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Die neue Welt · 1935-01-25 · Heft 433 (25.1.1935) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 433 (25.1.1935)
Date
1935-01-25
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 433 DIE NEUE WELT Seit« 6 AUS PALÄSTINA Fabrikation kun§i!idter Zähne Eine palästinensische Exportindustrie Vor sieben Jahren begann in Palästina die „American Porcclain T o o t h C o." mit der Erzeugung künstlicher Zähne und hat .sich zu einer hervorragenden Exportindustrie entwickelt, denn sie setzt 97 Prozent ihrer hochwertigen Produkte im Ausland ab. Sie lieferte damit den Beweis, daß in Palästina die Entwicklung von Spezialindu.strien mit großen Exportchancen möglich ist. Der Generaldirektor der Gesellschaft, Herr Leon Bloom, teilte dem Vertreter von „Palnews" über die Entwicklung des Unternehmens folgendes mit: Der Gründer dos palästinensischen Unternehmens und Vater des jetzigen Leiters, Samuel Bloom, dachte schon bei einem Besuch in Palästina im Jahre 1909 an cäo Errichtung einer Kunstzahnfabrik im Lande, ein Gedanke, der nach siebzehn Jahren, im Jahre 192G, zur Ausführung gebracht wurde. Die Produktion wurde im Jahre 1927 aufgenommen. Das Kapital betrug ursprünglich pal. Pf. 5000 und wurde später auf pal. Pf. 13.000 erhöht, von dem pal. Pf. 7000 eingezahlt wurden. Das Unternehmen ist eine Familicnaktiengesellschaft. In der Fabrik in Tcl-Awiw werden 180 Arbeiter beschäftigt. Das Rohmaterial wird teilweise aus Kanada (Feldspat), Gold und Platin aus den Vereinigten Staaten bezogen. Palästina selber liefert keine Rohmaterialien. Die Produktion der Fabrik beläuft sich auf jährlich 5 Millionen Zähne im Werte von pal. Pf. 30.000. In Palästina werden davon nur für pal. Pf. 800 bis 1000 abgesetzt. Nach den benachbarten Ländern des Nahen Ostens (Syrien, Aegypten, Irak, Persien, Türkei, Tunis und Algier) werden jährlich für etwa pal. Pf. 1500 Kunstzähne exportiert. England war bis zum Jahre 1933 das Hauptabsatzgebiet der Produktion. Es wurden jährlich künstliche Zähne im Werte von pal. Pf. 10.000 nach England exportiert. Mit der Einführung der Schutzzölle ist der englische Markt jedoch gänzlich verlorengegangen. Der englische Zoll beläuft sich auf y, Pfund Sterling pro hundert Zähne und macht ungefähr 50 bis 60 Prozent des Produktionswertes aus. Es ist jedoch gelungen, neue Märkte zu erschließen und eine Produktionseinschränk u n g infolge des Verlustes des englischen Marktes zu vermeiden. Oesterreich, Neuseeland, Norwegen, Schweden, Holland, Belgien, Polen, Italien, Bulgarien, Rumänien, die Schweiz, baltischen Länder sind feste Abnehmer unserer Produktion geworden, die nach insgesamt sechzig Ländern exportiert wird. Das Problem der Wiedergewinnung des englischen Marktes ist noch in der Schwebe. Unsere Bemühungen, Palästina in die Imperial Preference einzube- 7viehen, sind rcsultatlos geblieben. Wir haben daher iten Beschluß gefaßt, auf Zypern, das die Imperial Preference genießt, eine Filiale zu eröffnen. Die Fabrik in Zypern wird sechzig Arbeiter beschäftigen und nach England exportieren. In Zypern wurde eine besondere Gesellschaft gegründet und eingetragen, die über ein Kapita! von pal. Pf. 30.000 verfügt. Wir sind jetzt mit den Vorbereitungen zur Verlegung unserer Fabrik von Tel-Awiw nach Nachlath J i z c h a k beschäftigt. Bei dieser Gelegenheit werden neue Maschinen installiert und Verbesserungen der Arbeitsmethoden eingeführt. Auch wird die Produktion neuer Zahnsorten aufgenommen. Die Zahl der Arbeiter wird sich dadurch auf 3 0 0 erhöhen. Die Fabrik in Nachlath Jizchak wird die modernste der ganzen Welt sein. Bei unserem Absatz stoßen wir in vielen Ländern 1 auf die Schwierigkeiten der Devisenbestimmungen. Wenn dinse Schwierigkeiten nicht beständen oder Palästina in der Lage wäre, Warenkompensationsverträge mit den betreffenden Ländern abzuschließen, so könnten wir unsere Produktion um das Mehrfache vergrößern. Es muß die Erwartung ausgesprochen werden, daß die Regierung Mittel und Wege findet, um diesen Schwierigkeiten zu begegnen. Hohe Zollerträge und Einnahmeüberschuß der Regierung Jerusalem (Palnews). Auch im November 1934 haben sich die Zolleinnahmen auf einem außerordentlich hohen Niveau gehalten. Sic zeigen 1934 folgendes Bild: April .... LP. 192.741 August . . .LP. 193.710 Mai...... 214.500 September . . „ 182.950 Juni ...» „ 205.539 Oktober . . « „ 245.593 Juli .... „ 200.017 November . . „ 242.503 Die Einfuhr in den letzten Monaten des soeben abgelaufenen Jahres, über die noch keine Ziffern vorliegen, muß der Höhe der Zolleinnahmen nach sehr stark angestiegen sein. Insgesamt belaufen sich die Novembereinnah m e n der Regierung auf LP. 471.458, die Ausgaben auf LP. 289.905, der monatliche Einnahmeüberschuß auf LP. 181.653. pff*"V# k--/ü4fy' . ri$f*,Kr ■M\Jr HAUS ERSTEN RANGES MODERNE ZIMMER MIT FLIESSENDEM WASSER GEPFLEGTE KOSCHERE KÜCHE MÄSSIGE PREISE TELEPHON 1067 fawz Wien spricht davon * . . und iekzt kaufen alle schon . . Schmidt Qualitäts Mazzoth die Pessach-Delikatesse des Feinschmeckers! „Schmidl-Mazzotli" sind deshalb seit mehr als 40 Jahren beliebt und werden von Kennern bevorzugt, weil sie auf höchster Qualitätsstufe stehen. „Schmidl-Mazzoth" erzeugt der bekannte erste Fachmann Herr Nathan Brodetzky mit den modernsten Maschinen, in peinlichst sauberen Räumen, mit geschultem Personal, aus dem feinsten Weizenmehl . .. und unter streng orthodoxer Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Babad. Sie sind daher in Geschmack, Bekömmlichkeit und Kaschruth unübertrefflich! Verfangen Sie die neut, tesandecs schmackhafte Sp&ualmatke ,H. B/ in ailen beweten QeschaJften! ZENTRALE: N. BRODETZKY II, Leopoldssasse 43, Tel. A-46-1-90, A-60-2-63, A-48-4-48 Auf das Beste darf man nickt vecaesten . . . jebzl schon sott man ,,ScUmidl-ftlax>z6tk essen! Achten Sie im eigenen Interesse bei Einkauf von „Schmidl- Mazzoth"-G r i e ß und Farvel besonders I auf die Marke „SCHMIDL" | AAAAAAAAAAJ **?f?TfTWWW* ^♦♦♦♦♦♦♦♦♦4»»+4 Rückgang des palästmos ägypsisdien Handels Aegypten war bis zum Jahre 1931 der wichtigste Lieferant Palästinas, im Jahre 1932 wurde der ägyptische Export nach Palästina vom englischen überflügelt. Der Export Palästinas nach Aegypten befindet sich seit dem Jahr 1930, dem Jahr der Einführung der prohibitiven Schutzzölle durch Sidki Pascha, in einem geradezu1 katastrophalen Niedergang, gegenüber 1929 hat er sich im Jahre 1933 auf weniger als ein Sechstel reduziert. Der palästinensisch-ägyptische Außenhandel hat seit dem Jahr 1928 folgende Entwicklung genommen (in 1000 Pf. St.): Import Palästinas Export Palästinas aus Aegypten nach Aegypten 1928 ..... 1901 333 1929 ..... 1782 450 1930 . , „ . . 1593 396 1931 . . . » . 1026 207 1932 . , * . . 1299 130 1933 ..... 1316 72 1934 (1. Halbjahr) 226 39 Während die Umsätze mit Aegypten in den Jahren 1928 und 1929 noch 27, bzw. 25 Prozent der gesamten Das bestbekannte T&2 Restaurant Hotel Stefanie Wien )l, Tabor straße Nr. 12, Te.ephon R-46-5-57 empfiehlt »eine reichhaltige Speisenauswahl Menü von S 1.60 an, Speisen am Rost, täglich frische Fische, erstklassige Bedienjng Import- und Exportumsätze ausmachten, ist der Anteil Aegyptens am palästinensischen Außenhandelsvolumen 1933 auf 9 Prozent, im 1. Halbjahr 1934 sogar auf nur noch knapp 4 Prozent zurückgegangen. Was zunächst den Export Palästinas nach Aegypten anbetrifft, der im Jahre 1929 mit Pf. St. 450.000 seinen Höhepunkt erreichte, so handelt es sich dabei um den Export einer Reihe von Landesprodukten wie vor allem Waschseife, der durch die Prohibitivzölle, j die 1931 wirksam wurden, weitgehend lahmgelegt ist. Daneben hat auch der Preisrückgang seit 1930 in den letzten Jahren wohl auch der ungünstige Ernteausfall Palästinas zur Herabminderung des Wertes des palästinensischen Exports nach Aegypten beigetragen. Die Ausfuhr der wichtigsten Waren hat sich in den letzten drei Jahren wie folgt entwickelt (in Pfund): 1931 1932 1933 Weintrauben ..... 6.390 4.082 2.244 Orangen ...... 15.525 867 110 Wassermelonen . » . . 9.552 365 — Mandeln ...... 9.812 11.253 1.570 Olivenöl....... 4.336 1.727 740 Wein........ 6.817 14.040 6.208 Textilien und Kleider . . 2.836 4.026 5.960 Waschseife...... 82.134 69.702 38.230 Aegypten ist als Aufnahmegebiet für den wichtigsten palästinensischen Exportartikel — die Orange — völlig ausgefallen, der Waschseifenexport hat sich auch nach dem starken Rückgang bis zum Jahre 1931 in den beiden folgenden Jahren noch einmal halbiert. Lediglich der Textil- und Bekleidungswarenexport hat sich in den letzten Jahren etwas erhöht. Der ägyptische Export nach Palästina hat im Jahre 1933 noch pal. Pf. 1,32 Millionen betragen, und dürfte im Jahre 1934 kaum pal. Pf. 600.000 erreichen. (Palnews.) Der Geldumlauf in Palästina Bis zum 31. Dezember 1934 ist der palästinensische Geldumlauf auf Pfund 4,738.964 gestiegen. Entwicklung seit 1930: 1930 . . „ » * . , Pfund 2,197.664 1931.....« . „ 2,369.664 1932 „ 2,404.664 1933 ......, „ 2,821.664 1934 ........, 4,069.664 1934 (31. Dez.)..... 4,738.964 Der Münzgeldumlauf beträgt 10,6 Prozent des gesamten Geldumfanges. Der verhältnismäßig geringe Münzumlauf macht sich im Zahlungsverkehr weiter sehr störend bemerkbar. NACH POLEN besonders billige Fahrt 20. Jänner bis 20. Februar Auskünfte und CBAllfABM Wien III, Bennweg 1, Tel. U-16-4-60 . Anmeld, nur rKfillVvr'Vli ideale Gelegenheit YM WlntertperUer J Spanische Orange und PalästinasOrange Gefährliche Verträge mit Deutschland, England und Frankreich Wir erhalten aus Tel-Awiw (Palnews) folgenden Bericht: Das kürzlich zwischen Deutschland und, Spanien ratifizierte Zusatz- und Zahlungsabkommen zum deutsch-spanischen Handelsvertrag, das bereits mit dem 1. Jänner 1935 in Kraft getreten ist, beansprucht für Palästina außerordentliches Interesse hinsichtlich der Behandlung spanischer Orangen durch Deutschland wie der grundsätzlichen handelspolitischen Probleme, die dadurch berührt werden. Deutschland hat in dem Zusatzabkommen Spanien die Zusage erteilt, daß die Deutsche Reichsbank Spanien in einem Umfange Devisen zur Verfügung stellen wird, die es ermöglichen, daß derspanische Südfruchtabsatz auf dem deutschen Markt im Rahmen des Durchschnittes der Jahre 1931 bis 1933 stattfindet. Spanien hatte in dem französisch-spanischen Handelsvertrag vom März 1934, der bis Ende 1934 läuft, Frankreich sehr günstige Einfuhrkontingente eingeräumt, die weit über die bisherigen Anteile des französischen Exports nach Spanien hinausgingen und auf Kosten Deutschlands so hoch angesetzt waren. Gegen obiges Zugeständnis für den spanischen Südfruchtexport nach Deutschland hat es Deutschland nunmehr erreicht, daß Spanien den Deutschen für die wichtigsten kontingentierten Waren die Meistbegünstigung eingeräumt und für 1935 so hohe Kontingentquoten zugesagt hat, die dem deutschen Lieferungsanteil im Durchschnitt der Jahre 1931 bis 1933 entsprechen. Während der deutsche Markt für Palästina-Orangen durch Devisenverweigerung also g esperrt wird (bzw. die palästinensischen Orangenexporteure durch Unterbringung deutscher Exporte sich in JAFFA Orangen und Grape fruit Saftig ■— Ohne Kerne — Ideales Aroma — Bei Handel und blikumgleicherv weise beliebt

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