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Die neue Welt · 1934-12-28 · Heft 425 (28.12.1934) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 425 (28.12.1934)
Date
1934-12-28
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite S DIE NEUE WELT Nr. 425 &fi£ dt. y t. tmim Professor Dr. Südafrika (Johanne. Zalosce. im Fausr Bürg1 -Deisters ä^v geboren. Sein.1 Jugvi #r von seinem Vatoi .Tuda Loo L a n d a u, Ch.iof-Rahbi in i'oar^i, wurde :*m 1. Mai 18(56 in feines mütterlichen GmiJvatcrs. des Sta.it. "Mot?e.< I..öb - L c \v e n a o h n, id verbrachte er m Lemberg-, wo , dem Gelehrten und Dichter Moses I. Landau, .--einem Großvater, dem Rabbiner der Stadt Grabo'.vit.- und eein^n Onkel, dem Rabbiner von S a d agora (Jad Jehuda> in den tilmudi^hen Disziplinen geschult n-urde. Er Karate uan.-e Traktate .•uiswcmlig und galt schon al? .i'.inf.e;- Mann al.-; bedeutsamer Talmudkenner. Mit VA Ji'uvn ve?ötTentii.-hto er ein großes hebräisches Gericht, das alk-venieir.es Aufsehen erregte. In der Folge erschienen von ihm in hebräit-chen Zeitungen Gedichte und Aufsätze, die bereit.- die erwachend^ j'.'ngj'idirch" y^ewe^mi;,- und die Ziotisnoffnung behandeltrn. Der junge Landau war mittätig in der Chow'-v 3ion. wo er mit Dawid Frisdi mann, Peres S m o 1 * n k i >\ Dr. Ruhen Bier c r und dem unvergeßlichen Adolf S t a. n d zusammenarbeitete. Erst als reifer Jüngling entschied er sich, das damals deutsche Gymnasium in Brod y zu besuchen, und machte in bloß einem Jahr die Aufnahmsprüfungin die siebente Klasse. Hier verband ihn innige Freundschaft mit dem jüngeren Mitschüler Hirsch Pere?; Chajes, dem unsterblichen Führer in Israel. Mit Chajes ging er nach Wien an die Universität und in das Rabbinerseminar; eine Zeitlang wohnten die beiden auch zusammen. Rektor Hofrat Dr. Adolf S c h w a r z «. A. hatte bald beide als seine Lieblingsschüler ins Herz geschlossen. LidO erlangte Landau das philosophische Doktorat der Wiener Universität auf Grund seiner Dissertation ..Nachman Krochmal ein Hegelianer" Damals trat er auch an die Seite Theodor Herzl s, mit dem er zusammen zum I. Kongreß nach Basel fuhr. Dr. Landau trat in der Folge auf mehreren Kongressen als Delegierter mit zündenden Ansprachen hervor. Eine Zeitlang war er als Religionsprofessor im Wiener Stadtbezirk Favoriten tätig, dann folgte er einem Ruf nach Berlin und von hier 1901 als Rabbiner der großen Industriestadt Manchester. In ganz kurzer Zeit beherrschte er die englische Sprache so meisterhaft, daß ihm Dr. G a s t e r nahelegte, den Rabbinerposten in der nach dem Burenkrieg englisch gewordenen Diamantenstadt Johannesburg anzunehmen. In Manchester heiratete Dr. Landau die Tochter des Großkaufmannes M. Cctton und entschloß sich 1903, nach Johannesburg zu fahren. Seither ist Dr. Landau der Chief-Rabbi alier Gemeinden, die mehr als 50.000 Juden repräsentieren. Er erfreut sich großen Ansehens und großer Beliebtheit. Dr. Landau ist Professor der Universitäten Johannesburg und Kapstadt, Mitarbeiter großer Werke, so des Ozar Israel und vieler Zeitschriften. Er ist auch ein bekannter hebräischer Dramatiker und Dichter, beherrscht außer der deutschen, englischen und hebräischen Sprache, in welchen Idiomen er schriftstellerisch tätig ist, auch die französische, arabische, holländische und polnische Sprache. Er gilt als Schönredner und hat auch wiederholt in Wien, zuletzt 1929, in Massenversammlungen gesprochen. Dr. Landau ist Führer der Z i o n i s t e n in Südafrika, hat nach Palästina und während des Krieges auch, nach Europa viele Gelder gesandt, seine Frau ist Leiterin der zionistischen Frauenorganisationen in Südafrika und von seinen beiden Söhnen ist der ältere Arzt, der zweite Advokat. * Wir heginnen nächste Woche mit der Veröffentlichung der Erzählung „Der Schwur der Jugend" von Perez Smolcnskin in der Uebersetzung des Prof. I. L. Landau. Das Sech§milIionensBudget der Wiener Judercgemeinde Das Budget einstimmig genehmigt In der Plenarsitzung des Wiener Kultusvorstandes am 19. d. M. wurde der Budgetvorschlag für das Jahr 1935 behandelt. Die Vorlage wurde vom Finanzreferenten Vizepräsidenten Dr. Josef Löwenherz begründet., der die ziffernmäßigen und sachlichen Grundlagen des Voranschlages erörterte. Das oräliminierte Gesamterfordernis für das Jahr 1935 stellt sich auf 6,003.600 S. Diesem Ausgabenetat, der infolge der steigenden Not der jüdischen Bevölkerung eine Erhöhung um 360.250 Schilling gegenüber dem Vorjahre aufweist, steht ein Ei nnahmenpräliminare von bloß 5,834.490 S gegenüber. Es erg'hr. sich daher ein Fehlbetrag von 169.170 S, wovon 100.000 im Wege der Heranziehung eines Stiftungsfonds und der Rest von 69.170 S durch Ersparungen gedeckt werden sollen. Die Einnahmen setzen sich aus dem Erlös der Tempelsitze, den Friedhoftaxen, den Kultussteuern, den Verpflegskostenrückersätzen im Spital und in der Versorgungsanstalt und den verschiedenen Taxen für die Inanspruchnahme ritueller Einrichtungen, schließlich aus den freiwilligen Spenden und Zuwendungen zusammen. Der Gesamtbetrag der einzuhebenden Kultus Steuer erscheint mit 2,200.000 S präliminiert. Von den Ausgaben entfallen auf das Für> 8orgewesen 2,550.730 S, auf Kultus und Unterricht 1,593.510 S, auf das Friedhof- und ßeerdigungswesen (ohne Berücksichtigung der unentgeltlichen Begräbnisse und Beistellung von Gräbern für Arme) 835.040 Schilling, auf das Matrikenwesen 55.080 S, auf die Gebäudeerhaltung und -Verwaltung 136.660 S, auf Gemeindeverwaltung und Steueramt 737.640 S, auf „Reserve für Unverhergesehenes" or>.nno S; d'e Gesamtsumme dieser Ausgaben beträgt somit 6,003.660 S. Die Ausgaben für das Spital sind mit 512.050 S, für die Versorgungsanstalt. mit öOO.flin S präliminiert. Gegenüber dem Voranschlag pro 1934 weisen die Einnahmen einen Rückgang um zirka 100.000 S, die Ausgaben eine Steigerung um zirka 70.000 S auf. In der dem Referat folgenden Debatte, welche kurz ausfiel und im wesentlichen die Zustimmung zum Voranschlage zum Gegenstände hatte, drückten die Redner der verschiedenen Gruppen dem Vizepräsidenten Dr. Löwe nh e r z den Dank für seine überaus hingebngsvolle und erfolgreiche Arbeit als Finanzrererent der Gemeinde unter Beifall des Plenums aus. Der Budgetvoranschlag wurde einstimmig genehmigt. Loquai- - BUroliidisdte Kulturelle IL. Asnei nlwuckengasso 2 (R-48-2-91). Zweigstellen: VI. platz 11 iB-2()-u-8t): IX., Währingerstraße 48 (A-14-400). zeit: 9 bis 17 Uhr tSamstag 9 bis 13 Uhr). Den Mitgliedern stehen ermäßigte Karten für alle Theater Wiens zur Verfügung. Konzerte: 14. Jänner: Josef Szigeti. 17. Jänner: Desy HalbanK-urz. •Indische Künstlcrnpiclc. Gantspiol der Bukarester jüdischen Komödie mit Sevilla Fast o r und Erna Sieglet-, — Freitag, den 28. Dezember: ..F in Kasriliwke bis New Yor k", Püh.-o in drei Akten. Text von Sipel. Musik von Sekunde. Samstag, den 29. Dezember: ..Fin Kasriliwke bis New York". Sonntag, den 30. Dezember, nachmittatrs: ..Fin Kasriliwke bis New York". Sonata;;, den 30. Dezember, abends: ..Fin Kasriliwke bis New York -. Montag, den 31. Dezember: ,,Das imnortierte Wabel", Komödie in drei Akten von Richter — Die Asive fin Chelm. — Kul.Wrtllmatrli Sevilla Pastor kontra Publikum und Solovorträge. Dienstag, den 1. Jänner 1935: ..Der Babes Jerische". Mittwoch, den 2. Jänner: ..Huije Kapzen". Donnerstag, den 3. Jänner: ..Bulje Kapzen". Jüdische. Bühne, II., Pmterstraße 60, Telephon R-13-4-59. Von nun ab täglich Uhr abends „Chasi- 0 i m", lustiger Traum in diei \kun mit Epilog. Es wirken mit Rudolf Zaslawsky und Salo Naumow als Gäste. Sci-Il'.: „Die verlk-bie Königin". Gastspiel Gitta A 1 p a r. Der frühere Star der Berliner Operettenbühnen, Gitta A1 p a r hat sich in der Operette von Nikolaus Brodszky „Die verliebte Königin'" den Wienern persönlich vorgestellt. Die kleine, grazile Frau voll Temperament und Charme ist wohl die kultivierteste Sängerin, die derzeit der Operette zur Verfügung steht. Nikolaus Brodszky hat seine Visitkarte als Komponist bereits in einigen Tonfilmen abgegeben. Für diese „verliebte Königin" schrieb er eine Fülle reizvoller Melodien, die, von Gitta Alpars warmer, blühender Stimme getragen, sehr viel Beifall fanden. Die Ausstattung ist verschwenderisch. Neben der Hauptdarstellerin noch eine Fülle guter Kräfte, wie Otto Walburg, Werner Fütterer, Ma-! ianne S t a n i o r, Willy S t e ttner, Ein großer Erfolg, der in erster Linie auf das Konto Gitta A1 p a r s zu buchen ist. e. kr. lulracovice—Palästina Wie wir erfahren, haben der tschechoslowakische Hotelverband sowie das tschechoslowakische Bad Luhafiovice Herrn Leo Smetana (Uh. Brod) mit der Aufgabe betraut, nach Palästina zu reisen und dort eine großzügige Propaganda für das berühmte Heilbad Luhacovice (C. S. R.) zu machen. Herrn Leo Smetana, einem bewährten Fachmann im Hotelwesen, werden seine zahlreichen Beziehungen zu den zionistischen Kreisen Europas und Palästinas seine Arbeit zweifellos erleichtern. Jüdischer Angestelltenverband „Emunah" (Wien, I., Biberstraße 17). Samstag, den 29. Dezember 1934, Vorlesung von Regisseur Heinrich Schnitzler. Beginn 20 Uhr Gäste willkommen. Anmeldungen für unsere, Abendkurse in Englisch, Hebräisch, Französisch werden entgegengenommen. Dr.-Dollfuß-Gedenkfeier des Verbandes isr. Keligionslehrer. Am 17 d M. um 7 Uhr abends fand über Anregung des Wiener Volk'sbtldung samtes aus Anlaß der ersten Verbandstagung eine Dr.-Dollfuß-Gedenkrede unter Vorsitz des Obmannes Prof Dr. M. P a p o statt, bei der auch die Vertreter des Kultusvorstandes, Prof. M. Rath, des Inspektorats Studienrat Dr Redisch, Insp. (Dehler, sowie als Vertreter des Volksbildungsamtes Prof. Dr. K. Kupfer erschienen waren. Nach einem ergreifenden Nachruf des Obmannes hielt der Kulturreferent der Landesleitung Wien der Vaterländischen Front Dr. Leopold «Langhammer eine Gedenkrede, in welcher er df>n Lebensgang des verewigten Kanzlers und sein Wirken in Staats-, wirtschafts- und kulturpolitischer Hinsicht würdigte. Unter dem tiefen Eindruck der Gedenkrede wurde die Versammlung geschlossen. Hilferuf des Hillsvereines der jüdischen Blinden, Wien, II., Kembrandtstr. 18, Tel. A-47-2-77, Fostspark. 133.213. Jüdische Frauen und Männer! Nahezu 150 jüdische Blinde sind heute mehr denn je auf Ihre gütige Hilfe angewiesen. Der Winter mit allen seinen Härten, verschärft das ohnehin schon schwere Los der Bedauernswerten. Die Lage ist trostlo s. Um die Aermsten der Armen unseres Volkes vor der äußersten Verzweiflung zu schützen, erlaubt sich die gefertigte Vereinsleitung um Gel d- und Kleider spenden ganz ergebenst zu bitten. — Tüchtige Musiklehrer, Klavierstimmer, S e s s o 1 f 1 e c h t e r und Bürstenmacher sind auch unter unseren Blinden, welche um Arbeit bitten! Schames, bis 45 Jahre alt, mit entsprechenden Kenntnissen, wird aufgenommen. Zuschriften bis 10. Jänner 1935 an „Meichlsch J e s c h u a h". Wien, II., Josefinengasse 7. Oktober 1906 in Odessa, ist zum Judentum zurück- Isak Feinstein, geboren am 24. wohnhaft in Wien, I., Riemergaase 14, getreten. Predigten in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen. Freitag, den 28. Dezember 1934, werden bei den um 3 Uhr 55 Minuten beginnenden Abendgottesdiensten in nachbenannten Gemeinde- und Beiirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: XVIII., Schopenhauerstraße 39, Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz; XIX., Dollinergasse '3, Rabbiner Dr. A. Frankfurter; XXI., Holzmeistergasae 12, Rabbiner Dr. M. Rosenmann. Samstag, den 29. Dezember 1934, Schrifterklärungen: beim Vormittagsgottesdienst: I., Seitenstettengasse 4, Oberrabbiner Dr. D. Feuchtwang; XX., Kluckygasse 11, Rabbiner Dr. B. Murmelstein; beim Abendgottesdienst: XIII., Eitelbergergasse 22,' Rabbiner Dr. M. Lewin. Israelitische Jugendgottesdienste. 1. Jugendgottesdienst für Volks-, Haupt- und Mittelschüler (Schülerinnen). Samstag, den 29. Dezember 1934, um 3 Uhr nachmittags, in allen Gemeinde- und Vereinssynagogen. 2. Besondere Jugendgottesdienste für Mittelschüler und -Schülerinnen der Unterklassen,im II. und XX. B e z i r k e. Samstag, den 29. Dezember, um J/i5 Uhr nachmittags im Leopldstädter-Tempel, IL, Tempelgassc 5, und in den Vereinssynagogen, IX., Müllnergasse 21 und XX., Kluckygasse 11. -^03 ß e s t r c n o m m l e r i e Küche yy^ REICHHALTIGE MENOS ä 3 1.9«? UNO 2.G0 ICH W Ii C II AT Ii U B Ii A U HrHammer-PurgstoII-Gasse 3 (nächst Salztorbiücke) 9 Tel. f-4H-.; Empfehlenswerte Firmen Restaurants, Cafes etc. Hotel-Restaurant „Stephanie", II., Tabor.straBe VZ. Vorzügliche Wiener Küche. Speisen am Kost. Menü ab S 1.60. Tiig« lieh frische Fische. Restaurant llillet, vorzügliche streng orthodoxe Küche, IL, Hammer-Purgstall-Gasse, bei Salztorbrücke. Cafe-Kestiuirnnt lOdison (Inn. Flcischmann), VIII.. Aiser«. Straße t), Tel. B-13-0-17, B-13-0-86. Cafö-Kestaurant Impresso, i., Kotcnturmstraüe l. Internationale kalte und warme Küche. Menüs zu billigen Preisen ...... Cafo Schottentor, 1.. King des 12. November 10. Telephon U-26-6-90, vis-a-vis der Universität. Cafe-Konditorei Neumann, Ii., Grcdlerstraüe 2 (Telephon A-42-3-81), III.. Löwengasse -17 (Tel. U-lü-5-78). Restaurant „Spritzer", früher „Hotel National'- letzt II Hammer-Purgstallgasse 7. Vorzügliche Wiener und internationale Küche, Tel. A-45-5-12. „Vegctaria", Restaurant. Diiitküche. 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