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Die neue Welt · 1935-04-12 · Heft 455 (12.4.1935) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 455 (12.4.1935)
Date
1935-04-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis 20 Groschen Jahrgang 9 Freilag/ den 12« April 1935 Nr« 455 V. b. b+ 186 Zeitung vom Verleger versandet „Journal expedie par rediteur" Iltl tebibl REVU HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.40, vierteljährig S 4.—, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 1.50, vierteljährig Zloty 4.50; Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc 15.—; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.—: Rumänien monatlich Lei 40.—, vierteljährig Lei 120.—; Deutschland monatlich Mark 1.—, vierteljährig Marls 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 30.—, vierteljährig Lewa 80.—; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—; Schweiz und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50, vierteljährig Schweizer Franca 4.50. Mit E bezeichnete Anzeigen sind entgeltlich. Redaktion u. Verwaltung: IX, Universitätsstr, 8, Tel, A-20-2-78 — Erscheint Dienstag u. Freitag Palästina im WelfcFIugverkehr Von unserem Korrespondenten Dr. J. Adler (Tel-Aviv) Palästina und Italien werden in allernächster Zeit durch eine direkte Pluglinie miteinander verbunden werden, und zwar durch Erweiterung des bereits bestehenden Luftverkehrs R o m— Brindisi—Athen—Rhodus über Zypern bis nach Haifa. Dieser bedeutende Fortschritt in den palästinensisch-italienischen Verkehrsbeziehungen, der auch dem wirtschaftlichen und kulturellen Zusammenwirken beider Länder nützen wird, ist eines der wichtigsten Ergebnisse der neuen Luftverkehrskonvention, die vor kurzem zwischen Italien und Großbritannien zustande kam. Dieser Staatsvertxag hat Italien das Recht zugesprochen, eigene Fluglinien nach Großbritannien und nach den britischen Kolonien und Mandatsgebieten einzurichten und die dortigen Flugplätze zu benützen. Italien hat damit nunmehr auch die Möglichkeit erhalten, seinen längst gehegten Plan eines Flug- Ringverkohrs um das Mitteimeer zu verwirklichen. Wie wird eine Luftreise auf diesem neuen Wege verlaufen? Von Rom aus wird der Aeroplan über Brindisi zunächst nach Athen fliegen (mit AnschJ.üßverkehr nach Istanbul), dann von Athen aus weiter nach Haifa — dessen neuer großer Flughafen sich bei Bath-Galim befindet, direkt neben dem von jüdischer Initiative neugeschaffenen Mittelmeer-Seebad — und schließlich von Haifa über Alexandrien nach Tobrük (Libyen). In Tobruk trifft die Mittelmeer-Ringlinie mit der direkten italienischen Kolonial- Hauptlinie Rom—Syrakus—Malta—Tripolis—Bengasi—Tobruk zusammen, die späterhin südwärts über den anglo-ägyptischen Sudan bis nach Italienisch- Ostafrika (Eritrea und Somaliland) verlängert werden soll. Die Mittelmeer-Ringlinie selbst wird über Tunis und Algier nach Gibraltar weitergehen, von hier aus Barcelona erreichen und dann schließlich wieder in Rom eintreffen. Man wird also künftig von Palästina aus eine komplette Mittelmeerreise im Flugzeug durchführen können. Von dieser Neuerung wird nicht nur der Vergnügungsverkehr profitieren, sondern noch weit mehr der geschäftliche Reiseverkehr und der Postverkehr. Wie war es bisher um die Verkehrsbeziehungen Palästinas mit den Ländern Nordafrikas und der Pyrenäen-Halbinsel bestellt? Weder nach Libyen noch nach Tunis noch nach Algier noch nach Marokko noch nach Spanien haben wir direkte regelmäßige Schiffsverbindung. Jene Gebiete, obgleich Mittelmeerstaaten, erscheinen uns, praktisch gesehen, viel entlegener als Nicht-Mittelmeerländer, wie etwa Polen oder Oesterreich. Das ist sehr bedauerlich, insbesondere vom Standpunkt unseres Exports aus. In all den genannten Territorien spielen jüdischeKaufleute eine wichtige Rolle im Wirtschaftsleben und würden, da sie heute ausnahmslos begeisterte Anhänger des Palästina- Auf bau s sind, zweifellos sich gern darum bemühen, für Fabrikate der neuen palästinensischen Industrien Absatzmöglichkeiten in ihren Ländern zu erschließen. Wir glauben, daß ein jeder, der diese Zeilen in Tunis oder in Bengasi oder in Algier oder in Barcelona zu lesen bekommt, unsere Auffassung durchaus bestätigen wird. Die Anbahnung von intensiven Geschäftsbeziehungen zwischen Palästina und den Juden in den westlichen Mittelmeerstaaten setzt aber unbedingt voraus, daß man Geschäftsbriefe und Warenmuster regelmäßig auf möglichst kurzem Wege in möglichst kurzer Zeit befördern kann. Vor Pension Irma Meister. Meran Idealer ganzjähriger Aufenthalt, letzter Komfort, gerühmte Küche, herrl. Park. mäüiRe Preise. VerlatiKen Sie Prospekte allem deshalb begrüßen wir Italiens Entschluß, die Mittelmeer-Ringlinie im Luftverkehr einzurichten. Es wird dann notwendig sein, daß man bei einer zentralen Organisation in Palästina, etwa beim Präsidium des Industriellenverbandes in Tel-Aviv, eine Kartothek der Adressen wichtiger Firmen, namentlich jüdischer Firmen, der nordafrikanischen Länder sowie Spaniens und Portugals einrichtet. Eine solche Kartothek würde unseren Exporteuren gute Dienste leisten und sie in die Lage versetzen, ihr Geschäft nach diesen Märkten planmäßig auszubauen. In diesem Zusammenhang eine Mahnung an unsere sephardischen Brüder inner- und außerhalb Palästinas: An die Front als Pioniere der palästinensischen Handelsexpansion nach dem westl. Mittelmeer! HAUSFRAUEN übersehen oft, daß rasche Ermüdung, Fuß-, Waden- und Gelenksschmerzen von beginnendem Senkfuß oder einer aufs Geratewohl gekauften Einlage kommen können. Sie finden verläßlich Rat und Hilfe bei unserer seit 30 Jahren bestehenden Fachfirma für moderne Schuheinlagen und Fußheilbehelfe * Wertvolle Fachbroschüren kostenlos überallhin! Bandnaen-rtlTholnsEh Wien, Taborstraüe 22 Telephon R-41-0-60 *WD Hotel Arras NIZZA 7 Avenue Baquis Aller Komiort. Elegant« Zimmer. Nahe am Meer und Kasino. Idealer Aufenthalt Komplette Pension itfrcs. 35.- Vor einer Spaltung der Zionistischen Organi§adon Wie es zu der unheilvollen Situation kam Aus Paris kommt die Nachricht, daß die Exekutive der revisionistischen Weltunion die revisionistischen Mitglieder des Aktionskomitees von der gegenwärtig in Jerusalem tagenden A. C.-Sitzung zurückberufen und erklärt .habe, daß die Revisionisten sich am kommenden 19. Zionistenkongreß nicht beteiligen werden. Dieser Beschluß ist gleichbedeutend mit dem Verlassen der Zionistischen Organisation; mit der Tatsache, daß von nun ab die zionistische Tätigkeit der Revisionisten innerhalb der offiziellen zionistischen Bewegung aufhört. Sfettleiütgfeit «UeuIOUCt üßetaus luirffam eauec&runtt Der so oft an die Wand gemalte, von revisionistischer Seite angekündigte und von einzelnen linken Gruppen gewünschte Zustand steht, wenn die von der J. T. A. verbreiteten Nachrichten stimmen, bevor. Die Revisionisten sind nicht mehr Teil der Zionistischen Weltorganisation. Die Motive, welche — von revisionistischer Seite gesehen — zu diesem Zustand geführt haben, werden in einer von Vladimir Jabotinsky, dem Präsidenten der revisionistischen Union, gegebenen Erklärung ausgeführt, die wir an späterer Stelle wedergeben. Wie immer man zur Zeit die Sachlage beurteilen mag, so ist jedenfalls Idar, daß das Vorgehen der Linken det mktetolstad führt über die nur PALÄSTINA-EILIiNIE des LLOYD TRIESTINO TRIEST-JAFFA-HA IFA in der ausgezeichneten Touristenklasse in zwei- oder f 250 vierbettigen Außenkabinen mit reichlicher u. schmackhafter Verpflegung (vier Mahlzeiten täglich) ■■■■■■■■■■■^^■■■■■■■i Die großen Schiffe ,GAULEA',GERUSALEMME' ,PALESTINA' (je 12.500 Tonnen Deplacement) verkehren sechsmal monatlich nach Palästina, außerdem dichter Verkehr via Aegypten und via Athen—Istanbul. Gelegenheit zu herrlichen Rundfahrten im Mittelmeer. Für ReisefeseüssUafteH Seudetfttei&e! LLOYD TRIESTINO Wien I Kärntnerring 6 Telephon U-47-5-60 (insbesondere vor, bei und nach dem Prager Kongreß) die Austrittstendenzeh der Revisionisten hervorgerufen und in unerhörtem Tempo forciert hat. Bei jeder Gelegenheit konnte man aus dem linken Lager Stimmen vernehmen, daß man die Revisionisten aus der Zionistischen Organisation hinausdrängen, hinausstoß en, hinauswerfen müsse. Diese Stimmen gehörten nicht etwa „Dutzendzionisten", subalternen Mitgliedern der Bewegung, sondern vornehmlich führenden Linken, ja sogar linken Exelnitävmitgliedern. Der ungeheure Terror, den die Linken in Palästina unausgesetzt ausübten, die Anmaßung, mit der sie die Vorherrschaft ihrer gewerkschaftlich-politischen Organisation „Histadruth" annoncierten und proklamierten, der brutale Egoismus ihrer klassenkämpferischen Einstellung machte es den nur die Vorherrschaft des Judenstaatgedankens anerkennenden zionistischen Gruppen schwer, die Geduld nicht zu verlieren und aus zionistischem Patriotismus die äußersten Opfer zu bringen. Die Taktik der radikalsozialistischen Arbeitergruppen, d. i. ihrer Führer, die Revisionisten zu reizen und nervös zu machen, war nicht erfolglos. Bei verschiedenen Anlässen gebärdeten sich die Linken als die Herren im Haus, die sich alles erlauben dürfen, denen alles parieren muß. Nur mit Erschütterung kann man an die Arlosoroff-Mordaffäre denken und an die Schändlichkeiten, welche sich die Poale-Zionisten in aller Welt und die palästinensische Histadruth angesichts einer leidenschaftlich erregten zionistischen Oeffentlichkeit leisteten. Die damalige Erregung führte, bekanntlich zu den zahllosen traurigen Zusammenstößen zwischen der Histadruth-Arbeiterschaft und den revisionistischen Jugendverbänden, bis die Spannung unerträglich wurde und das Bedürfnis einer innerzionistischen Befriedung zu dem sogenannten Londoner Abkommen zwischen Jabotinsky und Ben Gurion führte. Die weltanschaulichen Gegensätze zwischen einer zionistisch getarnten Klassenkampfideologie und einem wenn auch da und dort überspitzten judenstaatlerischen Zionismus wurden in London beiseite geschoben und machten der aktuellen Notwendigkeit Platz, gegenseitige Exzesse, Ueberfälle, zu Tätlichkeiten ausgeartete Streitigkeiten von nun ab auszuschalten. Dieser gesunde Gedanke brachte auch eine Art Waffenstillstand: jüdische Brüder sollten sich auf dem Boden des Jüdischen Nationalheims nicht mMir gegenseitig die Köpfe einschlagen. Jabotinsky und sein Vertragspartner Ben Gurion versprachen sich von diesem Abkommen eine Regulierung der äußeren Beziehungen Allwöchentliche Fahrten nach mit den Luxusschiffen der italienischen Linien, billigtse Preis«, günstige Amuisementü. Auskünfte und Anmeldungen Reisebüro CENTRAL, VJtJiHMUM Telephon R.27r2-23 .(gegenüber Kriegsmlnluteritttw

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