Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 8 (1934)
- Issue
- Heft 363 (8.5.1934)
- Date
- 1934-05-08
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2711613-2711952-2711986--4342-2717810- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 4 f)!E NEUE WELT Nr. 363 sehen, wie Stavsky im Mai auf zwei Steinen foigande Inschriften einmeißelte: „Hier liegt Ben Gurion begraben", „Hier liegt der Histadruth-Führer Arlosoroff begraben". Horace Samuel sagte dem Gericht, Keßler sei vor Bwei Jahren des Diebstahls verdächtigt worden, seine Wohnung wurde von der Polizei nach gestohlenem Gut durchsucht. Ferner habe Keßler als Polizist Wcährend des Histadruth-Streiks in Petach Tikwah die revisionistischen Arbeiter beschimpft. Drittens sei Keßler der Arbeiterbank, von der er Geld geliehen bekommen habe, verpflichtet. Viertens besitze er einen Orangenhain. Keßler bestritt dies. Polizeiinspektor Rosenstein sagte noch aus, er habe Rosenblatt im Lager von Kfar Saba verhaftet, aber bei der Haussuchung nichts Verdächtiges gefunden. Das Alibi Slavskys Stavskys A1 i b i b e w e i s war Gegenstand der Erörterungen während der ganzen Nachmittagssitzung vom 3. Mai. Stavsky behauptet, daß er zur Zelt des Mordes, am 16. Juni abends, in Jerusalem war und im dortigen Restaurant „Hascharon" Abendbrot aß. Die Polizisten Simcha Semel und Simon Fuchs, die an dem gleichen Freitagabend im Restaurant „Hascharon" das Abendbrot einnahmen, sagten aus, daß sie in der Zeit zwischen 8 und 9 Uhr abends, da Stavsky im Restaurant gewesen sein will, ihn nicht gesehen haben. Der Eigen tümer des „Hascharon"-Restaurants Jehuda Leib Radamsky sagte aus, er kenne Stavsky, könne aber nicht genau sagen, ob dieser an dem Freitagabend in seinem Restaurant das Abendbrot eingenommen habe, Der berüchtigte Zeuge Chasan In der Sitzung am 3. Mai stellte Horace Samuel den Antrag, daß die Aussagen aller Identifizierungszeugen eliminiert werden, da diesen Zeugen vor der Identifizierung Photos der Verdächtigten gezeigt worden seien. Auch die Spurensucher haben Gelegenheit gehabt, die Verdächtigten zu sehen, bevor sie ihre Schuhe untersuchten und die Spuren prüften. Das Gericht lehnte den Antrag der Verteidigung im Prinzip und im Hinblick auf die „wirklich vorliegenden Tatsaj*flh'' ab. Zu einer weiteren Auseinandersetzung kann es, als Polizeiinspektor Jehuda Tennenbaum vor 3er*;ht Rosenblatts erste Aussage vor der Polizei veYlai. Samuel protestierte gegen diese Verlesung, well „d'ese Aussagen unfreiwillig gegeben wurden". Das Gericht wies Samuels Einwand zurück. In der Nachmittagssitzung wurde Tennenbaums Vernehmung fortgesetzt. Er sagte aus, er habe die Verhältnisse an der Küste ein paar Stunden nach dem Mord geprüft. Am Abend des 16. Juni sei das Sternenlicht nicht stark genug gewesen, um Menschen auch in ku&er Distanz genau zu erkennen, bei Benützung von Blendlicht aber konnte man einen Menschen in der Distanz von einem Meter erkennen. Die Zeugen Oscher Chasan und seine Frau, bei dentn Achi Meir und Stavsky in einem Zimmer in Aftermiete wohnten, sagten aus, daß sie Stavsky am Mor*- tag zwischen 6 und 7 Uhr abends in seinem Zimmer m Tel-Awiw gesehen hätten. Am Freitag, den 16. Juni, nack sechs Uhr abends hätten außer Stavsky und Achi Meir drei weitere Personen in deren Zimmer geweilt. Das nächste Mai habe er Stavsky und Achi Meir am Samstag um 10 Uhr abends gesehen. Sie unterhielten sich vergnügt in ihrem Zimmer, gaben sich die Hand und sprachen über die von der Polizei für die Ermittlung der Arlosoroff-Mörder ausgesetzte Belohnung von 15UU Pfund; dabei sagte Stavsky, die Regierung möge weitere 1000 Pfund dazu legen. Einige Tage danach wurde Achi M ei r verhaftet, aber bald wieder freigelassen. Als er nach Hause zurückkehrte, fragte er Chasan, ob Polizei dagewesen war und was er dieser gesagt habe. Als ihm Chasan erzählte, was er der Polizei sagte, bemerkte Achi Meir, es sei nicht gut, daß er das der Polizei gesagt habe. Einige Tage später fand Chasans Frau in dem Zimmer der Angeklagten einen Zettel in Achi Meirs Handschrift, der lautete: „Ich handelte richtig im Mordfall. Weinschall war dagegen." Chasan zeigte den Zettel dem Histadruth-Führer Dov Hoz, der ihm riet, der Polizei hierüber zu berichten. Auf die Frage Samuels, warum er zu erst zu Dov Hoz ging, erwiderte Chasan, er erinnere sich nicht, wer ihm riet, zu Hoz zu gehen, er kannte auch nicht Hoz' Verbindung mit dem Histadruth. Auf die Frage Samuels, ob er auf die ausgesetzte Belohnung spekulierte, erwiderte Chasan: „Jeder Jude wünscht Belohnung." Chansan gab noch zu, daß er 1926. zu einem Monat Gefängnis verurteilt worden war. Bisher haben 32 Zeugen der Anklage ausgesagt, man erwartet, daß die Vernehmung der Anklage-Zeugen nächste Woche enden wird. Komitee für Verteidigung der Angeklagten Aus New York: In New York hat sich ein unparteiisches Komitee für die Verteidigung der Angeklagten im Arlosoroff-Mordprozeß gebildet, das sich zum Ziele setzte, 4500 Dollar zu den Kosten der. Verteidigung beizutragen. Vorsitzender des Komitees ist Doktor Abraham Cora 1 nik, Vizevorsitzender Jacob de Haas, Schatzmeister Prof. Tschernowitz. Vom Kulturbund deutsdier Juden Ueber die Tätigkeit des Berliner . Jüdischen Kulturbundes, der infolge der Ausschaltung der Juden aus dem künstlerischen Leben gebildet wurde, erstattete dessen Verwaltungsdirektor Dr. Werner Lewie vor Vertretern der jüdischen Presse folgenden Bericht: In der Zeit vom 1. Oktober 1933 bis 30. April 1934 haben im Berliner Kulturbund-Theaterl23 Vorstellungen, und zwar 71 Schauspielaufführungen und 5 2 Opernabende, stattgefunden. Ferner hat der Kulturbund 8 3 Konzerte veranstaltet, davon 43 Orchesterkonzerte, 24 Kammermusikabend.e, 8 Chorkonzerte und 8 Liederabende. Ferner haben 90 Vortragsabende, 3 Kinderveranstaltungen und 2 Wohltätigkeitsabende stattgefunden. Zu verschiedenen festlichen Gelegenheiten fanden 12 Sonderveranstal- Eine Pflngstreise nach Polen ohne Visum. Am 17. Mai findet unter bewährter Führung eine Pflngstreise nach Krakau, Lemberg, Stanislau usw. statt. Reservierte Plätze, bequeme Wagen. Mäßige Preise. Die günstigste Gelegenheit, Pfingsten in Polen zu verbringen! Nähere Auskünfte Dr. S. Tocker, I., Kärntnerring 12, Telephon IMO-301, und Austrobus, I., Ring des 12. November 12, Telephon U-24-0-10. besondenrfS $&&W*W#*?V*^^ MM^ttWgg»lM^tt»^yM»M. reiswert?f^^^ö^W?55^^w?^^ -üPp & *A**l&V*!^XWa * ,9» «V tfo1!£SOT255f* gr0 *p&° *^e»* «• JVV öt« ,8611 •«ott^lt^l*** <V^!> i*** v* # •15 \ <t$£ ^*r*°9t .15 **ei*e det* tAU*e Sei«16" c**"f 85 cttl;*e\*^ ^^S. ^'» <;60 1.1* «iD***? ä^n^G**!6 S*'l£\\e> *• ^.G"ß°^0 «*» ' rt&^W*19'^**** ^tt^l^tS^l A.90 0 -.90 *Öt Tir Fi*r o^S^i^f V^t^SäB..2L^0 Siran« ,49« GtÖ*V 4» L98 G^Sfttoet1 L0.«^;*>eii . *; ^SSSS^SS^Ä *w <&s$^>tZ2& * ■ x&*%'^tc&$r - '<±i&< »tfSSS*^ or»n I * v f tot« tte O^aen B&1)8 Herren GT . . * Itt« V^oe^ , . s?% $0 8 V* 9 v> •9> ^g^fer^ *«*io\*B ^* - gro «ir*- ***3SSSter grg.$£>yQ> VßäSS»*"'****!. ** ÖfW* 0HOt&22& •tfftt*4%V *«^?!5^^SS?^° ^tfi&ifc*®^"** ^SÄsft.-^".--' .» * k ^€^^-A\so ^S^i»<»\lo ^$*s5K^ss«$»a. %g&gg*&& *ä _ . ''S^1. « wmuesvL BCf *<i mmB$£s \V "msr *i#g2 LedLer*- OPANKEN w&öm> - brauen, weAÄ6-<M>C Jte&t6:e6tä*xte t un gen des Kulturbund-Theaters statt. Die Zahl der Tournee-Abende in der P r o v i n z betrug 19 (18 Theaterr aufführungen und ein Orchesterkonzert). Durchschnittlich 220 jüdische Künstler, Beamte und Arbeiter finden dauernd beim Kulturbund Arbeit und Brot. Veränderungen in der Beamtenschaft Aus Jerusalem: Die Meldung der J. T.-A., daß der bisherige stellvertretende Chefsekretär der Palästina- Regierung E. Mills an Stelle A. Hyamsons die Leitung des Einwanderungsamtes der Palästina- Regierung übernehmen soll, wird offiziell bestätigt. Die Uebergabe des Amtes an Mills erfolgt am 28. Mai. Weiteren Informationen der J. T.-A. zufolge soll Ende Mai der bisherige Distriktskommissär in Nazareth Edwin Samuel, der Sohn des ersten High Commissioner für Palästina Sir Herbert Samuel, von seinem Posten abberufen und dem neuen Einwanderungskommissär zugeteilt werden: * . Die Palästina-Regierung hat beschlossen, ihren Chefspkretär John H a t h o r n Hall mit der Vertretung ihrer Interessen auf der nächsten Tagung der Mandatskommission des Völkerbundes, die im Laufe des Sommers in Genf stattfinden wird, zu betrauen. Hall wird in seiner Mission von dem zweiten Regierungssekretär M. Nurok, einem Juden, unterstützt werden. Völlig blutreiner Adel Aus Berlin: Der deutsche Adelsmarschall Fürst zu Bentheim-Tecklenburg erließ einen Aufruf „an den reinblütigen deutschen Adel"*, in dem er die Mitglieder der Deutschen Adelsgenossenschaft auffordert, sofort mit der Aufstellung der Ahnentafel zu beginnen. Jeder nichtarische Bluteinschlag auch in frühesten Generationen hat Verlustder Mitgliedschaft im Gefolge. Der Aufruf schließt: „Die den Staat tragende Bewegung verlangt von ihren Mitgliedern unbedingte Blutsreinheit ohne Beschränkung auf eine bestimmte Ahnenreihe. Da erachte ich einen Adel für sinnlos, der nicht gewillt ist, sich von jüdischem Blut zu befreien." Ueberau knitterfeste Krawatte Marke „Phoenix" aus Tootals patent. Stoffen S 5.90. Jüdischer Sport Hakoah bleibt erstklassig. — Gegen Sportklub 2:2 (2:1)] Durch den Gewinn dieses einen Punktes' ist die, Erstklassigkeit der Hakoah nun endgültig gesichert. Das erzielte Unentschieden war mehr als verdient. Die Hakoah-Verteidigung, insbesondere der Tormann Löwy, waren wieder in guter Form, in der Half reihe waa Breitfeld der Beste, aber auch Stroß und PJatschelc waren, gut. — Dte gute Sportklub-Mannschaft stellW einen ernsten Gegner dar und besonders die Verteidigung mit dem alten Internationalen Franzi machte es de?. Hakoah nicht leicht. Die erste Hälfte brachte einen gleichwertigen Kampf. In der zweiten Hälfte war Hakoalt überlegen, aber vorerst kommt noch einmal Sportklub durch Gallasch in Führung. In der 20. Minute gleicht! wieder Zwiebel aus. Trotz beiderseitiger heftiger Aür strengungen bleibt es bei 2 : 2. Ehrlich 2 und Stroß werdet verletzt, können aber zu Ende spielen. — Rapld-Plätp. 14.000 Zuschauer. Hakoah: Löwy; Donnenfeld, Wejü;i Breitfeld, Stroß, Platschek; Ehrlieh 1, Zwiebel, Ehrlich \ Mausner, Reich. Hakoah — Hockeymeister. Die Hockeymeister* schaft ist bereits entschieden. Hakoah ist Meister. Daran ändert auch nichts die 2 :1-NIederlage, die Hakoah durch. Schwarz-Rot erlitt. Die Hakoahner nahmen das -Spiel Von der leichten Seite und mußten daher eine Niederlage Inden Kauf nehmen. Wasserball: Ewask gegen Hakoah 9:2. Schwach« Leistung einer schwachen Hakoah-Mannschaf t. Die beiden Tore warfen Beck und Wago. Eröffnung der Kursaison im Bad Lubacovi'ce Am 15. April wurde im Bad Luhaöovice die Kursaison eröffnet. Die ständig schöne Witterung lockte bereits die ersten Kurgäste an, die schon seit einigajt Tagen in größerer Anzahl zum Besuche der berühmten Kuranstalten eingetroffen sind. Unter den ersten Kür- ' gästen befand sich der Abgeordnete Min. a. D. Mlccich mit Familie, Herr General Vlach u. a. Bad Luhaöovice erwartet heuer wiederum einen bedeutenden Besuch vqn, Gästen, da bereits unzählige Anfragen und Beste!« lungen vorliegen. Durch hohen Heilwert und modernst eingerichtete Kuranstalten ist Bad. Luhaöovice erstrangig und kann allen Anforderungen, selbst den anspruchvollsten, in jeder Hinsicht voll entsprechen. Mg&atiimrt Xerieger« Hexausgebgs und &HA&ortUäie8 Redja&ejjx: Oberbaurat Robert Stricker, IX,! umwrsitatiftraflfl— Druck; ftr^fikfteimA iVerteg>A^Q/ jgu« Steiwaann, beide