Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 8 (1934)
- Issue
- Heft 387 (3.8.1934)
- Date
- 1934-08-03
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/2711613-2711952-2712010--4518-2718010- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 6 DIE NEUE WELT Nr. m Preisaufgaben Die in Rede stehenden zehn Kupons mit der Lösung sind aufzubewahren und nach Ablauf insgesamt in einem Kuvert mit dem Vermerk „Preisaufgaben" an die Verwaltung unseres Blattes, Wien, IX., Universitätsstraße 8, einzusenden. 9. COUPON Frage: Welcher Papst bestimmte den Judenfleck Antwort: fi *i'i*iia*4'» (<i»««ii»gi*)i Die judi§dhe National? hymne Von Dr. Israel Zwi K a n n e r (Wien). „Mit Völkern muß man in einer kindischen Sprache reden: ein Haus, eine Fahne, ein Lied sind die Verständigungszeichen." (Herzl, Tagebücher.) Während die übrigen Völker Gott als Erfinder des Liedes bezeichnen, kennt der Jude bloß einen Menschen als Vater aller Lautenspieler und Bläser. Durch die magische Kraft der Musik soll der Jude seinem eigenen und nicht einem iremden Gefühl Ausdruck verleihen. Die fromme Mutter pflegt dem zarten Kind in der Wiege religiöse Weisen vorzusingen, um dessen Ohr frühzeitig an die Melodien der Synagogengesänge zu gewöhnen. Mit Vorliebe lehrte sie es die Psalmen: den alten heiligen Sang. „Baschuw adonaj eth schiwath Zion!" „Als Gott bewirkte die Heimkehr nach Zion, waren wir wie Träumende", klang es stets durch die jüdischen Häuser der Diaspora. Das religiöse Lied erreichte im Psalm S2ine höchste Stufe. So wie die Sprache sich aus Onomatopoetika entwickelt hat, so ist auch das nationale Lied aus Empfindungswerten entstanden. „Heddad!", ein hebräischer Winzerruf, der mehrfach in der Bibel vorkommt, wurde von den Zionisten zum jüdischen Freudenruf erhoben. Dieser Freudenruf war der Anfang der zionistischen Lieder. Auch der neue jüdische Nationaltanz „Horra" kennt nur ein einziges Empfindungswort als Text seiner Begleitlieder — julala-jülala. In das „jülala" ergießt sich die ganze Seele des Chaluz. Er singt, bis er müde wird. Er singt um der Ekstase willen. Die Melodie der Horra ist monoton, aber nervenaufpeitschend. Bei der ersten öffentlichen Zionistenversammlung stimmten die Sozialisten, nach dem eigenen Bericht H e r z 1 s, das Lied der Arbeit an, worauf „unsere" Leute mit dem Bundeslied antworteten. Da sie eine jüdische Nationalhymne noch nicht kannten, stimmten sie wenigstens das Lied ihres Wirtsvolkes in dankbarer Anhänglichkeit an. Seitdem entstand die Hymnenfrage. — Wie die Alten sungen, so zwitschern die Jungen. Es war an einem Samstag. Herzl ging im Judenviertel Amsterdams spazieren. Die Läden geschlossen, die Juden im Sabbatgewand. Da taumelten drei Judenkinder, ein Bübchen zwischen zwei kleinen Mädchen, Betrunkene nachahmend, Arm in Arm auf dem Trottoir und lallten die holländische Volkshymne. Da sagte sich Herzl: In zehn Jahren müssen die Kinder in der Jodenbreetstraat und in allen Judenvierteln der Welt die zionistische Hymne singen. Herzls Wunsch ging in Erfüllung. In Naftali Herz I m b e r erwachte der echte Zionssänger, der außer jüdischen Hoffnungen von nichts anderem singen kann. Kein zionistischer Verein ging auseinander, ohne sein „Od lo awdah tikwatenu" anzustimmen. Dieses Lied ist von solch einem volkstümlichen Gefühl, daß man es nicht mehr für die Schöpfung eines Dichters, sondern des Volkes selbst hält. Unter dem Druck der diktatorischen Histadruth wird aber heute Palästina die „Hatikwah" nicht mehr gesungen. Zuerst ertönt die „Internationale", dann kommt .Techesaknah'. ,Techesaknah' ist gestattet, weil in diesem Lied nur von der Arbeit die Rede ist, während doch die „Hatikwah" von einem freien Volk im eigenen Lande spricht. Der Vorzug der .Hatikwah' besteht aber gerade darin, daß sie das Lied der Hoffnung ist. Solange man hofft, ist man jung. Wenn man zu hoffen aufhört, ist man alt geworden. Und das jüdische Volk will jung sein. Der Zustand der ersten öffentlichen Zionistenversammlung ist wiedergekehrt. Man kennt nicht mehr die jüdische Nationalhymne. Arbeiterlieder, Bundeslieder werden gesungen, nur nicht das Lied des Volkes, das so viele Jahre geseufzt hat und jetzt singen will. In Palästina braust am Schluß einer offiziellen Veranstaltung durch den Saal: „God save the King." Palästina ist britisch. Erst an zweiter Stelle erklingt die jüdische Nationalhymne. Kein Grund zur Depression. Denn wenn die „Hatikwah" erst auf die englische Hymne folgt, so ist dies bl^ß ein Symbol, daß auf eine fremde Regierung im Lande eine jüdische folgen, die jüdische Nationalhymne Als Triumpbgesang ertönen wird. Gesellsoha ftsgriindungp; Laut Veröffentlichung in der „Palcstine Gazette" sind 8 Genossenschaften, 29 Teilhabergesellschaften und 3 Aktiengesellschaften registriert worden. Unter den registrierten Aktiengesellschaften befindet sich die ,,K u p a t H acooperativim, Lt d." (Unterstützung von städtischen und ländlichen Kooperativen durch finanzielle und andere Maßnahmen), Kapital LP. 5000, ferner: ein Unternehmen für Druckerei, Lithographie, Schreibwaren u. ä. („Hathiya Printing Press, Ltd.") und ein allgemein kaufmännisches Unternehmen unter anderem auch für Gescllschaftsgründung und Finanzierung („C ontinental Bui 1 d i n g Corporation, Lt d."). Unter den 8 Genossenschaften befinden sich 4 Kooperativen für gemeinschaftlichen Wohnungsbau (sämtliche in Tel-Awiw), drei Transport kooperativen in Jerusalem, Tel- Awiw und Haifa und 1 Kooperative für Bauunternehmung in Tel-Awiw. Unter den Teilhabergesellschaften befindet sich die „Bar" Flour Mills, Haifa (Errichtung einer Mehl- und Grützenmühle, Getreidehandel), eine Eisfabrik in Rehoboth (Beyt Haroshet Lekerakh Rehoboth, Danieli & Co.), „.Namal"- Tel-Awiw (Einlagerung von Orangenkisten und Hafendienste.), The Central Optical Corporation for Orient „Cocfo"-Tel-Awiw (Groß- und Kleinhandel in optischen Artikeln und Apparaten), „Pardess Rosenthal"-Hoderah (Pardessvcrwaltung), 1 Getreidehandels- und Mühlenunternehmen („Kantor Bros., Haifa"), 2 Druckerei- und Verlagsbetriebe, je 3 Agentur- und Textilhandels geschäf te, 3 Hotel- und Boardinghaus betriebe, je 2 Baumaterialien- und andere Warenhandelsgeschäfte, 2 Transport- und V e r p a c k u n gs unternehmen, 1 Bauunternehmen. An ausländischen Firmen wurde die „Ramatajim S. A. a Anvers" (Belgien) ins palästinensische Handelsregister eingetragen, bevollmächtigter Vertreter in Palästina: Herr L. Bawli, Tel- Awiw (Handel in beweglichen und immobilen Gütern, industrielle, kommerzielle und finanzielle Transaktionen). (Palnews.) Wiederwahl dwr bisherigen Exekutive des Waad Loumi In der vor kurzem in Tel-Awiw abgehaltenen Sitzung des Waad Leumi, der ersten seit der jüngsten Tagung der Assefath Haniwcharim, wurde die b i sherige Exekutive des Waad Leumi mit Ben Zwi an der Spitze wiedergewählt. Rabbi Ostrowsky nahm die Wiederwahl als Einzelpersönlichkeit, jedoch nicht als Vertreter des Misrachi-Verbandes an, da der Misrachi dem Waad Leumi zur Kenntnis gebracht hatte, daß er i n d e r Exekutive nicht mehr vertreten sein wolle. Im Mittelpunkt der Beratungen stand die Stellungnahme des Waad Leumi zu dem Beschluß der Exekutive, ihren gegenwärtigen Beitrag zur Erhaltung des Schulwesens um 50 Prozent, d. h. von 20.000 Pfund auf 10.000 Pfund, zu kürzen. Das Mitglied des Waad Leumi, Elijahu Berligne, wies darauf hin, daß die Agency sich anläßlich der Uebernahme des Schulwerks durch die palästinensische Judenheit verpflichtete, einen Jahresbeitrag von 40.000 Pfund zur Erhaltung der Schulen zu leisten. Im folgenden Jahre sei diese Beihilfe bereits auf die Hälfte herabgesetzt worden, und nun solle sie abermals einschneidend gekürzt werden. Die Versammlung beschloß, die Verantwortung iesftaiRrani 11, Pwattwstr* 54 _ Telephon R-W-O-M || 1 empfiehlt seine reichhaltigen Menüs: || ü Suppe, Braten, Gemüt?, Mehlspeise............$1.30 §| "J Suppe, Braten oder'/, Huhn, Gemüse, Kompott, Mehlspeise S 1.60 ff §f Kalbs- und Rindsbraten ä la carte.........90 Groschen |§ ia dkg. gebratenes Gansl..............60 Groschen §§ Hotel-Restaurant Srnetana-Luhacovice 50 Zimmer mit kaltem und warmem fließendem Wasser« — Erstklassiges Restaurant und Cafe\ — Streng rituelle Küche. — Bethaus im Hause. — Angemessene Preise! für das Schulwerk in dem Falle der Durchführung der von der Agency angekündigten Kürzung abzulehnen, da eine solche Kürzung einen chaotischen Zustand in der Finanzierung des Schulwesens herbeiführen müßte. Misrachi und Waad Leumi Aus Jerusalem:« In einer dieser Tage abgehaltenen Konferenz des Rates der Misrachi-Organi« sation Palästinas wurde eine Entschließung ge« faßt, in der erklärt wird, daß der Misrachi zwar nicht in der Lage sei, an der Wahl der Exekutive des Waad Leumi teilzunehmen und für eine Vertretung des Misrachi in der Exekutive sich einzusetzen, daß er aber seinen Mitgliedern die Teilnahme an den Sitzungen dea Waad Leumi bis zu einer weiteren Erörterung und Entscheidung der schwebenden Fragen im Hinblick darauf gestattet, daß der Waad Leumi vorgeschlagen hat, auf seiner nächsten Sitzung eine Unterkommission zu wählen, die die Möglichkeit einer Vertretung aller Elemente des Jischuw in der höchsten legislativen Körperschaft der palästinensischen Judenheit untersuchen soll, und daß auch andere grundsätzliche Fragen neuerlich aufgerollt werden sollen. Durch diese Entschließung ist der vor kurzem gefaßte Beschluß des palästinensischen Misrachi, aus dem Waad Leumi wegen unüberbrückbarer Gegensätze zur Mehrheit auszuscheiden, wenigstens für eine Zeit außer Kraft gesetzt worden, 60.000 Pfund für neue landwirtschaftliche Siedlungen Auf Grund eines zwischen der Zionistischen Föderation Südafrikas und der Leitung des Keren Hajessod geschlossenen Abkommens werden von dem 100.000 Pfund betragenden Sammelergebnis der Keren« Hajcssod-Kampagne in Südafrika 60.000 Pfund für die Errichtung neuer landwirtschaftlicher Siedlungen verwendet werden. Drei junge Juden in Tel-Awiw ertrunken Bei einem Versuch, einen jungen Mann vom Ertrinken zu retten, fanden drei junge Juden den Tod in den Wellen bei Tel-Awiw. Von den Ertrunkenen war der 19jährige Herbert S c h a p i r o ein Amerikaner aus Middleton, der an der Hebräischen Universität studierte und während der Ferienzeit zur Abhilfe des Arbeitermangels Gelegenheitsarbeit leistete. Die übrigen zwei sind der 28jährige Nehemiah R e z n i k und der 18jährige Jakob Lanzet, beide landwirtschaftliche Hilfsarbeiter aus Tel-Awiw. Der Ertrinkende, dem die drei ums Leben gekommenen zu Hilfe eilten, wurde gerettet. SBer fpareti roill ober muß, roer gerne Befonbers gut unb Billig fetuft, muß fid) Beetfett — bte Tezett Sage ber grofoen „SommetsDftafion" in allen 21Bteilungen von Sdjiffmanns „2Barenr)aus ber Sparfamen" ausaunü^en. (Entsücfenbe Sommerfleiber, Ijerrlidje Sommerftoffe — je^t fo Billig, töie und) nie! Äommen Sie! Einige Beweise der Sensations-Preise: $ßa]fy$$o\U*%mptimi für Kleiber unb Dirnbl........S—.98,—.75 S Saljburger 3)irnbls3epfjite, gemeBte ^nban* Grenzstreifen........ie^t S Grepe*5Boudc, oiele ftfjöne Streifmuftcr, 100 cm...........iefct S £,*Set&en*©corgette, OTles(£arre;9}Zufter, 100 cm.............S Ä.*Seibens2JoucIc ober £.=Seibcns2einen, farbig, 100 cm..........S SKeinfeiben * Crepe s bc s Geilte s ämprtme, 100 cm...........jefct S Ä.sSeibensaWottgoIsSmprimc, SBIumenmufter, 100 cm..........S 4.50 S Ä.»S.s9tf&oulbingue unb Ä.sS.sglamtfol, fernere Qualität, 2ftobefarBen, 90 cm . . S 9Jlattfeiben«Strumpfe, 9JtobefarBen, 2. 2Bal)l..........iefct S Ä.sSeibensSüUsipösdjen mit {leinen geljlern, alle 3)amen;©rößen......jefct S $ttrtpIatten*9?eifcfoffer mit 2 ^itfelfdjlöffern, 70 cm...........jeijt S K.*Seibens3:aftsSifiottettS23lufe.....S K.*®eibens3*pfiit*3)itnbl, oi'iq. Streifenoer* arBeitung.......jefct S 5.90 S Ä.sSeibens3epljirsStreif{leib, fefdje Sporte foffon...........jefct.S Ä.sSeibensißaletot, fdjmarg, 311 jebem ftleib paffenb . ..........je^t S Ä.sSeibens9Wong,s3mprimesKleib, ^elerine* Bermel...........jetjt S 69 78 89 2 2 2 3 3 1 1 7 4 .50 .75 90 90 .90 .50 .25 90 90 5 .90 .90 .80 80 JHttdjmtttagssSUetb, Ä.=S.sglamifol ober HiBoulbingue, aparte, burdjBrodjene Bermel...........jetjt S ©artensStfdjtiidjer in ßaros mit JBlumen* mufter...........jefct S grottiers$attbtU(fjer mit farBiger SBorbüre, 50 mal 100 cm........jefct S Scintüdjer, fertig gefäumt, 120 mal 200 jetjt S 93ettroäfdjes©arttttur (1 Sucfjent unb 2 Alfter)..........jefct S $ür ftarhe grauen: kutonne*SBlü]cn, fuqe ober lange Slermer, oorne auitt knöpfen........S $außs unb ©artenfleiber, prnftifdje, bunfle dufter.............S 2Bafrfj*bcs2aincsÄtciber mit XTCafdje unb Änopfpulj, fleibfame gaffon.....S geftlje 3cpf)ir*3Hrnb(, oiele moberne Streifs mufter.............S 19" 1* r 1 4 .98 .90 J.70 J98 g*, r° 4 4 5 .20 90 ,90 SommersSdjlafrötfe, frt)öne Jölumcnbeffins . S Ä.sSetbensGrcpesSButfen, meiß unb paftelts färben ............. S 9Bafrt)feibens!3mprimcs^(eiber, moberne SKufter.............S elegante granensÄleiber aus guter ge= <fl 4 50 mufterter &.=Seibe........S II GrepesSWongolsSmprtmc'silleiber, $iobei>|-90 beffins, Hcibfame $affott......S 1*1 (£5 roäre fcfjabe, biefe Befonbere, einmalige Gelegenheit, burd) günfttgeu (Sinfauf uicl ftreube ju ge» roinnen unb oiel ©elb 31t erfparen, nicfjt 'aus5unütjcn. Äommen Sie rafd), Beuor nod) bie £agerBeftänbe ßtf tfßiei Jinb. 2>er Sßeg lofcnt fid) . . . eilen Sie gu Scrjiffmann, 2. 23ea., SaBorjtra&e 491