Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 434 (29.1.1935)
- Date
- 1935-01-29
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 434 CtilFFMASiNj)T„ S^jAk^Jf Aus aller Weif Der deutsche Antisemitismus und die italienische Presse Aus Rom (J. T. A.): Der bekannte italienische Publizist Pietro S o 1 a r i stellt in der sehr verbreiteten Turiner „Gazzetta del Popolo" eine steigende antisemitische Welle in Deutschland fest. Er erinnert an sein Interview mit Göring vor dem Machtantritt Hitlers und führt aus, viele haben damals nicht glauben wollen, daß der Nationalsozialismus gerade sein antisemitisches Programm so konsequent verwirklichen wird- Man dürfe sich, schreibt Solari, nicht der Illusion hingeben, daß Hitler sein antisemitisches Programm abschwächen wird, nein, je mehr Konzessionen er auf anderen Gebieten zu machen gezwungen ist, um so unnachgiebiger wird er gegenüber den Juden sein. Ein jüdischer General leitet den italienischen Kriegsschiffbau Aus Rom (J. T. A.): Der Generaldirektor der Werften der italienischen Kriegsflotte, General Umberto P u g 1 i e s e, wurde zum Vorsitzenden der Kommission für Schiffbau ernannt. General Pugliese, einer der bedeutendsten Fachleute des Schiffbaues in Italien, ist Jude. Die italienische Judenheit für den Jüdischen Weltkongreß Aus Rom (J. T. A.): In der letzten Sitzung des Eates des Verbandes der jüdischen Gemeinden Italiens wurden in das Exekutivkomitee des Comite" des D61dgations Juives und des Jüdischen Weltkongresses neben dem langjährigen Exekuüvemitglied, dem Oberrabbiner von Rom, Prof. Dr. Angelo Sacerdoti, noch der bekannte Schriftsteller Comm. Dr. Angiolo Orvieto und Ing. Guido Zevi in den Rat des Jüdischen Weltkongresses delegiert. Ein überflüssiger Konflikt Aus Saloniki wird gemeldet: Der griechische Zionistenverband hat sich an die Zionistische Exekutive, an den Waad Leumi und an den Leiter des Einwanderungs- Departments der Exekutive Jizchak Grün bäum mit der Aufforderung gewandt, Erklärungen über die Rolle der Sephardim (spaniolische Juden) in der zionistischen Bewegung und beim Aufbau Palästinas abzugeben. Die Forderung der griechischen Zionisten ist darauf zurückzuführen, daß Jizchak Grünbaum die Leistungen der Sephardim in der jüdischen Erneuerungsarbeit gering bewertet haben soll. Der Weltverband der Sephardim hat darauf sehr scharf reagiert und mit weitgehenden Konsequenzen betreffend die künftige Haltung der Sephardim zur Zionistischen Weltorganisation gedroht. Ein antisemitischer Redakteur verurteilt Aus Saloniki (J. T. A.): Der berüchtigte antisemitische Redakteur F a r d i s, der vor einigen Monaten Eigentümer der neuen griechischen judenfeindlichen Zeitung „Eleftheroa Typos" geworden ist, wurde wegen Judenhetze in seinem Blatt zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Andere aus demselben Grunde angeklagte Mitarbeiter der Zeitung sind vor einiger Zeit freigesprochen worden. Fardis hat seinerzeit die Pressekampagne in der „Makedonia" gegen den S alonikier Makkabi geführt, durch die die antisemitischen Unruhen des Jahres 1931 und die Niederbrennung des Campbeil-Viertels ausgelöst wurden. Selbstmord des Vorsitzenden einer jüdischen Gemeinde Aus Prag (J. T. A.): Der TrenCiner Notar Doktor Alexander Weiß, Vorsitzender der jüdischen Kultusgemeinde von Trenöin und früheres Mitglied der Stadtvertretung, hat vor einigen Tagen durch einen Sprung vom Trenöiner Felsen seinem Leben ein Ende gemacht. Der Grund war ein Nervenzusammenbruch, wahrscheinlich infolge wirtschaftlicher Schwierigkeiten. Die Bestattung von Dr. Alexander Weiß fand am Mittwoch, den 23. Jänner, nachmittag, vom Hofe der Synagoge Trenöin aus statt. An dem Begräbnis nahmen 'Vertreter der Behörden und etwa 1500 Personen teil. Jüdische Ehrung des Königs Alexander Aus Belgrad (J. T. A.): Auf Initiative der führenden zionistischen und anderen jüdischen Stellen in Jugoslawien ist der Beschluß gefaßt worden, in Erez JIsrael ein Denkmal zu Ehren des in Marseille ermordeten KönigsAlexandervon Jugoslawien In der Form einebewaldeten Berges, der den Namen „Givat Meleh Alexander" führen soll, zu errichten. Dieser Beschluß wurde seitens der maßgebenden Stellen in Jerusalem und der Hof- und Staatsstellen in Beograd begrüßt. 2ö Januar—2. Februar in ollen Abteilungen Verkauf — solange Vorrat! inige Beispiele Damen-Flanell>Nacfc?hemd....... Damen-Schafwoll-Pultoyer VrArrmei. . Damen-Fifz-Hüte mit üand-Aufpuu .... FMz-HaUSSChuhe mit Lcdcrsohlo...... Linzer Gradlhosen ........... Herren-Flanell-Hemden......... 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Juli 1910, Wien, ledig, III., Löwengasse 28. — Annic Jeanette Zifferor, geb. 26. April 1914 Wien, ledig, I., Biberstraße 10. — Felicy Anny Willheim, geb. 28. März 1918 Wien, lcdig, III., Radetzkystraße 5. -— Angela Parlenberg geb. Großmann, geb. 21. Juni 1901 Wien, Witwe, XX., Pappenheimgassc 37. — Simon Wettorschneider, geb. 22. September 1863 Boskowltz, verh., XX., Dresdnerstraße 78. — Alice Wengraf geb. König, geb. 19. Dezember 1873 Wien, verh., XIII., Trauttmansdorffgasse 34. — Selma Erdö, geb. 24. April 1883 Wien, ledig, VIII., Schönborngassc 4. — Rolf Rappaport, geb. 27. November 1918 Wien, ledig, II., Lassallestraße 8. — Josef Schwitzer, geb. 20. September 1907 Wien, ledig, II., Pazmanitengasse 38. — Barbara Deutsch, geb. 2. Mai 1902 Hohenwarth, Witwe, XVII., Haslingcrgassc 39. — Anna Spiegel, geb. 9. Jänner 1898 Wien, ledig VI., Marchettigasse 9. — Rosa Spiegel, geb. Spielmann, geb, 13. September 1872 Wien, Witwe, VI., Marchettigasse 9. — Charlotte Lorians, geb. 4. Mai 1900 Wien, getr. VIII Schönborngasse 12. — Alexander Spitz, geb. 1. März 1906 Bukovic, verh., XIX., Peter-Jordan-Straße 10. — Rosamunde Spitz, geb. 11. Dezember 1875 Prag, verh., XIX., Peter-Jordan-Straße 10. — Lazar Schwab, geb. 12 April 1865 Kula, verh., VII., Karl-Schweighofer-Gasse 8 — Max Haug, geb. 2. Juli 1886 Arbon, verh., XIX., Barawitzkagasse 4. — Reginc Fischer, geb. 6. Dezember 1889 Wien, ledig, II,. Glockengasse 8 a. — Gertrud Sink geb. Feldmann, geb. 26. Oktober 1914 Wien, Herrenskretschen, rs- *z ~ °lsa Frk'dl«"dpr> geb. 24. August 1880 Wien, Bohm-Kamnitz. Ufas bciHtjk dU II. MeUUta&caU? Von unserem palästinensischen Korrespondenten Tcl-Awiw, Mitte Jänner 1935. Zuerst ein Rückblick: Der eigentliche Initiator der I. Makkabiah ist der junge sephardische Sportler Josef Jekatinli. Vor fünf Jahren nahm dieser junge Mann am Weltkongreß des „Makkabi" teil und brachte die Idee vor, Tel-Awiw als den Sitz für das Weltmakkabi-Sportfest zu wählen. Der Vorschlag wurde vom Weltkongreß angenommen. Zwei Motocycle-Gruppen, die alle jüdischen Zentren besuchten, machten das stolze Wort „Makkabi" populär, und die beiden Zusammenkünfte in Antwerpen und Prag schlössen mit der Entscheidung, im Frühjahr 1932 —- 1800 Jahre nach dem letzten Kampf der Makkabäer mit den Römern —• auf dem Boden Palästinas ein sportliches Treffen abzuhalten. Polen schickte zur ersten Makkabiah 368, Oesterreich 284, Amerika 277, Tschechoslowakei 245, Palästina 243, Aegypten 120, Deutschland 107 jüdische Sportler. Unter 100 Vertreter sandten England, Dänemark, Rumänien, Jugoslawien, Griechenland und Syrien. — Der Erfolg war überraschend groß. Tausende Juden im neuen Palästina begrüßten die prachtvolle Sportjugend, die in blauweißer Dreß marschierend mit brausenden „Hoch- Makkabi"-Rufen empfangen wurde. 150.000 Mitglieder aus 34 Ländern umfaßte damals der Makkabi-Weltverband. Palästina wurde vom internationalen Olympiaden- Komitee als teilnahmsberechtigt anerkannt. Die n. Olympiade wird vom 2. bis 5. April 1935 in Tcl-Awiw und vom 9. bis 10. April 1935 in Haifa abgehalten werden. Dr. Lelewer, der Vorsitzende des Makkabi-Weltverbandes, hält sich bereits längere Zeit in Tel-Awiw auf und beschäftigt sich mit den Vorarbeiten. Die heurige Makkabiah wird in größerem Stil veranstaltet werden als die vorherige. Zunächst wird sie fachlich präziser und umfangreicher sein. Man hat die Sportfächer von 12 auf 18 ausgedehnt, ferner auch Geistessport (Schach!) eingeführt. Mehr als 1000 Sportler aus verschiedenen Ländern haben sich bereits gemeldet, darunter solche aus Amerika, Südafrika und der Mandschurei, wo die jüdischen Sportler von den Regierungen für die Teilnahme subventioniert werden. Palästina selbst ist in voller Tätigkeit. In allen Sportgebieten wird gearbeitet, trainiert, Matches werden veranstaltet, u. a. mit den akademischen Sportlern des amerikanischen College (Universität) in Beirut. Man rechnet damit, daß diesmal aus Polen und aus Deutschland je 650 Sportler verschiedener Disziplinen kommen werden. Aus Rumänien erwartet man knappa 500, aus Oesterreich, Tschechoslowakei und Litauen ja 150 Vertreter; je 200 aus Amerika, Bulgarien, Aegypten, Ungarn und Belgien. Zusammen mit den Sportlern aus Griechenland, Lettland, Jugoslawien, Holland u. a, dürften über 5000 Makkabiam bei der Makkabiah erscheinen. Die zwei Tage in Haifa werden dem Wassersport gewidmet sein. In der Gegend des jüdischen Viertels Beth Galim wird jetzt ein spezielles Schwimmstadion errichtet und mit einem „Wellenbrecher" nach französischem Muster versehen. Da nur mehr 2% Monate zur Verfügung stehen, haben die Vorarbeiten ein stürmisches Tempo angenommen. Insbesondere das Beherbergen der Gäste ist eine Frage, die viel Kopfzerbrechen macht, da die Hotels die vielen tausende Fremde nicht aufzunehmen imstande sind. Die Frage der Beteiligung des sozialistischen „Hapocl", der bekanntlich bei der ersten Makkabiah abseits stand, macht dem Veranstaltungskomitee nicht viel Kopfzerbrechen. Die linken Sportler, die ihrerseits so kuriose Bedingungen an ihre Beteiligung knüpften (siehe unsere vorige Nummer, Artikel „Jüdische Jugend, wohin?") werden die Erfahrimg machen, daß das Sportfest der nationalen Jugend auch diesmal ohne Mitwirkung der klassenkämpferischen Hapocl-Sportler glanzvoll verlaufen wird. Nennungen für Hockey. Während für die meisten Disziplinen noch keinerlei Nennungen vorliegen, steht die Makabiah-Mannschaft für Hockey ziemlich fest: Tor: Gräber (Berlin-Tel-Awiw), Roscnblatt (Wiende Haas (Hamburg-Haifa), Rotter (Hamburg-Tel-Awiw); de Haas (^amburg-Haifa), Rotter (Hamburg-Tel-Awiw); Läufer Wittmann (Wien-Haifa), Goldberg (Berlin- Tel-Awiw), Silas (Bombay-Jerusalem), Wolf (Berlin- Rechowoth); Stürmer: Gebr. Lewy, Schönberg (Hamburg- Tel-Awiw), Aron (London-Tel-Awiw), Bachrach (Hamburg-Haifa), Israel (Hamburg-Rechowoth). ,1 Verlanget überall »vir racue weif« ^IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIllIllllllllllllliillllllllllH Eigentümer, Verleger. Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Oberbaurat Robert Stricker. — Druck: Druckerei- und Verlags-A.-G. Jgnaz Steinmann, t"''!« Wien* EX* Universitätsstraße Ö—»,