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Die neue Welt · 1935-03-12 · Heft 446 (12.3.1935) · page 3

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 446 (12.3.1935)
Date
1935-03-12
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 446 DIE NEBE WEL1 Seite 3 „Palaews" berichtot: Gründung eines großen Fisrherciunternehmeiis. Die Gründung eines großen Unternehmens auf dem Gebiete des B'iachfan g c s wie der Fischindustrie, steht bevor. Das Unternehmen wird sich mit Hochseefischerei wie auch mit der Fischverwertung befassen. Erfelmotallhaudii. Die Firma „Holland-Palcstine Comp. Ltd. Tel-Awiw", eine Tochtcrgesellachaft der bekannten Edelmetall-Scheideanstalt N. V. Schöne in Amsterdam, hat in Palästina den Einkauf von cdelmetallhaltigem Scheidegut und Münzen wie den Verkauf von cdelmctallhaltigen Halbfabrikaten und Gold aufgenommen. Beim Einkauf von cdelmctallhaltigem Scheidegut und Münzen erfolgt die Analyse in einem eigenen, modern ausgestatteten Laboratorium, während es bisher erforderlich war, Proben nach Kairo oder Europa zu schicken. Das Unternehmen hofft, mit Hilfe seines Laboratoriums den Edelmotallankattf stärker als bisher in Palästina zu konzentrieren. Der spätere Ausbau der Einrichtung zu einer Scheideanstalt ist in Aussicht genommen. Das Unternehmen unterhält ein Verkaufslager von Goid-, Platin-, Silberblechen und -drähten, insbesondere, für Zahnärzte und Juweliere, ferner findet ein Verkauf von Goldbarren für Anlagczwecke statt, auch in kleineren Gewichten von einem halben bis ein Kilogramm. Die. Firma wird von den Herren K. C. Schöne, Amsterdam, und A. Peltesohn, Tel-Awiw, geleitet. Die technische Leitung liegt in den Händen von Dipl.-lüg. Josef Rothschild, der in der Amsterdamer Stammfirma, deren Atteste an der Londoner Metall-Börse zugelassen sind, tätig war. Errichtung einer Armaturenfabrik. Seitens österreichischer Juden ist die Errichtung einer Armaturenfabrik beabsichtigt, die vor allem Wasserarmaturen herstellen wird. Die Gründer betreiben auch in Oesterreich die Armaturenfabrikation. Mit dem Produktionsbeginn ist bis zum Jahresende 1935 zu rechnen. Puliistiiicnsi.sch-rti8Hlsr.hcr Handelsverkehr. Der russische Export, nach Palästina hat in den beiden letzten Jahren erheblich profitiert und ist von LP 99.000 im Jahre 1932 über LP 158.000 im Jahre 1933 auf LP 156.000 in den drei ersten Quartalen 1934 gestiegen, so daß er 1934 insgesamt etwa die Höhe von LP 200.000 erreichen dürfte. Der palästinensische Export nach Rußland ist demgegenüber gänzlich unerheblich und beläuft sich auf nur wenige tausend Pfund. Aus Rußland wird vor allem Weizen, Bauholz und anderes Holz, Benzin, Kerosene und etwas Zement importiert. Rußland bezieht aus Palästina in ganz geringem Umfang Orangen. Angesichts des nicht unbeträchtlichen russischen Exportes nach Palästina wäre es angebracht, wenn man sich palästinensischerseits stärker um den Export nach Rußland bemühen würde. Mit Rußland dürfte -ein Austauschverkehr der oben erwähnten russischen Exportwaren gegen palästinensische Produkte — vor allem Orangen — erreichbar sein. Fruclitabfull In den Oraiigouplantngeii. Nach dem Februarbericht des Direktors of Agriculture and Forests ist durch Stürme im Jänner in erheblichem Ausmaß ein Bodenspekulation in Palästina verhindert Schuibau Aus Jerusalem: M. M. Ussischkin, der Präsident des Jüdischen Nationalfonds, erklärte in einer Pressekonferenz, die Palästina-Regierung habe 100.000 Pfund für den Bau jüdischer Schulen in verschiedenen Teilen des Landes bewilligt, doch könne der Plan der Schulbauten namentlich in Jerusalem an der Tatsache scheitern, daß es dem Waad Leumi und dem Jüdischen Nationalfonds infolge der Preisspekul ation nicht gelingt, entsprechende Grundstücke in Jerusalem su erwerben. Der Präsident dos Waad Leumi, J. Ben Zwi, cr- 2<lärtc gegenüber der J. T. A., daß M. M. Ussischkin in seiner Mitteilung betreffend Verhandlungen des Waad Leumi mit der Regierung wegen des Zuschusses von 100.000 Pfund für Schulbauten ein Irrtum unterlaufen ist. Die Regierung '**at diese Summe bisher nicht bewilligt. Wr„Vurscneinlich wird eine andere Form der Finanzierung <äe3 Baues jüdischer Schulen in Vorschlag gebracht werden. Steigender Handel Polens mit Palästina Aus Jerusalem. (J. T. A.) Die Ausfuhr Polens nach Palästina hat sich von f>,75 Mill. Zloty im Jahre 1933 auf 9,1 Mill. Zloty im Jahro 1931 erhöht. Im Jahre 1933 bezog Polen aus Palästina Waren im Werte von. 578.000 .Zloty gegenüber 1 Mill. Zloty im Jahre 1934. Die Handelsbeziehungen zwischen Palästina und Polen haben sich demnach im Jahre 1934 gegenüber dem Vorjahre fast verdoppelt. Der Notenumlaut' in Palästina Aus Jerusalem: Laut Mitteilung der Regierung betrug der Notenumlauf im Februar 1D35 in Palästina 4,903.064 Pfund. Jerusalem wird verschönert Aus Jorusalem. (J. T. A.) Die Jcrusalemcr Stadtverwaltung hat eine Reiho Beschlüsse zur Verse h ü n o r u n g der Residenz Palästinas gefaßt, so u. a. die Anlage von olf öffentlichen Parks in verschiedeneu Teilen der Stadt, von denen drei schon in der nächsten Zeit angelegt werden sollen. Einer von diesen Wird eine Fläche von 180 Dun am haben. Für diese Vcröchönerungisar.beiten sind 70.000 Pfund präliminicrt. VAn jüdischer VizebUrgermeister in Haifa Aus Jerusalem: Zum Vlaebürgermeister von Haifa wurde der jüdische Stadtverordnete Schabatai Lcvi ernannt, Fruchtabf all;;• d<-n Oran ,r-n plan tagen eingetreten, der zu einem scharfen Freien tick gang lür nichtoxporlfähige Früchte von 100 au? 30 Mite geführt hat. Das Problem der Verwertung dieser Früchte wird ernst und bedarf aufmerksamer Beobachtung. - Fruchtanpflanzungen sind in vollem Gan.:." und werden die Pflanzungstätigkcit ailer früheren Jahre übersteigen. Die palästinensische Zemcntproduktioii Aus Haifa (Palncvva): Palästina hat im L bis III. Quartal 103-4 90.000 Tonner Zement importiert. Für das ganze Jahr 1934 dürfte sich die Zementeinfuhr auf ungefähr 100.000 bis 120.000 Tonnen stellen. Der gesamte Bedarf Palästinas im Jahre 1934 btiief sich auf etwa 220.000 bis 230.000 Tonnen. Das Ncshcr-Werk hat seine Produktion zurzeit auf etwa 180.000 Tonnen gesteigert und kommt nach Abschluß der in Gang befindlichen Enveiterungsarbeitcn auf eine Jahresproduktion von 300.000 Tonnen. Zurzeit wird in drei Schichten gearbeitet, es werden 1 000 Arbeiter beschäftigt. * In diesen Tagen wurde eine neue Zementfabrik mit einem Kapital von Pf. St. 250.000 im Handelsregister eingetragen. Gründer des Unternehmens ist Herr Man, ein führender polnischer Zementindustrieller. Die Fabrik wird bei Hartuw errichtet werden. ^mmmmmmmmm^im^mm^m Die besten REISEFÜHRER sind J. Press s IMm* mit 31 Karten und Plänen Hugo Herr mann Palästina, wie es wirklich Ist mit 72 Bildern und 2 Landkarten 1 :500.000, Format 52 X HO In allen guten Buchhandlungen oder direkt durch die Versandbuchhandlung, Wien VI, Gumpendoiferstraße 10 Telephon ß-24-9-78 Die huHsgernrfeira Frauen Aus Jerusalem. Vor einigen Tagen wurde es bekannt, daß zwei jüdische „illegale Einwand erinnen" im Gefängnis von Bethlehem sich bereits seit einer Woche im Hungerstreik befinden, daß aber die Polizei diese Tatsache bisher geheimgehalten habe. Der Polizei komm and an t Hauptmann Rice weigerte sich zunächst, eine Abordnung der Rechtsschutzkommission des Waad Leumi (Jüd. Nationalrat), die mit ihm über die Freilassung der Gefangenen gegen Kaution verhandeln wollte, zu empfangen. Nunmehr hat der High Commissioner ihre Freilassung gegen eine Kaution von je lOOPfund verfügt. Die Freilassung ist bereits erfolgt. 15.000 fremde Araber in jüdischen Betrieben Palästinas beschäftigt Aus Jerusalem (J. T. A.): Auf einer in Jerusalem abgehaltenen Konferenz der Führer der oriontalischsephardischen Gemeinden wurde die Feststellung gemacht, daß mindestens 15.000 arabische Arbeiter aus außerpalästinensischen Ländern, davon Tausende aus ganz entlegenen Gebieten, in jüdischen Betrioben Palästinas beschäfigt sind. 2500 solcher Araber haben allein bei Juden in Jerusalem Beschäftigung gefunden. Die Konferenz beriet über Maßnahmen zur Erhöhung der Einwanderung orientalischer Juden, die die außerpalästineusischen Araber ersetzen sollen. 260 Juden aus dem Jcmc n sind soeben in Palästina eingetroffen. Wölfe in Palästina Aus Jerusalem: Infolge der abnorm kalten Witterung sind in den letzten Tagen in Palästina Wölfe aufgetreten. In der Umgegend der jüdischen Kolonie Beth Alpha im Emek Jezreel wurde eine Viehherde von den Wölfen angegriffen. Später griffen die Wölfe eine Schafherdo an. Die Behörden haben der Kolonie Gewehre und Gift zur Bekämpfung der Raubtiere zur Verfügung gestellt. Zwei grolle UeberJamlslnißeii in Palästina Aus Jerusalem, 3. März (J. T. A.): Wie offiziell bekanntgegeben wird, hat das britische Reichsschatzamt mit Zustimmung des Colonial Office zwei Beträge, nämlich Pf. St. 22.000 und 23.000, zur Anlage zweier H a u p t s t r a ß c u, von denen die erste von der Allenby- Brücke nach Es Salt, die zweite von Haifa über Transjordanien nach Bagdad führt, bereitgestellt. Diese Straßen haben hervorragende militäratrategische Bedeutung. bmk ikMäh C&m$*m$ t&ms 71 Preis S 530.- Wien -Wien Visum RC'ri.'i) Kaution. WS EN iY, SPSTAUCeASSE 3 1 e p h ö n B - 4 2 - 5 - 3 S mvp,Ki*j>vwiumai#m*e\xi*MLi' jjwwmjaacawawgi <v* \ma — me i Dir Einwanderung deutscher Juden Die Zionistische Vereinigung für Deutschland hat der Jüdischen Telegraphen-Agentur die Ziffern über die Einwanderung deutsche]- Juden nach Palästina übermittelt. Danach beträgt die Gesa m t z a h 1 der in den Jahren 1G33 und 1034 allein aus Deutschland legal eingewanderten Juden 16.639. Von ihnen kamen im Jahre 1933 7210, 1934 9129 Menschen ins Land. Dur größte Teil der Einwanderer erhielt durch die Zuteilung von Arbeiter Zertifikaten das Recht zur Einwanderung (193.3: 3129, 1934: 4082). In diesen beiden Jahren waren es je 20 Prozent der gesamten Einwanderung, die auf diese Zertifikate ins Land kamen. Die übrigen Einwanderer waren entweder im Besitze des Vorzeigeg c 1 d e s von 1000 LP. oder Schüler, sowie Angehörige palästinensischer Einwohner und Touristen, denen nachträglich der Daueraufenthalt gestattet wurde. 4? Prozent aller im Jahre 1934 überhaupt zur Landwirtschaft gegangenen Menschen und 24 Prozent derjenigen, die in Handwerk und Kleinindustric tätig sind, stammen aus der deutschen Einwanderung. Weitere 12 Prozent der deutschen Einwanderer betätigen sich als" Arbeiter ohne nähere Spezifikation. Die Einwanderung deutscher Juden ist im letzten halben Jahr nicht zurückgelange n, wenn auch im November 1934 827, im Dezember 669 deutsche Juden nach Palästina gekommen sind, während noch im Oktober 1326 Menschen einwanderten. Dies ist lediglich auf die Einwanderungsbestimmungen, nach denen jährlich zweimal, zu Beginn des Frühjahrs und Winters, die neue Zertifikationsquote ausgegeben wird, sowie auf wirtschaftstechnische saisonbedingte Gründe zurückzuführen. Die ersten beiden Monate des Jahres 1935 haben bereits eine Steigerung der deutschen Einwanderung erkennen lassen. Nach diesen Feststellungen ist anzunehmen, daß die Gesamtzahl der jetzt in Palästina ansässigen, aus Deutschland gekommenen Juden weit mehr als 22.000 beträgt. Nach Schätzungen der jüdischen Wanderungsorganisationen haben in den letzten zwei Jahren nicht mehr als 7000 deutsche Juden in anderen Uebcrseeländern Lebensraum gefunden. Etwa drei Viertel der rund 27.000 Menschen, die bisher als endgültig in den Wirtschaftsprozeß anderer Länder eingegliedert angesehen werden konnten, sind also nach Palästina gegangem Palästina-Pra^era im Mmtevhmm Aus London: Sir George Jones fragte den Kolonienminister, ob es ihm bekannt sei, daß in dieser Saison über 6 Millionen Kisten Orangen aus Palästina exportiert werden und daß nach sieben Jahren infolge der Erweiterung der Pflanzungen nicht weniger als 2 0 Millionen Kisten jährlich für den Export bereitstehen werden. Hat die Regierung Maßnahmen ins Auge -gefaßt, um den Absatz des erhöhten Exportcs auf englischen und anderen Märkten zu unterstützen? Minister Cunliffe Lister erwiderte, die künftige Ausdehnung des Citrus-Exportes aus Palästina sei so hoch geschätzt worden, wie dies in der Anfrage erwähnt sei. Die Palästina-Regierung werde auch in Zukunft, wie bisher, gemeinsam mit den Vertretern der Industrie an der Durchführung von Plänen zur Verbesserung der Absatzmöglichkeiten arbeiten. Die englische Regierung wird bei Verhandlungen über Handelsverträge mit fremden Ländern diese Angelegenheit im Auge behalten. Kein Hafen für Tel-Awiw Der Abgeordnete Janner machte den Kolonienminister darauf aufmerksam, daß der erhöhte Citrus- Export aus Palästina im nächsten Winter 7500 Quadratmeter gedeckten Lagerraums in den Häfen und in jeder folgenden Saison weitere 3500 Quadratmeter Lagerraum, erfordern wird. Er fragte, ob man glaube, diese. Einrichtungen in Haifa schaffen zu können; wäre der Minister jetzt nicht geneigt, die Palästina-Regierung zu instruieren, daß sie den Bau eines weiteren Hafens in Jaffa oder in Tel-Awiw oder in beiden Städten erlaube? Der Kolonienminister antwortete, dem High Commissioner für Palästina s-cu das Bedürfnis nach vergrößerten Lagerräumen für Citrus-Expcrt in Haifa und Jaffa bekannt; umfassende Verbessorungsarbeiten würden so schnell, als es die Umstände erlauben, durchgeführt weiden. Er sei überzeugt, daß es nicht notwendig sei, Instruktionen hi dieser Sache zu erteilen. Auf eine weitere Frage erwiderte Sir Philip Cunliffe Lister, er könne sich nichts Unbegründeteres und nichts Unwirtschaftlicheres vorstellen, als einen weiteren Hafen in Jaffa oder Tel-Awiw zu errichten, nachdem der prachtvolle Kafen in Haifa gebaut worden sei. (Anm. d. Red.: Der jetzt schon zu klein ist.) Der Berner Prozeß um die „Protokolle" Ende April Aus Bern: Wie der J. T. A.-Vertreter erfährt, wird der Berner Prozeß um die. „Protokolle der Weisen von Zio n" wegen der gewaltigen Anhäufung von schriftlichem Material, dessen genaue Prüfung noch geraume Zeit in Anspruch nehmen wird, nicht — wie bisher erwartet wurde - - im Monat März, sondern endgültig erst in den letzten Tagen des Monat» April zur Fortsetzung gelangen. Der Gerichtspräsident hat den 29. April als Termin zur Rcchtrl'ort^etzung festgelegt. Ausschreitungen in Ko;v.tot Aus Danzig; In Bad Zoppol bei Danzig kam es zu heftigen antijüdischen Ausschreitungen der Hitler-

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