Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 436 (5.2.1935)
- Date
- 1935-02-05
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Ifcfte 4 DIE NEUE WELT Nc 436 Sehr gunstige Aussichten für die Palästina« Landwirtschaft Aua Jerusalem: In einem Bericht über den Stand der Landwirtschaft in Palästina stellt der Direktor des Agrikulturdepartements der Palästina-Regierung fest, daß die klimatischen Bedingungen und die letzten starken Regenfalle eine sehr günstige Wirkung auf den Stand der Saaten und Plantagen gehabt haben. Auf den Bergen Judäas, besonders im Osten, ist der Stand der Landwirtschaft viel besser als in den letzten Jahren. Die Schäden, die die letzten starken Regenfälle verursacht haben, werden ohne Zweifel durch die bessere Ernte kompensiert werden. Die Höhe der Schäden, die besonders in Tiberias und Migdai bedeutend waren, wird erst am Ende der Exportsaison ermittelt werden können. Tel-Awiw hatte den meisten Regen im Dezember: 415 Millimeter (Jahresdurchschnitt der letzten 29 Jahre 145,3 Millimeter). Jerusalem hatte 138,2 Millimeter Regen (Durchschnitt in 86 Jahren: 133,2 Millimeter). Akko hatte 390 Millimeter (Durchschnitt in 9 Jahren: 109,9 Millimeter). Haifa hatte 232,2 Millimeter (Durchschnitt in 24 Jahren: 164,2 Millimeter). Polen verdoppelt seinen Palästina-Orangen-Import Aus Warschau: Als Resultat der Bemühungen der Polnisch-Palästinensischen Handelskammer erhöhte das Handelsministerium das Binfuhrkontingent von Palästina-Orangen für die laufende Saison um 1500 Tonnen, wodurch sich die Einfuhr gegenüber der vorigen Saison verdoppelt (Polen wird also im Jahr 1935 dreihundert Waggon beziehen);. Antizionistische und judenfeindliche Maßnahmen der Irak-Regierung Aus Jerusalem: Wie aus Bagdad berichtet wird, wurde dort der Vorsitzende der Zionistischen Organisation des Irak, Aron Sassoon Nahum, wegen zionistischer Betätigung verhaftet und nach seiner Freilassung unter Polizeiaufsicht gestellt. Ein ihm in der Zeit, da der Irak noch britisches Mandatsgebiet war, vom damaligen High Commisioner ausgestelltes Dokument, das ihn zur Fortführung der zionistischen Arbeit ermächtigte, wurde eingezogen. In letzter Zeit wurden im Irak wiederholt Maßnahmen getroffen, die gegen die zionistische Betätigung gerichtet sind. Die Haltung der Behörden im Irak, die sich jetzt gründlich von derjenigen unterscheidet, die sie in jüdischen Dingen unter der Regierung des kürzlich verstorbenen Königs Feisal einnahmen, hat in den ausländischen jüdischen Kreisen, insbesondere auch in Indien, dessen Judenheit besonders enge Beziehungen zu den Juden im Irak unterhält, einen sehr ungünstigen Eindruck gemacht. Besonders peinlich wurde es empfunden, daß die Regierung des Irak vor kurzem Sir Robert Waley Cohen, dem Generaldirektor der Shell Company, der sich zur Feier der Eröffnung der Irak-Petroleum-Leitung nach Kirkus begeben wollte, als Juden das Visum verweigert hat. Dies dürfte zu Vorstellungen der englischen Regierung bei der Irak-Regierung führen. Vor kurzem wurden aus Bagdad auch zwei hebräische Lehrer aus Palästina, die an dortigen jüdischen Schulen tätig waren, ausgewiesen. Konferenz des Kolonistenverbandes Aus Jerusalem wird unter dem SO. Jänner gemeldet: In der Generalversammlung des Verbandes der jüdischen Kolonisten schlug dessen Vorsitzender Mosche Smilansky die Gründung einer neuen Bank und einer landwirtschaftlichen Hochschule vor. In seiner Rede sprach Smilansky von der schweren Lage auf dem jüdischen Arbeitsmarkte, die durch die Abwanderung der Arbeiter von den landwirtschaftlichen Betrieben in die Städte hervorgerufen worden sei. Er wies als Ausweg für die Kolonisten auf die Ausnutzung der 400 Zertifikate hin, die für Landwirte bestimmt seien, erklärte aber, daß die Kolonisten direkt mit der Falästlna-Reglerung in Verbindung treten werden, um die Vermittlung der zionistischen Instanzen solange zu vermeiden, bis an deren Spitze andere Persönlichkeit e n stehen werden. Smilansky klagte auch die zionistische Exekutive, bzw. die Führer der IDstadruth an, daß sie das Eindringen der Araber in die jüdischen landwirtschaftlichen Positionen nicht verhindern. Chiffone, Weben, Gradöl: Sport-Webcn, 70 bis 74 breit, per Meter . . . .S Wäsche-Chiffone u. -Weben, 80 breit, per Meter S Polstar-Weben (10 Meter-Stücke), 80 breit, p. Mtr. S Atlax-Cradel, 120 cm, S T79, 80 cm. . S —"98, S Marine-Grade! (Spitzköper), 80 br. S 1*25, —*98, S Inlett u. buntes Zwirnbeftzeug, 80 cm . S 1*45, S Seiden-Weben f. Leibu. 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Das Gericht wies seine Klage zurück, weil die Kündigung nicht unbillig hart sei. Ein Reichsstatthalter fordert totalen Judenboykott Aus Worms: Reichstatthalter Sprenger sprach in Worms über die Judenfrage und sagte: „Der Verkehr mit Juden in Deutschland. Haltet euch frei von ihm! ,Sage mir, mit wem du umgehst, und ich will dir sagen, wer du bist!' Wenn du glaubst, mit Juden verkehren zu müssen, dann bleibe von unsweg. (Lebhafter Beifall.), Das ist keine Frage des Gesetzes und der Verfassung, sondern der freien Entscheidung. Wir raten dir: halte dich rein und sauber und du bist bewahrt vorm Untergang. Wenn du vom Juden kaufst, unterstützest du den schärfsten Gegner deines Volkes. In diesem Punkte muß vollste Klarheit /herrschen. Dir habt die Verpflichtung, diese Klarheit vorbildlich ins ganze Volk hineinzutragen." (Beifallsrufe.) Der arische Jesus Aus Leipzig: Im Lehrplan für die Volksschulen von Leipzig wurde u. a. folgende Richtlinie für den evangelischen Religionsunterricht bekanntgegeben: „. . . Jesus ist der deutschen Jugend nicht als der Dulder hinzustellen, sondern als Kämpfer gegen eine ihm feindliche Welt, als Tempelreiniger, als kraftvoller Beseitiger des Muckerturas. Es ist zu betonen, daß er Galiläer war und schon wegen seiner arischen Abstammung als Feind des Judentums angesprochen wurde." Jüdische Arbeit in Palästina als Beispiel Aus Bombay (J T. A.): Der indische Arbeiter« führer B. Shiva Rae, der als Arbeiterdelegierter der indischen Round-Table-Konferenz in London beiwohnte, berichtete auf der in Patna tagenden Indischen Wirtschaftskonferenz über die jüdische Arbeit in Palästina, die er während seines kürzlichen Pa3a> tsina-Besuches kennenzulernen Gelegenheit hatte, und stellte diese Arbeit, als den Ausdruck des jidischen Genius, als beispielgebend hin. Hier, sagte Rae, wurden die Schwierigkeiten des dürftigen Bodens und des Wassermangels überwunden, ein dürres Land wurde in einen Obstgarten verwandelt. Es würde sich für Indien sehr lohnen, sich die Methoden der jüdischen? Siedler in Palästina zu eigen zu machen, Strafen für antisemitische Propaganda in Holland Aus Amsterdam: Der frühere Herausgeber der antisemitschen holländischen Zeitung „De Stornier", C. A. Pronk, der sich nach Einleitung einer polizeilichen Untersuchung gegen ihn ins Ausland begeben hat, wurde wegen Beschimpfung der Juden in seiner Zeitung vom Amsterdamer Polizeirichter in contumaciam zu drei Wochen Gefängnis verurteilt. Der Friedensrichter im Haag verurteilte einen 23jährigen jungen Mann wegen des Rufes „Juda verrecke!" zu zwei Wochen Gefängnis. Wegen Verbreitung antisemitischer Flugblätter wurde ein Mann im Haag zu einer Geldstrafe verurteilt« Das schärfere Vorgehen gegen antisemitische Propaganda in Holland wird auf besondere Weisungen des katholischen Justizministers zurückgeführt. Tschechische Faschisten unterm Hakenkreuz Aus Prag: „Narodni Osvobozeni" schreibt: „Niemand bei uns hat jemals unter größerer geistiger Sklaverei des pangermanischen Deutschtums gelebt, als unsere faschistischen und halbfaschistischen Ueberpatrioten. Ihre Zeitschriften wimmeln von Geistesgut, das aua. Broschüren pangermanischer Rassentheoretiker entlehnt ist. Die Faschistengemeinde propagiert eine arische Front als getreue Kopie des antisemitischen Regimes im Norden. Diese Leute sehen nur Berlin und Wien und ihre Auffassung von Nationalismus, Nation und Staat, ist typisch deutsch. Das Gedankengut der nichtdeutschen Welt ist ihnen vollkommen fremd* Trotzdem behaupten sie, den tschechischen National« gedanken in Reinkultur zu vertreten," Der Kampf um Palästina-Zertifikato Aus Saloniki (J. T. A): Unter den Zionisten ganz Griechenlands besteht starke Unzufriedenheit über die unzureichende Zahl der Griechenland zugeteilten Palästina-Einwanderungszertinkate. Die zionistische Ortsgruppe in Serres forderte alle zionistischen Vereinigungen. Griechenlands auf, die sofortige Einberufung einer Konferenz des zionistischen Landesverbandes Griechenland» zwecks der Behandlung der Zertifikate-Frage zu erwirken. Die jüdische Bevölkerung des Städtchens Orestiada an der türkischen Grenze erklärte dem Salonikier Palästina-Amt, daß, wenn nicht mindestens ein Zertifikat nach Orestiada überwiesen wird, sämtliche lokalen zionistischen Vereinigungen ihre Tätigkeit einstellen werden. Aus Istambul: Der Palästina-Drang unter den Juden der Türkei, besonders unter jenen Thraziens, ist im Steigen begriffen. Ein jüdischer Führer aus Adrianopel begab sich nach Palästina, um Zertifikate für die Juden Thraziens zu verlangen und auch für die Befreiung der vielen jüdischen jungen Leute aus der Türkei, die unter der Beschuldigung illegaler Einwanderung in palästinensischen Gefängnissen schmachten, zu wirken,, Judisches im Radio Donnerstag, den 7. Februar. Heilsberg (291 m): 16.00 Uhr: K^njgin von Saba* Ballettmusik. Carl Goldmark, Freitag, den 8. Februar, Radio Paris (1648 m): 13.00 bis 13.30 XIhr: Sen«. dung von der Voix d'Israel. Samstag, den 9. Februar. England. Nationalprogramme (1500 m): 19.45 Uhr3 Jüdische Melodien. 1. Hebräische Lieder: Na-aleh, AI sefat jan Kinereth. Hajeta ze'ira. Bakinzert. Borchu. — Jiddische Volkslieder: Leg ich mein Kepele. Fregt die Welt an alte Kasche. Schluf, mejn Tochter. Her mir, schejn maidcle« Gesungen von Mary Bonin, (Sopran.) iiillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllilliliiiiiiiiiHiiu | Palästina - Reisen 1 5 1. Einzelreisen jede Woche zu Original. 5 S preisen. j5 3 2. Gesellschaftsreisen zu Purim, zur Makka- E 3 biade und zu Ostern, darunter am E S 8- März 1935 mit Dampfer „Rex" (51.0001) .5 s und mit den Dampfern des'Lloyd Triestino. S 5 Reiseleitung: N. M. Rocker § E Nordisches Reisebüro, Wien I, Graben 10,Tel.R-24-2-31 § Tfiifiiiiiiiiriiiiiiiiiiiiniiiiiuiiiiiiniiiiiiiiuiiiiuiiiiiiiiiiiiiiic; Eigentümer, Verleger, Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Oberbaurat Robert Stricker. — Druck: Druckerei- und Verlags-A.-G. Itrnaz Steinmann beide wies. IX., Universitätsetraße 0-4, „ ° ««*«*u», uwub yyivq,