Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 447 (15.3.1935)
- Date
- 1935-03-15
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite S DIE NEUE WELT Nr. 447 siflierten. Bettler wurden beschenkt, die Familien untereinander überraschten sich mit Spciseliebesgaben, man trank nach Herzenslust und verhöhnte den, der es nicht tat: „Ein ganzes Jahr schicker, Purim nüchtern!" Das jüdische Palästina setzt die Tradition fort: Karneval in Tel-Aviv ist ein Begriff geworden. Neu, lebendig und jüdisch, wie alles im neuen Palästina, verstehen es unsere Tel-Aviver, Purim zu einem wirklichen Volksfest zu machen, den Tag zu benützen, um, losgelöst von den alltäglichen Sorgen, eine Welle von Freude über die moderne Stadt zu gießen. An diesem Tage gilt neben dem Scherz die Satire — auf unsere „politischen Faktoren", die manch ergötzliche und bittere Karikatur über sich ergehen lassen müssen — ohne darum eines Besseren belehrt zu sein. Lustige Purim-Edke Die guten Freunde Jossei: „Jemand hat mir gesagt, daß ich genau so ausseh wie du!" Jankel: „Wer ist das? Bring ihn her, damit ich ihm ein paar Tüchtige herunterhaue." Jossei: „Ich hab dir die Arbeit erspart. Von mir hat er ein paar bekommen, daß er daran denkenwird." Eine einfache Frage A. : „Willst du fünf Schilling verdienen?" B. : „Selbstverständlich, warum nicht." A. : „Gut, ich, will dir eine einfache Frage stellen, und wenn du sie richtig beantwortest, bekommst du von mir fünf Schilling." B, : ,,Nun, also? Laß deine Frage hören.'" A.: „Meine Frage lautet: Kannst du mir zehn Schilling borgen?" Was er braucht Friseur: „Ihre Haare sind grau. Sic brauchen eine Haartinktur." Gatte: „Nein, ich brauche eine Scheidung." Nötig gehabt . . . Vater: „Wo hast du dich so schmutzig gemacht, Jossei? Du siehst ja aus wie ein kleines Schweinchen! Du weißt doch, was ein kleines Schweinchen ist?" Jossei: ,Ja, Papa! Ein kleines Schweinchen ist das Kind eines großen Schweines." Schreiben und Lesen Jossei hält in der Hand ein Stück Papier und verschmiert es. Mutter: Was tust du da, Jossei? Jossei: Ich schreib einen Brief an Jankel. Mutter: Du kannst doch noch nicht schreiben! Jossei: Das macht nichts. Er kann ja auch nicht lesen. Nicht zu helfen Warum bist du so traurig? Folg mir und tu das, was ich tu: Ertränk dein Leid in einem Meer von Wein. Das kann ich nicht. Mein Leid kann — schwimmen. \ Was soll man tun? j A r - t: „Geben Sir Ihrem Mann keinen starken I Kaffee. Von starkem Kaffee wird er nervös und aufgeregt. Frau: „Ach, Herr Doktor, wenn Sie müßten, wie nervös und aufgeregt er wird, wenn ich ihm s c h ic a c h e n Kaffee gebe. . . ." Der Gelehrte S t übe n mäd c h e n (zum kranken Professor) : Herr Professor der Arzt ist gekommen! Der k r a n Je c P r o f es s o r: Ich habe jetzt keine Zeit! Sage» Sic dem. Doktor, daß ich krank bin und ihn jetzt nicht empfangen kann. Schulden Gatte: Ich habe mir von deinem Schwager 200 Schilling ausgeborgt. Gattin: Schrecklich! Weißt du nicht, daß Schulden grau und alt machen? Gatte: Was geht das mich an, wenn dein Schwager grau und alt wird:' Naturgeschichte Leh rer: „Kannst du mir ein Beispiel eines Säugetiers geben, das keine Zähne hat?" S chüle r: „Gewiß! Meine Großmutter . . ." Verschiedene Gesichtspunkte K ü n st le r: Ich fühle, daß ich mit meiner Kunst hundert Jahre der Zeit eoraits bin. Vermieterin: Was habe ich von Ihrer Kunst? Ich fühle, daß Sic mit Ihrem Zins sechs Monate zurück sind. Man kann nicht wissen Mann: Er hat mich „Idiot" und „Narr" genannt. Ich lasse mir das nicht gefallen. Ich laufe zum Advokaten. Frau: Folge mir, bevor du zum Advokaten gehst, begib dich zuerst zu einem Spezialisten und laß dich untersuchen. Vielleicht bist du wirklich ein Idiot und ein Narr, ohne daß du es iceißt. Ein Kompromiß Bei Bernard Shaw erschien ein Bühnenautor und rief vcrziceifelt aus: „Wenn ich heute nicht von irgendeiner Seite dreißig Pfund bekomme, muß ich mitsamt Frau und Kind Selbstmord begehen." Shaw durchsuchte alle seine Taschen, fand aber nicht mehr als zehn Pfund,: „Nehmen Sie vorläufig die zehn Pfund." „Nein", rief der Autor aus, „ich brauche dreißig Pfund; sonst muß ich mich mit meiner Familie umbringen." „Wissen Sie was" lief Shaw plötzlich aus und preßte ihm die zehn Pfund in die Hand. „Nehmen Sie die zehn Pfund und bringen Sie zunächst sich um. Bezüglich der Familie werden wir später sehen . . ." Verlangen Sie im Restaurant wie auch im Kaffeehaus ausdrücklich „Preblauer-Sauerbrunn", das gesundheitsfördernde, erfrischende österreichische Mineralwasser. ir w^BfRö^Sw«^ SÄ?«--* irjiiW r 5J($0OT ».W»***' «« ^M ^MWG^ CRÖVUAVP' 5THZV3G ©lefl CtttU* SäjtiW »»..«»"•*" Ä^' 48 ««"rf*?.«alb»*htttl* B<'^r ÄfF JteMautmi gii «TCft Bestren ommierte Küche REICHHALTIGE MENÜS dS 1.90 UNO 2.60 SCHWEUIATER BRAU HfHammer-Purastall-Gasse 3 Cnädis! Sa^tocbrücke) 4» TcLf-41-f-7C Empfehlenswerte Firmen Restaurants, Cafes etc. Ilotcl-Hcstnurant „Stephanie", 11., Taborstraße 12. 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Sonntag 17 12 Montag 18 13 nnet* rvjirn Dienstag 19 14 Ö'HB Mittwoch 20 15 onie jvw Donnerstag 21 16 BJgentüjner, Verleger, öerauegetoer und yerantwostlißher. Redakteur.: Oberbaurat Robert Stricker. — Druck; Druckerei- und Verlags-A.-G. Ignaz Steinmann, beide Wien, IX* yniversittttestraße •* y