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Die neue Welt · 1935-04-12 · Heft 455 (12.4.1935) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 455 (12.4.1935)
Date
1935-04-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
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%fce '4 DIE NEUE WELT Nr. 455 3 x BERGMANN. I. RABEHSTEIG3 HI1WWELPF0RTC. 5 KÖLLN ER HOF (3. 1 SÄMTLICHE ARTIKEL IN WASCHE UND wirkwaren SPOTTBILLIG! FUhrend In ETERNA Hemden (von 6*80 aufw.) Judenstaatspartfei Oesterreichs Montag, «t«"" t">. April, Sektion UrlRittrnaii, Ileiiuclinann- «asse SO, '..•9 I hr aben.K. P orträte Fritz Richtrr. Di»»n«*taK. den 16. April, Sektion XlViXV, Schanrstraßc 32, Ihr abends, Vortrag Theodor Orubner. Samstag, den 20. d. M.. veranstaltet die Sektion XX in» M aUcnstein-Kinn. XX., Wollensteinstraße .V>, eine Nachtvorstellung. Znr Aufführung gelangt „Dnrld Goldrr" mit Henrv Baur ui der Hauptrolle. IIIIIIIII II IUII III | III || | III II | II || 11| im im Hl || || | II 11 in iii)v BrithvHakanaiiti ^i-nntap, aen 11. April. 3 Ulir nachmittags, im Judenstaatahei;,) Frater. II.. Kleine Zufahrtsstraße 166: Ücneralnppell und Bundestagunp. _ t. Eröffnung-, 2. Viktor Rosen fei d: Die Arbeit und Ot-günisation de» Brith Hakanaini. 3. Ruth Frisclimann: Die Barkajnh. 4. Fritz Richter: Brith Hakanaim und .Tudenstaatspartei. 5. Dr. I. Z. Kanncr: Die Ideologie des Brith Hakanaim. 6. Generaldebatte. (Teilnahme nur für Mitglieder de? BriUi Hakanaim und geladene Gaste.) < III II II 1111111111 II 11111111 j 1111 (| 111 |i 1111111 h u, |! 1111111| | (111| | (l 11| > Zionismus an der Von E. Geilall (Prag) n. Während der Osten der Republik (Slowakei und P. K. Ft.) rein gefühlsmäßig stets zionistisch war, wurde der politische Zionismus bald nach seiner Entstehung nach Böhmen und Mähren getragen. Insbesondere waren es die Studentenvereine in Prag und Brünn, aus denen viele, gute und vor allem ebenso bedeutende, wie arbeitswillige Zionisten hervorgingen, welche, nach Absolvierungde3 Studiums sich über die gesamte ehemalige Monarchie und darüber hinaus zerstreuend, den Zionismus propagierten. Aber neben den Studentenvereinen tauchte eine, andere Bewegung auf, welche das zionistische Leben wesentlich beeinflußte: der von den Wanderbünden getragene Chaluzismus. Als dem Vorkriegseuropa mit seiner stabilen Ideenwelt das Stadium der „N e u w c r t u n g aller Wert c", ein chaotischer Zustand folgte, erfaßte die Idee der Umschichtung (Hach&charah) und Palästina- Wanderung (Alijah) die bürgerliche jüdische Jugend. Eine Jugend, die, losgelöst von der Misere des Alltags, dem Grauen des Krieges, dem Hungern der Massen, von einem freien, hochwertigen Menschen träumte. Dieser Drang nach „Vollmcnschcntu m" mit der Chaluziuth verbunden führte hervorragende Pioniere nach Erez. Wenn die Völker Europas der heldenhaften Aufopferung im Kriege gedenken, so können auch wir Juden unseren Pionieren, die dort unten zwischen Sümpfen und Wüsten für unsere Zukunft lebten und starben, ein Denkmal setzen. Böhmen und Mähren stellten, wie schon erwähnt, ein großes Kontingent von Chaluzim. Der Einfluß der Jugendbünde und der aus ihnen hervorgegangenen Zionisten naiim stets zu und wurde deswegen so bedeutend, da diese Bünde sich auch parteipolitisch bald festlegten, sich nämlich den „linken" Parteien anschlössen. Nicht, daß sie die marxistische Ideologie aufnahmen und diese Ideen unter der Jugend verbreiteten und verbreiten, rief eine Reaktion hervor, sondern die traurige Tatsache, daß das Programm Herzls auf Kosten der sozialistischen Ideologie in den Hintergrund gedrängt wurde, der Zionismus die Bedeutung eines „Etappenziels" bekam. Die jüdisch-nationale Idee mit ihrer zionistischen Konsequenz wurde nicht mehr gefühlsmäßig in Seele und Geist der Jugend verankert, sondern mehr durch ökonomische und soziologische Argumente begründet. Und dieser Erziehungsfehler mußte verhängnisvolle Folgen haben. Mitten im Kampfe gegen die bürgerliche Assimilation sah sich die zionistische Bewegung einer „roten Assimilation" gegenüber, die, weitaus gefährlicher, auch die Position der jüdischen Minderheit als politisches Gebilde untergrub. Massenübertrittc von jüdischen jungen Intellektuellen aus uen Jugendbünden in die sozialdemokratische und kommunistische Partei waren an der Tagesordnung. Der „allgemeine" Zionismus, ohne Jugend, ohne Nachwuchs stand diesen linken Bewegungen wohlwollend gegenüber. Da der neu aufkommende Revisionismus besonders im Osten der Republik zahlreiche Anhänger fand, stand der allgemeine mit dem linken in 'dner Kampffront. Und in dieser Front steht er noch heute. Und dennoch ist da;* keine gegebene Tatsache, sondern, wie in allen Dingen, liegt auch dem ein politirjühcr Handel zugrunde. Die aus den Jugendbünden hervorgehenden Zionisten gründeten eine neue Partei: Arbeitsgemeinschaft sozialdemokra tische r Zionisten (A. G. S. Z.), die sich von der Poale Zion dadurch unterscheidet, daß sie jüdische Politik mitmacht und nicht auf die II. Internationale festgelegt ist, sondern linksbürgerliche Elemente wie auch Billiges Ostergeschirr per Kilogramm hob Achtung! Adresse: Michael Sprechmann, II, Taborstr. 51 den halbkommunistischen Haschomer-Hazair in sich vereinigt. Also, der Handel zwischen den „Allgemeinen" und der „A. G. S. Z." bestand darin, daß den Linken di? zionistischen Aemter in die Hände gespielt wurden, die Allgemeinen die offizielle Führung im Landesverband und die Repräsentanz nach außen erhielten. Daß dieses Geschäft von Seiten der Allgemeinen eine Fehlspekulation ist, kommt ihnen heute noch nicht zu Bewußtsein und kann uns auch gleichgültig bleiben. Mlllik Und im eigenen Stimmung Heim durch aus dem Grammophonhaus A4|4tJLMlV AM^PParate u Platten aller Marken nefZKGri IX,Währingerstr.62.A 11-7-59 Der Revisionismus, im Osten stark werdend, beging und begeht, ebenso wie überall auf der Welt, dio schwersten taktischen und politischen Fehler und wurde völlig kaltgestellt, trat „freiwillig-gezwungen" aus dorn Zionistischen Landesverband aus. Da der Misrachi und die Poale-Zion ebenfalls außerhalb des Landesverbandes stehen und die „politischen Zionisten" (Radikale, die die Linksschwenkung Grünbaums nicht mitmachten) kürzlich ausgeschieden sind, wurde der Landesverband ein Rumpfparlament. Die Allgemeinen in der Tschechoslowakei sind aber sehr links, die A. G. S. Z., infolge ihrer Machtpositionen, keineswegs doktrinär, gibt es zwischen diesen beiden Gruppen fast nur organisatorisch:; Unterschiede und so ist es verständlich, daß zu dem vor kurzem stattgefundenen Zionistentag keine Wahlen stattfanden, sondern man sich „g U 11 i c h" einigte, da das Endergebnis der Beratungen sowieso schon feststand und es auf ein paar Stimmen mehr oder weniger nicht ankam. So beherrscht fast den gesamten offiziellen zionistischen Beamten- und Presseapparat eine Minderheit von Zionisten. Um dieses Bild abzurunden, sei noch erwähnt, daß dieselbe Clique auch die „Jüdische Partei" beherrscht und heute im Begriffe ist, den ihr unbequemen Führer der politischen Zionisten, Dr. Marguli es, kaltzustellen. Die anderen Parteien stehen, da sie ja das Forum des Landesverbandes verlassen haben, diesen Verhältnissen ohnmächtig gegenüber. Wirft man einen Stein ins Wasser, so breiten sich die vom Mittelpunkt ausgehenden Kreise immer mächtiger aus. Die zionistische Idee, seit Jahren in die Massen geworfen, könnte, da ja ihre Richtigkeit, ihre logische Voraussetzung heute mehr denn je erwiesen sind, auch in Böhmen und Mähren die breiten Massen der. Juden erfassen. Dies ist aber nicht der Fall. Sei bstzerfleischung der Zioni3ten, rücksichtsloses Zurückdrängen zionistischer Gruppen und Persönlichkeiten von Seiten der sowohl numerisch als auch g c i s t ig nicht allzu starken, heute herrschenden Oberschicht, Mangel jeglicher Taktik und Einsicht bei den Revisionisten verleihen der heutigen Situation einen traurigen Charakter. Söci (?i*fä(tungä€.t*antf)cttcn Untren Xo^aU Tabletten rafft uub ficfjer. Togal löft bic [d)äblirf)cn S3e|tartbtcilc im 23lut; es tuirft in I)ol)ent SjcaRC als inneres Mutifcpttfum. 1 bis 2 Tabletten, icd)t3citicj flc.- nommen, formen CSrfältunc^sJraitffjetten ucrf)iiten. lieber 6000 Stferjtc, barunter ütelc bebeutenbe ^3rofenoren, bc; (tätigen bic Ijetnorragenbe SBirfuna, bes Togal. Jn allen Mpothcfcii bes 3nuiib Wuslanbes erljältlirt). ^veis S 2.40. IZ Diese Oberschicht aber ist, und das ist das Tragische, politisch vollkommen unfähig, den Zionismus zu propagieren, die zionistische Idee in die Massen zu tragen. Trotz der Tatsache, daß in unserer nächsten Umgebung Judenverfolgungen in allen Schattierungen sich täglich und stündlich abspielen, vermag der Zionismus bei uns diese Situation nicht auszunützen. Trotzdem Palästina heute ein blühendes Land ist und aiese Tatsache allein schon Propaganda für den Zionismus bedeutet, läßt man alle diese Gelegenheiten, die breiten Massen zu erfassen, ungenützt verstreichen. Die „allgemeinen" Zionisten, sofern nicht mit Pension Koch, Haifa Hadar-Hakarmel Hermon Street 20 Telephon 1139 Haus ersten Ranges / Herrliche ruhige Lage / Kühle Räume / Modern eingerichtete Zimmer mit fließendem Wasser / Gepflegte koschere Küche / Mäßige Preise. 1 einem ,.Mischeberach" auf die heutige Exekutive, und mit Schimpfen auf die bösen Rechten (Revisionisten, Judenstaatspartei, Misrachi und Allgemeine B werden in einen Topf geworfen) beschäftigt, schlafen und begnügen sich mit einem mehr oder minder temperamentvollen Kopfnicken zu den Aktionen der Linken. Die Linken sind voll beschäftigt, sich einen festen Parteiapparat auszubauen. Und sie haben es leicht. Zionistische Beamte, erhalten von zionistischen Geldern, fahren überall herum und verbinden offizielle Tourneen mit agilster Parteipropaganda. Und da fast die gesamte F ü h r e r s c h i c h t der Linken von zionistischen Organisationen und Fonden erhalten wird, zeigt es sich wiederum, wie klug die allgemeinen Zionisten für ihre Zukunft sorgen. Wir nehmen nicht daran Anstoß, daß die zionistischen Beamten Linke sind. Das ist ihre Privatsache. Aber, daß sie einerseits neutrale Stellen verkörpern sollen, anderseits aber in allen Tonarten der ihnen zu Gebote stehenden Parteidemagogie ihre innenpolitischen Kampflieder blasen, ist unzulässig und ungesund. Es ist hier aufgezeigt worden, wie verworren, zerrissen, unerquicklich und nach Revision schreiend die zionistische Situation in der Tschechoslowakei ist. Es ist hier versucht worden, die Ursachen der heutigen Zustände aufzudecken. Woran es jetzt fehlt, ist sittliche K r a f t und Wille zum Handeln. Sittliche Kraft, das heißt nicht blinder Parteidemagogie zu unterliegen, einzig und allein der Idee Herzls zu folgen, persönliche Interessen in den. Hintergrund zu stellen. Wille zum Handeln, das ist der Sprung in die Tat. Das ist der Wille, die angeführten Prinzipien und Grundsätze verwirklichen zu helfen. Wird es nun gelingen, Vorbedingungen für gemeinsames Arbeiten am gemeinsamen Ziel, am Judenstaat, zu schaffen? Das ist die Schicksalsfrage. sä Polen u. Czernowitz Abfahrt: 14. und 16. April (früh) / Rückfahrt: 25. April und 2. Mai ÄÄ! Pom. tat. „Frnncopol", Hl, Rennweg 1 , (im Poln. Konsulatsgebäude) U-16-4-90 Schenker & Co., 1, Schottenring 9, R-50-510 Aus Rumänien Ministerpräsident a. D. als Hetzer Der frühere Ministerpräsident Vnida -Vocvod, welcher vor kurzem von den Nationalzaranistcn ausgeschlossen wurde, zieht im Lande umher und hält antisemitische Hetzreden. Wie die „Ostjüdische Zeitung" Ii» C'zernowitz meldet, hat er in Oradcamarc einen vche-» nienten Ausfall gegen die Juden unternommen. Er nannte sie Parasiten, forderte zum Boykott gegen die Juden auf, verleumdeteauch die Jude» Palästina» usw. Die Zeitung stellt fest, daß er sich überall einer Fälschung bedient, indem er als Quelle für seine antisemitischen Behauptungen ein „jüdisches" Buch zitiert, es aber unterläßt, den Titel und Verlag desselben zu nennen. Vaida-Voevod arbeiter also jetzt den Cuzistcn in die Hände. Studentenkrawalle Aus Bukarest: Ajti C. d. M. ereigneten sich sowohl in der Universität als auch in der C a I e a V I c t o r I e i und vor dem Senat Ausschreitungen gegen die Juden. In der Universität wurden zahlreiche jüdische Hörer von ihren antisemitischen Kollegen überfallen und schwer mißt) a n d e 11. Vor dem Gebäude des Senat« wurden j Ii d i s c h e Passanten am hellichten Tago beschimpft und attuekiert. In der Calea Vie.toriei überfiel um 1 Uhr mittags eine aus der Universität kommende Gruppe von 4 0 Studenten mehrere Autobusse und perlustrierte die Passagiere. Die Juden wurden mißhandelt und beschimpft. Dieser Vorfall hat peinliches Aufsehen erregt. Die Polizei intervenierte viel zu spät. Die Bultarester Nachmittags- und Abendblätter verzeichnen diese Vorfälle und protestieren dagegen, daß die Behördien nicht mit der notwendigen Energie eingreifen, um solch«'. Vorfälle zu verhindern, zumal doch die in Kraft befindlichen Au sn ah msg e s e t % e die prompte Unterdrückung solcher Unruhen ermöglichen. Am 9. d. M. landen neuerlich Demonstrationen antisemitischen Charakters statt. Es wurden zahlreiche Personen verhaftet, die weder Studenten sind noch dem akademischen Berufskreis angehören. Unter den Verhafteten befinden sich auch zwei Reichsdeutsche, die als Iletxer ertappt wurden und nach Verbüßung ihrer Strafe des Landes verwiesen werden. Im Zusammenhang damit, sollen die Pässe und Aufenthaltsbewilligungen aller Ausländer einer neuerlichen genauen Revision unterzogen werden. MaHiiioBiadesvFeier der SephardUati Am Freitag, dem 12. April 1935, um halb 7 ühr abends im Sephnrdisehcn Tempel, Wien, II., Ziikusgitssc Nr. 22: F e s t g o 1.1 e s d i e n s t. Gedenkrede: Professor Dr. Manfred P a p o. Beämet Hmsvemoäet vom 15. bis 28. April in Wien, wünscht mit Eigentümern Berliner Häuser in ihrem eigenen Interesse in Veibindung zu treten. Angebote unter „Verläßlich" an die Administration dieses Blattes

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