Telephonwesens, unter Verwendung jüdischerArbeiter durchführe. Die Boden frage Prof. Brodetsky besprach sodann die Erschwerung des Bodenerwerbs durch Neuverordnungen, die noch während des Prager Kongresses angekündigt wurden. Alle Bemühungen, diese neuen Einschränkungen rückgängig zu machen oder wenigstens hinauszuschieben, blieben erfolglos. Obwohl der Popanz des „dislozierten Arabers" durch die von der Regierung selbst durchgeführte Untersuchung beseitigt wurde, hat man immer wiederneue Schwierigkeiten dem Bodenerwerb durch Juden in den Weg gelegt. Die Juden selbst hätten zu wenig für den Nationalfonds geleistet. Prof. Brodetsky brandmarkte das Treiben der Bodenspekulation und stellte fest, daß der jüdische Bodenbesitz viermal kleiner ist, als es dem jüdischen Bevölkerungsanteil entsprechen würde. Brodetsky wies sodann auf die Erwerbung der Hule-Konzession hin. Man müsse die hierbei von der Regierung und besonders vom High Commissioner geleistete Hilfe anerkennen. Aber es müsse auch festgestellt werden, daß die Konzession acht oder zehn Jahre früher vermutlich zum halben Preis hätte erworben werden können. Trotz dieses großen Fortschritts auf kolonisatorischem Gebiet bleibe das Bodenproblem ungelöst. Es sei zu hoffen, daß die beiden nächsten Jahre einen radikalen Umschwung auf diesem Gebiet bringen werden. Der Status des Mandats. Eingehende Betrachtungen widmete Brodetsky der Auswirkung des Prinzips der „Offenen Tür" auf die Wirtschaft Palästinas. Der Absatz der für die nächsten Jahre zu erwartenden, wesentlich vermehrten Zitrus Produktion bilde ein Problem von grundlegender Wichtigkeit für die Prosperität Palästinas und die Sicherung seines Wirtschaftsaufbaues. Es gelte den Schutz des inneren Marktes und die Gewinnung auswärtiger Märkte. Da Palästina ein Mandatsgebiet der Kategorie A ist, kann ihm England keine Einfuhrbegünstigungen für seine Produkte, einräumen, ohne dies gleichzeitig auf Grund der in den j Handelsverträgen enthaltenen Meistbegünstigungsklausei den Staaten gegenüber zu tun, mit denen solche Handelsverträge abgeschlossen wurden. Andererseits sind infolge des § 18 des Mandats und der Vertrüge die England auch mit nicht dem Völkerbund angehörenden Staaten abgeschlossen hat. s ä m 11 i c h e L ä n d e r i n b e?. u g a u f ihre Einfuhr nach P a 1 ä s t i n;i;:,1eiehbcrechtigt. Es hänge alles davon aV>. wie da< Prinzip der wirtschaftlichen G 1 c i c h b e v e c Ii t ' p u n p; interpretiert wird. Es sei Pflicht der Mandiitarinaclit und des Völkerbünde!-, diese Angclcgenheu, /u ordnen und c« nicht zuzulassen, <J;i'J Palästina dadurch, daß <s -sowohl die, Nachteile des Kolotiialstatus ala auch die des Nichtkoloniiilfitatus tragen muiS. dem wirtschaftlichen Huin cntgegengefjihrt wird. GrwiK würde, der endgültige Einschluß Palästinas in das hritiüehe Imperium wichtige. Vorteile mit sich bringen. Aber »o groß diese. Vorteile auch sein mögen, «'s wäre sehr gefährlich, eine Aendcrung de» gegenwärtigen politischen Status Palästinas auf Grund des Mandats zu erwägen. Die nächste Exekutive werde versuchen müssen, eine Acnderung der Lage herbeizuführen. Das Bürgerrecht der Juden in Palästina Als ein weiteres bedeutsames politisches Problem bezeichnet Prof. Brodetzky die Frage des Status der Juden als Vo 1 k in Palästina. In diesem Zusammenhang erklärte er: Ebenso wie jüdische Einwanderung nach Palästina keine gewöhnliche Einwanderung von Ausländern in ein fremdes Land ist, sondern die Rückkehr eines Volkes zu seinem alten Erbe, ebenso bedeutet jüdische Bürgerschaft in Palästina keine gewöhnliche Naturalisierung von Ausländern in einem fremden Staat, sondern die persönliche Wiederaufnahme eines Status, der mit. der historischen Verknüpfung de3 jüdischen Volkes mit Palästina verbunden ist. Für die Idee eines Nat.ionalhc.ims sei es wesentlich, daß ein irf Palästina naturalisierter Jude diejenigen Rechte erwirbt, die mit dem umfassensten, durch Geburt erworbenen Bürgerrecht verbunden sind. Allgemeiner politischer Ausbück Nach einem Hinweis auf die Notwendigkeit, den politischen Apparat der Organisation auszubauen, hob Prof. Brodetsky die strategische und politische Bedeutung Palästinas hervor, die sich aus seiner Lage zwischen drei Kontinenten ergibt. In bezug auf die innerjüdischen Verhältnisse erklärte Prof. Brodetzky, es sei unverständlich, daß in einer Zeit schwerster Krise im jüdischen Leben und beispielloser Möglichkeiten in Palästina eine so verhängnisvolle Zerrissenheit innerhalb der Judenheit herrscht. Noch immer hat der Zionismus jüdische Gegner, obwohl er bei weitem der stärkste Machtfaktor der Judenheit und die einzige aufbauende Kraft von nationalem Maßstab ist. Selbst innerhalb des Zionismus und des .Tischuw herrcht gefährliche Uneinigkeit. Uebcr ihre politischen Folgen werde noch in der politischen Kommission zu sprechen sein. Im besonderen polemisierte Brodetsky gegen die Einberufung des NZO-Kongrcsses nach Wien. Die Existenz zweier rivalisierender zionistischer Organisationen, zweier rivalisierender Kongresse sei unmöglich. Es genüge nicht, die Loslösung der Revisionisten von der Zionistischen Organisation zu bedauern. Positive Schritte seien nötig, um den politischen Schaden, den sie der zionistischen Sache zugefügt haben, wieder gutzumachen. Ein solcher Schritt sei dieser Kongreß selbst, der größte, den es jemals gegeben habe. Leib Baftet „15 lahve Uevcm Etäaßessod!" Der Redner erinnerte an den ersten Aufruf ü«w Keren Hajessod, der von der Judenheit den „Maasser" forderte. Statt der erwarteten 20 Millionen Pfund innerhalb von fünf Jahren habe das jüdische Volk aber nur fünfeinhalb Millionen in 15 Jahren zur Verfügung gestellt. Trotzdem blieb der Charakter der Volkssteuer im Gegensatz zur bloßen Spende gewahrt. Die heutige jüdische Position im Lande wäre undenkbar ohne die vom Keren Hajessod durchgeführte Erschließung des Jordantales, des Emek Jcsrccl, des Emek Hcphcr, des Emek Sebulun, ohne seine Siedlungsarbeit in der Scharon-Ebene und auf den Hügeln Judäas. Die zweite große Errungenschaft sei das hebräische S c h u 1w e r k, das vom Keren Hajessod aufgebaut wurde. Heute wird es von der Knesseth Israel erhalten und vom Keren Hajessod nur noch subventioniert. Die Eingänge des Fonds beginnen jetzt wieder zu steigen. Die K.- H.-Propaganda muß verbreitert Und vertieft werden. Er kündigte einen ,,P r o p a g a n d a m o n a t de s K e. r e n Hajessod" an und machte zum Schluß den Vorschlag, daß in jedem Lande eine Konferenz der K.-H.-Zeichner einberufen werde, auf der ein Arbeitsprogramm entworfen werden soll. Die Resolutionen des Mcvem Bflajess®«]] Auf der Wcltkonferenz des Keren Hajessod in Luzerrt wurden Resolutionen angenommen, die .sich mit den künftigen Direktiven der Keren-Hajessod-Arbcit befassen. Das Direktorium des Keren Hajessod wird ersucht-, aus Anlaß des 15jährigen .lubiliium.s de.s Keren Hajessod einen feierlichen Aufruf n. n die Judenheit der Welt zu erlassen, in dem eine außerordentliche Steigerung der Eingänge de.s Keren Hajessod als dringendstes Gebot verlangt wird. Die Exekutive wird beauftragt, von den Palastlna-Aemtern der Zionistischen Organisationen zu fordern, daß von jedem Bewerber um ein Z e r t i f i k a t ein« Bescheinigung des K.-II.-Komitees seines Landes Refordert, wird, daß der Kandidat seinen Verpflichtungen gegenüber dem Keren Hajessod nachgekommen ist. Hei Personen, die wirtschaftlich nicht selbständig sind, muß eine Bescheinigung erbracht werden, daß der Vater seiner Kcren-Hajessod-Pllieht nachgekommen ist. Des weiteren wird die Teilnahme von Vertretern der Fonds an den Slt/.ungcn der PaliLstlna-Aemter gefordert und weitere Richtlinien für die Z o r t i f i k a t o z u t e i 1 u n g und die Berücksichtigung der Leistungen an die F o n d s dabei aufgestellt. Für die Zusammenstellung fies Councils der .Icwish Agency soll die Leistung für den Koten Hajessod Grundlage, Tür das aktive und passive Wahlrecht sein. .Inder Zionist soll, wie nachdrücklich betont wird, verpflichtet sein, seine Keren- Hajessod-Steuer zu entrichten. Die Teilnahme der zionistischen Verbünde an der Kcren-IIajessod-Arbeit wird gefordert. Ks wird der Vorschlag gemacht, daß das Direktorium den Steuerträgern des Keren Hajessod, die mindestens drei .'Jahre ununterbrochen Keren-Hajessod-Beitrilge geleistet haben, eine besondere Bescheinigung in feierlicher Form darüber erteilen soll, daß diese Zeichner ihre Bürgerpflicht gegenüber Kröv. Israel erfüllt haben. Weiterhin wird die Forderung nach einem wirksamen Kolonisationsplan, der vom Kongreß auszuarbeiten ist, aulTrcstclU. Eigentümer, Verleger, Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Oberbaurat Robert Stricker. — Druck: Druckerei- und Verlags-A.-G. Ignaz Stciiimann, beide Wien, IX., Universitätsatraße G—8.