Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 455 (12.4.1935)
- Date
- 1935-04-12
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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«feite 2T DIE NEUE WELT Nr. 453 Ri'chon>Le*Zion Auf diesen Namen beruhen Weltruf und Güte der Palästina - Weine. Achten Sic deshalb auf die Etikettenbezeichnung- Ri'choit'LesZion fegfßMELHOCSfcv V&isfy # .. t3HS3ß$w&-^V — V»***" f**S *» $*>*>if »•«• Autor. Alleinverkauf: GUSTAV WILDER Wfen r\", Ruinergasse 31 Telephon U-12-4-84 zv.ischcn Revisionisten und Histadruth. Aber das sogen.tiTrtt© Plebiszit, das Ende März in Palästina betreffs dVr Ratifizierung dieses Abkommens durch die „Histadruth" durchgeführt wurde, brachte ein überraschendes Resultat: die Histadruth-Arbeiterschaft lehnte unter dem Druck ihres radikalen Flügels das Friedensabkommen ab. Die linken Führer mußten erleben, daß die von ihnen zum Klassenkampf gedrillte Arbeiterschaft ihren Parolen nicht mehr folgte Die Herren Ben Gurion, Kaplan, Katzejtelson usw. sehen jetzt, daß sie die linke Arbeiterschaft nicht mehr in Händen haben. Insbesondere die linke Arbeiterjugend, der Haschomer 31 a z a i r, geht über die Wünsche der linken Exekutive tur Tagesordnung über. Diese Arbeiterjugend ist intellektuell „bolschewisicrt". Die Zionistische Exekutive hat keine Macht mehr über die radikalisierten Massen der Jüdschen Arbeiterschaft Palästinas. Herr Bert Locker, der mit der roten Nelke im Knopfloch auf dem Prager Zionisteukongreß stolzierte und seither in aller Welt erzählte, daß er „zur Erhaltung der Disziplin" gesunde Medizinen auf Lager habe, mag jetzt darüber nachdenken, wie er die von ihm und seinesgleichen mit roten Fahnen ausgestattete „zionistische" Arbeiterschaft wieder zionistisch macht. Zur Erhaltung der Disziplin! Der linken Exekutive und ihren Institutionen ist die Einhaltung der Disziplin, das ist die objektive Behandlung aller zionistischen Gruppen, niemals am Herzen gelegen. Die Verteilung der Zertifikate beispielsweise wurde jederzeit dem Monopol der Linken unterstellt. Und die Verpflichtung zu restloser Objektivität ist ebenso Sache der Disziplin wie die bedingungslose Arbeit für die Fonde usw. Der letzte Streich der linken Exekutive war die Verunzierung des Herzl-Schekels durch eine Disziplin- Klausel, die jenen zu einem Instrument der gegenwärtigen zionistischen Leitung macht. Fast alle Zionisten — mit Ausnahme selbstverständlich der linken Gruppen — nehmen den Schekel mit der Disziplin-Klausel mit Widerstreben an; nur ihr zionistischer Patriotismus, nur die Einsicht von der Notwendigkeit einer einheitlichen zionistischen Organisation läßt die Ablehnung nicht zu. Die Revisionisten sind in diesem Punkt empfindlicher. Nach Ablehnung des Londoner Abkommens durch die Histadruth sollte die schon früher von der Judenstaatspartei und dann von Jabotinsky angeregte Round Table-Konferenz neuerlich Friedensmöglichkeiten schaffen. Das Aktionskomitee aber beschloß, sich mit der Frage solch einer Konferenz gar nicht zu befassen. So steht nun die zionistische Oeffentlichkeit vor dem Problem, auf welche Weise von der Zionistischen Organisation die vielen lebenswichtigen Aufgaben durchgeführt werden sollen, wenn die Linke jede Befriedungsaktion von vorneherein sabotiert. Allerdings darf nicht geleugnet werden, daß die Revisionisten ihrerseits bei verschiedenen Anlässen, sobald sie ihren Willen im Rahmen der Organisation nicht durchsetzen konnten, mehr oder minder deutlich die Absicht kundtaten, aus der Zionistischen Organisation auszutreten. Oft genug verzettelten sie ihn; Kräfte in politischen S o n d e r a k t i o n e n, die — weil ohne Mithilfe der anderen aiitiiinken Gruppen - r e s u 11 a 11 o s verliefen. Die Tendenz, der von Herzl geschaffenen zionistischen Weltorganisation den Kücken zu kehren, bestand insbesondere bei den sogenannten revisionistischen M a x i m a 1 i s t e ii, die Vladimir Jabotinsky bald in Schranken setzte, bald verwöhnte, bis schließlich in Kattowitz das demokratische Prinzip, das innerhalb j e d e r zionistischen Organisation Geltung haben muß, rigoros zusehanden gemacht wurde. Jabotinsky, sich zum Schein den Beschlüssen der Kattowitzer Konferenz fügend, erließ knapp nach dieser Konferenz ein Manifest, worin er als F ü h r e r der revisionistischen Union diejenigen Freunde und Exekutlvraitglieder „absägte", die sich gegen eine diktatorische Behandlung der revisionistischen Prinzipien und gegen eine Zerstörung der Zionistischen Organisation gestellt hatten. Alle revisionistischen Exekutlvmitglicder, die einer phantastischen Politik eine gesunde realpolitisehc Strategie entgegenstellten, verließen die revisionistische Union und gründeten mit M e i'r G r o ß m a n n an der Spitze die Judcnstaatspartei. Es geschah dies auf dem 18. Zlonistenkongreß in Prag. Von diesem Zeitpunkt an trat die Zickzacklinie der revisionistischen Politik immer mehr In Erscheinung. Initiier leichter wurde es den Linken und den ihnen nahestehenden Gruppen, die Revisionisten in die Isolierung zu treiben. So stellt sieh der nunmehr angekündigte Austritt der Revisonisten aus der Zionistischen Organisation als der Schlußpunkt eines langen, mit vielen Irrtümern ausgefüllten und im Grunde genommen tragischen Prozesses dar. Die J u d e n s t a a t s p a r t e i wird im Augenblick, wo der Austritt faktisch vollzogen sein sollte, vor einer schweren Aufgabe, stehen. Sie wird als einzige unter allen . zionistischen Gruppen den Judenstaatsgedanken zu propagieren und gegen die Gleichgültigkeit, und Vernachlässigung seitens der linken und allgemeinen Zionisten zu verteidigen haben. Der Judenstaatspartei ist jetzt eine hohe patriotische Aufgabe anvertraut. Die Schaffung eines >// Zionismus? //neuen Der Präsident «1er Union der Zionlslen-KevinloniNten, J :» b o t i n s k y, übergibt der Oeffentlichkeit eine Hrklärunj;, in der er die .Stellung der Revisionisten im Falle der 7,u erwartenden Ablehnung der Kound-Table-Konferenz dureh das A. ('. präzisiert. (Inzwischen hat da« A. ('. beschlossen, sich mit der Frage der Kound-Table-Konfcrenz nicht zu befassen. Die Jlednktlon.) •Jabotinskys ICrkliirung besagt: Nach der Liquidierung der ^lordverdHchtigiing in Sachen Arlosoroff-Frozeß hat unsere Union ihren Gegnern vorgeschlagen, in Verhandlungen zur Abschaffung der gefährlichsten Formen des iunerzionistisehen Kampfes zu treten und einen Weg für "VVIederaufstellung einer einheitlichen zionistischen Front zu bahnen. Diese unsere Initiative führte zur Unterzeichnung der T. o u d o n e r A b k o m m c n. Würde dieser Waffenstillstand von beiden Sciter; respektiert werden, so wäre sicherlich eine geeignete Atmosphäre zur Behandlung der Hauptfragen gcsc haf fen. Die Union hat in allen ihren Zweigen alle Abkommen bestätigt und ehrlich durchgeführt. Allein der zweite Partner hat seiner Unterschrift nicht geachtet: eines der Abkommen ist bis heute noch nicht durch die Allgemeine Arbeiterorganisation 'Histadruth) bestätigt worden. Aber auch die zwei bisher allein von der Zionistischen K x e k u t i v c ratifizierten Abkommen sind öffentlich und böswillig verletzt worden. Unsere Forderung nach einem ,z w t s c h e n p a r t e I I 1, c h e n Gerl e.-Ji t, wie es im Abkommen vorgesehen ist, blieb unbeantwortet. Die Nichtausgabe von Zertifikaten an den Betar und die Nichtzulassung unserer Vertreter zu den Falästlna-Aemtern werden uneingeschränkt fortgesetzt. Mit der unverkennbaren Absicht, die Revisionisten an der Teilnahme am Zlonistenkongreß zu verhindern, hat die Zionistische Kvekutive das traditionelle. Antlitz des Schekel verunziert, indem eine Klausel in den Text aufgenommen wurde, die den Hcrzlschen Schekel in eine Parteilegitimation umwandelt. Unbeschadet dessen halten wir die Londoner Abkommen für verpflichtend sowohl für uns als auch für den Gegenpartner. •Jedoch halten wir weitere Verhandlungen mit der Zionistischen Exekutive für nutzlos. Heute wie früher Ist für uns die Frage einer einheitlichen zionistischen Front für nosltive zionistische Aktivität das wichtigste aller Probleme. Aber der einzige Weg, das zu erreichen, . ist die Einberufung einer R o u ir d-T a b I e-K on-ferenz unter Teilnahme aller Parteien. Sollte alter diese unsere Forderung nach Einberufung "Iner Ttound-Table-Konferenz abgelehnt werden, so würde die Zionistische Organisation nicht mehr die Repräsentantin der ge- Kundmachung Die Wiener Molkerei bringt auch heuer Pcssach-Koschermileh in allen ihren Filialen zum Verkauf. Die Pessach-Kosc-hermilch wird in ihren Meiereien in Niederösl erreich unter streng ritueller Aufsieht der von Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr. M. Rosenmann bestellten, religiös verläßlichen Organe DTWtPID erzeugt. Jede Kanne und jede Flasche ist. mit einer Plombe, resp. einer Schleife versehen mit dem Aufdruck nca bw iwz 3*?n Vom 17. bis 25. April in allen Verkaufsstellen erhältlich WIENER MOLKEREI samten zionistischen JJewegung sein. Am Morgen nach dieser Absage vtird die Union auf sich die Aufgabe nehmen, einen neuen Zionismus in vollem Ausmaße zu schaffen und ihn mit allen Kräften zu verwirklichen. Unser Arbeitsplan gemäß unserer sechsten Weltkon.-* ferenz ist: Handelnd im Namen von (iOO.OOO Juden, die unser« Vnlkspcl itioit uriterscnrlebcn haben, werden wir die Zahl der I'etitionärc auf viele Millionen bringen, so daß (de dem wirklichen Immlgrationshunger des jüdischen Volkes entsprechen Würde. In allen Zentren werden unparteiische Ligen der I'etitionärc geschaffen werden. Der Kulminationspunkt wird der W e I tk o n g r c B der von d i e s e n . M i I 1 i »n e n gewählten Delegierte ir sein. Die Union wird den in Oenf begonnenen Kampf fortsetzen, bis der Völkerbund anerkennt, daß das Ziel des Mandats die Umwandlung Palästinas, in einen jüdischen Staat ist. Die Union wird alle gesunden Kräfte des Judentums zur rücksichtslosen Liquidierung des Klassenkampfes in Palästina aufrufen. Der Mittelstand, der. in der Hauptsache das jüdische Volk repräsentiert, müsse einen entsprechenden IMatz Im Palästina- Aufbau, einnehmen; sein Recht auf Alijah müsse in der Verteilung der Zertifikate zum Ausdruck kommen. Der Kampf um Hegemonie des nationalen Prin« z i p s im Bewußtsein des jüdischen Proletariats muß zum Siege geführt werden. Auf dem Gebiet ökonomischer Abwehr gegen das 1) r i 11 o Reich werden wir unsere Kräfte zur Beseitigung der Schande des T r a n s f c r - A b k o m mens konzentrieren, Unser Kampf um das Recht der palästinensischen Arbeitgeber, sich ihre Arbeiter-Einwanderer selbst zu wählen, wird fortgesetzt. Das Exekutivkomitee der revisionistischen Union erklärt, daß die Fragen der Schaffung einer neuen, u n abhängigen zionistischen Organisation und eines Plebiszits, das hierüber entscheiden soll, auf der am 17. April zusammentretenden Sitzung des Exekutivkomitees im Beisein Jabotinslcys zur Behandlung kommen werden. New York, 9. April. Jabotinsky tritt am Mittwoch, den 10. April, die Rückreise nach Paris an. Auf der Konvention der amerikanischen . Revisionisten hielt er eine - Abschiedsansprache an_ die amerikanische Judenhclt. Pressevertretern gegenüber er-, klärte Jabotinsky, nach dem Ausgang der Jerusalemer A.-C'.- Tagung können die Revisionisten nicht m e h r a m X I X. Z i <m nistenkongreß teilnehmen. Die Revisionisten seien aber nach wie vor bereit, sich der Disziplin unterzuordnen, wenn die anderen Parteien sich zu einer entscheidenden politischen Offensive zwecks Oeffnung der Tore Trans Jordaniens für jüd.1sche Siedlung, ferner zu einer Agrarreform, zu einer durchgreifenden Sicherheit , und zum ausgedehntesten Schutz der P alästina-Produktion entschließen. Werden diese Bedingungen erfüllt, so ist der Zionismus wieder geeinigt, andernfalls werden die Revisionisten die Pctitionsbewegung allein weiterführen und vom Kongreß keine Notiz nehmen. Dies werde bedeuten, daß der Kongreß nicht mehr die ganze zionistische Bewegung vertritt. sind die bekannten schwören viele Tausende auf STRUM-MAZZOTH runde Strum-Mazzoth so ausgezeichet vor allen anderen? die sie jeder anderen Marke , vorziehen? det foHäiiek- Iticiö utile* sagt: Die Hausfrau UeU tötend Ueam: det Sokn sf$tutU: Ick witt deshalb kut STRUM-MAZZOTH unter strengster Einhaltung aller orthodoxen Kaschruth- Vorschriften besonders delikat sehmecken! Besonders praktisch beim Kochen und Backen, sehr wohlschmeckend sind JTRUM-MAZZOTH Grieß und Farve! — und überdies frische Ware 1935 STRUM-MAZZOTH essen, weil sie mir sehr gut munden .. und vor allem, weil sie sehr hygienisch und nur von jüdischen Arbeitern erzeugt werden! DARUM Ueberau erhältlich! Wenn nicht in Ihrer Nähe — bestellen Sie direkt bei sollen auch Sie das Pessach- Fest 1935 nur mit den bei Allen beliebten, vorzüglichen Mazzoth- Bäckerei H. 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Die nächsten Plätze nehmen Deutschland, Oesterreich und Südafrika ein, die Tschechoslowakei steht an siebenter Stelle. In den Herren-Konkurrenzen rangiert die Tschechoslowakei an vierter Stelle nach U. S. A., Deutschland und Südafrika. Die Schwimm-Wettkämpfe wurden am 8. April in dem Schwimm-Stadion zu Haifa ausgetragen. Getreuer gewann seinen Vorlauf über 200 Meter Freistil in 2 : 24,9 Min., während P o 1 a k o v Fünfter wurde. Die beste Vorlaufzeit schwamm der Amerikaner Stein berg .mit 2 : 20,8, Im Wasserball-Turnier schlug die C, S. R. Marokko 8 :1.