Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 8 (1934)
- Issue
- Heft 408 (26.10.1934)
- Date
- 1934-10-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Preis 20 Groschen Freitag/ den 96* Oktober 1934 Zeitung vom Verleger ver*- „Journal expedie »*- E V U E HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.30, vierteljährig S 4.—, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 1.50. vierteljährig Zloty 4.50; Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc 15.—; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.—; Rumänien monatlich Lei 40.—, vierteljährig Lei 120.—; Deutschland monatlich Mark 1.—, vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlich Lewa 40.—, vierteljährig Lewa 120.—; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.-*-; Schweis und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50, vierteljährig Schweizer Francs 4.50. Mit E bezeichnete Anzeigen sind entgeltlich. , Redaktion u, Verwaltung: IX, Universitätsstr. 8, Tel. A-20-2-78 — Erscheint Dienstag «. Freitag Brutaler Ueliermul In einer Zeit, da die gefährdete Situation des jüdischen Aufbauwerkes in Palästina die Zusammenfassung aller zionistischen Kräfte zur nationalen Einheitsfront gebieterisch fordert, bricht die sozialdemokratische Arbeiterpartei in Palästina in brutalem Uebermut den Frieden. Sie hat nicht die Entschuldigung für sich, daß sie als kleine Minorität zur Waffe der Straßendemonstration greift. Sie ist heute die herrschende P a r t e i im Zionismus und in Palästina, sie hat die Welt-Exekutive des Zionismus in der Hand und verfügt über alle zionistischen Fonds, alle wichtigen Beamtenstellen sind von Arbeiterparteilern oder ihren gefügigen Werkzeugen besetzt. Zufolge der Duldung und Hilfe seitens der sogenannten „Allgemeinen Zionisten", welche ihnen die ganze zionistische Jugend zutreibt, beherrscht die -Arbeiterpartei, beherrschen die gewerkschaftliche Organisation, die „Histadrüth owdim", und die politische „Mapäi" die Wirtschaft und das gesellschaftliche und politische Leben Palästinas. Wenn eine solche Partei den politischen Kampf mit Messern1 und Steinen führt und auf die Gasse trägt, dann zeugt' das von einer Geistesverfassung, in der Brutalität und übermütiges Gelüste nach Diktatur, die Oberhand gewonnen haben. Es klingt wie Hohn, wenn die Männer der zionistischen Exekutive, d. h. t«u5 Führer dieser Partei jetzt in London sitzen, um Frieden unter den zionistischen Gruppen zu stiften. Sonst ist nach jedem Krawall in Palästina eine "gefügige Presse beflissen, die Arbeiterparteiler als die „Angegriffenen" hinzustellen. Diesmal liegt aber ein Bericht der Polästina-Polizei, welche stets mit der Arbeiterpartei auf bestem Fuße steht (siehe Arlosoroff-Prozeß), vor. Der Polgzeibevuhi Aus Jerusalem: Ueber den Zusammenstoß zwischen Revisionisten und Arbeiterparteilern in Haifa am späten Abend des 19. Oktober wird von der Haifaer Polizei ein Bericht ausgegeben, der folgendes besagt: Im Makkabi-Saal in der Haifaer Vorstadt Ha dar Hacarmel veranstalteten die löevisionisten eine Zusammenkunft, zu der nur Personen m i t Billetts Zutritt erhielten. 80 oder 90 Revisionisten waren zugegen. Noch vor Beginn der Versammlung, um 9.15 Uhr abends, hatten sich etwa 1500 Angehörige der (sozialdemokratischen) Histadrüth versammelt. Während der erste Redner im Saale zu sprechen begann, wurden die Saalsenster von außen eingeworfen. Die Außenstehenden riefen zehn Minuten lang „Niederes folge ein heftiges Steinbombardement durch die Fenster von der westlichen, unbeleuchteten Seite des Gebäudes her, dann Wurde das Gebäude von allen Seilten bombardiert. Die Polizei, die am Gebäude stationiert war, machte von ihren Knütteln Gebrauch und säuberte schließlich die Umgebung des Gebäudes und die umliegenden Straßen. Um Mitternacht mußte die Polizei nochmals eingreifen, um eine angesammelte Menge zu zerstreuen. 23 Personen, Angehörige beider Parteien, wurden als Verletzte ins Hadassan - Ho s p i t a 1 gebracht, zwei waren e rheblich verletzt und mußten im Hospital verbleiben. Am Donnerstag abend wurden 7, am Freitag 8 Personen verhaftet. Dr. von W e i s 1 wurde von einem Stein am Auge getroffen,seine- Verletzung, ist nur leichter Natur. Von den Polizisten wurden 7 leicht verletzt. . Das Hauptbüro der Palästina-Polizei in Jerusalem dementiert die von der revisionistischen Zeitung1 „Hajarden" veröffentlichte Meldung, daß die Arbeiterparteiler bei ihrem Angriff auf die Haifaer Revisionisten-Versammlung Gas- und Tränengasbomben benutzt haben. Dizengoff f ihr Frieden inTel-Awiw Im Hinblick auf die letzten schweren Zusammenstöße zwischen Arbeiterjugend und; revisionistischer Jugend in Haifa und die andauernd gespannte Lage zwischen Arbeiterparteilern und Revisionisten in Tel-Av/iw erließ der Bürgermeister von Tel-Awiw Meir Dizengoff an die Einwohner der Stadt einen Aufruf, in dem er vor der Anwendung physischer Gewalt bei der Austragung von Parteistreitigkeiten warnt und insbesondere die Jugend ermahnt, den reinen Namen der jüdischen Stadt Tel-Awiw nicht durch brutale Gewalt zu beflecken. Sein Aufruf schließt mit den Worten: „Verflucht sei der, der die Hand erhebt wider seinen Nächsten!" (J. T. A.) $)ie ftugenb tritt!t.. (ßreölauer Bfcchöfe im Dienste des Weliantisemitismus In der letzten Septemberwoche hat in der Schweiz bei geschlossenen Türen der „Antisemitische Weltkongreß" getagt. Ein Bericht über diese Tagung wurde nicht abgegeben. Die Presse des In- und Auslandes hatte bisher nichts berichtet. Um so merkwürdiger mutet es an, daß jetzt die Katholische Presseagentur, das ist der Pressedienst des polnischen Episkopats, es für nötig hält, die Welt über die Ziele des Weltbundes der Antisemiten zu informieren. Daraus wird klar, daß diese Agentur offiziell mit dem Weltbund der Antisemiten zusammenarbeitet. Nach einer Meldung der J. T. A. besagt der Bericht u. a.: Vom 22. bis 26. September d. J. tagte in Beilinzöna (Schweiz) der an ti jüdische Kongreß, der über eine so brennende Frage, wie es die Judenfrage ist, beriet. Repräsentiert waren 27 Staaten. Die seit 1923 arbeitende Studienkommission des Kongresses beschloß folgendes: Die Zeit des Studiums der Judenfrage ist vorbei, jetzt muß die Arbeit zur Lösung dieser Frage beginnen. Die Studienkommission beschloß deshalb, sich in e}ne „Gesellschaft für Propaganda und Tat" unter dem Namen „AntijUdische Weltunion" umzuwandeln. Das Ziel ist die Lösungder Judenfrage. Die neugegründete Union wendet sich an alle Völker mit der Ankündigung des antijüdlschen Weltkongresses, der folgende Aufgaben hat: 1. Festsetzungeines Tätigkeitsprogramms zur Serbisch Rumänisches Weinbaus 19, Taborstraße 18, Im Hotel National Alle ORIENTALISCHEN SPEZIALITÄTEN am Rost und Spieß I Beseitigung des parasitären Lebens des Judentums durch Aussonderung der Juden aus den Ländern und ihre Ansiedlung auf einem freien Territorium, das. groß genug sein muß, um das ganze Judentum aufzunehmen. Ein solches Territorium kann Palästina nicht sein. ' 2. Schaffung eines ständigen Zentralbüros der Union. 3. Herausgabe eines Monatsjournals als Organ der Union. 4. Erlassung einer P r o k 1 amation an alle Völker des Inhalts, daß jedes Volk ein Recht hat auf freie Entwicklung in seinem eigenen Territorium, das darum von jüdischem Parasitentum und jüdischen internationalen Intrigen, die den Weltfrieden bedrohen, und die zivilisatorische Bruderschaft der; Menschheit vernichten, gereinigt werden muß. 5. Die Union wird sich bemühen, alle jüdischen Praktiken (!), die sich gegen die allgemeinen Interessen der Menschheit wenden, zu beseitigen. Die Union hat ein Zentralbüro geschaffen, welches der Reihe nach bald in dem einen, bald in dem anderen der der Union angeschlossenen Länder seinen Sitz haben wird. Im Zentralbüro sind vertreten: England, * Holland, Frankreich, Deutschland, Schweiz und Ungarn, sowie Delegierte aus der Türkei und aus Polen, Herbst im sonnigen Meran Pension Irma Meister. Meran Idealer ganzjähriger Autenthalt, letzter Komfort, gerühmte Küche, nervi. 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Oktober, Leoben: „Die 5 5 zionistische Lösung der Judenfrage", 3 3 „Judenstaatszionismus — Judenstaatspartei"; Red- 3 ner: Dr. Felix Klug (Graz), Theodor Grubner. 2 3 Dienstag, den 31. Oktober, Graz: „Der Weg 3 3 der Judenstaatspartei"; Redner: Theodor 3 E Grubner, Fritz Richter. 3 TiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiF Zusammenstoß zwischen Revisionisten und Arbeiter« parteilern in Palästina Aus Haifa: Im Anschluß an eine in der Haifaer Vorstadt Hadar Hakarmel abgehaltene revisionistische Versammlung ist es in vorgerückter Abendstunde zu einem heftigen Zusammenstoß zwischen Revisionisten und Arbeiterparteilern gekommen, bei dem etwa zwanzig Personen, unter ihnen der Revisionistenführer Dr. Wolfgang von W e i s 1, verletzt wurden. Auch mehrere Polizisten erlitten, als sie die Menge zerstreuten, Verletzungen. Einige Personen wurden ins Krankenhaus eingeliefert. * Dabei wird in London eifrig über die „Befriedung" der Zionistischen Organisation und Palästina beraten. Und, wie die Zeitungen melden, mit bestem Erfolg. Anti-HitlerASoykottkonferenz in London Aus London: In der vor kurzem in Paria stattgefundenen Zusammenkunft von Vertretern des Londoner Jewish Representative Council und der Anti- Hitler-Boykott-Organisationen in Frankreich, Polen, Belgien und Südamerika wurde beschlossen, die ursprünglich für den 16. Oktober festgesetzte, dann aber verschobene internationale Anti-Hitler-Boykott-Konferenz für den 25. November nach London einzuberufen. Die Pariser Beratung wurde .von;den Herren Ovedoff und Klang geleitet. Es wurde beschlossen, die Londoner Konferenz auf der Basis weitestmöglicher Unparteiischkeit zu halten. Es werden sich an ihr Repräsentanten verschiedener Religionen, Nationen und Klassen beteiligen. Der Jewish Representative Council wurdo' beauftragt, die notwendigen Arrangements zu treffen. (J. T. A.) SACHSEL'HERBSTHÜIE Der mod. Steifliut i tfli <i IC 3(1 dauerhaft 114." lU.m U.m schnittig u. &"ÄÄ"iUS9.80 11.5» 13.5)1 IL, laborstr. 39 jÄSSl 1