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Die neue Welt · 1934-08-07 · Heft 388 (7.8.1934) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 388 (7.8.1934)
Date
1934-08-07
Page
– (sequence 4)
Language
German
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A'NA. R. stdurant ROTH »• '*gS»SSj* empfiehlt seine reichhaltigen Menüs: Suppa, Bratan, Gemüse, Mah.jpaij«............$1.30 Suppe, Braten oder1, Huhn, Gemüse, Kompott, Mehlspeise Sl.60 Kalbsur,H Rindsbraten ä la carte.........90 Groschen 0 kg. Gans»..............60 Groscft«n IIIIIIIIIMMiiWIlllliildiliM ser Von Dr. Felix Klug (Graz) Graz war bis nun eine Hochburg des allgemeinen und linken Zionismus. Noch bei den Kongreßwahlen des Jahres 1931 konnte die revisionistische Liste lediglich 23 Stimmen erreichen, obwohl Graz, mit rund 2000 jüdischen Seelen, die zweitgrößte Judengemeinde Oesterreichs, einen starken zionistischen Anhang besitzt. Dies g;eht schon aus der Tatsache hervor, daß hier seinerzeit;;um erstenmal in Oesterreich die Forderung Herzls nach Eroberung der Gemeindestuben durch Zionisten verwirklicht werden konnte; Graz war die erste Österreichische Stadt mit einem zionistischen Kultusgemeindepräsidenten und zionistischer Mehrheit im Kultusvorstand. Leider vollzog sich auch hier wie Uberall der gleiche Prozeß. Die Allgemeinen Zionisten, die zwischen sich und den Marxisten keinen scharfen Trennungsstrich zogen, konnten die Jugend nicht erhalten; bis vor einem Jahr bestanden hier nur zwei zionistische Jugendorganisationen, die beide linksgerichtet waren. Wir Judenstaatszionisten haben auch in Graz recht behalten: Die Jugend, der man das sozialistische Ideal anpreist, betrachtet den Poale-Zionismus nur als Durchgangstation zum reinen Marxismus. Die Grazer Zionisten haben den Beweis für die Richtigket dieser These am eigenen Leib verspürt. Vor nicht langer Zeit mußte ein Mitglied aus einem Jugcridbund ausgeschlossen werden, weil er seine Freunde mit G e s e r d-Material beteilte; der Betreffende befindet sich in einem Anhaltelager wegen Betätigung für die kommunistische Partei. Der Judenstaatszionismus besaß hier nur wenige, doch alterprobto Anhänger, zu denen die erst vor wenigen Jahren wieder reaktivierte akademische Verbindung Charitas stieß. Ueber deren Initiative wurde vom Seniorenkonvent der wehrhaften zionistisch-akademischen Verbindungen Oesterreichs, das sogenannnte „Grazer Programm" angenommen, in dem u. a. festgestellt wurde, diß Ivtrin zionistischer Couleurstudent einer sozialistischen Organisation angehören darf. Der zielbewußten Arbeit dieser wenigen Pioniere des Herzlichen Großzionismus ist es mit Erfolg gelungen, Anhänger zu gewinnen; gegenüber 23 Stimmen bei den Kongreß wählen 1931 wurden trotz stärkster Agitation d-T Gegenseite bei den Wahlen des Jahres 1933 bereits 70 Stimmen für die Liste des Sonderverbandes der demokratischen Revisionisten abgegeben. Im Herbst 1933 v":rr1.e eine wehrsportliche Jugendorganisation gegründet, die bereits über 30 Mitglieder besitzt und ausgezeichnet arbeitet. Nach den skandalösen Vorfällen im Juni dieses Jahres anläßlich des Vortrages des Herrn Dr. Schächter aus Wien (über die in diesem Blatte bereits berichtet wurde), erkannten die Judenstaatszionisten, daß fimehr die Konsequenz gezogen werden müsse. Am 10. Juli 1934 fand im Verbindungsheime der Charitas eine Sitzung statt, bei der Judenstaatler und Revisionisten beschlossen, aus der allgemeinen zionistischen Ortsgruppe auszutreten und eine gemeinsame Arbeitsgemeinschaft unter dem Namen „Verband der Herzl- Zionisten, Ortsgruppe Graz der Zionisten- Revisionisten und Judenstaatler" zu gründen. Zum Präsidenten wurde Rechtsanwalt Dr. Otto S nie gel (Revisionist), zum Vizepräsidenten Dr. Felix Klug (Judenstaatler) und Leo N e u f e 1 d (Revisionist) gewählt. Das Echo der Neugründung war ein gewaltiges: In den Reihen der zionistischen Ortsgruppe herrscht Bestürzung, da drei Ausschußmitglieder ihre Mandate niedergelegt haben und eine große Anzahl von Gesinnungsgenossen ausgetreten und dem „Verband der Herzl-Zionisten" beigetreten sind. Bereits heute, wenige Wochen nach der Gründung, hat die Zahl unserer organisierten Mitglieder die Zahl unserer Wähler vom letzten Kongreß fast erreicht. Der Verband der Herzl-Zionisten verfügt somit jetzt schon über eine wesentlich größere Anzahl organisierter erwachsener Mitglieder als die zionistische Ortsgruppe. Wir richten an die Gesinnungsgenossen, Revisionisten und Judenstaatler den Appell, ungesäumt dem „Verband der Herzl-Zionisten" beizutreten und uns in unserer Arbeit energisch zu unterstützen, damit es uns gelingt, Graz für den Judenstaatszionismus zu erobern! Beitrittserklärungen und Zuschriften sind zu richten an das Sekretariat des „Verbandes der Herzl- Zionisten, Ortsgruppe Graz der Zionisten-Revisionisten und Judenstaatler" zu Händen des Herrn Dr. Felix Klug, Verteidiger in Strafsachen, Graz, Murgasse 14. RHe revisionistische Deklaration ■ Wie bereits gemeldet, hat die revisionistische Exekutive (Paris) ihre Bereitschaft zu einem innerzionistischen Burgfrieden kundgegeben. Die diesbezügliche Deklaration hat folgenden Wortlaut: Zusammen mit der Judenheit der ganzen Welt hat das Exekutivkomitee erv/artet, daß der Freispruch Stawskys, der vom ganzen Volk mit solch großer Freude aufgenommen wurde, ein Signal für einen Burgfrieden in Erez Israel sein werde. Diese Erwartungen haben sich nicht erfüllt, und die letzten Erklärungen und Geschehnisse in Erez Israel beweisen, daß die „Mapaj" entschlossen ist, ihre bisherige Taktik der Greuelmeldungen und Gewalttaten gegen unsere Bewegung fortzusetzen. Würde das E. K. die Lage vom Standpunkt der bloßen Parteiintere3sen betrachten, könnte es diesen Zustand für äußerst günstig halten. Die Greuelmeldungen und besonders die Attacken vergrößern einerseits von Tag zu Tag die Isolierung der Mapaj, verstärken andererseits die Sympathien für den Revisionismus und für die im Herzischen Sinne tätige Arbeiterschaft und damit auch die Chancen unseres überaus nahen Sieges. Das E. K. hält es aber für seine Pflicht, vor allem die Interessen des Jischuws und des Zionismus zu berücksichtigen, we' "-.e von schweren Gefahren von außen, yon Zersetzung und Ohnmacht von innen bedroht sind. Wie peinlich es auch für uns sein mag, die Initiative tür Unterhandlungen mit einer Partei zu ergreifen, deren Kaffeeschalen, 29 Sekene tee^n.ieiistote: für sparsame Hausfrauen, Wirte, Hoteliers usw. Verkauf — soweit Vorrat ij Kaffeemühle mit Mcssingtrichler S 2*90, BrÖ8elmühlO mit Doppelreiher, weiß oder blau lackiertS Wassereimer, feuerverzinnt, 26 cm .V.......S Mop (Wollbesen) mit langem Stiel S 3 C0, Handmop...............S Fleischmaschinen „Darlinj Xr. feinst verzinnt ,". .S Küchenwaage mit Mossinsschsicn 6 Kilogramm ü 5 00, 3 Kilogramm S V Wandkaffeemühfo, E-30 raodom dekoriert, jnto Qualität. . S Hans-,Tis£!i-ü!iöfcHħ: Wi3ch- und Gläsertiicher, — Leinen 5 -'S'.', D-nmvclio......S «$<i? Boden-, Reiü- und 8iaui;Hlsnar-.^p ü —••«:'. cd/ j-V Handtücher, per Mclefi farbig0 Borj.-'$© S — -iV, weifio Crepo S «s? 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Demnächst sollen die Verhandlungen mit den türkischen Behörden betreffend die Verlängerung der Luftfahrtlinie Warschau—Lemberg—Bukarest über Konstantinopel nach Palästina wieder aufgenommen werden. Als palästinensische Stationen der verlängerten Linie sind Haifa, Jerusalem und T e 1 - A w i w in Aussicht genommen. Jüdische Kinder aufs Land Für jüdische Kinder werden für die Zeit vom 10. August bis 6. September Unterbringungsmöglichkeiten auf dem Lande bei jüdischen Parteien gesucht. Postwendende Anbote unter Angabe der Familien- und Wohnungsverhältnisse, sowie der Bedingungen an die Füraorgezentrale der Israelitischen Kultusgemeinde, Wien, I.( Seitenstettengasse 2 (Jugendfürsorge). Austritte aus dem Judentum Franziska Spitz geb. Martinek, geb. 24. September 1900 Wien, verh., XX., Wexstralie 14/3. — AIoIh Spitz, geb. 20. November 1897 Wien, verh., XX., Wexstraße 14/a. — Marianne Sobotka, geb. 6. April 1907 Wien, ledig, V., Margaretengürtel 98. — Rudolf Schalko, geb. 31. Mal 1884 Wien, gesch., XIII., Hustergasse 16. — Katharina Koutny geb. Spitz, geb. 9. März 1897 Wien, verh., XVI., Gaullachergasse 61. — Dr. Otto Perdach, geb. 6. Juli 1900 Wien, ledig, II., Praterstraße 44. — Anna Eisler geb. Kaptisch, geb. 17. April 1893 Wien, verh., II., Schiffmühlengasse 62. — Dr. Georg Cxrätzer, geb. 6. August 1898 Wien, ledig, XXI., Stadlauerstraße 33. — Tilla Jakub geb. Friedhaber, geb. 3. Oktober 1888 Bochnia, vern., XIX., Philippovichgasse 1. — Rudolf Neumann, geb. 31. Jänner 1903 Pohrlitz-Branowitz, ledig, XX., Wernaigasse 1. — Heinz Karl Rottniann, geb. 16, August 1914, ledig, II., Praterstraße 66. — Marie Stein geb. Wach gesch.Morvay, geb. 15. Juli 1889 Waidhofen a. d. Thaya, verh., IL, Stuwerstraße 33. — Michael Stein, geb. 4. Febr. 1889 Puszta Vasad, verh., IL, Stuwerstraße 33. — Anna Merbaul geb. Schreckenstein, geb. 22. Februar Wien, verh., V., Matzleinsdorferplatz 1. — tiertmde Brodhelm, geb. 9. September 1913 Wien, ledig, XVIII., Colloredogasse Nr. 20. — Emilie Brückner geb. Kießl, geb. 21. September 1884 Wien, verh., XIII., Hütteldorferstraße 241. — Charlotte Brückner, geb. 7. Mai 1927 Wien, ledig, XIIL, Hütteldorferstraße 241. — Cilli Ladstätter geb. Müller, geb. 13. August 1911 Purkersdorf, verh., V., Margaretengürtei 22. — Dr. Ernst Storfer, geb. 4. Oktober 19UT Sadagora, ledig, IV., Starhemberggasse 7. Der Gesamfverband Jüdischer Hochschüler Oesterreichs ,Jucf<ia" führt am 12. August einen zweiten Turnus nach Novi Vinodol (Dalmatien). Die Reise kostet für zwei Wochen S 125.—, für drei Wochen S 154.—-. Im Preise inbegriffen sind Fahrt, Verpflegung, Unterkunft, Kurtaxe, Badegebühren und Trinkgelder. Auskünfte und Anmeldungen: Montag bis Freitag von 2 bis 5 Uhr im Sekretariat der „Judäa", Wien, IX., Alserstraße 28. Tel. A-25-2-28, Eigentümer Verleger, Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Oberbaurat Robert Stricker. — Druck: Druckerei- und Verlags-A.-G. Ignaz Steinmann, beide Wiest * »oi o üniveruitataatraße «—8.

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