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Die neue Welt · 1934-12-21 · Heft 424 (21.12.1934) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 424 (21.12.1934)
Date
1934-12-21
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis 20 Groschen lahrgang 8 freitaq, den 21* De*/ ^4 Nr* 424 V« b* b. Zeitung vom Verleger versendet „Journal expedie par l'editeur" j jjTJ UUl 110.1 ^.X^^V"^ j«*» ^v»*.v.v^- DIE NEUE W^< iX PI ü MO iE HERAUSGEBER; ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.30, vierteljährig S 4.—, ganzjährig S 16.— : Polen monatlich Zloty 1.50, vierteljährig Zloty 4.50; Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc 15. —; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.—; Rumänien monatlich Lei 40.—, vierteljährig Lei 120.—: Deutschland monatlich Mark 1.—, vierteljährig? Mark 3—- BulRarien 'monatlich Lewa 40.—, vierteljährig Lewa 120.— : Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—; Schwei/, und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50, vierteljährig Schweizer Francs 4.50. Mit E bezeichnete Anzeigen sind entg e 111 i c h. Redaktion u. Verwaltung: IX, Universitaisstr. 8, Tel. A-20-2-78 — Erscheint Dienstag u. Freitag , [m, : [uji [,,, n;,;,,;;:)! i ,ii m i s, 1 n i i 11: i1i......^ i1 :■:;! ,!:■■;'::■ i ■ ■ :i ■: i::; i:, m; 11r i i; i: :i i s i n u i ü;: ■ in; i u 11 ü 11!.;......i;........^; i!........:!: .i i i r ■ i,: ■;::; ■ i,:, ■1 r 11: m [: n 11;! r; i: i i. >,. i i i! ü , _;;,;,,,.....m , i. i,; ■ i 11,:; m i, 111,!. m i [;, [ i!; i i;ü : i: 11 i 11 j;!; il^ I TußscMmerzen? Nicht ansahen 1 " A \selfct ttersclwtdet lassen! I Der übermüdete Fuß hätte längst eine Pedifrlt- Schuheinlage gebraucht: | unerreicht auch in schwierigen Fällen — Rat und Hilfe im Fachinstitut j Rnndnqen-ffliholgsch WienJaborstr.22,Tel.R"47-1-85 J iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii« Fa§du§mu§ und Judenfrage Wertvolle Broschüren Uberallhin kostenlos! Vwz $nide*iskfo In den nächsten Wochen wird die jüdische Welt den 50.,Todestag des großen nationalen , Schrift- Perez Smol e,n s k i n . (Smolenski), feiern. Anläßlich dieses Ereignisses werden wir Smolenskins letzte schriftstellerische Arbeit ,jht ScUwut det pi^eud" (Des Bundes Räche) in - deutscher Sprache veröffentlichen. Die . Übersetzung sljaramt aus der Feder des Oberrabbiners und, Gelehrten Dr. I. L. Landau (Johannesburg), t In unserer heutigen Nummer: machen wir unsere Leser mit der Persönlichkeit Perez Smolenskins be- Jiannfc. - S00«0004>fund-Anleflhe der Zionistischen Organisation Aus J e r u s a 1 e m (J. T. A.): Die Zionistische Exekutive gibt offiziell bekannt, tfuß das Arrangement itit eine von der Zionistischen Organisation und . dem Keren Jiajessod garantierte Anleihe über 500.000 Pfund zun» Abschluß gelangt ist.' L 16 y d's Bank gewährt der Jewish Ageney eine Anleihe in Höhe von 450.000 Erund, A n g i o P a 1 e s t i n e B a n k eine, solche in Höjiq von 50,000 Pfund. Die Anleihe wurde iyr eine Dauer /y o n Iii ni zehn Jahren gegeben und soll in monatlich e n K a t e n in Höhe von 3800 Pfund, die Zinsen 'inbegriffen, zurückgezahlt werdon. Ein Zinssatz zu 4; Prozent wurde vereinbart, falls aber die Bank von England ihren Diskont erhöht, werde, auch die Jewish Agenoy für die Anleihe einen höheren Zinssatz zahlen müssen]' 'der jedoch nie 4^'Prozent übe r s c h r c i t e n wird. Die Auflegung cnner Anleihe Zwecks Tilgung'.'der laufenden Schulden der' Zionistischen Organisation würdet vom Mitglied der Exekutive Elieser Ka p I a n in einem in der Aktionskomiteesitzung'* im "Frühjahr, 1034' in'Jerusalem erstatteten Bericht angekündigt, woraufhin', .das Aktionskomitee beschloß, die Exekutive zu ermächtigen, Arrangements zum Abschluß einer Anleihe zwecks K o n-. BPlidicrung der Jewish-Agency -Schuld, welche 500.000 Pfund beträgt, und Selbständigm a c h u n g der Jewish-Agency-Siediungen zu treffen. Die Exekutive wurde bevollmächtigt, die notwendigen Garantian und Verpflichtungen, auch solche, die die budgetären Rechte des Kongresses berühren könnten, zu unterzeichnen. In der Zeit seines Aufstieges hat Mussolini den Satz geprägt: „Faschismus ist keine Exportware". Er hat damit zu*n Ausdrucke gebracht, daß das faschistische System cturchaus italienisch, nur dem italienischen Volke an den Leib gepaßt und unter anderen als italienischen Verhältnissen nicht anwendbar ist. Die Frage, ob der Satz vom n u r-italienischen Faschismus der damaligen Ueberzeugung Mussolinis entsprach oder nur zur Beruhigung der Umwelt in Umlauf gesetzt wurde, welche dem Siegeszug der neuen Idee mit Mißtrauen begegnete, sei dahingestellt. Jedenfalls ist Mussolini, ist der italienische Faschismus von der These, daß die faschistische Bewegung auf Italien beschränkt bleiben muß, abgekommen. Die Abkehr von der aK .r/Theorie hat ihren prägnanten Ausdruck in dem „Interna t i o'n a 1 e n Faschistenkongre ß" gefunden, welcher am 17. Dezember in Montreux zusammentrat, und zwar über Anregung und unter dem Protektorate Italiens. Als Einberufer fungierte der „Aktions- Ausschuß für die Universalität (Weltgeltung) Skenroit@rfol9 $yC8?if£nCt Rom s", den Vorsitz auf dem Kongresse führte ein Vertrauensmann Mussolinis, der italienische Delegierte General Coselschi. An dem Kongresse nahmen die Vertreter von vierzehn Ländern teil, darunter solche aus Oesterreich, Holland, Griechenland, Rumänien, Frankreich, Irland, Spanien, usw. Von den größeren Ländern hatte nur England die Teilnahme ohne nähere Begründung abgelehnt.. Ueber den Abschluß des Kongresses liegt folgender Bericht vor: „Es gelangten zunächst zwei Resolutionen zur Annahme, in denen erklärt wird, daß der korporative Faschismus die einzige Grundlage für die friedliche Entwicklung Europas ist und der Marxismus, der Kapitalismus ■ und der falsche bourgeoise Nationalismus verurteilt werden."; Der Delegierte der rumänischen „Eisernen Garde", Jan M o t a, hielt dann eine scharf antisemitische Rede und erklärte, der Faschismus sei unmöglich, solange das internationale J u d e n p r o b 1 e m ungelöst bleibt/Er wurde vom Präsidenten des Kongresses, General Coselschi, mit dem Bemerken unterbrochen, daß die Judenfrage im gegenwärt ig en Augenblick ni c h t besprochen werden solle. Dennoch setzten Mota und die anderen Antisemiten ihren Willen durch, Der Kongreß hat einer Resolution zugestimmt, in der erklärt wird, daß die Judenfrage nicht j in einer allgemeinen Kampagne gegen die Juden ihren Ausdruck finden dürfe. Angesichts der Tatsache jedoch, daß an zahlreichen Orten gewisse 'Gruppen von Juden sich" bemühen, die f ü hrenden Elemente der internationalen Revolution. zu stellen, die für das Vaterland und, die christliche Zivilisation zerstörend wirke, mißbillige der Kongreß die verheerende Tätigr keit dieser Elemente und sage ihnen' den Kampf an. Der Kongreß schloß seine Arbeiten mit der- Absendung eines Telegramms an M u s s o 1 i n i." Aus diesem Berichte geht hervor, daß es den Bemühungen der sonst einflußreichsten Faktoren dieses Kongresses nicht gelungen ist, die Aufrollung der- Juden frage zu verhindern. Es hat sich wieder einmal erwiesen, daß keine internationale politische Bewegung an der Judenfrage vorbeigehen kann. Die von Theodor Herzl aufgestellte These, daß die Judenfrage eine Weit f r a g e, daß sie nicht die Angelegenheit.' ■ e i-n e s Volkes, sondern ■ ein Welt pro b lern darstellt, hat in Montreux neuerliche Erhärtung gefunden. Die Judenfrage stand nicht auf der Tagesordnung, die Einberufer hatten sie bewußt ausgeschaltet. Und plötzlich stand sie da, ein ungeladener Gast, und war nicht mehr wegzubringen. Noch mehr. Sie drängte sich vor bis zum Ehrenplatze der H a u p tgegen stände der Beratungen und Entschließungen der Tagung. In diesem Punkte hatten sich die Italiener verrechnet. Weil es ihnen bis jetzt gelungen war, im italienischen Faschismus an der Judenfrage vorbeizukommen, glaubten sie, auch im Welt-Faschismus ohne den Judenpunkt auskommen zu können. Es ist ihnen nicht geglückt, und jeder, der das Wesen des Judenproblems versteht, konnte das voraussehen. Vorauszusehen war auch, daß jede zur Judenfrage gefaßte Entschließung negativ, das heißt gegen das Judentum gerichtet sein wird. Die Resolution des Faschistenkongresses ist a n t i j ü d i s c h. Darüber kann nichts hinwegtäuschen, auch nicht die von den Italienern im letzten Augenblicke in die Judenresolution hineingeschachtelte Floskel, daß „keine allgemeine Kampagne gegen die Juden geführt werden solle." Spricht doch die Resolution im wesentlichen nur von den, nach Ansicht des Kongresses, schlechten Juden und verderblichen jüdischen Bestrebungen. Hingegen ist von guten jüdischen Elementen und gedeihlichen jüdischen Bestrebungen keine Rede. Diese existieren offenbar für den Faschismus nicht, was bedeutet, daß die vom Faschismus in Montreux festgelegte Tendenz ■TO Hotel Arras NBZZft 7 Avenue Baquis Aller Komtort. Elegante Zimmer. Nahe am Meer und Kasino. Idealer Aufenthalt. Komplette Pension: iFrcs. ."55.— H MERANO i!Ssfunmittelbare Nähe dej.JCuJrpromenade uu<* des Karbaiwei«' Höchster Komfort,. / Butterküche / Lire 25 Pension Irma Meister. Meran Idealer nanzJShrlger Aufenthalt, letzter Komfort, gerühmte Küche, herrl.. P;irk, mäßige Preise. 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