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Die neue Welt · 1934-05-01 · Heft 361 (1.5.1934) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 361 (1.5.1934)
Date
1934-05-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 361 tungsmaschinen), Anton van Waldheim (Heilmittel und Seifen), A. Winkler, Schwechat (Krane und Transportanlagen), M. Zuckerman (Maschinen). Palästinas Import aus Oesterreich ist neuerdings von 92.179 Pf. St. in 1931 auf 94.123 in 1932 und schließlich in steilem Winkel auf 186.820 in 1933 gestiegen, ein Aufschwung, der sich aller täglichen Erfahrung nach auch gegenwärtig fortsetzt. Der stattliche Aufmarsch österreichischer Qualitätserzeugnisse auf der derzeitigen Tel- Awiwer Messe (die bis zum 26. Mai währt) wird zweifellos wirksam dazu beitragen, Oesterreichs Absatzfeld in der Levante aufs neue erheblich zu erweitern. Der judische Wahlkampf in Jerusalem Der Kampf um die Wahlen zum Jerusalemer Stadtrat ist jetzt in vollem Gange. In der jüdischen Öffentlichkeit macht sich eine starke Unzufriedenheit mit der Führung der Wahlvorbereitungen seitens des „Waad Hakehilla" (Jüdischer Gemeinderat) geltend, weil Tausende Juden gar nicht darüber aufgeklärt wurden, daß erst eine Eintragung in die Listen eine Teilnahme an den Wahlen überhaupt möglich macht. Unter dem Eindruck dieser allgemeinen Unzufriedenheit hat sich M. M. Ussischkin entschlossen, die Leitung der jüdischen Wählkampagne zu übernehmen. Nach dem Zensus von 1931 lebten in Jerusalem unter einer Bevölkerung von weniger als 100.000 Seelen rund 51,000 Juden, davon etwa 34.000 palästinensische Bürger. Heute zählt man etwa 60.000 jüdische Seelen in Jerusalem. Nach dem Anfang 1930 zum Protest gegen die einseitige, arabische Politik des Bürgermeisters Nashashibi erfolgten Ausscheiden der jüdischen Vertreter aus dem Stadtrat, wo sie unbeschadet der jüdischen Bevölkerungsmehrheit nur eine Minderheit bildeten, ist die jüdische Einwohnerschaft Jerusalems ohne Vertretung in der Stadtverwaltung. Die letzten Wahlen zum Stadtrat fanden 1927 statt. TehAwiwFeier am 1* Mai ' Aus Jerusalem: Die Feier des 25jährigen Bestehens der jüdischen Stadt Tel-Awiw beginnt am 1. Mai und wird sich zu einem Volksfest von riesigen Dimensionen entwickeln. Die Festlichkeiten beginnen im Tel-Awiwer Amphitheater mit einer Akademie und nachfolgenden Tanzvorführungen. Am Abend des 1. Mai findet ein Riesenfackelzug statt. Die folgenden Tage werden von Kinderfestlichkeiten und Sportspielen ausgefüllt sein. Viele tausende Arbeiter aus den Kolonien werden am 1. Mai zur Feier nach Tel-Awiw stönnen. Im Rahmen der Feier findet eine Tagung der Vertreter derjüdischen Gemeinden in der ganzen Welt statt. Konzert Juliusz Wolfsohn Das diesjährige Konzert Prof. Wolfsohns stand schon insofern unter einem guten Stern, als der musikalische Rahmen durch das Wiener Konzertorchester verstärkt wurde. Dr. Ernst Bachrich erwies sich sowohl bef» Tschaikowsky als auch bei, Chopin und Wolfsohn als Dirigent von Format; Hingabe und subtilstes Verständnis für das Metaphysische in der Musik sind ihm eigen. Von Juliusz W o 1 f s o h n, dem anerkannten Interpreten Chopins und Neugestalter alten jüdischen Musikgutes, ist diesmal nur zu sägen, daß seine Vitalität so stark ist wie je zuvor und daß er mitzureißen vermag wie wenige. Je öfter man seine He bräi sehe Suite hört, desto vertrauter wird einem die ostjüdische Substanz dieses Werkes, desto tiefer das Verständnis für die .Umformung und pianistisch-orchestrale Gestaltung. Wolfsohn wurde bejubelt. — Frau Cäcilia König, eine Koloratursängerin voller Kultur und Geschmack, fand viel Beifall beim vollen Musikvereinssaal. or. Johann Kremenetzky — Ehrenbürger von Tel-Awiw Der Stadtrat von Tel-Awiw hat beschlossen, den bekannten Industrieführer Johann Kremenetzky, in Würdigung seiner großen Verdienste um die zionistische Bewegung, anläßlich seines 85. Geburtstages zum Ehrenbürger zu ernennen. — Johann Kremenetzky ist auch Ehrenbürger der Stadt Wien. Er ist einer der ersten Mitarbeiter Theodor Herzls und war längere Zeit Präsident des Jüdischen Nationalfonds. Dr. Emanuel Lasker in Wien Schach auf der Makkabiah 1935 Dr. Emanuel Lasker, der größte lebende Schachmeister, der 25 Jahre die Weltmeisterschaft im Schach innehatte, weilt zur Zeit in Wien. Auf Einladung der „Wien er Schachzeitung" (Herausgeber A. Lev/it) gab Lasker Sonntag, den 29. April, eine SimultanvorStellung, bei der er 20 Siege, 5 Verluste und 5 Remis erzielte. Dienstag, den 1. Mai, um 6 Uhr, spielt Lasker im Klubheim der Hakoah (von dieser eingeladen) mit H. Wolf eine Beratungspartie gegen die Hakoah-Spieler Lichtenstein, Glaß, Beutum, Rubinstein, Hauser und Weinstock. Für diese Veranstaltung (I., Wieslngerstraße 11) gibt sich regstes Interesse kund. Donnerstag, den Mai, hält Dr. Lasker ebenfalls im Klubheira der Hakoah um halb 9 Uhr abends einen Vortrag über das jü d i sche Volk und seine Geschichte, worin er seiner nationalen Stellung zur Judenfrage Ausdruck gibt. * Kürzlich fand die Generalversammlung' des Makkabi-Weltve rban de s, Kreis Oesterreich, statt. A. Lewit, der Leiter der Schach-Sektion Hakoah, stellte den Antrag, im Rahmen des Makkabi-WeltverÜandes auch eine Kultur Sektion zu gründen, in die Schach eingegliedert werden soll. Dieser Antrag wird Freitag, den 11. Mai, bei der fortgesetzten Tagung zum Beschluß erhoben werden. Dadurch wird es ermöglicht, daß auf der Makkabiah 1935 in Tel Awiw auch Schachveranstaltungen großen Stils werden durchgeführt werden können- Bund Jüdischer Frontsoldaten Oesterreich: Die Gruppe II übersiedelt am 1. Mai 1934 von II., Untere Augartenstraße 26, nach II., Praterstr.aße 66 (Eingang im Hofe). Am 8. Mai a. c, präzise 20 Uhr, feierliche Eröffnung des neuen Heimes. Jüdischer Hochschulausschuß, IX., Alserstraße 26. Donnerstag, den 3. Mai, findet im Zentralheim „Judäa" eine Vorlesung des Studentendramas „Die Helden von.Babylon" durch den Autor des Werkes Dr. Rosenrauch statt. Beginn 8 Uhr abends. Für jüdische Sfellensudiende Eine Firma in Holland sucht: . 1. Zwei erstklassige Wiener Schneidergehilfen mit besten Referenzen, 2. eine Zuschneiderin und Näherin für feinste Herrenwäsche, die auch andere Arbeitskräfte anlernen kann, 3. eine Hemden- und Weißwarennäherin. Auskünfte täglich zwischen 9 und 1 Uhr in der Fürsorge-Zentrale, I., Seitenstettengasse 2, Registratur. Jüdischer $por£ Hakoah unterliegt gegen Rapid 2:5. Nach lebhaftem, sehr interessantem Kampf wurde Hakoah von der wieder in Form befindlichen Rapid-Mannschaft geschlagen. Bei Rapid war auf allen Linien eine Formverbesserung zu konstatieren, während bei Hakoah der sonst so sichere Tormann L ö w y versagte. Zwei Tore wären zu verhindern gewesen. Von den Verteidigern war Donnenfeld der bessere, in der Halfreihe hielt S t r o ß nicht die ganze Spielzeit durch, die Seitenläufer befanden, sich in guter Verfassung. Auch der Angriff spielte gut, versagte aber immer vor dem Rapid-Tor. Beim Stand 4:0 für Ranid schießt Ehrlich 2 noch vor der Pause den ersten * Hakoah-Treffer. Den zweiten Treffer bringt Reich zustande. Hakoah ist durch diese Niederlage etwas zurückgefallen, befindet sich theoretisch in Abstiegsgefahr, doch dürfte „Donau" das Los des Abstieges zufallen. Vor 18.000 Zuschauern stellte Hakoah folgende Mannschaft: Löwy; Donnenfeld, Feldmann; Breitfeld, Stroß, Platschek; Ehrlich 1, Zwiebel. Ehrlich 2, Mausner, Reich. Dienstag, den 1. Mai, findet im Stadion eine Monsterveranstaltung statt. Es werden drei Meisterschaftsspiele durchgeführt. Zuerst, um ^14 Uhr, tritt Hakoah gegen Austria an. Zweifellos besitzt Austria die höhere Spielkultur, doch weist die jüdische Mannschaft den größeren Kampfgeist auf. Austria dürfte einen knappen Sieg davontragen. Außerdem spielen Rapid gegen Donau, Admira gegen Vienna. Hockeymeisterschaft. Hakoah befand sich wieder in guter Form und siegte gegen W. H. Cl. sicher mit 4:1 Toren. Ein bewährtes Schönheitsmittel! Das seit Jahrtausenden bekannte und wirksamste Mittel zur Verschönerung jeder Frau ist die zu Figur, Haarfarbe und Wesen der einzelnen passende Kleidung — der individuelle Rahmen zu dem Bilde der Persönlichkeit. „Kleider machen Leute". Insbesondere im schönen Monat Mai kann jede Frau sehr leicht durch wettergemäße Kleidung besonders schön wirken. Die leichten, duftigen, farbenfrohen Imprime- Sommerkleider, die so kleidsamen Seiden- und Leinen- Paletots, Shetland-Kostüme und was sonst die Mode 1934 Schönes bringt, wirken bezaubernd. Kommen Sie, meine sehr verehrten Damen, demnächst zu Schiffmann in die Taborstraße . . .! Bewundern Sie dort die neuesten Modeschöpfungen in glatten und Imprimestoffen, die entzückenden Sommerkleider, Paletots, Hüte und Schuhe! ... Sie werden zweifellos von Qualität und Preis des Gebotenen restlos begeistert sein. Alle, die rechnen wollen oder müssen, alle, die gerne für wenig Geld elegant und modern gekleidet sein wollen, kommen zu Schiffmann, II., Taborstraße 48. Postversand per Nachnahme. Eine Pfingstreise nach Polen ohne Visum. Am 17. Mai findet unter bewährter Führung eine Pfingstreise nach Krakau, Lemberg, Stanislau usw. statt. Reservierte Plätze, bequeme Wagen. Mäßige Preise. Die günstigste Gelegenheit, Pfingsten in Polen zu verbringen! Nähere Auskünfte Dr. S.Tocker, I., Kärntnerring 12, Tel. U-40-301, und Austrobus, I., Ring des 12. November 12, Telephon U-24-0-10. Zuerat: Palästina-Reiseboratung, dann Palästinareisen (veranstaltet für ihre Mitglieder) „PAG", Kreditkasse und Wirtschaftsvereinigung für den Warenaustausch mit Palästina, reg. Gen. m. b. H., Wien, I., Capistrangasse 2 (bei Mariahilferstraße 31) Sprechstunden: Montag bis Freitag, nur von 9 bis 12 Uhr. Eigentümer Verleger. Herausgeber und »erantworUicber. Redakteur: Oberbaurat Robert Stricker. Druck: Druckerei- und Verlags-A-G, Ignaz Steinmann, beide Wien, «w»vmv<***y*i o m jjniversitatsstraße u—#»

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