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Die neue Welt · 1934-10-23 · Heft 407 (23.10.1934) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 407 (23.10.1934)
Date
1934-10-23
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 407 105,000 Juden in Tel-Awhv Aus Tel- A \v i \\: Laut den soeben veröffentlichten Statistiken zählt die rein jüdische Stadt T e 1 - A \v i \v über 105.000 Einwohner und umfaßt demnach ungefähr ein Drittel des gesamten jüdischen Jischuvv in Palästina. Im jüdischen Jahr 569-1 (Oktober 1933 bis September 1934 gab die Stadtverwaltung- Bau-Lizenzen für 444.S05 Quadratmeter Baugrund aus, auf denen 19.157 Wohnräume und 375 Geschäftslokale errichtet, 294.4G2 Quadratmeter Baugrund bebaut und 8706 Wohnräume sowie 257 Geschäftslokale errichtet. Der Wasserverbrauch Tel-Awiws stiej im abgelaufenen jüdischen Jahr um über 45 Prozent. . Julius Streicher an der Arbeit Julius Streicher, Freund Hitlers und Mitglied der bayrischen Regierung, besuchte in diesen Tagen die. fränkische Stadt Günzenhausen, die wegen der vor dem vorangegangenen jüdischen Pessachfest dort stattgef'itiuenen Judenpogroms und nachfolgenden Kachcinorde n an Juden in der ganzen Welt berüchtigt geworden war, und hielt dort an einem Tage drei Versammlungen ab, in denen er gegen die Juden heizte. In der ersten, vor SA.- und SS.-Leuten, erklärte er: „Wir haben niemals einen Befehl zur Erschießung der Juden herausgegeben; würden wir dies wünschen, so hätte ich als Gauleiter noch in den Tagen der nationalsozialistischen Revolution einen Befehl zur Erschießung der Juden herausgegeben." In einer zweiten sagte er: „Wer mit Juden verkehrt, verbindet sich mit dem Teufel. Viele unter euch sehen auch heute noch in den Juden Kinder Gottes. Das ist gegen die Auffassung Adolf Hitlers. Das große Unglück der letzten vierzehn Jahre war eben das, daß das deutsche Volk sich mit den Juden versippt hat. Wir müssen den deutschen Bauern vom jüdischen Materialismus befreien. Dies ist der Sinn unserer neuen Agrargesetzgebung, die man erst nach Jahren richtig verstehen wird." Die dritte Ansprache hielt Streicher an die Gunzenhausener Klosterschwestern, die er aufforderte, im Interesse der Rassenreinheit des deutschen Volkes den Kampf gegen die Juden zu führen. Ein Jude Generalgouverneur in Italienisch- Somaliland Aus Rom (.T. T. A.): Zum Generalgouverneur der italienischen Kolonie Somaliland ist der venezianische Jude R a v a s, ein Sohn des bekannten Commondatore Raväs, ernannt worden. Der König von Italien war anläßlich seines letzten Staatsbesuches in Italienisch- Somaliland Gast des Generalgouverneurs Ravas, Die Kolonie ist in der Nachbarschaft Abessyniens gelegen und darum für Italien besonders bedeutungsvoll. Sondernummer der „Jüdischen Front", des Organs des ..Rund jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs", erscheint demnächst mit zahlreichen Bildern der Heldengedenkfeiern und Beiträgen hoher Kommandanten der alten österreichisch-ungarischen Armee über das Verhalten der jüdischen Soldaten im Weltkrieg. K-hiiltlich bei den üblichen Verkaufsstellen und beim ,.BJF", Wien. I.. Spiegelgr-.sae 2/29 (Tel. R-26-5-43). }g*^aufcaamiMaB« Theodor Bild darf in keinem jüdischen Hause fehlen Wir geben eJn ausgezeichnetes, auf Kunstdruclcpapier farbig in Paliistina hergestelltes Her/l-Portrsit (Format 50 mal 33 ern) zum Preise von S 1.20 ab. Bei Postversand S 1.60 inkl. Porto gegen Voreinsendung des Betrages. Zu beziehen durch die Verwaltung „Die Neue Welt", Wien, IX., Universitätsstraße 8. Deutsches Volkstheater. Auf der Suche nach einem Zugstück kam das Deutsche Volkstheater auf „D.s c h u ng e 1" von Fodor, nach einer Novelle von Maugham (übersetzt von Hans Adler). Das Stück ist mit Spannung geladen und löst sich in ein Happy end. Die Darstellung (diesmal gehtJ's auch ohne Gäste) ist ausgezeichnet, in erster Linie K y s e r, in der Rolle eines Chinesen. Die Herren Lessen und S c h m ö 1 e holen aus ihren Rollen gleichfalls das Letzte heraus, e. kr. Rosa Melzer gestorben. Die ehemalige Abgeordnete Rosa Melz er- Rosmarin ist im Alter von 54 Jahren in Lemberg gestorben. Sie war die einzige Frau, welche die jüdischen Interessen im polnischen Sejm vertrat. Als Propagandistin der zionistischen Frauenarbeit und als Schriftstellerin hatte die Verstorbene einen populären Namen. Die jüdische Presse und Oeffentlichkeit beschäftigten sich in anerkennender Weise mit den großen Leistungen der Verstorbenen. Mdfedier §porf Hakoah—Libertas 2 :2. Nach einem interessanten und aufregenden Kampf teilten beide Vereine die Punkte. Der Hakoah boten sich zahlreiche Chancen, das Spiel zu gewinnen, doch konnte keine ausgenützt werden. Zeitweise zeigte die Hakoah eine erdrückende Ueber- 1 e g e n h e i t, aber die ausgezeichnete Libertaa-Hintermannschaft hielt stand. Mausner, der meist zum Abschluß der Aktionen herangezogen wurde, vergab einige totsichere Chancen. Im Felde spielte er nicht schlecht. Der eigentliche Führer des Angriffs war Donnenfeld, der den Hakoah-Angriff immer in geschlossener Front nach vorne brachte. Von seinem Spiel profitierte in erster Linie Reich, der eine gute Leistung bot. Die rechte Seite E h r 1 i c h-Zw i e b e 1 wurde weniger beschäftigt. Zwiebel war besser wie in den letzten Spielen, aber vor dem Tore zu schwach. Eine unangenehme Ueberraschung bereitete die Halvesreihe. Die Seitenläufer machten Fehler auf Fehler. Nur Platsche k bot eine vollwertige Leistung. Die Hakoah-Verteidigung war sicher. Die Tore der Hakoah schössen M a u s n e r und Zwiebel. Bei Libertas war Verteidigung und Halvesreihe hervorragend, der Angriff wesentlich schwächer. Hakoah stellte folgende Mannschaft: Löwy; Strohs, Amster; Liebermann, Platschek, Breitfeld; Ehrlich, Zwiebel, Mausner, Donnenfeld, Reich. — Die H a k o a h-R eservc unterlag 1 : 5. Das einzige Tor schoß Klein. Hakoah bot im Felde eine ausgesprochen gute Leistung, doch versagte sie vor dem gegnerischen Tor vollständig. Wasserball: Hakoah—Ewask 3:3. Große Ueberraschung der jungen Hakoah-Mannschaft, die gegen den Meister remisierte. Beck (2) und Meyer warfen die Tore der Hakoah, die in folgender Aufstellung spielte: Ornstein, Mehler, Oscharoff, Beck, Vago, Meyer, Davidsohn. Handball: Hakoah—F. C Wien 7:5. Hakoah setzte ihren Siegeszug fort und schlug den F. C. Wien sicher. Tore: Kammer (2), F. Weninger (2), K. Weninger (2) und Fink. Der Hakoahner Kaiser startete beim Neuwaldegger Waldlauf in der Jugendgruppe und absolvierte als Gruppensieger die Streckenrundc in 6:58,4 und erzielte damit die beste Rundcnzelt, die jemals gelaufen wurde. Judi§die Kulfursfeile (K u n s t s t e 11 e) II., Aspernbrückengasse 2, Tel. Ii-48-2-91. Büro 9 -17 Uhr. Theater: Bedeutend ermäßigte Karten für: Staatsoper, Burgtheater, Akademietheater, Deutsches Volkstheater, Scala, Kammerspiele, Theater an der Wien, Theater in der Josefstadt, Raimund-Theater, Jüdische Bühne, Jüdische Künstlerspiele (II., Praterstraße 34). Konzerte: 22. Oktober: Adolf Busch; 25. Oktober: Piatigorsky; 4. November: Philharmoniker (Mengelberg); 7. November: Odnopossoff. Austritte aus dem Judentum Erwin Weiß, früher Bäsch, geboren 9. März 1004 Wien, verh., XII., Gottslebengasse 2. — Eva Volk, geboren 20. September 1912 Wien, ledig, VIII., Langegasse Nr. 63. — Hans Toffler, geboren 17. Februar 1912 Wien, ledig, VI., Gumpendorferstraße 67. — Marlanne Haetter, geb. Weil, geboren 29. Juli 1892 Wien, verh., XIX., Himonelstraße 1. — Karla Xöbcl, Klavierlehrerin, geboren 29. August 1891 Brasso, ledig, III., Stanislausgasse 4. — Margit Frenkel, geb. Haas, geboren 12. Juni 1902 Budapest, ger. gesch., XIII., Goldmarkplatz 3. — Melanie Rechenberg, geb Knobloch, geboren 22. Jänner 1906 Wien, verw., XVI., Heigerleinstraße 15. — Kita Rechenberg, geboren 4. Juni 1928 Wien, ledig, XVI., Heigerleinstraße 15. — Fritz Adler, geboren 4. März 1910 Wien, ledig, XVIII., Semperstraße 15. — Theresia Berger, geb. Hantschel, geboren 26. Jänner 1889 Urfahr, verw., XII., Tichtelgasse Nr. 10. — Felix Morgenstern, geboren 10. August 1906 Wien, verh., XIX., Vegagasse 21. — Helene Lisbeth Klempner, geboren 5. Juli 1917 Mauer, ledig, IV., Weyringgasse 27. — Gertrud Klempner, geboren 1. März 1915 Wien, ledig, IV., Weyringgasso 27. —- Ella Gruber, geb. Stern, geboren 8. Jänner 1890 Wien, verh., VI., Theobaldgasse 16. — Leo Gruber, geboren 20. April 1890 Wien, verh., VI., Theobaldgasse 16. — Kurt Gruber, geboren 21. Februar 1914 Wien, ledig, VI., Theobaldgasse Nr. 16. —■ Maria Dorothea Selldorf, geb. Neumann, geboren 8. August 1906 Wien, ger. gesch., XIX., Hasenauerstraße 30. — Hau» Thomas Selldorf, geboren 8. Mai 1928 Wien, XIX., Hasenauerstraße 30. Eigentümer, Verlewer, Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Oberbaurat Robert Stricker. — Druck: Druckerei- und Verlags-A.-G. Ignaz Steinmann, beide Wien, 6 IX, UnlversitäUstraße S-*, '

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