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Die neue Welt · 1935-01-01 · Heft 427 · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 427
Date
1935-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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DIE NEUE WELT Nr. 427 dmm die hpmä (Des Bundes Hatte) Von Percz $ Deutsch von Dr \\i\r u»e ilemische fi'-ist. der •ut'iOt- Oh .ii"«!?- rlURCiu? der Re: ihnen -sowohl; v ar und sie erweckte und beH;-;>it f pryifh. was wir in der soeben suti Versammlung wahrnehmen können einander, die berufen sind. Kranke Prücken zu bauen, die einen mit > »idenzst a di «rekonuner ils ihren "Vätern ii-nnl : und i-us ihren: Mi".d i 'iKU'.u'en .äk<t;ie?iiikr; -?.V ait/.vn sie nehen- ■/,m 'leiico, riüäste und ''.'■steni Kri'üiigi-un'J. die äderen auf schaukelnden Wellen nie. luftie? fM. I RIEDLÄNDER & DEUTSCH &ien. I. Bez., Seitenstcttengasse 2, XI.. Zenitahriedhot, neb. d. 7. Tor. j | Samstag \ geschlossen dir ".n:?n: Ket /.i ^•aduiert. c'?«; wird, um v:;<ulek-, D«e Jugend. '5c: dir Ho'Iuumj;- jeder? f rv.irtungsvoll bückt, »vunden und das J. ikkt ist! De:- ivollte, Mk-b i sch% haf!c=; eder Men H:>!lt-" dunklen V :im in? amr ern dp« blige Fern:" •»res "*,"o'I;e ngviliimmcv. ' r :;:i' n drillt A».s d-'Aii jugci-dtifh sCsi-ker. ■:•>;{"n ist ihm der Redestrom wie V-eilen .gewesen, er verstummte •iteren Krrkerniaueri?, wi» sein«.* ■renken '•ernioch?«-, und so kJa^c?'! fcefflfr glühender;:ür.d<'!'d;> Glut uezw'Kc.hen engen, imme kein Echo zu Ideale in der Jugend erstarben. Der dritte, wohl ein gewöhnlicher Steüenjäger oder .Mandutshaseher, sieht;;i."i''hi"ai'y am I..ebe?i:jyhi-nd die Kitelkeit. und Nichtigkeit; ".-.*.er Bestrebungen. Vor aln-i> .liegen darum offene Gräber, in deren bodenlosen Tieler. ihre Wunsche und Hoffnungen ruhen, und an der Sclv.veHe ihres LebenSausi;o-,;rr<.H) bevor auch sie selbst in jene, ewige Versenkung hinabsteigen, blicken sie dann noch einmal zurück, werfen, noch einen Blick aui das ihnen nachfolgende junge Gecch!echt. Und mit neuer Glut erwacht in ihnen die e"'<- Hoffnung, daß Wirr; Erben;m Kampf für diese Ideale \;;~,t~ L^bensgüter glücklicher' sein werde?:. Selbst einer r-i/cion, der ein überlegener Feind auf dem Kriegsschauplatz eine schwere Niederlage beigebracht, sie tributpflichtig gemacht, hat und seinen Fuß übermütig auf;hr:>n gebeugten Nacken setzt, selbst einer solchen leuchten Hoffnungssterne in der Brust ihrer Jugend, und von dieser al'ein erwartet sie in ihrer Ohnmacht und trost- If.sen Gegenwart eine siegreiche und triurnphvolie Zukunft, .Und die Jugend, ihrer stolzen Aufgabe bewußt und ihrer jungen Kraft vertrauend, fotgt kühn jedem Ruf, wenn es die Verteidigung :hrer Ideale gilt. Ihr übersrhäumender Mut hebt sie über alle Hindernässe hinweg; denn noch sind die Fittiche ihres Geistes frei vom Bal- I-\«t niedrig-menschlicher Pflichten, noch hat keine schwere Enttäuschung sie verbittert, noch nicht der neblig dunkle Wechsel der Ereignisse ihren klaren, hellen Eliek getrübt. Hier sitzen sie nun alle beisammen, die lebensfrohen und hoffnungsvollen Jünglinge. Ihre Rede ist geräuschvoll, getragen von heftiger Empfindung und überströmendem Gefühl. Und doch, welch merklicher Unterschied zwischen ihrer Red»-, und der anderer akademischer Versammlungen! Nicht trotzig und übermütig klingt ihr Wort, nicht Trotz und Gewalt ist der Sinn ihrer Rede. Wehl blitzt ihr starker, unternehmungskühner Wille aus ihren feuchten Blicken, wohl beherrscht auch sie heftiges Verlangen, unstillbare Sehnsucht nach großen Taten, auf daß sie eines jener Wunder oder, wenn möglich, alle jene Wunder vollbringen, die jedes ander» Volk von seiner Jugend erwartet. Etwas ruht wie ein dunkler Schatten auf ihren Gemütern. Es ist das schmerzliche Bewußtsein, daß das vor ihnen dahingehend« alte Geschlecht von ihnen nichts erwartet, daß keines Menschen Blick vertrauensvoll auf ihnen ruht, daß das zurücktretende Geschlecht seine Hoffnungen, falls sie nicht längst schon eingesargt sind, bald mit sich ins Grab nehmen wird. Wer sind all diese Jünglinge, die ihre hervorbrechende. Jugendkraft in die Brust zurückdrängen, um gleich Frühgealterten nur zu prüfen und zu erwägen, Ktatt den 'Schlachtruf zu wecken und des Sieges Jubel? Es sind Jakobs Söhne, Kinder des Volkes, das nach wiederholten schweren Enttäuschungen, des Hoffens müde, in seiner Jugend nur das Jammerbild der trostlosen Gegenwart und öden Vergangenheit sieht, die Träger der .Ytühsale und Drangsale des Lebens, ohne, je Großes schaffen zu können, die gleich ihnen verurteilt sind, m o I c n s k i n J. L. L a n d r> u durch die wühlen Srra'.V,:'. des Lebens /.u •«:; eigene Ueben stets besorgt, bis nu< h sie deh sein werde;:. ppiir'o«? und vergrs«er.. So ung-'s'; Gcda"kengn?ig der Vi:?'«r. und Seh,:- f: i e denn? Denn den ju-.'gen LM'-rgen: den die Sehne dpa jüdischen Volkes "?ekl g'< der .Wck d'T fv-rrnehend-p Nntiou ruht tiic-h? mit strizem Vertrn'irn. er rebnnsieb äb; >r n;?-" nicht ihre Hilfe in der Not und yeiv eig; - herzig jeden berechtigten Anteil an ihren Er Triumohon- Wem gilt nlso ihr jugi' (<3:e'>e , 1 ".r:i entrollen sie ihr Kriegsu.n? Siegi-sb-iu:?: r ~*«ter rtwa, die au ihrer V-,'lege die ve«v •-.•'nverei: Wort:- a?r. Lebr::smott!> bir.gesrh': '^ oe: denpu ihr Tue, und S>-."ben ■?■:•' Neid »unl vrrriefer, die ihr Wissen als jüdiaehe Au fei r :bre Kühnheit vtbi jüdische Freehhejf: ur-d Ihre? *-e!e<; aii jüdische Feigheit begejf-n:? Wo *s gACtiiche Hafen, (*.?r ihren stolz entroüten voi der Tod mach', m »ne S*-<'hie ge d, v.i'd der hoi-.^rf.ürüvju!-' ji?<vr auch diese t?iingii!vgo hjev zumtief erregtn Ausei-.;ai:(h''-!-; li'-r t3iv;. jL.ei??n \v> ^:chn;;ng grlt "iche Geist ist es, < mengeführt us:d ei hervorgerufen hnv, a!r, ob a u c h » i «> der sf<;!/, ihrer Nation, die freudige Hoffnung eii-er «ranzen lieneruiioii wären. .,Uud in Gegenwart aller Koiscget: erkläre ich, daß es eine. Tat war, jrp.cn Buben, der dich, d 'r uns alle iu unserer Ehre gekränkt hat, zu «züchtigeii.?3s bleibt dir unvergessen!' npraeh einer der Studenten mit glühendem Herzen und blitzenden Augen, dessen ganzes Wesen die Aufrichtigkeit seiner Worte bestätigte. Der Kollege, au den sie gerichtet waren, saß unter al'en am Tisch und hatte den Blick auf sein Bicrglas gese?ikt. Er mochte zweiundzwanzig Jahre alt gewesen sein, ein Jüngling von seltener Schönheit, mit gut gerundeten Wangen, von deren Blässe das glänzende Schwarz seines auf die Schulter herabreichenden Lockenhaares vorteilhaft abstach, aus dessen dunklen Augen Ruhe, Friede und Gutmütigkeit hervorblickten und auf dessen von einem schwarzen Schnurrbart beachatteten Lippen ein Lächeln schwebte. Nun erhob er sich, eine schöne Gestalt, kräftig und stattlich. Alle Blicke, die auf ihm ruhten, zeugten dafür, daß er der Mittelpunkt ihres Interesses war. Seine ersten Worte jedoch riefen eine Enttäuschung hervor, die sich auf allen Gesichtern deutlich spiegelte. „Nein, nein, nicht doch", wehrte er mit einer Handbewegung ab. „Ich bitte, meine Tat nicht zu hoch zu schätzen. Es war wahrhaftig keine Großtat. Er hat mich beleidigt und ich schlug ihn ins Gesicht. Damit war alles zu Ende. Darüber ist weiter kein Wort zu verlieren." Kaum hatte er geendet, als ein anderer von seinem Platze aufschnellte. Ein schlanker Jüngling, von etwa vierundz.väinzig Jahren war er, der mit donnernder Stimme rief: „Meine Herren, ein großer Gedanke hat uns hier zusammengeführt. Ein Gedanke, in dessen Gewalt e« liegt, uns eine neue Lebensbahn vorzuzeichnen, uns mit neuem Geist zu beseelen. Diese Zeit ist die günstigste für unser Vorhaben. Lassen wir uns nicht entmutigen, wenn selbst Ungar sich weigern sollte, die Ehre, die wir ihm anbieten, anzunehmen. Ich weiß nicht, was ihn zu jenen Worten bewogen hat, Worte, die auf uns alle wie ein kalter Wasserstrahl gewirkt haben. War es Bescheidenheit oder die uns allen seit frühester Jugend anhaftende Torheit, an bessere Tage zu glauben? Tage, an welchen unser Heil neu hervorblühen würde? Ich kenne die Motive, von denen er sich leiten läßt, nicht und will sie auch nicht kennen. Sie sind mir gleeichgültig. Allein das eine weiß ich, daß die meisten Großtaten, die zum Wohl anderer vollbracht wurden und durch die ihre Vollbringer berühmt und unsterblich geworden sind, nicht das Resultat eines bestimmten Vorhabens waren. Sie wären der Vergessenheit anheimgefallen, wenn sie nicht von anderen Begleiterscheinungen unterstützt worden wären, durch die sie ihre hohe Bedeutung erlangt haben. In diesem Sinne begrüßen wir mit Begeisterung die Tat Ungars, wenn er sie auch in diesem Lichte nicht sehen will. Uns genügt die Tatsache, daß der Graf, ein Jugendfreund Ungars, ihn öffentlich einen „Judenbuben" genannt hat, und daß er ihn dafür ins Gesicht schlug. Dies«; Tatsache ist von Bedeutung und höchst wertvoll, da uns dabei die Augen aufgingen und wir zur Uciberzeugung gelangt sind, daß all unser Mühen, die Sympathien jener zu gewinnen, vergeblich war und all unser Hoffen, die dünne Wand, die uns von den anderen trennt, doch einmal fallen zu sehen, eitel ist. Der heutige Tag schließt die alte Zeit unserer Irrtümer ab und eröffnet uns eine neue, hoffnungsvolle Geschichtsperiode, weshalb wir uns veranlaßt, sehen, die Tat Ungars zu würdigen, wenn er auch diese Würdigung ablehnt." (Fortsetzung folgt.) Tagbla.tt ..Haare?;' aus Tel-Awiw ist M. Rath, Wien. II., Taborstr. 20 i, •in (Tujüdische Geschichte und Literatur in nsMUlsh-aßo. Montag, den 7. .lä.tin u- Klubsaalo der „Hakoah", I., WicHingerstraO 1.1 •^h.>r, eigener Eingang, Souterrain), Vortrag l>'s h e o <l o i- .!'«] Ii •■• « n r. t. e i n: „R u n d u ni d h -"Fragment.". Beginn ,'-j8 Uhr abend«. Eiiiw:'i;fe willkommen. llfiämm§d ßiiiet T~T ücslruiiom micrlc Küche R E 3 % C3 M ß 17G Q E MENÜS ä S 1.9® UNO 2.60 jj s c ii w i: L II a i lu ü u Ä u ■ | 32JHarair:cr-Pj(7S3J«55i1-Gcjss3 3 (nächstSuWoilirt^c) ©TeU-4t-C-?.'I 5&.lcp§werlc Firmen ülüä Restaurants, Cafes etc.!:i:;:;it ,,.S(.c[>!i;mie", 11., Taborstraßc VJ. Vorlüc'no. Speisen um Uost. Menü ab S l.fJU. 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