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Die neue Welt · 1935-07-09 · Heft 478 (9.7.1935) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 478 (9.7.1935)
Date
1935-07-09
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 ME NEUE WELT Nr. 478 AUS PALÄSTINA Der Plan eines Palästina in einer arabischen Föderation Aus Jerusalem: Die Reformpartei des arabischen Bürgcermeisters von Jerusalem, Dr. Khalidi, hat ein Programm bekanntgegeben, nach dem angestrebt vdrd, Palästina zum Teil eines arabischen Staatenbundes zu machen. Nach dem Muster der Verhältnisse im Irak soll ein Vertrag zwischen England und einem selbständigen arabischen Palästina abgeschlossen werden. Im übrigen kündigt das Programm die Opposition der Reformpartei gegen ein Jüdisches Natonalheim an. (J. T. A.) Einwanderuns von Rabbinern und Kultus« funklionären nach Palästina Aus Jerusalem. Die Palästina-Regierung hat seit einiger Zeit die Einwanderung von Rabbinern und Kultusfunktionären nach Palästina eingeschränkt. Auf Grund einer besonderen Vereinbarung konnte das Oberrahbinat früher Zertifikate für Rabbiner und andere Kultusfunktionäre entsprechend dem allgemeinen Bedarf im Lande ausstellen. Jetzt bewilligt die Regierung Zertifikate nur dann, wenn die Bewerber einen schriftlichen Kontrakt mit einer Synagogeoder Gemeinde vorlegen können. Diese Vorschrift trifft insbesondere diejenigen Rabbiner, die aus Sowjetrußland nach Palästina auswandern wollen. Deshalb hat der Rabbinerverband von Tel-Aviv anläßlich des 70. Geburtstages des englischen Königs an diesen ein Telegramm mit der Bitte gerichtet, die Tore Palästinas für die Einwanderung von Rabbinern und Kulturfunktionären aus Rußland wieder zu öffnen. In einem dem Rabbinerverband vom Chefsekretariat der Palästina-Regierung nunmehr zugegangenen Schreiben wird erklärt, daß eine Aenderung der bezüglichen Vorschriften nicht möglich sei. Vielmehr müsse darauf bestanden werden, daß im Falle der Anforderung von Rabbinern freie Posten für sie nachgewiesen werden oder daß der Vertrag einer Gemeinde mit dem Bewerber vorgelegt wird; außerdem hat die betreffende Einrichtung nachzuweisen, daß sie über die Mittel zur Besoldung des religiösen Funktionärs Verfügt. (J. T. A.). Palasf i'nazEi'nwanderung Jänner bis April 1935 Jerusalem (Palnews): Für das erste Jahresdrittel ergibt sich folgende Gesamteinwanderung nach den verschiedenen Einwandererkategorien: Insgesamt Personen mit 1000 pal. Pf. Mindestkapital » % 2.050 Deren Angehörige ...... * , . , 1.883 Freie Berufe mit 500 pal. Pf. Mindestkapital 6 Deren^ Angehörige .........* 3 Handwerker mit 250 pal. Pf. Mindestkapital , 160 Deren Angehörige......» « , « 244 Personen mit 4 pal. Pf. Monatsrente . . , , 41 Personen mit 500 pal. Pf, Mindestkapital « t 9 Deren Angehörige « ■ ■ 1 ■ ■ * a 9 Waisen . . ■ n t < ■ i « « * . — Geistliche Berufe . * * 1 * 336 Deren Angehörige » 1 651 Studenten . . . 1 t 1 »»■•«« « 318 Arbeiter . . . « * * « , , * » , 4 . 5.920 Deren Angehörige .......... 5.487 Angehörige palästinensischer Einwohner . . . 4.730 Von den Bestimmungen der Immigration Ordinance befreit ............ 91 Pit iüdistheH it/jjtd&ürnet von CLettu p"»nff»r»Fr wwwww vvwvwv^^^f W^^WW ^^WwntTVWß Erstes Jahresdrittel 1935 insgesamt * 21.938 Erstes Jahresdrittel 1934 insgesamt * « « 1 ■ 11.402 Die Einwanderung im ersten Jahresdrittel 1935 bewegt sich annähernd auf der doppelten Höhe des Vorjahres. Unter den 21.938 Einwanderern befinden sich 1401 Touristen, die nachträglich als Einwanderer registriert wurden und sich bereits längere Zelt im Lande aufgehalten haben. 546 Einwanderer waren N i c h t j u d e n. Vom palästinensischen Schulwerk Aus Jerusalem: Auf mehreren Versammlungen, die hier von den Allgemeinen Zionisten, den Misrachisten, dem Verband jüdischer Landwirte und der Judenstaats» partel arrangiert wurden, wurde gegen die kürzlich erfolgte Ueberoahme der Schulen der Allgemeinen Jüdischen Arbeiterföderation Palästinas (Histadruth Haovdim) in das allgemeine Schulsystem des Waad Leurai protestiert. Allgemein wurde gegen die Legalisierung der sozialistischen Schulen Einwand erhoben, die die rote Fahne hissen und den 1. Mal als ihren nationalen Feiertag beobachten. (J. T. A.) Palästina-Einwanderung im Juni Aus Jerusalem: Im Monat Juni sind 4186 Juden nach Palästina eingewandert. Mitteilungen über die Verteilung auf die einzelnen Einwandererkategorien sind vorläufig noch nicht zu erlangen. (J. T. A.); Von der Schomre Schabbos-Organisation Aus Jerusalem: Mitglieder der Schomre Schabbos-Organisation von Bne Brak haben in der Nähe von Petach. Tikwah den Polizeibeamten Kaplan tätlich angegriffen und sein Auto beschädigt, weil er den Sabbath entweiht hatte. Unter dem Rufe: „Am Sabbath gibt es keine Diebstähle — man braucht keine Polizei'.*4 ptürzten sie sich auf den Beamten. Im Zusammenhang piit diesem Vorfall sind verschiedene Verhaftungen eriolgt. (J. T. A.) Hacc und CUocUetn „Gott behütet die Narren", heißt es irgendwo bei Raschi, dem großen Talmudkommentator. Ein Chelmer, der diese Stelle las, wollte sich davon überzeugen, ob er ein Chochem (Weiser) oder ein Narr sei, und um dies feststellen zu können, kletterte er auf einen hohen Baum, zum Zwecke, sich von ihm herabfallen zu lassen. ,,Wird es mir nicht schaden", so erklärte er, „dann bin ich, Gott soll hüten, ein Narr. Wenn es mir hingegen schadet, dann weiß ich, daß ich ein Chochem bin." Und unser Chelmer sprang hinab und, wie nicht anders zu erwarten, verrenkte er sich die Glieder. Unter Aecbzen und Stöhnen erhob er sich, rieb sich die Glieder vor Schmerzen, und sagte sich zufrieden: „Gott sei Lob und Dank! Es stimmt. Ich bin kein Narr, ich bin ein Chochem ..." Dec kluye Dienet Unweit von Chelm wohnte ein reicher Mann, der als überaus streng galt. Seine Strenge galt insbesondere seinen Dienern, die seine Befehle aufs genaueste ausführen mußten. Es war seine Gewohnheit, dem Diener nur ein Wort hinzuwerfen, worauf dieser alles Weitere selbst herausfinden und ausführen mußte, so daß sein Herr kein Wort mehr zu verschwenden brauchte. Dieser reiche Mann nahm auch einen Chelmer iu Dienst; einen fleißigen, aber leider nicht sehr klugen Menschen. Beim Dienstantritt empfing ihn der Reiche mit folgenden Worten: „Ich bin ein Feind überflüssiger Worte. Wenn ich etwas wünsche, sage ich bloß ein Wort. Alles andere hast d u zu veranlassen. Wenn ich beispielsweise das Wort Brot ausspreche, so mußt du selber weiter danken: Aha, zum Brot muß man vorher Wasser haben fürs Händewaschen, ein Handtuch zum Abtrocknen, dann Salz aufs Brot und so weiter,.." Der Chelmer Diener merkte sich alles gut und nahm sich vor, gewissenhaft danach zu handeln. Eines Tages wurde der reiche Mann von einem leisen Unwohlsein befallen und rief dem Diener das Wort „Arzt" zu. Der Diener eilte davon, begab sich aber nicht allein zum Arzt, sondern auch zu anderen Stellen, um endlich, nach mehreren Stunden, außer Atem und verschwitzt zurückzukommen. Ueber dem Arm trug er sehr ernst „Tachrichim", d. i. Sterbekleider. Hinter ihm erschien der Raw mit dem Seferü Der reiche Mann starrte den Diener zuerst sprachlos an, geriet dann in große Erregung und schriei „Bist du verrückt geworden, Kerl du?" „Keine Spur", erwiderte seelenruhig der Diener, „Ich habe bloß gehandelt, wie Sie mich gelehrt haben. Man muß' doch gescheit sein! Nun, und wenn einem Menschen unwohl wid, kann das, Gott behüte, zum Tode führen. Und da muß doch alles vorbereitet sein. Deswegen habe ich den Raw mit dem Sefer mitgebracht; deswegen auch die Tachrichim. Außerdem habe ich den Vorstand der Che-vra Kadischa verständigt... er wird wahrscheinlich in einigen Minuten mit seinen Leuten da sein. Sie können sich auf mich verlassen: Alles ist vorbereitet..." üaizc und Jflaus Die Chelmer Frau ging auf den Markt, und ließ ihre kluge Tochter allein zurück. Und da geschah er. —: „Mutter", sagte das Mädchen, als die Mutter zurückgekehrt war, „kurz nachdem du das Haus verlassen hast, ist eine Maus in die Kanne mit Milch gesprungen!" „Um Gotteswillen! Du hast doch sofort die Milch in eine andere Kanne umgeschüttet!" schrie die Frau. „Aber nein, Mutter", rief die Tochter verschmitzt lächelnd. „Ich habe die Katze genommen und sie hinterher in die Kanne geworfen!" Kinder-Sommerparadies in Sauerbrunn, große, moderne Villa inmitten eines auf einer Anhöhe gelegenen ausgedehnten (12.000 Quadratmeter), parkähnlichen Gartens, vorzügliche Verpflegung und liebevollste Behandlung, ärztliche Aufsicht, Spiel und Sport, Badegelegenheit, eventuell Nachhilfeunterricht. Anfragen A-30-5-42 und A-37-1-63, ganztägig. Jeden Sonntag Fcrienfahrt nach Polen und Czernowitz, Rückfahrten am 4. August, 1. und 15. September. Zu den Bergfeste-Feiern nach Zakopane von 4. bis 10. August. 70 Prozent EisenbahnermäJäigung. Polnisches Visum gratis. „Francopol", IIT„ Rennweg 1, Tel. U-16-4-90. Austritte aus dem Judentum Salkind Dr. Alexander, Publizist, geb. 24. März 1887 Wien, verh., Bergg. 11. — Salkind geb. Kiml (ehem. Kohn) Olga, geb. 7. Februar 1888 Wien, verh., IX., Berggasse 11. — Kohnhofer Kurt, geb. 3. Juni 1919 Wien, ledig, II.. Kleine Zufahrtstraße .175. — Goldmann Hans Heinz, geb. 22. März 1921 Wien, ledig, XIII., Pfadenhaucrgasse 4, 1/8. — Rotter Max, geb. 20. Oktober 1871 Laksar- Neudorf, verh., X., Gudrunstraße 171. — Schwarz Lotte, geb. 3. November 1909 Wien, ledig, XV., Zwölfergasse 17« — Schenk Hornel, geb. 14. Jänner 1885 Budapest, ledig, XII.. Fockygasse 3fi/8. — Freudenberg Nyura, geb. 12. Juni 1908 Odessa, ledig, II., Böcklinstraße 88. — Perlstein Edith, geh. 14. April 1915 UJvidek, ledig, H., Taborstraße IIb. — Burger Hermine, geb. 8. September 1897 Neubistritz, ledig, II., Obere Donaustraße 101. — Ormandy (ehem. Blau) Eugen, Musikdirektor, geb. 18. November 1899, Budapest, verh., IX., Dollfußplatz 6. — Friedmann Hermine, geb. 2. Februar 1911 Bratislava, ledig, XIII., Penzingergasse 9. — Sauer Hugo, Korrespondent und Dolmetsch, geb. 27. Mai 1900 Straßburg, gesch., X., Hofherrgasse 3. — Frisch Orere Helene, Direktrice in einer Strickwarenfabrik, geb. 6. November 1910 Wien, ledig, X., Keplerplatz 4. — Gelber Perl, Verkäuferin, geb. 13. Dezember 1905 Przemysl, ledig, IX., Währingergürtel 128. — Schncer Ludwig, Pensionist, geb. 20. November 1863 Surjan, verh., XIII., Leegasse 6. — Löwenstein getr. Hübsch geb. Samec Irma, geb. 8. März 1892 Neuhaus, verh., III., Hauptstraße 88. — Peters geb. Krieß Johanna, Geschäftsinhaberin, geb. 14.. Februar 1893 Wien, verh., I., Tuchlauben 17. — Reimann Hilda, Schauspielerin, geb. 21. Dezember 1890 Wien, ledig, I., Riemergasse 11. auf 7 ber * giBt es n\ä)t » ... . aBer altes für SBab unb Sttanb, für Slusflüge unb Reifen taufen alle Spar* famen — gut unb ungemöljnlidj Billig. — auf ber iabor[traD,e 48, Bei Sdjiffmann. 33abcs2ictilet: &amensSd)mimmtrifot, gerippt, S 1.50, Sajafroolk SBabeanflüge, rücfenfrei, mit unb oljne Säjofjerl, S 3.90, Sdjafmott^oppensXrifots, SSüftenljalterJdjn itt, rüdenfrei, S 5.90, SiranbsSocferl S —.39, (5ummi*58abefappen, für 3)amen unb Herren, Sprungfaffon, S —.69, SBabe^afdjen, Bunt gemuftert, S —.85, Samensßummi^abefttjufje, 35—41, S —.89, DamemStranbljofen S 2.90, JDamen^tranfcSßijjamas S 4.90, 23abc« »ntet S 7.90, £artplattens93abefoffer S 3.90. 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