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Die neue Welt · 1934-11-09 · Heft 412 (9.11.1934) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 412 (9.11.1934)
Date
1934-11-09
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite C DIE NEUE WELT Nr. 412 x BERGMANN. I •* RAB EW S» TEIG 3 ^HIMMELPFORTQ. 5 - KÖLLNFRHOFtf. 1 SÄMTLICHE ARTIKEL IN WASCHE UND WIRKWAREN SPOTTBILLIG! Fflhpend In ETERNA-Hemden (von 6*80 aufw.) Deutsche Einwanderung und Palästina* Industrie Das Zentralbüro für landwirtschaftliche und industrielle Information der American Economic Committee for Palcstine iTel-Awiw. Rothschild-Boulevard IS) teilt uns mit: Wir haben 115 in der Zeit vom 1. Jänner bis 1. August 1934 in Palastina neu errichtete gewerbliche und industrielle Betriebe auf den Anteil der deutschen Einwanderer geprüft. Von den 115 waren 62 deutsche Gründungen. Es wurde festgestellt, daß bei einer Kapitalsinvestition von insgesamt pal. Pf. 171.495.— der Anteil der deutschen Einwanderer pal. Pf. 69.675.-- (41 Prozent) betrug. Die in den Neugründungen beschäftigte Arbeiterzahl wurde mit 815 Arbeitern ermittelt, wovon 302 (37 Prozent) auf die von den deutschen Einwanderern gegründeten Betriebe entfallen. Verteilung der erfaßten 115 neuen Betriebe auf einzelne Wirtschaftszweige. Gesamtzahl Hievon Betr. (leider Betriebe deutschen Eiuw. Autogaragen und Reparaturwerkstätten ....... 3 2 Baumaterialien...... S 4 Konfektion........ 4 t Chemikalien....... 12 9 Druckereien, Papier, Bürcartik?! usw. ..."...... .0 6 Elektrische Artikel..... <: 2 Farben......... 2 2 Gerbereien u. LederfabrikaV.cn 4 1 Glas, Spiegel, Keramik — Holz.......... i< 3 Medizinische Artikel .... .1 3 Metall.......... 17 9 Lebensmittel!und Getränke . . 13 G Tapezierer........ r> r; Tabak.......... 2 r: Textil.......... a 2 Eisfabrikation....... 2 ___ Korbflechterei....... 2 2 Dampfwäschereien..... l i Diverse......... 3 1 Summe 115 62?b©3b sn e*agä$ft na Aus T e I - A v/ i w wird uns berichtet: Die vor etwa zehn Jahren in Rischon-2e-Zion gegründete Schuhfabrik „Corona" hat einen modernen Neubau bezogen. Die Fabrik erzeugt Herren-, Damen- und Kinderschuhe und setzt ihre Produktion vorläufig nur auf dem palästinensischen Markt ab, dessen Bedarf bei weitem nicht voll gedeckt werden kann. Der palästinensische Schuhbedarf ist ungefähr auf mindestens eine Million Paar jährlich zu schätzen. Schuhverbraucher sind vor allem die j ü d is c h e Bevölkerung, die wohlhabenderen Schichten der arabischen Stadtbevölkerung und die in Palästina lebenden Europäer. Insgesamt sind diese konsumierenden Bevölkerungsgruppen auf etwa 350.000 Personen zu schätzen, so daß sich bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von drei Paar pro Person ein Jahresverbrauch von reichlich eine Million Paar Schuhen ergibt. Die Schuhfabrik „Corona" produziert zur Zeit täglich 200 Paar Schuhe, im Jahr also 60.000 Paar, die nur etwa 6 Prozent des palästinensischen Gesamtfcedarfes ausmachen. Vor drei Jahren wurden täglich 40 Paar erzeugt, im Laufe der nächsten zwei Monate soll die Produktion auf täglich 300 Paar gesteigert v/erden. Die Produktion wird zu 90 Prozent in eigenen Geschäften abgesetzt. Während das Oberleder noch aus dem Ausland (vor allem aus Ungarn) bezogen werden muß, wird als Sohlenleder inländisches Fabrikat verwertet. Der palästinensische Schuhimport seit 1932: Lederschuhe. Pfund Pal. Paar 1932 ....... 42.711 — 1933 ....... 40.956 315.793 Jänner bis Mai 1934 . 28.971 173.632 Lederschuhe werden vor allem aus der Tschechoslowakei und aus Syrien, in kleineren Mengen ferner aus Deutschland, England und Aegypten bezogen. Andere Schuhe kommen zum weitaus größten Teile ebenfalls aus der Tschechoslowakei. Es werden vor allem leichte Damenschuhe importiert, während die Einfuhr von Herrenlederschuhen nicht sehr stark ins Gewicht fällt. Der Zoll für leichte Lederschuhe bis 200 g per Paar beträgt 50 Müs (1 Mil 3 Groschen), bis 300 g 100 Müs, für schwerere Lederschuhe bis 660 g per Paar macht der Zoll 200 Müs, über 660 g 250 Müs aus. Schwerere Schuhe sind also verhältnismäßig stärker zollgeschützt. Der Import ist im Jahre 1934 im Steigen begriffen, auch der Durchschnittswert per Paar, der sich für Lederschuhe im Jahre 1933 auf rund 13 Piaster stellte, hat sich 1934 auf 16>/, Piaster erhöht (1 Piaster 30 Groschen). Insgesamt wird etwa der dritte Teil des palästinensischen Schuhbedarf es importiert. (Palnews.) Neue jüdische Bodenkäute in Cypern Aus Saloniki: Aus Cypern v/ird mitgeteilt, daß dort soeben eine Gruppe englischer Juden einen neuen Bodenkomplex von 3000 Dunam zur Anlage von Orangenpflanzungen erworben hat. Durch die Zuwanderung von Juden nach L a r n a c a (Cypern) ist die Gründung einer jüdischen G e- REPRASENTATIVE ZIONISTISCHE ZEITSCHRIFT EL HAY Monatsschrift des Berit Trumpeldor Das Oktoberhef t b e r e i t s vergriffen! Das Novemberheft bereits vergriffen! II. Auflage erscheint nächste; Woche. Inhalt: V. Jabotinsky: Majorität; Prof. A. Grabovsky: Day Grundproblem des Zionismus; Dr. A. Koppel: Führert.um und Organisation; usw. usw. Außerdem Bilder, Nachrichten. Preis 50 g. Bei Kolporteuren erhältlich. Redakt. und Admin.: Wien, I„ Adlergasse 4 meinde in dieser Stadt möglich geworden. Die Gemeinde hat eine Schule errichtet und zwei Lehrer aus Palästina angestellt, die von d<?r Regierung von Cypern besoldet werden. ^«♦♦♦»»♦«♦♦»♦»♦»»»♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦»♦»»♦♦«»»»♦Mt«»»»»* SIEGM. KORNMEHL { GROSSFLEISCHHAUEREI Zentrale: IX., Bcrggassc 19. Tel. A-17-5-99 u. A-lft-9-34 Lieferant für Heilanstalten AbteHunggn für ngys-Flejsclia unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabbinats der Isr. Ktiitusgeraeinde Wien AutoZustellung kostenlos £ >X. Berggasse 15 / XVII!., Währingerstr. 97 | ^»»♦»»♦♦^»♦♦♦♦»♦»»♦♦♦♦»♦♦♦♦♦♦♦♦»♦♦»»♦♦♦♦♦♦»«»••»•♦»♦♦♦♦♦t VerfeiS;ng der «leusdi»jüda$d«eii Flfiditinge Der Verband der jüdischen Emigrationsgesellschaften in Paris (Hicem) teilt der J. T. A. mit: Vom 1. Jänner bis 30. September 1934 wurden 4311 deutsch-jüdische Flüchtlinge befördert, und zwar 2013 aus Frankreich, S08 aus Belgien, 641 aus Holland, 345 aus der Tschechoslowakei, 282 aus Oesterreich, 72 aus dem Saarland, 61 aus der Schweiz, 46 aus Polen, 26 aus Spanien und Portugal und 17 aus verschiedenen anderen Ländern. Von diesen Auswanderern wurden 1171 nach Palästina, 114 nach Nordamerika und Kanada, 812 nach Brasilien, 67 nach Argentinien, 47 nach anderen Ländern Süd- und Mittelamerikas, 17 nach Südafrika, 13 nach China und den Philippinen und vier nach Persien befördert; 650 wurden in europäischen Ländern zur Ansiedlung oder Berufsumschichtung placiert, weitere 146, die aus den Ländern, in die sie geflüchtet waren, ausgewiesen wurden, in benachbarten europäischen Ländern untergebracht. 1270 deutsche Juden wurden auf ihren Wunsch in ihre Heimat zurückbefördert. Theodor-Herzß-Saafi gner Saal 1. Bezirk, Werdertorgasse für Veranstaltungen, Vorträge, Festlichkeiten, Hochzeiten etc. zu vermieten. Auskünfte nur telephonisch von 9 bis 3 Uhr Telephon A-48-1-89 und A-20-2-78 Ungarische JudemStatistik Soeben ist das vom Direktor des Budapester Statistischen Amtes, Dr. I. Ludwig Ulyefalvi, redigierte „Statistische Taschenbuch der Hauptstadt, 1934" im Druck erschienen. Innerhalb der Budapester Gesamtbevölkerung von 1,006.184 Seelen im Jahre 1930 wurden 20 4.3 71 Israeliten (1920: 215.512) gezählt, das heißt 20,3 Prozent (1920: 23,2 Prozent). Während die Zahl der Israeliten in der Hauptstadt von 1870 bis 1930 um 159.481 zunahm, beträgt die Verringerung im Jahrzehnt 1920 bis 1930 11.141 Seelen. Nächst Budapest lebten in den bedeutenderen Provinzstädten im Jahre 1930: In Miskolc 10.862 (17,6 Prozent), in Debreczin 10,044 (8,5 Prozent), in P6cs (Fünfkirchen) 4030 (6,5 Prozent), in Szegedin 5560 (4,1 Prozent), in Györ (Raab) 5381 (10,6 Prozent) Juden. Was die Zahl'der Eheschließenden betrifft, so gab es 1932 in Budapest 1923 isr. Bräutigame, bzw. 1888 isr. Bräute (1933: 2039, bzw. 1987). Die Gesamtzahl der Mischehen war 1932: 3747, 1933: 3686. Christlichjüdische Ehen gab es 1932: 714, 1933: 706. Im Jahre 1932 gab es 1679 (8,2 Prozent), im Jahre 1933: 1607 (7,9 Prozent) isr. Lebendgeburten. Unter insgesamt 17.400, bzw. 15.607 Personen starben 1932 bis 1933 in Budapest 3244 (15,9 Promille), bzw. 3060 (15,0 Promille) Juden. In den Studienjahren 1924/25 bis 1932/33 wuchs die Zahl der jüdischen Schüler in den Gymnasien der Hauptstadt von 4615 auf 5080 an, in den Realschulen nahm sie dagegen von 1226 auf 873 ab. In den kommunalen Schulen aller Gattungen stieg die Zahl der isr. Schüler von .1873 bis 1900 von 18,3 auf 26,5 Prozent, sank dann bis 1930 auf 13,5 Prozent; in den Elementarschulen stieg die Zahl von 18,4 auf 25,1 Prozent, sank bis 12,9 Prozent; in den Handelsich rlingsschulen von 51,7 auf 40 Prozent, in den Bürgerschulen von 27,1 auf 16,4 Prozent (Maximum 1900: 39.8 Prozent), in den Realschulen stieg die Ziffer von 28.9 auf 38,5 Prozent (1910), und sank seither auf 29,2 Prozent; in den Mädchenmittelschulen stieg die Verhältniszahl von 1890 bis 1930 von 7,5 auf 30 Prozent. In den höheren Handelsschulen sank die Zahl von 53, i. (1880) auf 27,7 Prozent heute. Die Zahl der jüdischen Lehrer in den hauptstädtischen Schulen im Studienjahre 1932/33 betrug unter 4104 Lehrkräften 236. K Theodor Herzls Bild darf In keinem jüdischen Hause fehlen Wir geben ein ausgezeichnetes, auf Kunstdruckpapier farbig in Palästina hergestelltes Hcrzl-Porträt (Format 50 mal 3S cm) zum Preise von S 1.20 ab. Bei Postversand S 1.60 inkl. Porto gegen Voreinsendung des Betrages. Zu beziehen durch die Verwaltung „Die Ncuo Welt", Wien, IX., Universitätsstraßo 8. i» Judenschaft Estlands als Minderheit anerkannt Aus Tallinn: Nach einem soeben erschienenen Sonderdekret des Staatspräsidenten von Lettland wird jede Nationalität, die mehr als 3000 Seelen zählt, als Minderheit anerkannt. Da >in Estland gegenwärtig 3500 Juden leben, ist die cstländische Judenschaft, dia schon bisher eine Kulturautonomie besaß, nunmehr auch politisch als Minderheit anerkannt. Bekanntlich besteht an der Universität in Dorpat ein Lehrstuhl für jüdische Wissenschaften. Der Warschauer Magistrat judenrein Aus Warschau: Der soeben von der Regierung ernannte fünfgliedrige Magistrat ist judenrein, obwohl die Juden über 30 Prozent der Bevölkerung der polnischen Hauptstadt ausmachen. Präsident der Stadt Warschau ist jetzt Vizeminister Skaruszinski. Dem Beirat des Magistrats, der 32 Mitglieder zählt, gehören acht Juden an. Antisemitische Auslage in Prag konfisziert Aus Prag: Anläßlich des Berner Prozesses um die „Protokolle der Weisen von Zio n", stellte die Prager Buchhandlung A. Neubert in auffallender Aufmachung antisemitische Werke in ihrer Auslage aus. Außerdem waren in der Auslage noch große Plakate mit aufreizend antisemitischem Inhalt angebracht. UebeP Intervention des Abgeordneten Dr. Angelo Goldstein, verfügte dio Prager P o I i z e i d i r e k t i o n die sofortige Entfernung des gesamten Inhalts der Auslage. Antisemitische Journalisten in Saloniki verurteilt Aus Saloniki: Die Redakteure der Salonikier antisemitischen Zeitung „Eleutheros Typos", Fardia und Messolonghitis, sind wegen Aufreizung zu Feindseligkeiten gegen die jüdische Bevölkerung zu je vier Monaten Gefängnis verurteilt worden. Fardis ist derjenige, der im Jahre 1931 durch seine Pressehetze den Pogrom im Campbell-Viertel herbeigeführt hat. Aus dem Waffenring Aus Berlin (J. T. A.): Die Deutsche Burschenschaft hat ihren Austritt aus dem Allgemeinen Deutschen Waffenring, der Vereinigung der schlagenden Verbindungen in Deutschland., erklärt. In den durch das Deutsche Nachrichtenbüro mitgeteilten Gründen heißt es u. a.: ,,Die Deutsche Burschenschaft kann sich nicht vorstellen, daß man den studentischen Nachwuchs zu nationalsozialistischen Kämpfern erziehen und ihn doch im .Landesvater' mit Judenstämmlingen, jüdisch Versippten und Freimaurern bundesbrüderliche Treueschwüre tauschen lassen kann." Filme der Woche (Nach den Herstellungsländern zusammengestellt.), Oesterreich: Maskerade — Frasquita (Arierparagraph). Amerika: Ein Unbekannter mordet (Kreuzkino)« — Freitag abends um acht — Carioca — Kleopatra — Moulin-Rouge. Deutschland (Arierparagraph): Besuch am Abend — Liebe dumme Mama — Die Czardasfürstin — Englische Hochzeit — Der junge Baron Neuhaus (Ufa) —» Rosen aus dem Süden — Sturmtrupp 1917. Wichtige Mitteilung! Der günstigste Moment zum Eintritt in die neue Klassenlotterie rückt heran. Beachten Sie in Ihrem eigenen Interesse das Inserat des Bank- und Wechselhauses Schelhammer & Schattera in der heutigen Nummer. Mit Rücksicht auf die bevorstehende Einstellung der Güterschiffahrt auf der Donau nach der Levante, macht die Speditionsfirma Ullmann, Rink & Co., .darauf aufmerksam, daß sie ständig einen Sammelverkehr via Triest unterhält, in welchem Gütertransporte und Uebersiedlungen prompt durchgeführt werden. Beistellung von Liftvans und sachgemäße Verpackung wird übernommen. Unsere Leser werden auf die jüdische Buchhandlung Hermann T u c h n e r (siehe Inserat) besonders aufmerksam gemacht, wo für alle Lehranstalten sämtliche Schulbücher (auch antiquarisch) zu ermäßigten Preisen erhältlich sind. Leihbibliothek eröffnet. 10 Groschen täglich. Keine Nebengebühren. Für Anfragen Telephon R-41-4-20. E (£m tfcompt luiffcnbcö fri}mcv3ftU(cnbcä Wlittcl ift, wie über (»000 notariell uenjau&iflte Gerate* fiutärf)tcu beuoeifen, Xoa,at. iöefchvoerbcn in ben (Öclentcit uub föliebern, ßidjiijdjc unb rheumatifrije Jöcfdnuerbcn, Äopftdjmeraen werben uarf) uorlieiienben Urteilen mit £oficil=3;auIetten mit glänaenbem (Erfolg befämpft. Xoßal ift in jeber s4pot&efe 311 r)a&cn. BJ

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