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Die neue Welt · 1934-07-10 · Heft 380 (10.7.1934) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 380 (10.7.1934)
Date
1934-07-10
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 380 Bibliothek über Werke jüdischer Autoren mit Hakenkreuzen derart beschmieren, daß keine Namen und Werktitel me.hr lesbar sind. Der Direktor der städtischen Zentralbiblothek, Dr. Burckhardt, hat den Präsidenten der Studentenschaft auf dieses beschämende Treiben .akademischer' Schmierfinken aufmerksam gemacht und die Anordnung einer strengen Kontrolle, eventuell die Sperre des Zutritts zum Zettelkatalog angedroht." * Der „Staats-bürge r" widmet der Judenfrage einen Artikel, in dem es heißt: „Der Unfug, der heute in Deutschland mit den Rassetheorien getrieben wird, ist einer ernstzunehmenden Nation unwürdig. Das deutsche Volk schwelgt recht eigentlich in einem Blutrausch, der nach außen absolut lächerlich wirkt. Ein Uebergreifen dieser Torheiten auf die Schweiz muß von Anfang an entschieden bekämpft .werden, Wir kennen bei uns keine jüdische Gefahr." Nazi'/Terror auch in Dänemark Seit einiger Zeit mehren sich in Kopenhagen die Fälle, wo Fensterscheiben in jüdischen Geschäften eingeschlagen, öffentliche Gebäude, wie Synagoge, Parlament und Freimaurerloge, mit Hakenkreuzen und nationalsozialistischen Parolen mit schwer zu entfernender ätzender roter Farbe beschmiert werden. In der Redaktion der großen Tageszeitung „P o 1 i t i k e n", die von den Nazis zur „Judenpresse" gezählt wird, wurden die Fensterscheiben eingeschlagen. Der Redaktion gingen mehrere Drohbriefe zu. Im Redaktionszimmer des im gleichen Verlage wie „Politiken" erscheinenden „Ekstrabladet" wurde ein Redakteur von einem jungen Nationalsozialisten überfallen. Die Polizei hat sich nun entschlossen, gegen die Nazileute vorzugehen. Sie besetzte das Hauptquartier der Kopenhagener Nazis und verhaftete dort 16 Jugendliche, von denen 10 als an den erwähnten Umtrieben beteiligt erkannt ins Gefängnis eingeliefert wurden. Sie werden sich demnächst vor dem Richter zu verantworten haben. Austritte aus dem Judentum Marie Steindler, geb. Deutsch, geb. 24. März 1893 Wien, verh., XIX., Hauptstraße 23. — Ida Mania Sigal, geb. 23. Juni 1899 Wien, ledig, DC., Liechtensteinstraße Nr. 84. — Josef Sigal, geb. 8. September 1933 Wien, IX., Liechtensteinstraße 84. — Charlotte Sigal, geb. 21. Juni 1927 Wien, DC., Liechtensteinstraße 84. — Margarete Jellinek, geb. Vacek, geb. 8. Mai 1913 Wien, verh., IX., Rögergasse 14 b. — Josef Haber, geb. 12. Juni 1901 Wien, ledig, IX., Nußdorferstraße 40. — Ruth Grünwald, geb 23. Jänner 1916 Wien, ledig, XIX., Heiligenstädterstraße Nr. 11. — Rudolf Benedek, geb. 29. Oktober 1885 Wien, verh., XIX., Heiligenstädterstraße 178. — Johanna Krenberger, Friseurin, geb. 29. Februar 1914 Wien, ledig, X., Gudrunstraße 152. — Emil Allina, Beamter, geb. 7. Oktober 1883 Wien, III., Marokkanergasse 3. — Ida Demerer, geb. Maß, geb. 25. Mai 1893 Zistersdorf, verh., III. , Hauptstraße 149. — Josefa Engelhardt, geb. Körbler, geb. 1. März 1906 Adriach, verh., IV. — Helene Großmann, geb. Machauf, geb. 16. April 1893 Atzgersdorf, verh., IV., Rainergasse 14. — Emil Khuenberger, Student, geb. 19. Mai 1912 Wien, ledig, III., Hagenmüllergasse 5. — Arnold Petri, geb. 20. Oktober 1866 Wien, verh., IV., Preßgasse 15. — Mathilde Petri, geb. Tagleicht, geb. 14. Oktober 1871 Wien, verh., IV., Preßgasse 15. — Valerie Pick, geb. 22. Juli 1906 Wien, ledig, m., Ziehrerplatz 4. — Julie Magdalena Schlesinger, geb. 9. August 1878 Wien, ledig, XIII., Penzingerstraße 88. — Berthold Stwertka, geb. 18. Jänner 1877 Wien, verh., IV. , Waaggasse 1. — Franziska Tauber, geb. Huber, geb. 12. Februar 1898 Weitzelsdorf, verh., IX., Liechtensteinstraße 39. — Robert Teichner, geb. 15. April 1919 Wien, ledig, X., Pernerstorfergasse 73. — Katharina Margarete Heß, geb. Teschler, geb. 24. Jänner 1888 Berlin, ger. getr., VDI., Stollgasse 5. — Erwin Hartmann, geb. 12. Jänner 1909 Wien, ledig, VII., Kirchengasse 43. — Peter Hartmann, geb. 28. Juli 1916 Wien, ledig, VII., Kirchengasse Nr. 43. — Daisy Landau, geb. 22. Jänner 1903 Belgrad, ledig, Xm, Eichlberggasse 12. — Risa Hoffmann, geb. Reiß, geb. 26. Februar 1876 Triest, verh., IX., Sobieskygasse 22. — Dr. Wolf Ber Lipowicz, geb. 21. Juni 1870 Jaroslau, verh., XIII., Hütteldorferstraße 131. — Rosa Stern, geb. 21. August 1914 Wien, ledig, XII., Aichhorngasse 3—5. — Frieda Stern, geb. 20. August 1919 Wien, ledig, XII., Aichhorngasse 3—5. — Regine Weiser, geb. Nachlar, geb. 17. November 1900 Wien, verh., III., Erdbergstraße 99. — Robert Allina, geb. 18. Oktober 1888 Wien, ledig, HI., Marokkanergasse 31. — Katharina Sand, geb. Strobl, geb. 4. März 1905 Wien, verh., III., Hauptstraße 147. — Grete Kornitzer, geb. 6. Juni 1909 Berlin-Schöneberg, ledig, III., Hauptstraße 95. — Doktor Louis Gallia, geb. 12. Februar 1878 Kremsier, verh., m., Dietscheinergasse 3. — Rosa Pacner, geb. Münz, geb. 2. Juni 1900 Wien, verh., III., Baumgasse 33. — Maria Berghof, geb. Halak, geb. 27. März 1887 Wien, verh., III., Salesianergasse. — Friedrich Rosenberg, geb. 26. März 1895 Wien, verh., n., Große Sperlgasse 6. — Franz Hauschke, geb. 8. Dezember 1890 Hermersdorf, verh., n. Taborstraße 108. — Rudolf Jakob Friedhaber, geb. 1. Juni 1917 Wien, ledig, XIX., Philippovichgasse 8. — Hermine Wieselberg, geb. Schmied, geb. 19. Jänner 1902 Wien, ger. gesch., XXI., Stadlauerstraße 52. — Elsa Spenadel, geb. 7. Februar 1911 Wien, ledig, XVI., Römergasse 18. — Erna Glücksmann, gob. 15. Dezember 1910 Wien, verh., IV., Rechte Wienzeile 23. — Rafaelo Schutt, geb. Eichner, geb. 9. Jänner 1896 Privoz, verh., VI., Kasernengasse 11. — Otto Popper, geb. 3. September 1898 Wien, verh., II., Darwingasse 19. — Leopoldine Popper, geb. Kintera, geb. 30. August 1902 Wien, verh., II., Darwingasse 19. — Lilli Morawitz, geb. 3. Februar 1907 Wien, ledig, VII., Zollergasse 18/26. — Anna Hirschler, geb. Türk, geb. 5. August 1890 Baden (N.-Oe.), verh., X., Gudrunstraße 143/17-18. — Adolf Walter Hirschler, geb. 28. März 1928 Wien, ledig, X., Gudrunstraße Nr. 143/17-18. — Editha Winter, geb. 22. April 1899 Wien, ledig, II., Castellezgasse 2/22. - Else Deutsch, geb. Flesch, geb. 30. Juni 1895 Wien, verh., I. Riemergasse 11. — Maria Beer, geb. Kacjan, geb. 1. Oktober 1899 Wien, verw., I., Rauhensteingasse 8/25. — Friedrich Emil Kümmerling, geb. 10. Jänner 1897 Wien, ledig, I. Marc-Aurelstraße 6/10. VERLANGET UEBERALL „DIE NEUE WELT'! Warnung an jüdische Urlauber Das „Oesterreichische Verkehrsbüro" gibt Prospekte der österreichischen Gemeinde Markt Mautern aus, welche die Bezeichnung „Arische Sommerfrische, Winter-Sportplatz" tragen. Jüdische Urlauber und Sportler sollen daher diesen Ort meiden. Es entsteht die Frage, ob es zweckmäßig und notwendig ist, daß die offizielle Stelle für österreichischen Fremdenverkehr, das „Oesterreichische Verkehrsbüro", solche Prospekte tendenziösen Inhalts verteilt. Im vorliegenden Falle wurde der Prospekt einem ausländischem Leser unseres Blattes eingehändigt. Er hat uns den Prospekt mit einer für das „Oesterrcichische Verkehrsbüro" wenig freundlichen Bemerkung übermittelt. Erklärungen Wir werden um Veröffentlichung folgender Erklärungen ersucht: 1. Herr Josef Fränkel erklärt: Den in der „Stimm e" vom 30. März 1934 von Herrn Dr. Tulo Nussenblatt veröffentlichten Artikel „Haus Jakob H e r z 1" hat mein in der „N e u e n Welt" vom 5. April 1934 veröffentlichter Brief veranlaßt. Ich habe mich mittlerweise durch die mir gegebenen Aufklärungen überzeugt, daß meine in dem Brief vertretene Ansicht auf Mißverständnisse zurückzuführen ist, und ziehe daher loyalerweise die gegen Herrn Dr. Nussenblatt erhobenen Vorwürfe zurück. 2. Herr Dr. Tulo Nussenblatt erklärt, daß er sich überzeugt habe, daß Herr Josef Fränkel den Brief in gutem Glauben verfaßt habe, und bestätigt. neuerlich, daß Herr Fränkel die beiden gegenständlichen Briefe als Erster im Haus-, Hof.- und Staatsarchiv gefunden habe. aber nicht Namen J u d e n, häufiger wie M a i c r usw. Die jüdischen Familienjiamer Aus Berlin: Rcichsminister Dr. Frick hat Anweisungen über die Aenderung von Familiennamen und Vornamen herausgegeben und bestimmt: ,, Personen arischer Abstammung, die Namen tragen, die nach allgemeiner Auffassung jüdisch klingen, können diese Namen ändern. Dahin sollen gerechnet werden, die auch von aber von Christen gebraucht worden, Anträgen von Nie h tarier n, ihren Namen zu ändern, soll grundsätzlich nicht stattgegeben werden, damit nicht die nichtarische Abstammung verschleiert wird. Nur anstößige jüdische Namen können in andere jüdische Namen umgeändert werden." Theodor-Herzl-Saal I. 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