Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 461 (7.5.1935)
- Date
- 1935-05-07
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 DIE NEUE WEL- Nr. 461 Sangue des Pays de i'Europe Centrale-Zentral-Europäische Länderbank Aktiengesellschaft. (lescUschattskapltal: 100 Millionen Francs. Sitz, der Gesellschaft: Tarls. Rue de Castlglione Xo. 12. KUNDMACHUNG " r?j? .lIcne'\ -V^ioniire weich n hlemit für Freitag;, den 24. Mal 1935. vormittags halb 11 U u<.o Ingenieurs Uvils de trance in Paris, Rue Blanche No. 19, stattfindenden hr, zu der im Saale der SociöttS einberufen ordentlichen Generalversammlung Tagesordnung: .„ t^1- BfrirIltn.,dc's Verwaltungsratos und der Zensoren, Genehmigung der Bilanz und des Rechnungsabschlusses für das am Jl. Dezember 19o4 abgelaufene Geschäftsjahr. -\ Wiederwahl von Verwaltungsräten. 3. Erteilung der Ermächtigung an die Verwaltungsräte gemäß Art. 40, Ges. vom 21. Juli 1SG7. •1. Wahl der Zensoren für das Geschäftsjahr 1035 und Festsetzung der ihnen zukommenden Entschädigung. Gemäß Artikel 37 der Statuten wird die ordentliche Generalversammlung durch jene Aktionäre gebildet, die Eigentümer von mindestens 5000 Francs Nominale in voll eingezahlten Vorzugs- oder Stammaktien sind. Die Eigentümer von weniger als 5000 Francs Nominale können sich jedoch vereinigen, um diese Zahl zu erreichen, und sich durch einen unter ihnen oder durch ein Mitglied der Versammlung vertreten lassen, falls sie ihre Vollmachtserklärungeu drei Tage vor der Generalversammlung beim Sitz der Gesellschaft hinterlegen. Zur Teilnahme an der Versammlung vom 24. Mai 1935 sind berechtigt: 1. alle Eigentümer von auf Namen lautenden Vorzugs¬ oder Stammaktien, deren Aktien spätestens am 18. Mai 1935 eingetragen sein werden. alle Eigentümer von auf den Inhaber lautenden Vorzugs- oder Stammaktien, deren Aktien spätestens am 18. Mai 1935 bei der Zentrale der Gesellschaft, Paris, Rue de Castiglione Nr. 12. bei der Zentral - Europäischen Länderbank, Niederlassung Wien, in Wien, I., Hohenstaufen gasse Nr. 3. sowie bei den österreichischen Zweigniederlassungen dieser Anstalt, Paris, am 1. Mai 1935, (Nackdruck wird bei der Bank für Handel und Industrie, ehemals ,,L änderban k", in Prag sowie bei den Zweigniederlassungen dieser Anstalt, bei der Rumänischen Kreditbank in Bukarest sowie bei den Zweigniederlassungen dieser Anstalt, bei der Allgemeinen Kreditbank A. G. in Warschau sowie bei den Zweigniederlassungen dieser Anstalt erlegt sein werden. Legitimationskarlen zur Generalversammlung werden überdies auf Grund von Depotbestätigungen der Eanque de France, des Credit Foncier de France, der Compagnle des Agents de Change de Paris und der bedeutendsten Pariser Bankinstitute ausgefolgt. Die Legitimationskarten können von heute an behoben werden. Jeder Aktionär, der an der Generalversammlung teilzunehmen befugt ist, hat das Recht, sich von einem gleichfalls zur Teilnahme an der Generalversammlung Berechtigten Bevollmächtigten vertreten zu lassen. Der Verwaltungsrat. nicht honoriert.) Aus England Huldigung der englasdten ludenheif für König Georg Großer „König-Georg-V.-Jubiliäumswald" wird in Palästina gepflanzt Aus London. (J. T. A.) Der Präsident des Jüdischen .Nationalfonds für Großbritannien und Irland Captain Robert B. Solomon empfing die Vertreter der Presse and machte ihnen die folgende Mitteilung: Seine Majestät der König hat seine Zustimmung dazu gegeben, daß auf den Hügeln von Nazareth in Palästina aus Anlaß seines 25jährigen Regierungsjubiläums ein Wald gepflanzt werde, der den Namen „K ö n i g - G e o r g - V.- Jubiläumswald" tragen soll. Dieser Waid wird ein Pfand der Loyalität und der Ergebenheit der Juden Großbritanniens zur englischen Krone sein und die Erinnerung an das silberne Herrscherjubiläum des Königs Georg wach erhalten. Der Wald wird in seiner Größe alle bisher im Heiligen Lande unternommenen Aufforstungsarbeiten übertreffen. Die jetzt kahlen Hügel oberhalb Nazareth werden auf einer Fläche von 1500 Acker mit 1,250.000 Bäumen bepflanzt werden. Die Kosten der Aufforstung werden 130.000 Pfund betragen. Lord Allenby über das zionistische Werk Aus London: Feldmarschall Lord Allenby, der Eroberer Palästinas, eröffnete in der Bloomsbury Gallery eine Ausstellung des bekannten palästinensischen Bildhauers Melnikoff mit einer Ansprache, in der er der Arbeit der Juden in Palästina hohe Anerkennung zollte. Die Juden, sagte er, haben ihren aufwärts fü/irenden Weg eingehalten, sie haben sich ihr ßational&s Heim in Palästina errungen und haben ein üdcsland wieder zum Blühen gebracht. Sie;iaben r«jer nicht nur Sümpfe trockengelegt und das Land «ufgebiiiut, sie haben auch ihren alten hebräischen •is'. erneuert; eingedenk der Worte des Propheten .lesaj? ,,Aus Zion geht die Lehre aus, das Wort des Herrr. aus Jerusalem." Die Ausstellung, ein Triumph für den Künstler, beweist auch, daß ein hoher künstlerischer Geist im jüdischen Volke lebt. Englische Palästina-Schiffahrt Aus London: Im Unterhaus fragte Rankin, ob im Hinblick auf den wachsenden Export von Palästina- Orangen nach Großbritannien der Kolonienminister eine Beratung zwischen den palästinensischen Orangenzüchtern und englischen Schiffsreedern arrangieren wolle, auf der die Möglichkeit erwogen werden solle, daß eine gewisse Quantität Citrusfrüehte auf englischen Schiffen transportiert werde. Kolonionminister Sir Philin Cunliffe- Lister erwiderte, seines Wissens hätten Erörterungen dieser Art zwischen palästinensischen Exporteuren und englichen Reedern kürzlich stattgefunden. Auf andere Anfragen erwiderte der Minister, er persönlich habe wiederholt die Hoffnung geäußert, daß britische Schiffslinien Haifa wie Cypern in ihre Route einbeziehen mögen. Ein jüdischer Künstler entwirft die Jubiläumsmarken in England Aus London (J. T. A.i: In dem Wettbewerb um «inen Entwurf, für die Jubiläumsmarken, die die englische Postverwaltung anläßlich des fünfundzwanzigjährigen Regierung sjubilä ums König Georgs V. herausgibt, hat der bekannte jüdische Künstler Barnett Freedman den Preis davongetragen. Nach seinem Entwurf v/erden in den beiden nächsten Monaten über eino Billion Jubiläumsmarken hergestellt werden. Der Leiter dfr Judenpolitik der Sowjetunion gestorben Aus Moskau (J. T. Aj: Im Alter von 61 Jahren starb in Moskau an Herzschlag das Mitglied des Präsidiums des Zentralexekutivausschusses der Sowjetunion, Volkskommissar Peter G. Smidowitsch. Obwohl N i c h t j u d o und nicht von Juden abstammend, war Smidowitsch von der Regierung der Sowjetunion mit der Leitung der jüdischen Angelegenheiten betraut worden, und er griff auch entnc:hoidend in das Schicksal der etwa drei Millionen Juden der Sowjetunion ein. Als Präsident des Komzet (Regierungskommission für tendwirtschaftliche Ansiedlung und industrielle Schulung der Juden) seit dessen Bestehen hat er die gesamte jüdische Aufbauarbeit der Regierung geleitet. Unter seiner Mitwirkung wurden die autonomen jüdischen Siedlungsrayone in der Ukraine, in der Krim und zuletzt das autonome jüdische Land Biro-Bidschan geschaffen, und auf seine Initiative hin wurden für die jüdische Jugend industrie-technische Schulen eingerichtet. In die religiösen Angelegenheiten der Juden mischte sich Smidowitsch nicht eir Judenreine Filme mit jüdesdiem Geld Kürzlich waren Vertreter der österreichischen Filmindustrie in Berlin, um mit der Reichsfilmprüfstelle, das ist mit der nationalsozialistischen Filmkammer, bezüglich des deutsch-österreichischen Filmgeschäftes zu verhandeln. Fünfundsiebzig Prozent dieser österreichischen Vertreter waren Juden. Sie nahmen den Zwang des Arierparagraphen widerstandslos auf sich. Auch die wichtigsten Financiers des österreichischen, für den deutschen Markt bestimmten Films sind „Nichtarier". E3 ist also hier eine schöne Gesellschaft beisammen. Man muß das jüdische Kinopublikum auf diese Schande aufmerksam machen. Unsere Rubrik „Filme der Woche" kann gute Dienste leisten. Der österreichische Film, auch der mit jüdischem Geld produzierte, ist gleichgeschaltet. Das Filmkapital hat sich hier mit Haut und Haar der Diktatur des Dritten Reiches verschrieben. Vorläufig ohne großen Schaden. Denn die Nichtinformierten und die Gleichgültigen laufen ohne Bedenken in die Kinos, wo der hitleristisch-deutsche und arisch-österreichische Film läuft. Sie unterstützen nicht den Kampf gegen die „Filmjuden" — ein Wort, das bereits ein Schimpfwort geworden ist. Und doch gibt es bereits eine Reaktion. Der jüdische Filmproduzent Felix Außenberg, der ehemalige europäische Generaldirektor der William-Fox- Filmgesellschaft, ist im Begriff, in Prag eine von Nazideutschland unabhängige Filmproduktion aufzunehmen, in der vor allem die emigrierten jüdischdeutschen Schauspieler beschäftigt werden sollen. Sollte dieses Projekt gelingen, dann ginge es vielleicht auch den „nichtarischen" Filmkapitalisten ä la Preßburger, Rabinowitsch, Grünstein an den Kragen. Vielleicht haben wir Glück. * Auch Italien, dessen eigene Filmproduktion an die Grenzen des italienischen Sprachgebiets gebunden ist, hat die Absicht, sich an der Wiener Filmproduktion zu beteiligen. Italiens Interessen an der Wirtschaft Oesterreichs sind im Zusammenhang mit dem Eintreten Italiens für Oesterreichs politische Unabhängigkeit von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Wenn nun italienisches Kapital in Wien Filme drehen sollte, dann wird es keinesfalls den „nichtarischen" Geschäftsmachern den Gefallen erweisen, auch seinerseits dem Arierparagraphen zu huldigen. Von hier also droht unseren jüdischen Hitler-Freunden eine Gefahr. Neben Italien zeigt »ich auch in Amerika Interesse für eine FUmproduktion in Oesterreich. Die große „Fox" hat die Absicht, schon in nächster Zeit in Wien zu produzieren. Führende Regisseure und sonstige Filmfaehleute werden nach Wien kommen, um sich mit den Produktlongmöglichkeiten an Ort und Stelle bekannt zu machen. Amerika weiß vor allem die künstlerische Leistungsfähigkeit Wiens zu schätzen. Allerdings werden sich die Amerikaner nicht vorschreiben lassen, mit wem und mit wem nieht sie zu drehen haben. Die von Hitler-Deutschland gestellten Arierpamgraph-Bestirnmungen wird sich der amerika* nisehe Produzent selbstverständlich nicht nisten lassen. Mit anderen Worten: Amerika wird nur dann in Wien, deutschsprachige Filme drehen, wenn Deutschland hievr den Arierparagraphen fallen läßt. Unsere einheimischen ,,nichtarisehen" Produzenten werden hoffentlich seitens des amerikanisehen Kapitals belehrt werden. Judenreino Filme, mit jüdischem Geld produziert, könnten bald der Vergangenheit angehören. GeneraSappell des Bundes jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs Sonntag, den S. Mai, fand im überfüllten lienz- Gebäude der Generalappell des Bundes jüdischer Front- Soldaten und die feierliche Wimpelüberjrabe an die einzelnen Bezirksgruppen statt. Der Landesfiihrer des Bundes, Dr. Ernst Lamberg. konnte Vertreter des Bundeskanzlers, des Heeresministeriums, des Bürgermeisters, des Polizeipräsidenten, der verchiedenen Wehrformationen, den Volksbildungsreferenten der Stadt Wien Professor Dr. Karl Lugm ay r sowie Obcrrabbinci* Dr. Feucht w a n g, den Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde, Vertreter der Judenstaatspartei, des Verbandes der Allgemeinen Zionisten, des Brith Trumpcldor 11. a. begrüßen. Nachdem der Schauspieler Kam. Jakob Feldhammer ein Gedieht des Bekenntnisses der jüdischen Frontsoldaten (Text: A. Winzer) meisterhaft vorgetragen hatte, ergriff Bundesführer Hauptmann a. D. Siegmund Edler v. F r i e d m a n n das Wort zum Appell. Der Redner erklärte, daß die jüdischen Frontsoldaten Gleichberechtigung fordern und rief zur Bildung einer einheitlichen jüdischen Front auf. Seine Rede wurde mit' der Absingung der Hatikwah (Jüdischer Gesangverein) abgeschlossen. Es sprachen ferner Direktor Hanni, Professor Dr. Karl Lugmayr, Dr. Matejka und FjVHj, Weihs-Tihany Edler v. M e i 11 p r u g g. Dr. Ritter v. Kusche 11 r e 111 h e r heftete das Fahnenband an die Fahne des Bundes, der Wehrführer Oberlt. d. R. Ernst Stiaßny übergab den Bezirksgruppenführern die neugesüfteten Wimpel und nahm das Gelöbnis der Treue ab. Die imposante, von Begeisterung erfüllte Feier wurde durch eine vor den Geladenen durchgeführte Defiüerung, an der einige tausend Frontsoldaten teilnahmen, abgeschlossen. Wir werden auf den Verlauf der großen Kundgebung noch zurückkommen. Ausgeseidsnete Leistung der Hakoah Gegen F. C. Wien -1 :0 siegreich Eine ganz ausgezeichnete Leistung bot die Hakoah. Sie war um Klassen besser als der F. C. Wien. Der Sieg in diesem Ausmaß war vollauf verdient. Hakoah war in großer Form und lieferte in taktischer und technischer Hinsicht vollendetes Spiel. In ganz besonderer Form befand sich der Angriff. Halfrcihe und Verteidigung waren überaus sicher. Die Tore der Hakoah schössen Ehrlich 1 (2), Ehrlich 2 und Reich. Durch diesen Sieg hat dio Hakoah (13 Punkte) den Fav. Sp. Cl. (12 Punkte) überholt. Hakoah spielte in folgender Aufstellung: Kata; Donnenfeld, Weiß; Breitfeld, Stroß, Platschek; Ehrlich 1, Mausner, Ehrlich 2, Zwiebel, Reich. „Palästina-Levante-Courier", Redaktion Ing. Otto Braun. Soeben erschien die erste Nummer dieser Zeitschrift als offizielles Organ der Austro-Palästinensischen Handelskammer. Aus dem Inhalt: Palästina und Oesterreich. Von Bundesminister Fritz Stockinger. Oesterreichs Export nach der Levante. Von Bundeskanzler a. D. Streeruwitz. Palestine and Austria by Goldwater A. R. S. M. General Manager of The Palestine Corporation Ltd., Jerusalem. Wirtschaftlicher Informationsdienst. Industrie und Handel, Branchenberichte, Neugründungen, Transport und Verkehr, staatliche Ausschreibungen etc. Schelhammer's cSlüdkslose! Die Ziehungen der neuen Klasscnlotterie beginnen am 21. und 23. Mai d. J. Es kommen wieder Haupttreffer von S 1,000.000.—, S 200.000.--, S 100.000.—, S 60.000.—, S 50.000.—, S 40.000.—, S 30.000.- u. v. a. zur Verlosung. Bestellen Sie daher heute schon Ihr Los, die Anwartschaft auf das große Glück, beim Haupttrefferbankhaus Schelhammer & Schattcra, I., Stephansplatz 11, oder Fil. XIII., Hadikgasse 60 a. E Billige Sonderfahrten nach Polen. Am 11. Mai und 25. Mai gehen besonders billige Sonderzüge nach PoleD. Am 25. Mai findet eine Fahrt nach Gorlice anläßlich der zwanzigsten Wiederkehr des Tages der Durchbruchsschlacht statt. Näheres über alle Sonderfahrten: Polnisches Verkehrsbüro Francopol, Wien, III., Rennweg 1, (im Gebäude des polnischen Konsulats), Tel. U-16-4-90. DER £ der Grüße und der alle sind f>ut (^kleidetdurch SCHIFFMANN Für den DÜNNEN: SDorl'StitÄHfi, 2 ifilifl . S 29'-^ STUcftcnlof. UHobc»9foau8 S 39-- 1rcitrt)coat, .Uacufutter S 29'— ftrtiliinOüö'Wftnlcl, ncf. S 39* — .Unicfa-bucrci- . >S!)'30, S 7-flO TOobe-.Üembcu, 2 Jtrafl. S 4'8Q Wobt«ftiitc, otfc ftarbcu S B-BD iÜorcnlHjatbfifjufjc . . s 12'8Q Für den DICKEN: Ätcfbcr Dtö ©tüftc «» Äcwöcu biet SnlölveUe 30 an(cvl)ofcn bl« 3}<incf)< tocitc 150 cm <Sd)afiuolIinn!ct . . ,»S 13*90 Cöttaficu'ÖtHAftnc . . . S 59"— .ticrrcn>Stcif..ff,c(ineu .8 - '59 Csli-opna-Äiticljofr . . S 1*98 3nbant0t.».vcmb.UJtT(j.S MO Eigentümer, Verleger, Herausgeber und verantwQrtUcb,er Redakteur: Oberbaurat Robert Stricker. — Druck; Druckerei- und Verlags-A.-G, Ignaz. Steinmaao, beide Wie», 0 ix., univereität«styttße *,