Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 458 (26.4.1935)
- Date
- 1935-04-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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^reis 20 Groschen Jahrgang 9 feciteg, den 96« Apifl tm* Nr* 458 V. b* b* ndet cur" Titl. Universitätsbibliothek Wien, l. I REVUE HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.40, vierteljährig S 4.—, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 1.60, vierteljährig Zloty 4.50; Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc 15.—; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.—; Bnmänlen monatlich Lei 40.—» vierteljährig Lei 120.—; Deutschland monatlich Mark 1.—, vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 30.—, vierteljährig Lewa 80.—; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—i Schweiz und die übrigen Länder monatlich Schweizer Franca 1.60, vierteljährig Schweizer Francs 4.50. Mit £3 bezeichnete Anzeigen sind entget-tlich, Redaktion u, Verwaltung: IX, Umversitätsstr. 8, Tel, A-20-2-78 — Erscheint Dienstag u» Freitag Spaltung Sm Zionismus vollzogen! Austritt der Revisionisten Aus Paris meldet die J. T. A.: Sofort nach der Rückkehr Jabotinskys, des Präsidenten der Weltunion der Zionisten-Revisionisten, aus Amerika trat das Exekutivkomitee der Union unter seinem Vorsitz zu einer Sitzung zusammen und faßte definitive Beschlüsse über die Beziehungen der revisionistischen Union zur Zionistischen Organisation im Hinblick auf die neugeschaffene Lage. Die Beachlflsse lauten: ,,A) Austritt aus der Zionistischen Organisation. Gemäß der Resolution der sechsten Weltkonferenz, die das Exekutivkomitee bevollmächtigt hat, das Verhältnis der Union der Zionisten-Revisionisten zu den zionistischen Kongreßwahlen, zum Kongreß selbst und zum Schekel zu bestimmen, ordnet die Exekutive an: 1. Kein Mitglied der Union oder einer ihr angeschlossenen Körperschaft darf sich an den Wahlen zum nächsten Zionist e n-Kongr eß, sei es als Wähler oder als Kandidat, beteiligen. 2. Nachdem die Zionistische Organisation den Herzischen Schekel abgeschafft und an seine Stelle eine Legitimation parteiischen Charakters eingeführt hat, darf kein Mitglied der Union oder einer ihr angeschlossenen Körperschaft den neuen Schekel entgegennehmen. Damit treten alle Revisionisten aus der Zionistischen Organisation aus. 3. Wer gegen diese Verordnungen verstößt, wird automatisch aus der revisionistischen Union und den ihr angeschlossenen Körperschaften ausgeschlossen. 4. Die revisionistischen Mitglieder des Zionistischen Aktionskomitees treten aus diesem Organ aus. 5. Das Exekutivkomitee stellt fest, daß die Zionistische Organisation einer Vertretung der zweitgrößten aller zionistischen Richtungen ermangelt, wodurch die Zionistische Organisation das Recht verloren hat, als eine Vertretung der gesamten zionistischen Bewegung zu fungieren. Das Exekutivkomitee wird hierüber der Zionistischen Exekutive eine offizielle Note zugehen lassen. B) Plebiszit betreffend Unabhängige Zionistisch© Organisation. Das Exekutivkomitee glaubt, daß unter den geschaffenen Umständen auf der Union der Zionisten- Revisionisten die Pflicht ruht, die Initiative zur Gründung einer Unabhängigen Zionistischen Organisation zu ergreifen. Demgemäß stellt das Exekutivkomitee die folgende Resolution zum Plebiszit innerhalb der Union der Zionisten-Revisionisten und der ihr angeschlossenen Körperschaften; von der Annahme dieser Resolution hängt das fernere Verbleiben der Exekutiven im Amt ab: Die Union der Zionisten-Revisionisten proklamiert die unmittelbare Gründung einer Unabhängigen Zionistischen Organisation und beauftragt das Exekutivkomitee, für Dezember 1935 den konstituierenden Kongreß der Organisation auf Grund des Judenstaats-Prinzips und auf der Basis des Herzl- Schekel einzuberufen. Das Plebiszit wird in allen Orten und unter allen Teilen der Bewegung am Sonntag, den 19. Mai 1935, stattfinden. Eine genaue Instruktion betreffend Durchführung des Plebiszits wird in nächster Zeit ausgegeben werden. Gleichzeitig mit der Bekanntgabe dieser Beschlüsse gibt das Exekutivkomitee der Union der "WD Hotel Arras NAZZA 7 Avenue Baquis Aller Komion. EleRant«: Gimmel. Nahe am Meer und Kasino. Idealer Aufenthai.. Komplette Pension: fFrcs.35.— Pension Irma Meister, Meran Idealer ganzjähriger* Aulenthalt, letzter Komtort, gerühmte Küche, herrl. Park, mäßigePreise,'VorfragengSieProspekte - Zionisten-Revisionisten ein von allen Mitgliedern unterschriebenes „Manifest an das jüdische Volk" heraus. Aufruf der Juden§laalsparlei Die Weltexekutive der Judenstaatspartei erläßt nachstehendes Manifest: An alle Zionisten! Die Zionisten-Revisionisten haben ihren Austritt aus der Zionistischen Weltorganisation vollzogen. Sie werden am kommenden XIX. Zionistenkongreß nicht teilnehmen. Sie gehen daran, eine zweite Organisation, die „Unabhängige Zionistische Organisation" zu gründen. So hat sich in der von Theodor Herzl geschaffenen Bewegung nach last vierzigjährigem einheitlichem Bestände eine Spaltung Vollzogen. Die Schuld an dieser Versündigung an dem Erbe Theodor Herzls trifft alle jene zionistischen Parteien, welche den Judenstaatsgedanken als einzigen Wegweiser des Zionismus verleugnet und damit das Fundament der Zionistischen Weltorganisation untergraben haben. Einem Zionismus ohne Judenstaatsgedanken, ohne den Judenstaat als Zielsetzung, fehlt die Kraft, das ganze jüdische Volk zu einigen. Seine Organisation muß zerfallen. «lofcttlctbcnben ttJrCÖlOUCr ärjtlith tnätmllens empfohlen M3 ©atierbtunn In die Schuld der te S^^iiySüiÄfijll^'W d Je>.Hßtaatsgedan und die allgemeinen Zionisten in gleichem Maße. Verantwortlich für die Spaltung sind auch jene, welche gegen den Herzischen Gedanken von der Einheit des jüdischen Volkes und der Zionistischen Organisation verstoßen und Separation geschaffen oder gefördert haben. Diese Schuld trifft die Linken, die allgemeinen "Zionisten und die Revisionisten. Die Linke, welche heute die Organisation beherrscht, hat eine rücksichtslose Parteidiktatur im Zionismus eingeführt, mit Terror, Hungerpeitsche, Aussperrung aller, die sich ihr nicht blind fügen wollen. Sie hat dadurch den Glauben an die Anhänglichkeit an die jetzt von einer Klassenkampfpartei beherrschte zionistische Organisation erschüttert. Durch provokatorische Maßnahmen hat die Linke den von ihnen gewünschten Austritt der Revisionisten und damit die Spaltung der Weltorganisation gefördert. Durch willenlose Gefolgschaft, welche die allgemeinen Zionisten der machtgierigen Linken geleistet haben und leisten, durch ihre schwankende Haltung in allen wichtigen Fragen des zionistischen Programms, durch ihr Versagen in allen entscheidenden Momenten haben die allgemeinen Zionisten zur Zerrüttung der Organisation in reichem Maße beigetragen. Sie, denen noch vor nicht allzu langer Zeit das Schicksal der Zionistischen Organisation anvertraut war, haben jeden energischen Widerstand gegen die Machtgier der Linken aufgegeben und damit die Spaltung vorbereitet. In schärfster Weise ist das Vorgehen der revisionistischen Führer zu verdammen, welche jetzt Den Weg. muU hezlstmt führt über die PALÄSTINA-EILLINIE LLOYD TRIESTINO TRIEST-J AFFA-H AIFA nur in der ausgezeichneten Touristenklasse in zwei- oder I 250 vierbettigen Außenkabinen, mit reichlicher u. schraackhafter Verpflegung (vier Mahlzeiten täglich) mmmmmmammmammmmmmmmmmmmmmmmmmmm Die großen Schiffe ,GALILEA' ,GERUSALEMMp' .PALESTINA' (je 12.500 Tonnen Deplacement) verkehren sechsmal monatlich nach Palästina, außerdem dichter Verkehr via Aegypten und via Athen—Istanbul. Gelegenheit zu herrlichen Rundfahrten im Mittelmeer. Für JlfisPfifstitf&ihtiPttiii Sokde&mäise! •▼¥W^yi»VVV¥lfffrlPW?¥f^ ^^fwlfVlFlff/fVf/ 9 LLOYD TRIESTINO Wien I Kärntnerring 6 Telephon U-47-9-S0 Judenstaatepartei Oesterreichs Anläßlich des 75. Geburtstages Theodor Herzl» veranstaltet die Judenstaatspartei eine ftefie fimi-fednätfeiet welche Donnerstag, den 2. Mai, um halb 9 Uhr abends im Festsaale des Hotel Continental, H., Taborstraße 4, stattfindet. — Die Gedenkrede hält Oberbaurat Ing. Robert Stricker. Den künstlerischen Teil bestreiten: Heinrich Schnitzler (Deutsches Volkstheater), Opernsängerin Jolanthe Gar da, Klaviervirtuosin Sonja Gurewitsch, Violinvirtuose David Grünschlag (Meisterklasse Prof. Bronislaw Huberman) u. a. Karten ä S 1.50 und S 1.— sind erhältlich in allen Sektionen der Judenstaatspartei, bei Frau Paula Stricker, Tel. A-48-1-89, im Warenhaus Brüder Schifimann und in der Buchhandlung M. Rat h, II., Taborstraße 20 a. vom Kampfplatz geflohen sind und damit ihr eigenes Programm verleugnet haben. Statt den schweren Kampf um die Erhaltung der Zionistischen Organisation und' ihre Durchdringung mit der Judenstaatsidee standhaft weiter« zuführen, haben die revisionistischen Führer Jahre hindurch eine auf den Austritt aus der Herzischen Organisation und ihre Zertrümmerung hinzielende - Politik betrieben.-Diese Politik hat im Jahre 1933 zum Austritt Her Juflehsföätsparter ans ^er revisionistischen-Imion jetzt zum Austritt der Revisionisten aus der Weltorganisation geführt. Ein abschreckendes Beispiel der Verletzung nationaler Pflicht! Die Judenstaatspartei, welche seit ihrem Bestände unentwegt gegen die zersetzenden Tendenzen der Linken, der allgemeinen Zionisten und der Revisionisten gekämpft und zur Sammlung unter der Fahne Theodor Herzls, unter der Judenstaatsfahne, gerufen hat, steht frei von jeder Schuld an der Spaltung und Schwächung der Weltorganisation da. Sie ist jetzt die einzige Trägerin des Judenstaatsgedankens und Vorkämpferin des Gedankens der nationalen Einheitsfront in der Zionistischen Weltorganisation. Sie ist nach wie vor ent>- schlossen, alle monopolistischen und separatistischen Tendenzen im Zionismus zu bekämpfen. Sie fordert jetzt, im Zeitpunkte der verhängnisvollen Spaltung, alle Zionisten auf, sich zum Schutze der Herzischen Judenstaatsidee und der Herzischen Organisation mit der Judenstaatspartei zu vereinigen. Di§ziplin nach Bedarf Nach der Tagung des Aktionskomitees gaben drei zionistische Persönlichkeiten der Presse gegenüber ihre Meinung über die Ergebnisse dieser Tagung ab. Präsident Nahum Sokolow erklärte, mit den Resultaten der A.-C.-Tagung zufrieden zu sein, obwohl sie einen Friedensschluß zwischen den zionisti» sehen Gruppierungen nicht gebracht habe, aber — so sagte der Präsident der Zionistischen Organisation —• „die Idee des Jüdischen Nationalheims sei jetzt klarer umrissen". Ob Präsident Sokolow hier auf eine präzise Endziel-Definition, die vielleicht im A. C. in Jerusalem gefaßt wurde, anspielt oder ob seine Behauptung der Ausfluß seines unbesiegbaren Optimismus ist, läßt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Der politische Leiter der Londoner Exekutive, Prof. Brodetzky, war ebenfalls mit dem A. C. zufrieden. Seine Zufriedenheit stützte sich allerdings nicht auf die Leistungen der Leitung, sondern, wie er erklärte, auf die von der jüdischen Welt geleistete Arbeit: aber es seien leider auch Rückschritte zu verzeichnen, und zwar hinsichtlich der Zahl der jüdischen Regierungsbeamten und Angestellten und hinsichtlich der Verwendung des Regierungsbudgets für jüdische Bedürfnisse und Interessen. Es ist dies eine zarte Kritik des britischen Palästina-Regimes, also PAUKSTSÜH Allwöchentliche Fahrten nach mit den Luxusschiffen der italienischen Linien, billigtse Preise günstige Arrangements. Auskünfte und Anmeldungen Reisebüro CENTRAL,?° lr.¥„8j^Ml ^eLephQn^R.27JrjTa 4ÄegeüaberKrie«3miüisterhtt*