Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 8 (1934)
- Issue
- Heft 385 (27.7.1934)
- Date
- 1934-07-27
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6 DIE NEUE WELT Nr. 385 Der marxistische Bourgeois Von Ingenieur Emil Fried (MährischOstrau) Karl Marx teilt das gesamte Menschengeschlecht in zwei Klassen, und zwar in die Klasse der Wert- und Mehrwert-Erzeuger, das ist die Klasse der Arbeiter, Proletarier, der Besitzlosen, und in die Klasse der Besitzenden, der Schmarotzer, vom Mehrwertraub lebenden, das ist die Klasse der Kapitalisten oder Bourgeois. Zwischen diesen beiden tobt der Klassenkampf. Er wird enden mit dem vollen Siege des Proletariats. Die Kapitalistenklasse wird verschwinden. „Der Enteigner wird enteignet." Denn das in der heutigen, der kapitalistischen Wirtschaftsordnung bestehende Kapital, das Privatkapital, ist entstanden innerhalb Europas durch fortgesetzten Raub von Mehrwert (Akkumulation) und außerhalb Europas „direkt durch Plünderung, Sklaverei und Raubmord. — Das Kapital kommt zur Welt, von Kopf zur Zeh', aus allen Poren blut- und schweißtriefend." Hinter den Fronten der kämpfenden Klassen, gewissermaßen als Kriegsgewinner und Drückeberger, finden wir die ..Unproduktive n". Zu ihnen gehören, sagt Marx: „Die ideologischen Stände, wie Pfaffen, Juristen und Militär, ferner alle, deren ausschließliches Geschäft der Verzehr fremder Arbeit in der Form von Grundrente, Zins usw. bildet, endlich Paupers, Vagabunden und Verbrecher. Dann tritt noch neben den Produzenten der Wucherer oder der Kaufmann, das Wucherkapital, oder das Handelskapital, das ihn schmarotzerhaft aussaugt. — Der Kaufmann schiebt sich parasitisch zwischen Konsumenten und Produzenten und betrügt beid e." Alles Uebel in der Welt, Armut, Elend, Krankheit, Antisemitismus und Prostitution, Tuberkulose und Syphilis, hat seine letzte Ursache in der bestehenden, der kapitalistischen Wirtschaftsordnung. Ist es Zufall, daß diese Lehre von Assimilationsjuden geschaffen, von ihnen gierig aufgenommen und leidenschaftlich verbreitet wurde? Ist es Zufall, daß es ausschließlich Angehörige der jüdischen Bourgeoisieklasse waren, die die Verworfenheit ihrer eigenen und die Vortrefflichkeit der Proletarierklasse entdeckt haben? Der degeneriete Jude leidet ständig an dem in seinem Unterbewußtsein haftenden Affekt der Furcht vor dem — Jude-sein, als Jude exponiert zu sein, erkannt zu werden. Eine Gesellschaft, die nicht fragt nach Nation und Konfession! Ja! Die brächte Rettung, Befreiung von dem quälenden Affekt. Wo ist eine solche Gesellschaft? Die Internationale, die Arbeiterklasse wird sie schaffen. Wer der Internationale angehört, ist heute schon geborgen, ist Edelmensch unter Edelmenschen. Wie kommt man aber als Angehöriger der Bourgeoisieklasse in die Edelklasse? Der einfachste Weg wäre: Man ändert seinen Beruf, gibt als Unternehmer sein Räuberhandwerk, das Ausbeuten, oder als Kaufmann seine parasitäre, betrügerische Existenz oder als Rentner sein Wucherdasein auf und wird ehrlicher Arbeiter. Man wird einfach aus einem Saulus ein Paulus, wie jederzeit aus einem Fleischverzehrer ein Vegetarier oder aus einem Säufer ein Abstinenzler werden kann. Solche Wege sind klar, aber ein wenig unbequem. Der große Andrang der jüdischen Bourgeoisie zum Proletariat erfordert einen breiteren, bequemeren Weg. Kein anderer, kein geringerer als Ferdinand Lassalle, hat ihn vorgezeichnet, diesen Weg, den Weg der Auslegung. Lassalles Vater hatte als Seidenhändler ein bedeutendes Vermögen erworben, von dessen Zinsen der Sohn behaglich, ja sogar mit einem gewissen Luxus lebte. Der beschränkte Bürgerverstand — schon von Natur aus unfähig, marxistische Weisheit zu begreiren — wird nun höhnen: Lassalle, der Begründer der deutschen Sozialdemokratie, lebte vom Wucherkapital, welches sein jüdischer Vater dadurch zusammenscharrte, daß er sich als Kaufmann parasitisch zwischen Konsumenten und Produzenten drängte und beide betrog. Einer solchen beschränkten Auffassung der marxistischen Lehre hat Lassalle selbst vorgebeugt durch folgende Auslegung des Begriffes Bourgeois: „Daß sich der Großbürger in seinem Zimmer der großen Annehmlichkeit und der großen Vorteile erfreue, welche ein großer bürgerlicher Besitz in sich schließt — nichts einfacher, nichts natürlicher und nichts rechtmäßiger als das. Wenn aber der Großbürger, nicht zufrieden mit der tatsächlichen Annehmlichkeit eines großen Besitzes, den bürgerlichen Besitz, das Kapital, auch noch als die Bedingung hinstellen will, an der Herrschaft über den Staat, an der Bestimmung des Staatswillens und des Pension ,Austria' Kinderheim Vöslau (OLGA KADISCH) JägermayeratraBe 15 Telephon Nr. 141 Für Dauer- und Erholungsaufenthalt Jeder Unterricht im Hause, auch Nachhilfe für öffentl. j Schulen besuchende Kinder. Pädagogisch einwandfreie Leitung durch staatlich geprüfte Lehrerin. Erstklassige l Verköstigung. Aiutterliche Pflege. Mäßige, Prei»e! Staatszweckes teilzunehmen, dann erst wird der Großbürger zum Bourgeois." Der Weg der Auslegung ist stets ein Licblingsweg der jüdischen Assimilation gewesen. Es sei nur erinnert an die berühmte Definition: ,.Deutscher ist, wer deutsch fühl t." Durch Jahrzehnte gebürdeten sich diese „definierten" Deutschen als die wahren Vertreter deutscher Interessen. Mit dem gleichen Elan vertritt der durch Auslegung entstandene, der Titular- oder Wcltanschauungs-I'roletarier, der marxistische Bourgeois, die Interessen der Arbeiterschaft. In der Aera Viktor Adler war er fanatischer Internationalist und konnte sich nicht genugtun in der Verspottung des Nationalismus, insbesondere des jüdischen. Im Wege der Evolution oder, weniger fachwissenschaftlich ausgedrückt, gezwungen durch eine, allen seinen Prophezeiungen entgegengesetzte Entwicklung, gestattete er später dem Arbeiter eine mäßige nationale Betätigung und dehnte diese Erlaubnis schließlich auch auf den jüdischen Arbeiter aus. Der marxistische Bourgeois, ehemals Verächter des Zionismus, wurde — Zionist. Die Pflicht rief und gebot, den jüdischen Arbeiter gegen den bürgerlichen Zionismus zu schützen. Die durch Weizmann „erweiterte", d. h. durch Zuziehung von Nichtnationalen geschwächte zionistische Organisation lieferte zu dieser Assimilationskomödie die Kulissen. Die „erweiterte", tolerante, keine Gesinnung, .sondern nur noch Geldbeiträge heischende Bewegung war steril, der Jugend unverständlich geworden. Die marxistische, zionistisch getünchte Demagogie hatte leichte Beute. Die nach Erweiterung und Verbreiterung lechzenden führenden Elemente der zionistischen Organisation, selbst ohne jede Anziehungskraft für die Jugend, nickten beifällig zur marxistisch-demagogischen Art der Werbung, ließen sich, väterlich milde, als bürgerliche Zionisten für minderwertig erklären, in den Hintergrund stellen, überlassen, väterlich stolz, dem marxistischen Geiste die Führung, begnügen sich mit dem Inkasso, schwören den neuen Herren Ergebenheit und ballen grimmig die Fäuste gegen deren Feinde, die angeblichen Feinde der Arbeiterschaft und damit des Aufbauwerkes. Unsere Vorfaren waren bis zum Zeitalter der Assimilation Männer, feste, unbeugsame Männer, an denen alle Versuche, sie durch Spott zu erniedrigen, scheitern mußten. Die traurigen Helden der Assimilation machten Preisaufgaben Die in Rede stehenden zehn Kupons mit der Lösung sind aufzubewahren und nach Ablauf insgesamt in einem Kuvert mit dem Vermerk „1* r o i s a u t g a b e u" an die Verwaltung unseres Blattes, Wien, IX., Universftiitsstraße 8, einzusenden. 8. COUPON Frage: Wann gibt es einen Jom-Kippur-Katan? Antwort: '* n m * * * * * * r sich selbst zum Gespött. Vom Zionismus erhofften wir und die Welt, er werde uns von den Zerrbildern der Assimilation befreien. Da kam dem jüdischen Bourgeois mit der proletarischen Einstellung e>\ rettender Gedanke: Er wurde Zionist und spezialisierte sich zum Anwalt des jüdischen Arbeiters bei voller Ausnützung des Fundus an Schwulst, Illusion, Haß und Demagogie, den ihm seih Ahnherr Marx hinterlassen. Das nationale Heim der Juden soll aufgebaut werden von den Anhängern des Mannes, der in der „chimärischen Nation der Juden nur die Internationale des Geldmenschen" sieht und prophezeite: „Sobald es der Gesellschaft gelingt, das empirische Wesen des Judentums, den Schacher und seine Voraussetzungen, aufzuheben, ist der Jude unmöglich geworden." Der jüdische assimilatorischc Bourgeois hat in der Rolle des Kosmopoliten die Kechte der gesamten Menschheit verteidigt zur Zeit, als noch der Liberalismus gelebt* Als die Menschheit sich immer deutlicher gegen diese Verteidigung verwahrte, legte sich unser Held eine andere Rolle zurecht: Er wurde Schirmherr des internationalen Proletariats. In dieser Eigenschaft witterte er bald einen ähnlichen Dank, als ihm für seine frühere Tätigkeit zuteil wurde. Darum stellte er sich abermals um und begab sich zum Schutze proletarischer Interessen Ins zionistische Lager, Sobald es der zionistischen Gesellschaft gelingt, sein empirisches Wesen zu erkennen, ist er auch in seiner neuesten Rolle unmöglich geworden. Dann erst wird der Schaden zu reparieren sein, den er dem Zionismus zugefügt hat, eitfatfon" bas grofee Sßerfaufsereignis in 6<f>iffmanns „SBarenljaus ber Sparfamen", 3jat vkk, siele £aufenbe angenehm überrafdjt. SUts allen Söcflirfen Sßicns unb Dielen 5ßiöoinaorteix tarnen bie fingen, fparifamen Käufer unb toaren begeiftert non Qualität unb $rcis ber Angebote in Sommcrut>arcn jeber Ulrf. 31 ud) Sic müffen jtd) von ber befonberen Sd)iffmann*ßciftung burd) Slugctifdjcin üibc^cngcn, (£s tft fannt glaublidj, tote billig unb gut jetjt alles tft. 2)ic reiflenbften 3mprimc=ScibenHcibcr, 3)irnbl, 23lufen, SBäfdje, Sajufljc, £üte, 58abe* artifel unb toas Sic fonft für bie fommenben Jjeijjen $od)fommcrtage brauchen, befonimen Siejetjt 'bei Sdyiffc mann 311 unerhört niebrigen greifen. 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