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Die neue Welt · 1934-07-24 · Heft 384 (24.7.1934) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 384 (24.7.1934)
Date
1934-07-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 384 AUS PALÄSTINA 265*000 jJuaeni m Laut Mitteilung dos Statistischen Büros der Jewish Agcncy in Jerusalem betrug dio Zahl der in Palästina lebenden Juden am 1. Juli 1934 rund 265.00U Seelen gegenüber 209.000 Seelen im Juli 1933. Demnach hat sich die Zahl der Juden in Palästina im Verlauf eines Jahres um 56.000 Seelen vermehrt. Während der letzten von der Palästina-Regierung im Noveni'ber .1931 durchgeführten Volkszählung lebten damals in Palästina 174.610 jüdi?che Seelen. Demnach hat sich der jüdische Jischuw Im Verlauf von zweieinhalb Jahren um 90.000 Seelen vermehrt. Die Zahl der nichtjüdischen Bevölkcnv.ig in Palästina am 1. Juli 1934 wird vom Statistischen Büro der Jewish Agency auf 920.600 Seelen geschätzt, davon sind S09.60O Moslems (unter ihnen 66.600 Beduinen), 100.000 Christen und 11.000 Angehörige anderer Konfessionen. Der Prorentsatz des j ü di sehen Jischuw machte am 1. Juli 1034 23,8 Prozent der Gesamtbevölkerung des Landes aus. Rechnet man auch die Beduinen und die Durchwanderer mit, so bildeten die Juden 22,4 Prozent der Gesamtbevölkerung. Am 1. Juli 1933 machten die Juden 20 Prozent der allgemeinen Bevölkerung aus. Im November 1931, zur Zeit der Volkszählung, betrug der Prozentsatz der Juden 18,1. Somit ist der Prozentsatz der Juden unter der Gesamtbevölkerung im Verlauf von zweieinhalb Jahren um 5,5 Prozent gestiegen. Jüdische SCoSonisten fordern verstärkte /^rbeitereinwanderung Der High Commissioner Sir Arthur Waucliope empfing eine von Shuchowizki geführte Abordnung des Kolcnisten'verbandes, die ihm die Bitte unterbreitete, im Hinblick aaif den im Lande herrschenden akuten Mangel an Arbeiterhänden Order zu geben, in einem weit erhöhteren Maße, als es jetzt der Fall ist, jüdische Arbeiter ins Land kommen zu lassen. Die Kolonisten wiesen insbesondere darauf hin, daß nicht nur die Landwirtschaft der notwendigsten Arbeitskräfte entbehrt, sondern daß auch die Wege und Konjmunikationen zwischen den Kolonien und den Städten verkommen, bezw. nicht weiter ausgebaut werden, weil es an Arbeiterhänden mangelt. Insbesondere sei es notwendig, einen Zentralweg und mehrere Nebenwege zwischen den Dörfern im Tale Scharon zu schaffen. Die Niederhaltung der jüdischen Arbeit hat zum Beispiel das Komitee für Ausbau der Haifaer Gartenvorstadt Hadar Hak arm el veranlaßt, dem Haifaer Magistrat mitzuteilen, daß es nicht in der Lage sei, den Bau der drei neuen Straßen, für welche das Budget bereits bewilligt wurde, durchzuführen. Der Magistrat hat daraufhin begonnen, die Bauten von sich aus mit arabischen Arbeitern durchzuführen. Daraufhin hat das Hadar Hakarme I-Komitee erklärt, es weigere sich, den Bau der vierten durchführenden Hauptstraße vorzunehmen. Weitere Wegebauten mit einem Kostenaufwand von 12.000 Pfund konnten ebenfalls infolge der Niederhaltung der jüdischen Arbeit nicht durchgeführt werden. Die in verschiedenen Gegenden der großen jüdischen Gartenvorstadt Hadar Hnkarmel vor neun Monaten begonnenen Drainagearbcitcn sind infolge der Not an Arbeiterhänden bis heute noch nicht zu Ende geführt worden. Novomeyskys Tofe*Meer*Konzessioii Eine von Bcrloty und Genossen gegen die Palestine Potash Company Ltd. eingebrachte Feststellungsklage, in der verlangt wurde, daß erklärt werde, die Beklagte sei nicht berechtigt, dem Toten Meer Mineralsalze zu entnehmen, und daß der Gesellschaft die Fortsetzung ihrer Tätigkeit untersagt werde, ist von der King's Beuch Division (Oberster Gerichtshof für Zivilsachen) unter Vorsitz von Richter Roche kostenpflichtig abgewiesen worden. Die Kläger hatten auch eine Abrechnung über die bereits gewonnenen Salze und Schadenersatz verlangt. Durch diese Entscheidung ist die Recht mäßigkeit der von der Palestine Potash Company , ausgenutzten Tote-Meer-Konzession des Ingenieurs Novomeysky durch den Obersten Gerichtshof bestätigt worden. Die reidisdeutsdie Judenhetzpropaganda in der Tschechoslowakei In letzter Zeit wurden in einigen Städten der Tschechoslowakei, besonders in den großen Kurorten, reichsdeutsche Zeitungen verkauft, in denen in offener Weise für den Nationalsozialismus, dessen Partei bekanntlich in der Tschechoslowakei verboten ist, Propaganda betrieben und auf die übelste Weise gegen die Juden gehetzt wird. Daß es sich dabei nicht etwa um Einzelfälle handelt, geht schon aus der äußeren Aufmachung dieser Zeitungen hervor, deren Preis in tschechoslowakischer Währung angeführt ist und für deren Vertrieb in der Tschechoslowakei M. Geißler, Bodenbach an der Elbe, Graben 1, zeichnet. So wird z. B. in Karlsbad in den Zeitungsständen die „Neudeutsche Zeitung" aus Stuttgart verkauft, deren Inhalt nicht viel anders als der des „Stürmers" ist. Die Juden werden darin als „Tiermenschen" bezeichnet und in seitenlangen Abhandlungen wird hier Ritualmordhetze ärgster Sorte betrieben. Unter anderem heißt es da: „Die Juden sind die fanatischen Gegner der herrlichen Bewegung, die unter der genialen Führung Adolf Hitlers das deutsche Volk freimachen und ihm seine Eigenart sichern will. Darum — nur eine stramme Gesetzgebung gegen die Juden vermag Deutschland vor schwersten Erschütterungen zu bewahren." * Der jüdisch-nationale Abgeordnete im Prager Parlament Dr. Angelo Goldstein hat an den tschechoslowakischen Innen- und Justizminister eine Interpellation eingebracht, in der ausgeführt wird, daß in jenen Zeitungen in eklatanter Weise gegen die Grundgesetze des tschechoslowakischen Staates verstoßen und für eine wegen ihres staatsfeindlichen Charakters aufgelöste Bewegung Propaganda betrieben wird. Die zuständigen Stollen werden aufgefordert, hier energisch einzuschreiten und insbesondere dieser Hetzpropaganda in der Tschechoslowakei ein für allemal das Handwerk zu legen. Jugoslawiens Vertretung beim Comite des Delegation» Juives Der Bund der jüdischen Gemeinden in Jugoslawien, die vom Staate anerkannte Vertretung der jugoslawischen Juden, hat den Oberrabbincr Dr. Isac A 1 k a 1 a y und den Präsidenten des Bundes der jüdischen Gemeinden Doktor Friedrich Pops zu der am 6. August in Paris stattfindenden Konferenz des Comite des Dölegations Juivea delegiert.__ Bund jüdischer Frontsoldaten. Die Bezirksgruppen des „Bund jüdischer Frontsoldaten", BOCL, haben eine neue administrative Anordung erfahren. Es ist für jedes einzelne Mitglied wichtig, seine neue Einteilung zu kennen. Ueberdies werden von den Bezirksgruppen bereits jetzt Vorbereitungen getroffen, um bei der im September stattfindenden Pleldcnfcier der österreichischen Bundesregierung, an der der „Bund Jüdischer Frontsoldaten" neben anderen vaterländischen Verbänden teilnimmt, entsprechend aufzutreten. (Starke Abteilungen uniformierter Kameraden des „BJF." worden mit den anderen Wehrverbänden über die Ringstraße zum neu enthüllten Helden* denkmal marschieren.) Es ist für unsere Mitglieder wichtig, das Nötige darüber zu erfahren. — Dienstag, den 24. d., um halb 9 Uhr abends Plenarsitzung im Caf6 „Altes Rathaus", I., Wipplingerstraße 24. In dieser Sitzung hält auch Dr. Fritz Grosser einen Vortrag über das Thema: „Was wollen wir?, — Was sollen wir;?:" Die „Soitimei^Sensation", das große Verkaufs-Ereignis in Schiffmanns „Waren* haus der Sparsamen", hat viele, viele Tausende angenehm überrascht. Aus allen Bezirken Wiens und vielen Provinzorten kamen die klugen, sparsamen Käufer und waren begeistert von Qualität und Preis der Angebote in Sommerwaren jeder Art. Auch Sie müssen sich von der besonderen Schiffmann-Leistung durch Augenschein überzeugen. Es ist kaum glaublich, wie billig und gut jetzt alles ist. 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