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Die neue Welt · 1935-02-12 · Heft 438 (12.2.1935) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 438 (12.2.1935)
Date
1935-02-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
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gfeite 4 DIE NEUE WELT Nr. 438 -sp* UiM Judenstaatspartei (Stttioo Leopoldstadt) lff TABORSTRASSE 91a VORTRAGSZYKLUS „Grundelemente u. Entwicklung des Zionismus" Referent: Dr. Salomon Wolf. Donnerstag, den 14., 21. und 28. Februar 1935 Beginn präzise halb 9 Uhr abends. Karten für den Zyklus (Regiebeitrag 60 g) im Vorverkauf im Sekretariate, Wien II. Taborstraße 21a, tfigl. von 7 bis 9 Uhr abends außer Freitag und, Stonnag und bei den Bezirksvertrauensmännern. Methoden der Zertifikaten* Verteilung Schon seit Jahren, insbesondere aber seitdem die Linken die Vorherrschaft in der zionistischen Exekutive besitzen, wird von objektiver Seite die Zertifikatenverteilung einer scharfen Kritik unterzogen. Die Erbitterung der auf Zertifikate wartenden Jugend, die kein anderes Programm kennt, als den judenstaat- 1 e r i s c h e n Aufbau Palästinas, hat sich in letzter Zeit in Skandalen bei den Palästina-Aemtern Luft gemacht. Wer den Fall Braunthal kennt, Uber den wir un unserer Ausgabe Nr. 433) berichtet haben, wird keines weiteren Beweises für die Unhaltbarkeit der Zustände bezüglich der Zertifikatenzuteilung bedürfen. Wie aus Warschau gemeldet wird, begeben sich die Leiter des polnischen Palästina -Amtes nach Palästina, um mit den dortigen Stellen über Einwanderungsfragen zu konferieren. In einer Aussendung der J. T. A. betonen diese Herren, daß die Verteilung der Zertifikate sich nicht genug produktiv auswirke und daß zum Schaden des Zionismus Menschen nach reih subjektiven persönlichen Gesichtspunkten ausgewählt werden. „Es werden auf diese Weise", heißt es in dem Kommunique^ „zionistische Kandidaten hinter Elementen zurückgesetzt, die mit Zionismus nichts zu tun haben, oft sogar als Gegner des Palästina-Aufbaues sich betätigen." Das Kommunique1 schließt: „Diese Fragen mit der Exekutive zu besprechen und erhöhte Möglichkeiten für verstärkte Alija produktiver, zionistisch und chaluzisch vorgebildeter Elemente zu schaffen, ist die Hauptaufgabe der Abordnung des zentralen Palästina-Amtes bei ihrem Besuch in Palästina. Wir zweifein nicht, daß die Exekutive hierin a priori mit uns übereinstimmt. Andererseits aber wissen wir, daß in Palästina mit politischen und wirtschaftlichen Mitteln ein starker Druck auf die Exekutive geübt wird. Wir halten es darum für notwendig, dem Jischuw in Palästina unsere Erfahrungen mitzuteilen nnd die Schädlichkeit des neuen Verteilungssystems darzulegen." Erklärung und Gegenerklärung In Amerika, im Lande der unbegrenzten Möglichkeiten, hat sich jetzt ein Vorfall abgespielt, der Beachtung verdient. Mehrere Reform-Rabbiner haben es für notwendig befunden, in den Streit der zionistischen Parteien einzugreifen, und zwar zugunsten der Klassenkampfpartei im Zionismus, beziehungsweise ihrer Instrumente, der „Histadruth" und der „Liga für das arbeitende Palästina". Rabbi Dr. Hillel Silver (Cleveland), Dr. Felix Leop (Chikago) u. a. haben eine Erklärung veröffentlicht, welche 240 Unterschriften von Reform- Rabbinern trägt und in der es heißt: „Wir unterzeichneten Rabbiner, Mitglieder der Central Conference of American Rabbis, geben — als Einzelpersonen — unser Einverständnis mit den Grundsätzen und Idealen der palästinensischen Arbeiterbewegung kund." „Wir sind des Glaubens, daß die vom Liberalen Judentum übernommenen prophetischen Ideale in einem sehr hohen Maße mit jenen der Arbeiterbewegung in Erez Israel vereinbar sind. Sie kämpft gegen jene, die die eigentliche Grundlage des Jischuw zu zerstören versuchen, indem sie billige Arbelt ausnutzen, anstatt dem jüdischen Bruder einen Lohn zu zahlen, von dem er leben kann. Die Arbeiterbewegung fördert den Gemeinschaftswillen unter den Juden Palästinas. Sie stellt sich den Vielen entgegen, die das jüdische Palästina zu einem Land mehr machen wollen, in dem die Schwachen ausgebeutet werden und eine Gesellschaft auf der Basis wirtschaftlicher Ungerechtigkeit errichtet wird." „Dieses Programm der „Histadruth" in Palästina und der Liga für das Arbeitende Palästina (Leaguo for Labour Palestine) in Amerika scheint uns eins zu sein mit den wesentlichen Grundsätzen des prophetischen Idealismus. Wir schließen daher mit der Erklärung, daß das Liberale Judentum neben seiner allgemeinen Sympathie für den Wiederaufbau Palästinas als jüdisches Heimatland eine besondere Begeisterung noch für das arbeitende Palastina bekunden sollte. Wir empfehlen unseren Kollegen und unseren Freunden, dem Werk der „Histadruth" und der „Liga für das Chiffone, Weben, Gradcl: Sport-Weben, 70 bis 74 breit, per Meter . . . . S —'«»9 Wäsdie-Chifrone u. -Weben, 80 breit, per Meter S -'58 Polster-Weben (10 Meter-Stücke), 80 breit, p. Mtr. S —'75 Atlas-Gradel, 120 cm, S 179, 80 cm . . S —'98, S —'79 Marine-Gradel (Spitzköper), 80 br. S 1-25, —'98, S —*79 Inlett a. buntes Zwirnbettzeug, 80 cm . S 1*45, S —'92 Seiden-Weben f. Leibu. Bettwäsche, 80 cm S —'98, S —'79 Bettach-Weben, 120 cm breit . per Meter nur QO Marken-Weben, gute Qualität, 82 breit . Groschen 7Q Bettuchu. Deckenkappen-Weben, 140 cm S 1*75, S 1-19 EdelweiB-Damastgradel, 80 cm breit, per Meter S 1*99 Roh-Mollino, 120 cm S —'89, 75 cm......S —'35 Tisch- und Hauswäsche; Wischu. Gläsertücher, 40 50 .........S —'98 Reinleinen-Gesdiirrtucher, 60/60, per Stück. . . S —'79 Boden-, Reibu. Staubtücher, 60/60, p. 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S 5*90, 3*90, S 3*40 Bettwatdie-Garnitur, glatt (1 Tuchent, 2 Polster), S 4*90 Gestickte Bettwfische-Garnitur (1 Tuchent, 2 Polster)............... S 8'90, S 7*90 ,(LIUEN"'Bettwäsche-Garnitur, pro Bett, gestickt, S 13*90 Deckenkappe mit Kldppelspifte, 120/180 S 5*90, S 4'80 Leintücher, nahtlos, 140/200 S 2 50 . . . 120/200 S 1-98 la Waschseiden-Gedecke für 6 Personen, S 17*90, S 13*90 K. SeWen-Brokat-Steppdedcen, weiße Wattefüllung, komplett groß......S 17*90 Scföfirnann II * TA BOR STRASSE 48 Arbeitende Palästina" warme Unterstützung angedeihen zu lassen.'' Wie diese Herrn Reform-Rabbiner dazukommen, das nicht der „Histadruth" angehörige palästinensische Judentum als „Ausbeuter" und Träger „zerstörender" sozialer Ungerechtigkeit zu verleumden, ist unerfindlich. Sie scheinen den Auszug aus einer Klassenkampf broschüre unterschrieben zu haben, ohne den Inhalt zu verstehen. Wissen die Herrn nicht, daß von dieser heiligen Histadruth Terroraktionen gegen nichtgefügige Unternehmer und noch mehr gegen nichtgefügige Arbeiter Inszeniert werden? Ist es „prophetischer Idealismus", wenn man Arbeiter mit Steinen und Eisenstangen fortjagt, wenn sie nicht der Histadruth beitreten und ihr Tribut leisten wollen? Uebrigens hat eine andere Gruppe von Reform- Rabbinern, unter Führung von Rabbi Louis J. Newman, die obenstehende Erklärung als allzu starke Provokation empfunden und eine Gegenerklärung veröffentlicht, in welcher es heißt: „Wir Unterzeichneten, die wir die fundamentale Bedeutung wirtschaftlicher Faktoren beim Aufbau des Neuen Palästina erkennen, geben der Hoffnung Ausdruck, daß Schritte unternommen werden, die es bewirken, daß in Erez Israel Irrtümer vermieden werden, die im Wirtschaftsleben anderer Länder Verwirrung und Elend im Gefolge haben. Keine Einzelpartei oder Gruppe hat ein Monopol in der Erfüllung der Ideale sozialer Gerechtigkeit. Wir fordern, daß die verschiedenen Parteien das Gemeinsame, nicht aber das Trennende betonen, und daß alle Gruppen zusammenarbeiten. Nur durch Versöhnung und Zusammenarbeit kann der Jischuw die Basis für ein produktives, glückliches und geistig schöpferisches Leben in Erez Israel sein." ällllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllli: | Palästina - Reisenj S 1. Einzelreisen jede Woche zu Original- E E preisen. E E 2. Gesellschaftsreisen zu Purim, zur Makka- Sj ■5 biade und zu Ostern, darunter am S S 8. März 1935 mit Dampfer „Rex" (61.0001) 5 S und mit den Dampfern des Lloyd Trieatino. 5. S Reiseleitung: M. M. Racker E E Nordisches ReisebUro, Wien I, Graben 10,Tel.R-24-2-3l E , Tiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiimn ' Südliches im Radio Dirnstag, den 12. Februar KoSico (Tschechoslowakei), 17.30 bis 18.00 UhrJ Jüdische Dichtungen. Vortrag und Vorlesung. Mittwoch, den 13. Februar Post Parisiennc (312,8 m), 19.30 bis 19.50 Uhr: Religiöse Aussendung der „Voix d'Isracl". Freitag, den 15. Februar Mor.-Ostrava (Mähr.-Ostrau, Tschechoslowakei)] (269,5 m), 18.00 Uhr: AI. Krist: Palästina von heute* Deutscher Vortrag. Herr J. Low (Brünn) wird ersucht, der Administration unseres Blattes seine Adresse mitzuteilen. rm *W_ mm Tribüne Ehrengrab und Jüdischer Schauspieler Wir erhalten folgende Zuschrift: Mit Erstaunen haben wir jüdische Schauspieler einer Wiener Tageszeitung entnommen, daß der kürzlich verstorbene gewesene Operettentenor Willy Bauer von der Kultusgemeinde ein Ehrengrab zugewiesen erhalten hat. Nicht, daß wir etwa den Verstorbenen dieser Ehre nicht für würdig hielten oder sie ihm mißgönnten — das liegt uns fern, obwohl wir wissen, daß Willy Bauer s. A« während seines ganzen Lebens keinerlei Berührungspunkte mit dem jüdischen Leben hatte. Aber wir empfinden es schmerzlich, daß unser verstorbener Kollege und Meister jüdischen Humors, Jona Reismann s. A., in einem sogenannten Armengrab liegen muß, das wegen seiner Enge nicht einmal die Aufstellung eines normal breiten Grabsteins erlaubt. Mit treujüdischem Gruß Ein Wiener jüdischer Schauspieler. Wien, 10. Februar 1935. Wir veröffentlichen diese Zuschrift in der Hoffnung, daß der Fall Jona Reisman eine würdige Lösung" finden wird. Reichsverband jüdischer Legitimisten Oesterreichs. Mittwoch, den 13. Februar 1935, findet um 8 Uhr abends im Cafe" Colonnaden, I., Rathausplatz 4, eine Werbeversammlung statt, zu welcher alle Juden und Jüdinnen eingeladen sind. Donnerstag, den 14. Februar 1935, findet im Cafe" Habsburg-Excelsior, um 8 Uhr abends unter Mitwirkung der Vortragskünstlerin Frau Esti Freud eine Werbe Versammlung des legitimistischen jüdischen Frauen-i bundes statt, zu welcher alle jüdischen Damen eingeladen sind. Ort: Cafe Habsburg-Excelsior, I., Rotenturmstraße 24. Mercurbank In der am 8. d. M. unter dem Vorsitz des Vizepräsidenten Gabriel Neumann abgehaltenen Sitzung dea Verwaltungsrates der Mercurbank wurde die Bilanz für das Geschäftsjahr 1934 vorgelegt und genehmigt Es wurde beschlossen, der Generalversammlung den Antrag zu stellen, von dem nach Vornahme von entsprechenden Abschreibungen verbleibenden Gewinn per Schilling 210.066.46 den Betrag von Schilling 50.000 zu« Dotierung des Reservefonds II zu verwenden und den» Rest auf neue Rechnung vorzutragen. EJ Austritte aus dem Judentum* Lambcrg, geb. Weiß Aurelia, geb 10. VIII. 1903 Lemberg, verh., IV., Rainergasse 31. — Lamberg Dr. Hans, geb. 25. XII. 1891 Wien, verh., IV., Rainergasse 31. —. Saueracker Alfred, geb. 24. VI. 1892 Bratislava, verh., X., Siedlung Favoriten Nr. 6. — Fuchs Berta, geb. 22. VII« 1909 Wien, led., X., Eckertgasse 19. — Waldmann Erich, geb. 21. IX. 1914 Wien, led., II., Franzensbrückenstraße 19, — Hradetzky, geb. Schafranek Gertrud, geb. 23. IX. 1909 Wien, verh., XX., Leystraße 23. — Steiner Robert, geb. 24. IX. 1902 Wien, led., XX., Allerheiligenplatz 5. — Ktemenz Frieda, geb. 6. IV. 1903 Zlabing, verh., III., Kellgasse 6. — Spaner Heinrich, geb. 1. XI. 1898 Wien, verb-, VII., Lerchenfeldergürtel 141. — Wiltschek Ernst, geb, 15. in. 1897 Wien, led., IL, Schreigasse 12. — Spiegier, geb. Hankara Irecz, geb. 9. VII. 1888 Prag, Witwe, XIX., Steinfeldgasse 6. — Sand Margarete, geb. 23.1. 1901 Wien, led., IL, Sterneckplatz 22. — Bachrach Lotte, geb. 29. VIII, 1913 Mauer, led., VI., Gumpendorferstraße 9. — Tupler Adolf, geb., 29. V. 1904 Braila, led., XIX., Barawitzkagasse 6. — Barasch, geb. Wolf Elliene, geb. 23. II. 1873 Wien, Witwe, I., Wollzeile 15. — Knauer Emma, geb. 26. V. 1905 Wien, led., XX., Allerheiligengasse 5. — Taußky Gertrude, geb. 14. VI. 1908 Wien, led., IX., Lazarettgasse 18. — Hellmann, geb. Steiner Daisy, geb 22. IV. 1890 Wien, verh., I., Rathausstraße 17. — Schlesinger NeUi, geb. 30. II. 1914 Wien, led., II., Blumauergasse 2. Eigentümer, Verleger, Herausgeber und verantwortlicher. Redakteur: Oberbaurat Robert Stricker. — Drück: Druckerei- und Verlags-A.-G. Ignaz Steinraann, beide Wien, IX., Universitätsstraße 6—8.

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