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Die neue Welt · 1935-06-25 · Heft 474 (25.6.1935) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 474 (25.6.1935)
Date
1935-06-25
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 DIE NEÜE WELT Oesterreichs Exportmöglichkeiten nadi Palästina Von Dr. Hugo Groß (Wien) In. der Vorwoche hielt Dr. Hugo Groß, der Geschäftsführer der Oesterreichisch- Palästinensischen Wirtschafts-Handelskammer in Wien, im Wiener Sender (Ravag) einen Vortrag über die Möglichkeiten eines Etports nach Palästina. Der Vortragende gab zunächst eine Uebersicht über die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse Palästinas und der Nachbarländer, um schließlich den Weg zu zeigen, auf welchem die Intensivierung des Güteraustausches zwischen Oesterreich und Palästina durchführbar ist. Bezüglich dieses Punktes führte Dr. Hugo Groß aus: Im Jahre 1933 betrug der Export Oesterreichs nach Palästina 4,7 Mill. Schilling, im Jahre 1934 nach offizieller Statistik fast das Doppelte, 8,6 Mill. Schilling. Addiert man hiezu den unsichtbaren Export, kann die Einfuhr Oesterreichs nach. Palästina im abgelaufenen Jahr mit 10 Mill. Schilling angenommen werden. Oesterreich führte im Jahre 1934 nach Palästina 300 Artikel aus, vornehmlich Papier, Metallwaren, Maschinen, Bekleidungsartikel und Elektromaterial. Seit 1928, also gerade in der Zeit der Krise und der allgemeinen Außenhandelsschrumpfung, ist die Ausfuhr Oesterreichs nach Palästina auf das Vierfache gestiegen. Der Export Palästinas nach Oesterreich war bisher belanglos. Im Jahre 1934 hat Oesterreich palästinensische Waren für bloß 214.000 Schilling aufgenommen, so daß die Ausfuhr 50mal so groß ist wie die Einfuhr. Das sind Ziffern, die keines weiteren Kommentars bedürfen und selbstverständlich auch in Palästina bemerkt werden. Falls Oesterreich seinen Export nach Palästina im derzeitigen Ausmaß behalten und ausbauen will, was sicherlich leicht möglich ist, muß es der Abnahme palästinensischer Produkte, in erster Reihe Orangen, größere Aufmerksamkeit schenken. Die Orangen-Produktion in Palästina betrug im Jahre 1934 6<^ Millionen Kisten und steigert sich von Jahr zu Jahr. Außerdem liefert Palästina Wein. Oliven, Seife und Chemikalien. Osterreich hat im Jahre 1934 1800 Waggon Orangen, hievon 1500 aus Italien, eingeführt, aus Palästina kaum 15 Waggon. Wenn die .unfreiwilligen Vermögenstransferierungen deutscher Emigranten nach Palästina, welche zum großen Teil in Waren erfolgen müssen, aufhören werden, ist mit einem weiteren starken Aufschwung der österreichischen Ausführ nach Palästina zu rechnen, weil die österrechischen Auswanderer nach Palästina Oesterreich und seine Erzeugnisse kennen und schätzen und immer die Tendenz haben werden, unter halbwegs gleichen Bedingungen den ihnen "bekannten österreichischen Erzeugnissen den Vorzug vor den Produkten anderer Staaten zu geben. Unbedingt erforderlich ist jedoch, daß die österreichische Regierung die Vorbedingungen für eine erhöhte Einfuhr palästinensischer Produkte nach Oesterreich schafft. Schon jetzt wird in Palästina die Frage diskutiert, ob die Einfuhr aus den einzelnen Ländern entsprechend der Aufnahme palästinensischer: Waren reguliert werden soll. Unsere Regierung muß den Kompensationsverkehr ermöglichen und den einheimischen Exporteuren durch Herabsetzung der Bahntarife, Erledigung der Triester-Hafen-Frage und Erwirkung konkurrenzfähiger Frachtraten bei dem in Betracht kommenden Schiffahrtslinien zu Hilfe kommen. Zur Intensivierung des Wirtschaftsverkehrs zwischen Oesterreich und Palästina wurde in Wien und in Tel-Aviv eine Austro-Palästinensische Handelskammer gegründet .., Der österreichische Generalkonsul in Jerusalem hat anläßlich der letzten Messe in Tel-Aviv den Öesterreichern mehr Handelscourage empfohlen, um die Position der österreichischen Industrie und des österreichischen Handels in Palästina und im ganzen vorderen Orient in entsprechender Weise zu festigen. Alle beteiligten Kreise werden gebeten, in diesem Sinne zu-, cammeiizuwirken, Judi'sdies int Radio Dienstag, den 25. Juni 21.20 Riga .(514.6J.;' Die Geiger Miacha Elman und Yehudi Menuhln. Mittwoch, den 26. Juni 18,25 Koäice, C. S.U. (259,1): Hebräische Lieder von Kantor Wygoda, Jörn Kippur, Jüdisches Lied, Uwjom Bünchaschem. 20.00 Brüssel (321,9): Hebräisches Lied für Violine und Orchester von Henri Tomasi. Donnerstag, den 27. Juni 19.00 bis 20.00 North Programme England 449,1): Ester Strin's Jiddish Chauve Souris Company. 1. Nathan Schachnoff: A dudale. 2. Esther Stein: Rezitation. 3. Ph. Hecht (Geige), Jota (Falla). 4. N'Ihle. 5. Ester Stein und J. Greenspun: Jochanaan, Sketch von Perez. 6. Marschlied, 7. Auf dem Schlachtfeld. 8. Segen (Goldfäden), Grundstein des Habi'mahsTheaters Aua Tel-Aviv: In feierlicher Zeremonie hat der High Commissioner Sir Artur Wauchope am Mittwoch, den 19. Juni, den Grundstein für das Habimah- Theater in Tel-Aviv gelegt. Die Grundsteinlegung sollte bereits am 10. Juni erfolgen, die Zeremonie wurde aber infolge des Ablebens von Schmarja Levin, dessen Beisetzung in Tel-Aviv gerade an diesem Tage erfolgt war, verschoben. Dem Ehrenkomitee des Habimah- Theaterbaues gehören Bürgermeitsefr Maier Dizengoff, Dr. Chaim Weizmann und das prominente Habimah-Mitgüed Chana Rovina an. Zwei Mitglieder des Komitees, Chaim Nachman Bialik und Schmarja Levin, sind gestorben. Bauleiter ist Professor Oskar Kaufmann, der früher in Deutschland einen großen Ruf als Theater- Architekt genoß. Als die Habimah 192S nach Palästina kam, stiftete die Stadt Tel-Aviv ein weit außerhalb der Stadt gelegenes Grundstück für den Theaterbau; infolge der gewaltigen Entwicklung der Stadt befindet sich heute das Grundstück bereits im Stadtzentrum. Angrenzend an das Theater worden demnächst das Stadtmuscum und die neue Stadthalle erbaut werden. Vom Sdiwimmklub Hakoah Der Schwimmklub Hakoah gibt bekannt, daß seine Trainingsabende im Dianahad bis auf weiteres Dienstag von 7 bis 8 Uhr abends und Donnerstag von 7 bis 149 Uhr abends stattfinden. — Der Klub veranstaltet am Samstag, den 29. Juni 1935 (Peter und Paul), um 5 Uhr nachmittags im Stadionbade ein gauoffenes Meeting, bei dem auch Gästeschwimm en für Herren und Damen ausgeschrieben sind. Für diese Bewerbe wurden dem Schwimmklub schöne und praktische Ehrenpreise zur Verfügung gestellt. Nennungen können, int Stadionbad gegen Erlag der Nenngebühr von S*l.—-^bel Herrn Reiser abgegeben werden. Judensfaatleiv besuchet die Festvorstellung zu Ehren Dr. Oskar R o s en<" f e 1 d in den „Jüdischen Kttnstlcrspiclc n" II* Praterstraße 3i, am Freitag, den 28. Juni, J<9 Uhr. Auf dorn Programm: Bilder der Kovuc „Ohno Zertifikat mich Palästina'*. Mitwirkend die Domen Weintrauh-Graf, Weinberg, Glücksmann, Israeli, dir Herren FosteJ, Siga!. Gäste: Jakob FMdhamra e r, Max Lichtegg. (Rezitation und jüdische Lieder und Szenen.) Leopold Hichler, der Autor der bekannten Romane „Heimweh nach Wien" und „Moses Mautner und sein Solin", hat im heurigen Winter eine Reihe von Vorlesungen abgehalten. Der Dichter wird, auf Einladung verschiedener Städte in der Tschechoslowakei, im Herbst auch dort einigemal am Vortragspult erscheinen. Seinen Abenden wird regstes Interesse entgegengebracht. Die erste jüdische Schutzhülle in Oeslerreich Donnerstag, den 20. Juni, wurde in feierlicher Weise der Grundstein zum Bau der ersten jüdischen Schutzhütte im Semmeringgebiet durch den Touristik- und Skiklub Hakoah gelegt. Damit ist ein jahrelanger Wunsch vieler Hunderter jüdischer Touristen erfüllt. Der Grundsteinlegung wohnte Oberrabbiner Dr. D. Feuchtwang, der auch den ersten Spatenstich vornahm (siehe Bild), sowie Vertreter der Wiener und Grazer israelitischen Kultusgemeinden, die Vorstandsmitglieder der Hakoah Robert Glücksm,ann, Isidor und Dezsö Herbst, Leo Königsberger, Dr. Menkes und der Obmann des Touristik- und Skiklubs Hakoah.Hugo Kohn, dessen tatkräftiger Initiative das Zustandekommen des Baues in erster Linie zu danken ist, bei. Die Hakoah-Schutzhütte soll bereits Ende Juli fertiggestellt und der jüdischen Oeffentlichkeit übergeben, werden, die vielleicht noch nie ein eigenes jüdisches Heim in den österreichischen Bergen so notwendig hatte wie in gegenwärtiger Zeit. Das Präsidium und der Vorstand der israel. Kultusgemelnde Wien geben, auf das tiefste bewegt, Nachricht von dem überaus schweren Verlust, den die Wiener israelitische Kultusgemeixide durch das am 23. Juni 1935 erfolgte Ableben des Herrn Regierungsrat Guido Fuchsgelb Amtsdirektor und Erster Sekretär der Wiener Kuliusgcmeindc, Hauptmann i. d. Res., Besitzer des Militärverdienstkreuzcs III. Kasse mit der Kriegsdekoration etc. etc. erlitten hat. Der Verewigte, der der Kultusgcme'indc mit Leib und Seele ergeben war und ihr mit seinen hervorragenden Fähigkeiten in unermüdlicher Hingabc und in höchstem Pflichtbcw utftscin bis zu seinem Lebensende diente, hat sich durch seine 38jährige beispielgebende Wirksamkeit ein dankbares und ehrenvolles Gedenken gesichert. Die Bestattung in dem von der Kultusgemeinde gewidmeten Ehren grab findet Dienstag, den 25. Juni 1935, um 12 Uhr mittags von der Zcremonicn'halle des Neuen israelitischen Friedhofes (IV. Tor) aus statt. SBeef enü 'fflenfcejMus Die fröljlidje Seit gemeinjamer 2Beefenbs2iusfIüge aufs £anb, in ben 2Btenerroalb unb ins Straub* beb ift gefommen. Jägltdj-geben ftd) Domen unb Herren 5Renbeaoous auf ber ^aborftrafje, wo [te iljrc SIuss rüftung für £anbpartien, Sommerfleiber, Scfndje, SBabetoftüme, Koffer, 5?urffäcfc, ^crren^Spotttleibung unb olles anbete im ,,5EGarenf>aus. ber Sparfamen", bei Sdjtffmann, 31t ben berühmt billigen greifen beforgen. 3um 33eifpiel, 3>amen*ßteibung: ©emufterte 2Bafcr>33lufeu S 1.98, 3epI)tr=DtrnbI mit StretfborbürC S 2.90, geblümte 2Bafd)fleiber S 2.90, <E$armeufeiSBIufen, SRiiföenfaffon, S 3.90, ^nbant^ren^Ä. S. ^ep^irs Dirnbl S 4.50, aHobe^Dreffing, in 2upfbeffins, S 5.90, 9J?rjbe=2ßicJcIfcrjofi, grau, bunfcftlau, braun S 6.90, £ofenroa*, mit fteiDt>erfd)luj3 S 12.90, £.sSeiben*3mprimc*£letber mit 9Jtobcmafd)c S 7.90, fcfdje Spotten* Kleiber mit apartem Änopfpufc S 8.90, R. S. 3erfen*StreifHeiber mit 2Kobegürtel S 9.80, retaenbe 5t 6, SKongoIs^mprime^Ieiber S 12—, 93auernIeinen*£oftiime mit Sd)ottenIeinen fombtn. S 17.—, DamcnsSlu* bua*=6tt)U^e (<J3umps ober Spangen) tDeifHdjtoars S 1290. WIItüetters2JionteI, aus gummiertem 23atift S 14.—; Paletot, aus Ä.-Seibe ober SBotlftoff S 15.—; gKongoI^mprime^apefletb, neue 93fumcnbeffins S 19.—; SBottftoffKomplet (Scfjofe unb Paletot), engüfd) gemuftert ober meliert S 22.—. (Stiles autf) für ftarfe Damen Iagernb!) gilt« Selb: Damen-(5ummi*$abefcf)ulje, alle garben unb (Srö&en, mit Stöcfel S 1.50, oljne S —.89, Damen.SRtppsSrifots S 1.50, Damen*ea>ftöou%23abefrifots( rücfenfrei, S 4.50 unb S 3.90, Sräger* Stranbljofen S 2.90, Stranb4$niamas (Xupfblufe unb furje ©locfenfjofe) S 5.90, mit Srencfjfjofe S 4.90, £art* plattensSBabefoffer mit 2 9tidctfd)Iöffern S 3.90, Stetfetoff er, 70 cm, 2 SRtdelfdjtöffer, S 6.90, 3eItftoff*5Kucffäife, ßeberriemen, sroei £afd)en, S 5.90, grottier-5Babe*3JtänteI, für Herren S 9.80, für Domen S 7.90, Seinen* ober StrofcStrcmbf)üte S 1.50. gfüt tow Kinb: Ätnber*SpnnI)oferI mit Prägern S -.98, SKäbcrjemDtrnbl ab 3 1.98, 6$iffmanit, Saborftrofee 48 Eigentümer, »Verleger, Herausgeber; wid XßcaötffiOEtllcher DC, Universitätsstraße 6—8. * Bütfalrtfiyn Pberbaurat RobertStricker, *-* Druck: Druckerei und Verlags^-G, Jgaa« ß,teinmanxj, beide Wii*,

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