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Die neue Welt · 1935-03-22 · Heft 449 (22.3.1935) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 449 (22.3.1935)
Date
1935-03-22
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite S DIE NEUE WELT Nr. 44$ HekäistkelleHaissaae Von der „Kultur-Ausstellung Tel-Awiw, Pessach;>695" Von Dr. J. Adler (Tel-Awiw) Dem Andenken des im Vorjahr verstorbenen hebräischen Nationaldichters B i a 1 i k gewidmet, wird im kommenden April und Mai, mit der „Zweiten Makkabiade" und mit dem diesjährigen Pessach-Fest zeitlich eng verknüpft, in Tel-Awiw die „Kultur-Ausste 1lung Tel-Awiw, Pessach 5 6 9 5", stattfinden. Da die nächste Tel-Awiwer Levantemesse turnusgemäß erst wieder im Frühjahr 1936 veranstaltet wird, konnte das Meßamt in großzügigem Entgegenkommen seine schönsten und geräumigsten Hallen nebst dem Amphitheater für die Kultur-Ausstellung freigeben und dem Ausstellungspräsidium umfassende fachmännische Beratung auf organisatorischem und technischem Gebiete zusagen. Infolgedessen wird die Ausstellung im monumentalsten architektonischen Rahmen, der heute in Palästina für solche Zwecke verfügbar ist, und mit den modernsten Mitteln der dekorativen Kunst und der Ausstellungstechnik den bisher in solchem Umfange noch nie gewagten Versuch unternehmen, einen anschaulichen Rechenschaftsbericht über die hebräisch-kulturelle Renaissance des jüdischen Volkes in Palästina zu erstatten. Das Ehrenpräsidium der Ausstellung, die keinerlei geschäftlichen Werbezwecken, sondern ausschließlich der Kulturpropaganda dienen wird, haben zwei weltbekannte Persönlichkeiten des jüdischen Palästina übernommen, M. Ussischkin, der Präsident des Jüdischen Nationalfonds, und M. Dizengoff, der soeben von schwerer Krankheit wiedergenesene Gründer und Bürgermeister der Stadt Tel-Awiw. An der Spitze des Arbeitsausschusses steht Frau Schoschanah P e r s i t z, Vizebürgermeisterin und Leiterin des Kultur- und Schulamtes der Stadt Tel-Awiw. In den Fachgruppen für die verschiedenen Ausstellungssektionen stehen ihr als Mitarbeiter Gelehrte, Schriftsteller, Künstler zur Seite, insbesondere auch aus den Reihen der neuen deutschen Einwanderer. Genau vor drei Jahrhunderten ist das erste hebräische Buch Palästinas gedruckt worden. Die seitherige Entwicklung des hebräischen Buches und der hebräischen Sprache im Heiligen Land bildet den Gegenstand der Buchgewerbe- und Buchkunst- Sektion, die ihren Standort in der riesigen Haupthalle des „Tozereth-Haarez"-Palastes des Messegeländes erhält. Ihren Aufbau hat die Direktion der Jerusalemer Hebräischen National- und Universitätsbibliothek übernommen, unterstützt von den führenden Buchkünstlern, Buchdruckern und Buchverlegern Palästinas. Räumlich schließt sich unmittelbar die Kartographiesektion an, eine Schau der Landkarten Palästinas, ein Schätzkästlein der kostbarsten Seltenheiten der Kartographie und zugleich ein Führer durch die historischen Geschicke des Landes und ein Hinweis auf die Leistungen moderner Geographen, Kartenzeichner und Kartendrucker im Dienste Palästinas und seiner kulturellen und kolonisatorischen Erschließung. In der Nebenhalle des „Tozereth-Haarez"-Palastes wird man die Sektion des palästinensischen Plakats antreffen, ein wahres Kaleidoskop mannigfachster Strömungen im öffentlichen Leben des Landes, vom Kinoplakat bis zum Wahlplakat, und auf der Galerie wird die Zeitungssektion Platz finden, eine universale Schau der hebräischen Presse, um deren Zustandebringen sich ein Altmeister der zionistischen Journalistik bemüht, Professor Dr. Heinrich L o e w e, Direktor der Tel-Awiwer Stadtbibliothek „Schaar Zion". In zwei .dem ,,Tozereth-Haarez"-Palast dicht benachbarten Messehallen, nämlich dem „Schwedischen Pavillon" und dem „Haus der Frau", wird sich die Sektion der hebräischen Schule konzentrieren, dem Erziehungswesen im weitesten Sinne gewidmet, vom Kindergarten bis zur Universität. Das wird gleichzeitig einen Beitrag zur kürzlich stattgefundenen Zehnjahrsfeier der Jüdischen Technischen Hochschule Haifa und zum bevorstehenden Zehnjahrjubiläum der Hebräischen Universität Jerusalem bedeuten. Sämtliche Institutionen des jüdischen Erziehungswesens in Palästina arbeiten am Aufbau dieser Sektion mit. Im Ostflügel der „Auslandshalle I" der Levantemesse, während der Messen von Frankreich belegt, wird die Baukunstsektion installiert werden, von der gerade heute äußerst wichtige kulturelle Richtlinien für alle zu erwarten sind, die als staatliche und kommunale Aufsichtsorgane, als Architekten, als Bauunternehmer, als Bauherren ein hohes Maß an Verantwortung für den städtebaulichen Charakter des alt-neuen Palästina tragen. Im Mitteltrakt dieser Halle werden die Sektionen der Plastik, der Malerei und der Graphik Aufstellung nehmen, die erste repräsentative Kunstausstellung des jüdischen Volkes im jüdischen Heimatlande, betreut von einem Kunstkenner europäischen Rufes, Dr. Karl Schwarz, Direktor des Tel-Awiwer Stadtmuseums. Der Westflügel der Halle, zur Messezeit Reservat Italiens, wird die Sektionen der jüdischen Musik und des hebräischen Theaters beherbergen. Ideell wie topographisch wird im Mittelpunkt unserer ersten großen Kultur-Ausstellung die B i a 1 i k- Gedächtnisschau stehen, der der „Britische Pavillon" deg Messegeländes zugewiesen ist. Man wird hier das Arbeitszimmer Bialiks antreffen und in Tausenden von Ausstellungsobjekten einen umfassenden Eindruck von seinem Wirken als Dichter, als Forscher, als Kultur-Pionier und auch vom Echo seiner Arbeit in der ganzen jüdischen und nichtjüdischen Welt erhalten, letzteres in Gestalt einer einzigartigen Sammlung von Bialik-Uebersetzungen in allen Hauptspvachen der Welt, einschließlich des Japanischen und des Chinesischen. Wenn wir noch erwähnen, daß in den Hallen des Messegeländes fernerhin auch angemessener Raum für die Sektion der photographischen Kunst und für die Sektion des freien Volksbildungswesens (Volkshochschulen, Literaturvereine usw.) sich finden wird, so sei auch nicht vergessen, daß auf dem Amphitheater allabendlich Opern- und Schauspielaufführungen, Konzerte, Darbietungen jüdischer Nationaltänze und moderner Kunsttänze, Vortrags¬ und Rezitationsabende stattfinden werden, als Veranstaltungen der Sektion der reproduktiven Künste. In denkbar freiester Raumdisposition, um die sie viele Ausstellungsleitungen Europas beneiden mögen, wird die „Kultur-Ausstellung Tel-Awiw, Pessach 5695" gleichsam aus dem Vollen schöpfen können, um das Gesamtbild aller Fachgruppen zu einem einheitlichen Kunstwerk zu formen, zu einer Kulturtat im Geiste Bialiks, die den weiteren Verlauf der hebräischen Renaissance in Palästina mächtig anspornen wird. Der definitive Eröffnungs- und Schlußtermin der Ausstellung wird in allernächster Zeit publiziert werden, nach abschließender Verständigung mit allen offiziellen Persönlichkeiten Palästinas und des Auslandes, die ihr Erscheinen zum Eröffnungsakt und zur Schlußfeier zugesagt haben. Auf jeden Fall wird die Ausstellungsdauer so bemessen sein, daß sie jedem Teilnehmer an der Makkabiah, am Universitätsjubiläum und an den palästinensischen Pessach-Feiern auch den Ausstellungsbesuch ermöglichen wird. lüdisekee ikmet A Cholem mit a beigel (ringförmiges Mohnbrötchen) Zwei Juden gingen zusammen auf der Straße. Beide waren sehr hungrig. Unterwegs finden sie auf der Straße einen Beigel. Stürzen sich beide darauf, keiner hißt den anderen ihn nehmen. Jeder schreit: Ich habe ihn gefunden. Sogar wenn man hungrig ist, eines Beigeis wegen wird man sich doch, nicht schlagen! Machten sie folgendes aus: Sie legen sich beide schlafen, wer den schönsten Traum haben wird, der bekommt den Beigel. Gesagt — getan. Nach einer knappen Stunde stehen sie auf und beginnen zu erzählen: Sagt der erste: „Mir träumte, ich sehe einen weißen Vogel, da spring ich auf ihn und er beginnt mit mir zu fliegen und führt mich direkt ins Gan Eden." Da sagt der andere: „Wie sonderbar! Ich habe genau denselben Traum geträumt. Ich sah, wie du in den Gan Eden flogest, da dacht ich mir. der kommt nie mehr zurück, da nahm, ichden Beigel und aß ihn auf!" (Aus „Rosinkes mit Mandeln".) Rasseforschung In einer Neger schule erklärt der Lehrer den Kindern die Entstehung der weißen Kasse. „Und als Kain den Abel lötete, da ertönte die Stimme des Herrn: „Kain, wo ist dein Brüder Abel?..." Da konnte Kain nichts erwidern und er' blaßte. So entstand die roeiße Rasse..." Der Getaufte Ein Jude in hervorragender Stellung ließ sich taufen. Als er eines Tages dem Rabbiner begegnete, blieb er nichtsdestoweniger stehen und versuchte mit oielen Worten seinen Schritt zu rechtfertigen. „Da war meine Karriere, die mich zwang. Da war die Familie, die Beziehungen, da waren die Kinder. Aber glauben Sie mir wohl, Herr Rabbiner, innerlich bin ich immer das geblieben, der ich mar: ein Jude." „Na, und ü u ß e rl i c /t?" meinte der Rabbiner. Wi'en§ Fein§dimedcer*§ensatioii — die Delikat es§e der Sai'§on ♦ ♦ ♦ sind die heuer besonders delikaten „Schmidl-Mazzoth,,, ein beliebtes Qualitätserzeugnis, das mit anderen Fabrikaten nicht zu vergleichen ist. Die seit mehr als vierzig Jahren bevorzugten „Schmidl-Mazzoth" sind in ihrem vorzüglichen Geschmack, in Bekömmlichkeit und Hygiene nicht zu erreichen. .Viele Feinschmecker haben sich schon jetzt mit „Schmidl-Mazzoth" eingedeckt und gönnen sich täglich diesen erlesenen Genuß. Den Wenigen, die es nicht wissen, warum „Schmidl-Mazzoth" allen anderen vorgezogen werden, empfehlen wir einen Besuch in der Fabrik, XXI., Mengergasse 19-21. Der Inhaber, Herr Nathan Brodetzky, ist gerne bereit, allen Interessenten den ganzen Erzeugungsprozeß der „Schmidl-Mazzoth" zu demonstrieren. Es ist ein Vergnügen, die blitzblanken Arbeitsstätten, die modernen maschinellen Fabrikations- und Backanlagen zu sehen ... ein noch größeres, die ofenwarmen „Mazzoth" zu kosten. Wer gesehen hat, wie „Schmidl-Mazzoth" erzeugt werden, und gekostet hat, wie gut „Schmidl-Mazzoth" schmecken, wird sich zweifellos sofort mit Begeisterung der großen Gemeinde treuer Schmidl-Mazzoth-Anhänger anschließen. Alle, die zum Pessachfest etwas Besonderes haben wollen, kaufen nur „Schmidl-Mazzoth", Grieß und Farvel, die in allen besseren Geschäften (garantiert frische Erzeugung 1935) erhältlich sind. Achten Sie beim Einkauf besonders auf die Marke „Schmidl"! E Uestrenommierie Küche -ibo REICHHALTIGE MENÜS ä S 1.90 UND 2.60 SCI! WECIIATER BRÄU H,Hammer-Pur9Stall-Gasse 3 (nädis! Salztorbrücke) Tel. £-41-0-75 Empfehlenswerte Farmen Itcstaurants, Cafes etc. Hnlcl-Itcstatirnnt „Stephanie", II., Taborstraße 12. Vorzügliche} Wiener Küche. Speisen am Kost. Menü ab S 1.60. Täglich frische Fische. 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Adar 5695 Freitag 22 17 Sabbateingang 6.10 Samstag 23 18 Sabbatausgang 7.00 Sonntag 24 19 Montag 25 20 Dienstag 26 21 Mittwoch 27 22 Donnerstag 28 23 Eigentümer, Verleger, Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Oberbaurat Robert Stricker. — Druck: Druckerei« IX., TJniveraitätsstraße 0—8, und yerlags-A.-G, Ignaz Stqfomann, beide Wien,

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