Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 8 (1934)
- Issue
- Heft 398 (14.9.1934)
- Date
- 1934-09-14
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 8 DIE NEUE WELT Nr. 398 Worüber Palästina lacht Im Nachstehenden setzen wir die Reihe der palästinensischen Witze fort. Politische Seitenblicke Hat England ein Gesicht? Es ist falsch, wenn man behauptet, daß Englands Palästina-Politik ein Doppelgesicht habe. Englands Palästina - Politik hat überhaupt kein Gesicht. Von den Parteien Der Straßenkehrer in Tel-Awiw fand auf der Straße zwei Zähne. Es ist schwer festzustellen, zu welcher Partei sie gehören. * Einsteins Relativitätstheorie ..Was versteht man unter Relativitätstheorie?" fragt eine Dame den Professor Einstein. ..Die Relativitätstheorie zerstört Zeit- und Ortsbe!7>'iffe. Zum Beispiel: In Deutschland bin ich Jude, in London ein Flüchtling, in Frankreich ein deutscher B ü r g e r, in Amerika ein Professor, in Palästina ein lästiger Tourist und auf der Welt ein Heimatlose r." * Revisionisten und Poale-Zionisten In Petcch Tikwah hat man beschlossen, eine Gasse nach Chaim Weizmanyi zu benennen. Die Revisionisten treten energisch dagegen auf. Endlich einigen sie sich mit den Poale Zioniste7i, folgendes Kompromißtelegramm, an Weizmann zu schicken: „Unsere große Verehrung und Anerkennung für Ihre Verdienste um das jüdische Palästina. Wir haben beschlossen, eine. Gasse nach Ihnen zu benennen, um so unsere tiefe Dankbarkeit für Ihre großen Bemühungen zum Ausdruck zu bringen. Wir hoffen aber, daß Sie Ihre verbrecherische Tätigkeit, welche wir als Verrat gegen das jüdische Palästina betrachten, einstellen werden." * Ein Fanatiker der Arbeit Ein Araber steht auf einer Chaussee in der Nähe von Tel-Axoiio. Schioitzt und seufzt. Ein Engländer fragt ihn: „Warum stöhnst du so?" „Eine schvjere Arbeit" — meint der Araber. „Stellen Sie sich vor, volle acht Stunden Steine tragen und Steine klopfen." Der Engländer fragt voller Bedauern: „Wie lange arbeitest du schon so?" „Morgen fange ich an." * Einst und heute „Können Sie mir den Unterschied zwischen den Juden von einst und heute sagen?"????? „Einst sagte man: Der Jude — der ewige Wanderer. Fleute sagt man: Der Jude — der ewige Tourist." Fragen und Antworten Kunst und Künstler „Ich habe meine Bilder in der Jerusalemer Kunstgalerie ausgestellt." „Hast du schon was verkauft?" „Ja, meinen Mantel und meine Uhr!" * Tel-Awiwer Tempo Ein Wiener Tourist kommt nach Tel-Awiw, spaziert in der Stadt herum und bewundert sie. Des Gehens müde, legt er sich auf einen freien Platz schlafen. Nach zwei Stunden, als er aufwacht, sieht er sich in einem Zimmer auf dem Fußboden liegen: „Was ist das?" — fragt er erstaunt. „Nichts" — antwortet ihm ein Bauarbeiter — „ivährend du geschlafen hast, haben wir auf diesem Platz ein Haus aufgebaut." * Saure Milch Ein Student der Chemie wird Kolonist in Bne Brak. Eines Tages bemerkt man, wie er einer Kuh Zitronen zu, fressen gibt: „Was machen Sie?" — fragt man ihn. .,Ich will, daß die Kuh saure Milch gibt." „um Eine Autofahrt Ein Kaufmann läßt sich in Tel-Awiw nieder. Um seine Geschäfte rascher erledigen zu, können, kauft er ein Auto. Er lernt Autofahren und da er ein Angstmeier ist, fährt er stets in langsamem Tempo. Eines Tages kommt er nervös und aufgeregt nach Hause. „Was ist geschehen?" — fragt seine Frau Gotteswillen, eine Katastrophe?" „Nichts, ich hatte bloß Angst. Ich fuhr nämlich von Tel-Awiw nach Jerusalem und irgendein verdächtiger Araber ging dem Auto die ganze Zeit Schritt für Schritt nach." Die Tel-Awiwer Oper Ein Tourist besucht die Oper zu. Tel-Awiw: „Hat's Ihnen gefallen?" „Anfangs war es recht nett. Sie sang allein. Ganz schön. Aber später sangen beide, damit früher Schluß ist." * Auf der Fahrt nach Palästina Auf dem Schiff „Polonia" fährt ein Mann mit seiner Frau nach Palästina. Sie ist sehr eifersüchtig. Drei) Stunden schon wartet sie in ihrer Kajüte auf den Mann und er ist noch immer nicht da. Endlich erscheint er: „Wo warst du?" „Auf der Kommandobrücke." „Lüge! Du warst überhaupt nicht auf dem Schiff." Kulturbilder und Meinungen Die „Verkehrssprache" In der Herzl-Straße in Tel-Awiw steht ein Wachmann und reguliert durch Handbewegungen den Verkehr. Ein Jude beobachtet ihn, schüttelt den Kopf und meint: „Den letzten Satz hob' ich nicht verstanden." * Arabische Missionäre In einem Kaffeehaus zu Jaffa sitzt ein Araber und will einen Juden überreden, den mohammedanischen Glauben anzunehmen. „Sonst" — meint der Araber — kommst du nicht ins Paradies. Ins Paradies führt eine unendlich lange Brücke, die scharf ist wie eines Messers Schneide. 500 Jahre geht man bis zur Brücke, 500 Jahre über die Brücke und 500 Jahre die Brücke hinab. Erst dann kann man zu Mohammed ins Paradies gelangen." „Sag' mir, Effeudi, ivann ist Mohammed gestorben?" „Nach unserer Zeitrechnung im Jahre 632." „Dann ist er selbst noch nicht i?is Paradies gekommen." * Es spricht sich herum Ein Polizeioffizier exerziert mit einer Truppe von Wachleuten. Plötzlich erscheint der Kommandant und schreit den Offizier an: „Warum geben Sie das Kommando ,Habt achf so leise? Das hört doch niemand." „Herr Kommandant, einer sagt's dem andern und so spricht es sich herum" * Ghaim Nachman Bialik Bialik weilte in Amerika. In New York wurde zu seinen Ehren ein Bankett veranstaltet. Der Dichter kam mit einem Freunde und beide nahmen ihre Plätze an der Tafel ein. Der Vorsitzende, in der hebräischen Literatur wenig bewandert, eröffnete das Bankett mit einer Begrüßungsansprache: „Gestatten Sie, daß ich unsere zwei großen nationalen Dichter begrüße: Mr. Chaim Nachman und Mr. Bialik..." * Tozereth Haaretz Eine Neuangekommene macht in einem Tel-AvAwer Sohuhgeschäft Einkäufe: „Herr, zeigen Sie mir Schuhe, aber Tozereth- Haaretz - Schuhe und keine hiesigen schäbigen Erzeugnisse." (Gesammelt und übersetzt von Josef Frankel, Wien.) Hilferuf der jüdischen Blinden Der Hilfsverein der jüdischen Blinden, Wien, II., Rembrandt.'itraße 18 (Telephon Nr. A-47-2-77), der auf eine dreißigjährige segensreiche Tätigkeit für die notleidenden jüdischen Blindf.-n zurückblickt, ist infolge der wirtschaftlichen Krise der letzten Jahre und infolge der großen Zahl der seine Unterstützung in Anspruch nehmenden, in Not geratenen Blinden aller Barmittel entblößt. Um die Not dieser hilflosen Menschen wenigstens teilweise lindern zu können, bittet er, ihn anläßlich der hohen Feiertage mit Spenden zu bedenken. Postsparkassenkonto Nr. 133.213. Predigten in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen sowie in den temporären Betlokalen der israelitischen Kultusgemeinde Wien Am Dienstag, den 18. September (Vorabend des Versöhnungsfestes, Boginn 5 Uhr 55 Minuten abends): Tl., Pazrnanitengasse 6 (Rabbiner Dr. Z. Taubes); V., Siebenbrunnengasse la (Rabbiner Dr. M. G. Mehrer); VIII., Neudeggergas.se 12 (Rabbiner Dr. M. Bauer); X., HumbolcltgasEo 27 fRabbiner Dr. A. Weincr); XIII., Eitelbergergasse 22 (Rabbiner Dr. M. Lewin); XVIII., Schopenhauerstraße 39 (Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz); XIX., Dollinergasse 3 (Rabbiner Dr. A. Frankfurter); XX., Kluckygasse 11 (Rabbiner Dr. B. Murmelstein); XXI., Holzmeistergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Rosenmann). Am Mittwoch, den 19. September (Versöhnungsfest, Beginn halb 8 Uhr früh): I., Seitenstcttengasse 4 (Oberrabbiner Dr. D. Feuchtwang); I., Dumbagasse 3, Großer Musikvereinssaal (Rabbiner Dr. A. Kaminka); I., Fleischmarkt 24, Festsaal des „Hotel Post" (Inspektor I. Oehler); II., Tempelgasse 5 (Oberrabbiner Dr. I. Taglicht); II., Pazrnanitengasse 6 (Rabbiner Dr. Z. Taubes); III., Untere Viaduktgasse 13 (Rabbiner Dr. K. Kupfer); III., Marxergasse 17, Großer Sophiensaal (Rabbinatskandidat Dr. I. Z. Kanner); V., Siebenbrunnengasse 1 a (Rabbiner Dr. M. G. Mehrer); VI., Schmalzhofgasse 3 (Rabbiner Dr. I. Droblnsky); VIII., Neudeggergasge 12 (Rabbiner Dr. M. Bauer); IX., MUllnergasse 21 (Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz); X., Humboldtgassc 27 (Rabbiner Dr. A. Weiner); XV., Turnergasse 22 (Doz. Dr. H. J. GRABSTEINE FRIEDLÄNDER & DEUTSCH Wien, I. Bez., Seitenstettengasse2, Telephon U-28-1-26 XI.. Zenit all riedhof neb.d. 1. 7nr. Telephon ü-18-0-85 Zimmels); XVI., Hubergasse 8 (Rabbiner Dr. J. M. Bach); XIX., Dollinergasse 3 (Rabbiner Dr. A. Frankfurter). Am Vorabend und am ersten Hauptfclertago des diesjährigen Laubhüttenfestrs werden in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: Am Sonntag, den 23. September (Beginn des Gottesdienstes 5 Uhr 45 Minuten abends): III., Untere Viaduktgasse 13 (Rabbiner Dr. K. Kupfer); IX., MUllnergasse 21 (Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz). Am Montag, den 24. September (Beginn des Gottesdienstes halb 9 Uhr früh): I., Seitenstettengasse 4 (Oberrabbiner Dr. D. Feuchtwang); II., Tempelgassc 5 (Oberrabbiner Dr. I. Taglicht); II., Pazrnanitengasse 6 (Rabbiner Dr. Z. Taubes); V., Siebenbrunnengasse la (Rabbiner Dr. M. G. Mehrer); VI., Schmalzhofgasse 3 (Rabbiner Dr. I. Drobinsky); VIII., Neudeggergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Bauer); X., Humboldtgasse 27 (Rabbiner Dr. A. Weiner); XIII., Eitelbergergasse 22 (Rabbiner Dr. M. Lewin); XV., Turnergasse 22 (Doz. Dr. H. J. Zimmels); XVI., Hubergasse 8 (Rabbiner Dr. J. M. Bach); XVIII., Schopenhauerstraße 39 (Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz); XX., Kluckygasse 11 (Rabbiner Dr. B. Murmelstein); XXI., Holzmeistcrgasse 12 (Rabbiner Dr. R. Rosenmann). Empfehlenswerte Firmen Restaurants, Cafes etc. Holel-Restaurant „Stephanie", II., Taborstraße 12. Vorzügliche Wiener Küche. Speisen am Rost. Menü ab S 1.60. Täglich frische Fische. Restaurant Billct, vorzügliche streng orthodoxe Küche, II., Hammer-Furgstall-Gasse, bei Salztorbrückc. Caf6-Rcstaurant Edison (Inh. Fleischmann), VIII., Alserstraße 9. Tel. B-43-0-47, B-43-0-86. Cafe-Restaurant Espresso, 1.. Kotenturmstraße 1. Internationale kalte und warme Küche. Menüs zu billigen Preisen. Caf6 Schottentor, I.. Ring des 12. November 10, Telephon U-26-5-00, vis-ä-vis der' Universität. Cafe-Konditorei Neumann, II., Gredlerstraße 2 (Telephon A-42-3-81), III., Löwengasse 47 (Tel. U-10-5-78). Restaurant Neugröschl, renommierte jüdische Küche, II., Lilienbrunngasse 12, Tel. A-48-5-86. Restaurant „Spritzer", früher „Hotel National", jetzt II.. Hammer-Purgstallgasse 7. Vorzügliche Wiener und internationale Küche, Tel. A-45-5-42. „Vegctaria", Restaurant, Diätküche. Milchspeisen, II., Obere Donaustraßo 89 a; IX., Währingerstraße 21. Bekleidung, Wäsche Fein & Landsmann, Ledcrbekleidung. XX., Gaußplatz 6. tion, II.. Obere Donaustraße 35, Tel. A-49-0-86. Glanzmann, Epstein & Co.. Herren- und Damen-Konfektion, II., Obere Donaustraße 35. Tel. A-49-0-86. Schuhe S. Abrahamovicz, Schuhhaus, II., Taborstraße 33, Telephon A-48-1-62. Birnbaum Leo, Schuhreparaturwerkstätte, II., Franzensbrückenstraße 9; XX., Karl-Meißl-Straße 3; XX., Pappenheimgasse 66. Pelze Pelze jeder Art, M. Bermann & Co., Wien, I., Hoher Markt Nr. 9, Tel. U-24-1-68. Diverse Advokat & FantI, Beleuchtung, Glühlampen, Elektrowaren, Gasgeräte, Badeeinrichtungen, Beheizung, II., Taborstraße 8 b, Tel. R-47-1-51. Parfümcrie Freyung, 1., Strauchgasse 2, Tel. Ü-20-8-93. Manicure 90 Groschen. Kein Trinkgeld! Falikmann Heinrich, Juwelcnf asser, II., Taborstraße Nr. 1-3/66. Tel. A-48-4-45. 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