Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 437 (8.2.1935)
- Date
- 1935-02-08
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Preis 20 Groschen lahrgang 9 Freilag/ den 8« Februar 1935 Nr« 437 186 ™. Vni^tätsbibUothek Wien, I V. b. b. Zeitung vom Verleger versendet „Journal expediö par rediteur" REVUE HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.40, vierteljährig S 4.—, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 1.50, vierteljährig Zloty 4.50; Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc 15.—; Jagotlawicn monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.—; Rumänien monatlich Lei 40.—, vierteljährig Lei 120.—; Deutschland monatlich Mark 1.—, vierteljährig Mark 3.—; Balgarien monatlich Lewa SO.—, vierteljährig Lewa 80.—; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—; Schweiz und die übrigen Länder monatlich Schweizer Franca 1.50, vierteljährig Schweizer Francs 4.50. Mit E bezeichnete Anzeigen sind entgeltlich. Redaktion u, Verwaltung: IX,Universitäfsstr»8,7eLA-20-2-78 — Erscheint Dienstasg u» Freitag Für das nationale jüdische Welfparlamenf Staatsmänner für den Jüdischen Weltkongreß Die besten Kräfte im Judentum sind nun seit drei Jahren bemüht, den Jüdischen Weltkongreß zustande zu bringen. Jeder Jude, der sich zur jüdischen Nation bekennt, soll das Wahlrecht zu diesem Kongreß haben, dessen Hauptaufgabe die. Bildung einer Repräsentanz sein wird, die im Namen des jüdischen Volkes überall dort sprechen soll, wo jüdisches Recht und jüdische Ehre bedroht werden. Anderseits sind jüdische Kräfte am Werke, die Abhaltung des Weltkongresses zu verhindern. Es sind dies die Leugner des jüdischen V o 1 k s g c d a n k e n s, die unentwegten Anhänger der bankrotten jüdischen Assimilation, unterstützt von einzelnen reichen Juden in Amerika, England und Frankreich, welche von einer grandiosen Manifestation der Idee vom einheitlichen jüdischen Volke eine Störung ihrer satten Ruhe befürchten. Es sind im großen und ganzen die gleichen Elemente, welche bei Zusammentritt des Völkerbundes die Anerkennung der zionistischen Freiheitsbewegung durch die Mächte der Welt zu verhindern trachteten. Aber wie diese antinationalen Kräfte damals versagten, so werden sie auch jetzt versagen. Wie damals, so ist es auch jetzt gelungen, über sie hinweg: den Anschluß an die Völker der Welt herzustellen und der Idee vom Jüdischen Weltkongreß internationale Geltung zu verschaffen. Einen heuerlichen Beweis hiefür bildet der folgende Wortlaut dreier Briefe, welche in den letzten Tagen beim Komitee zur Vorbereitung des Jüdischen Weltkongresses in Paris eingelangt sind. Der tschechoslowakische Außenminister schreibt: „Ministerium des Aeußern C. S. K. Prag, den 25. Jänner 1935. Sehr geehrte Herren! Mit wirklichem und lebhaftem Interesse habe ich von der Einberufung des Jüdischen Weltkongresses für dieses Jahr in Genf erfahren. Die Fragen, welche Sie behandeln werden, sind von einer ganz besonderen Aktualität und Wichtigkeit und ich kann Ihnen versichern, daß die Tschechoslowaken, welche die Geschichte gelehrt hat, was es für ein Volk bedeutet, die politische Freiheit zu verlieren, mit Sympathie die Anstrengungen betrach" ten, die Sie unternehmen, um den Juden die Stelle und Situation in der Welt zu sichern, die ihnen, entsprechend den Prinzipien der Humanität und im Sinne der demokratischen Idee zukommen. Es hat mich auch interessiert, zu hören, daß der Kongreß so organisiert wird, daß er in der Lage sein wird, der Interpret der Gefühle der jüdischen Massen zu sein und die Autorisation zu beanspruchen, als Repräsentanz ihrer Interessen zu sprechen. Ich wünsche Ihren Arbeiten viel Erfolg und ich werde mich sehr freuen, die Verwirklichung der Ideen zu sehen, die die Grundlagen der Besprechungen des Kongresses bilden werden. Gezeichnet: Dr. Edouard B e n esc h." Der griechische Gesandte und Minister Nicolas Poli tis schreibt: „Hotel Beau-Rivage, Genf, 19. I. 1935. Es ist ein alarmierendes Zeichen für die gegenwärtige schwere Krise, daß das Weltjudentum die Notwendigkeit fühlt, sich zum Schutz der jüdischen Rechte und zum Zweck ihrer geistigen und moralischen Zusammenarbeit zu organisieren. Aber dies gibt auch Grund, zu hoffen, daß das Elend, an welchem die Welt leidet, nicht unheilbar ist. Die Reaktion, die durch die Mißachtung der großen Ideen von Gerechtigkeit und Freiheit hervorgerufen wird, beweist, daß die Kraft dieser Ideen noch bei weitem nicht erschöpft ist. Dem Jüdischen Weltkongreß, der für ihre Wiederherstellung kämpft, gilt infolgedessen die Sympathie eines jeden zivilisierten Menschen. Ge-* zeichnet: Nicolas P o I i t i s." Der spanische Botschafter de Madariaga schreibt: „Die Iberische Halbinsel, Heimat des Maimonides und des Ibn Gabirol, das Land, das Spinoza hervorbrachte, ist für das jüdische Volk eine zweite Heimat. Auf der Iberischen Halbinsel hat die jüdische Nation ihre zweite Glanzperiode gehabt, fast ebenso groß wie die der biblischen Epoche. Es fehlt daher einem Spanier nicht an Argumenten für die produktive Macht des jüdischen Volkes. Als Spanier wünsche ich dem Jüdischen Weltkongreß den besten Erfolg. Genf, Jänner 1935. Gezeichnet: Salvador deMadariaga." Diese Erklärungen hervorragender europäischer Staatsmänner y^nd diejenigen des verstorbenen französischen Au&nministers Louis Barthou und anderer führender Staatsmänner für den Jüdischen Weltkongreß werden in Form einer Sammelschrift in nächster Zeit vom Büro des Jüdischen Weltkongresses in Paris herausgegeben werden. ' Schwere Strafe für antisemitische Verleumder In der südafrikanischen Stadt Grahamstown fand im Sommer vorigen Jahres ein Prozeß gegen die Führer der Grauhemdenorganisation (einer Abart des Hitlertums) statt, welche antisemitische Pamphlete in Form von „Dokumenten der Weisen von Zion" verbreiteten, indem sie die Behauptung aufstellten, daß diese Dokumente aus der jüdischen Synagoge in Port Elisabeth stammen. Der Rabb. Abraham Levy, Prediger in dieser Synagoge, klagte und die Angeklagten, unter ihnen ein gewisser Harry Viktor I n c h, wurden der Verleumdung schuldig befunden und zunächst zur Zahlung einer Buße von 1775 Pfund an den Privatbeteiligten verurteilt. Das war das eine Frontstück. Hier entschied das Gericht gegen die Grauhemdenführer in dem Sinne, daß diese gegen ihren guten Glauben die Judenheit verdächtigten, eine Organisation zum Sturz der christlichen Religion gegründet zu haben und die „Weltherrschaft" anzustreben. „Den Angeklagten", heißt es im Urteil, „ist es nicht gelungen, auch nur die Spur eines Beweises für das Bestehen einer sogenannten jüdischen Weltverschwörung zu erbringen." Das andere Frontstück bezieht sich auf die „Protokolle der Weisen von Zion", die seitens der Angeklagten zu Verteidigungszwecken herangezogen wurden. Auch auf diesem Frontstück siegte die. Wahrheit. Das Urteil des südafrikanischen Gerichts gipfelte in der Feststellung, daß die genannten Protokolle eine dummdreiste und plumpe Fälschung seien und daß auch hier die Angeklagten nicht guten Glaubens gewesen sein konnten. Das Gericht sprach seinerzeit dem Rabb. Levy einen Schadenersatz von 1775 Pfund für die schweren seelischen Leiden zu. Jetzt endlich liegt das strafrechtliche Urteil für die unerhörte Beleidigung des Judentums vor. Der Hauptangeklagte Haryr Viktor Inch erhielt, wie die J. T. A. aus London meldet, 6 Jahre und 3 Monate Gefängnis. Wahrlich eine schwere Strafe! Aber wie geringfügig nimmt sich das Schicksal dieses einzelnen antlse- >Jf>c V^ST^-l BESTE QUALITÄTEN! NTHRACIT KOHLE KOKS 'f* '' ^■:or^ UASCH'IV, ARGENTINIERSTR. 22 . TEL. SERIE U.47.5.40 B wissenschaftlich richtig konstruier», individuell sorgfältigst angepaßt Dr. HechCs Hernlastnt-Bruciibanct ärztlich dort empfohlen, wo bis ie<zt jedes andere Bruchband versagt; Corpufront Stützmieder die wissenschaftliche Spitzenleistung bei Hängebauch, Schwänget schaft usw.; Nach Operationen bei Magensenkung. 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Februar wütete ein Sturm mit Regen und Hagel, der viel Schaden angerichtet und auch Menschenopfer gefordert hat. BrUcken sind eingestürzt, das Eisenbahngeleise beschädigt, der Verkehr zeitweilig unterbrochen. Die Telegraphen« Verbindung zwischen Haifa und Jaffa und mit den Orten des Südens ist unterbrochen. Die Citrus-Region war weniger heimgesucht. Hier ist nur ein verhältnismäßig kleiner Schaden festzustellen. Der Jordan ist über beide Ufer getreten. Am schwersten wurde die arabische Stadt Nablus heimgesucht, sie ist vollkommen von der Umwelt isoliert* Einige Moscheen und die Seidenfabrik wurden zerstört* Mehr als 20 Häuser sind eingestürzt. Es heißt, daß bis jetzt 22 mohammedanische Einwohner von Nablus und Umgebung ertrunken sind. Auf der Höhe von Tulkarem fanden 12 Mohammedaner den Tod. Auch In der Umgebung von Jerusalem kamen vier Personen ums Leben, etwa vierzehn werden vermißt. Innerhalb der jüdischen Bevölkerung keine Opfer. Der Passagierdampfer „Resolute" mit 8000 Touristen an Bord kann in Haifa keine Landung vornehmen*. Drei andere Dampfer mit 2000 jüdischen Einwanderern an Bord konnten nur unter großen Schwierigkeiten ihre Passagiere absetzen. Alle Passagiere sind unversehrt, Schwerer Schaden in Transjordanien. 3ie Hauptstadt Amman ist so überschwemmt, daß der Emir Abdullah seinen Hofstaat zeitweilig nach Jericho verlegen mußte. Der Sohaden wird insgesamt auf etwa 50.000 Pfund beziffert. BERLINER HAUSBESITZER! WIR HELFEN IHNEN 1. linnahmen zu erhöhen 12. Ausgaben zu vermindern 3. Den Hausertrag sicher und fruchtbringend anzulegen Erstklassig« Referenzen Auskünfte kostenlos und unverbindlitn (jHIIANTIA Schutz und Interessenvertretung für Grundbesitz und Hypotheken, BERLIN W 30, Neue WinterfeidstraOe 8 •WD Hotel Arras NIZZA 7 Avenue Baquis Atlet Kuratori. Eleeant« Limmer. Naht am Meei und Kasino, idealer Autenthai. Komplette Pensinn: iFrcs.^.— Pension Irma Meister. 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