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Die neue Welt · 1934-04-24 · Heft 359 (24.4.1934) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 359 (24.4.1934)
Date
1934-04-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
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ff Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 359, 's rung der Exekutive gekommen ist, und erwartet, daß die Exekutive die tatsächliche Neutralisierung der „Histadruth Haowdim" (die sozialdemokratische Klassenkampforganisation in Palästina) sowie die nationale Arbitrage bei Arbeitskonflikten durchsetzen und eine Revision der Geschäftsordnung des Kongresses und des Schekelwahlrechtes vorbereiten werde. In einem zweiten Resolutionsantrag verlangte Dr. Grünbaum, daß die Landeskonferenz einen Protest erhebe gegen die Haltung der Exekutive und der Vertreter der „Histadruth" bei der Beantwortung der Interpellation in Angelegenheit des Wiener Palästina-Amtes. (Anm. der Red.: Bezieht sich auf die auch von uns gemeldete seinerzeitige Verfügung der Exekutive in Palästina, dem österreichischen Palästina-Amt so lange keine Zertifikate zuzuteilen, als nicht Vertreter der Poale Zion im Palästina-Amt sitzen.) Zur Frage der Landespolitik übergehend, erklärte Dr. Grünbaum, daß der Beschluß des Delegiertentages vom 8. Februar 1931, mit welchem die Landespolitik abgelehnt wurde, heute nicht mehr aufrechterhalten werden könne. Mit Rücksicht auf den gelegentlich der Kultusgemeindewahlen abgeschlossenen Pakt mit Oberbaurat Stricker, wonach die Laridespolitik von der Jüdischen Volkspartei gemeinsam mit allen zionistischen Gruppen zu führen sei, könne jedoch die Landeskonferenz nicht jetzt wieder die Eingliederung der Landespolitik in den Aufgabenkreis des Landesverbandes der „Allgemeinen" Zionisten beschließen. Er verlangte daher in einem dritten Resolutionsantrag eine Pauschalermächtigung, den Beschluß des Delegiertentages vom 8. Februar 1931 ganz oder teilweise außer Kraft zu setzen. Den Ausführungen Dr. Grünbaums trat der Vertreter der „radikalen" Zionisten Dr. Plaschkes entgegen. Dr. Plaschkes verlangte den ausdrücklichen Beschluß, daß die Zionistische Exekutive tatkräftigst zu unterstützen sei. Er erklärte die Angriffe Dr. Grünbaums auf die Mitglieder der „Histadruth" für unbegründet. Die von der Mehrzahl des Kongresses gewählte Exekutive ist die Exekutive der ganzen Organisation. Zur Frage der Landespolitik brachte Doktor Plaschkes einen Resolutionsantrag ein, wonach der Beschluß vom 8. Februar über die Galuthpolitik abgeändert werde. „Das, was heute Galuthpolitik ist", schloß Doktor Plaschkes, „muß unter der Kontrolle der Organisation der Allgemeinen Zionisten vom Präsidenten der jüdischen Gemeinde gemacht werden. Nur er ist berechtigt, diese Politik zu führen.'4 Außerordentlich scharf wandte sich der Vertreter der Exekutive, Professor Selig Brodetsky (London), gegen die Ausführungen Dr. Oskar Grünbaums und bezeichnete die in der „Stimm e" (Organ der Allgemeinen Zionisten) veröffentlichten Artikel gegen die Exekutive als schreiende Ungerechtigkeit gegen die Vertreter der Arbeiterschaft. „Die Straßen und Häuser Palästinas", rief Professor Bodetsky, „die Städte und, die Dörfer sind mit dem Schweiße und dem Blute der jüdischen Arbeiter erbaut worden! Das jüdische Palästina ist durch Blutopfer der jüdischen Arbeiterschaft in allen Gefahren geschützt worden. Es ist lächerlich, zu behaupten, die Exekutive sei bloß eine Exekutive der Linken. Aber die Exekutive wird darauf sehen, daß gegen die Rechte der Arbeiterschaft nicht verstoßen wird." Nach der Rede Brodetskys erklärte Dr. Grünbaum, ohne erst einen Antrag zur Abstimmung zu bringen: „Ich vertage die Konferenz auf Mittwoch der nächsten Woche." Unter Protestrufen und Lärm ging die Versammlung auseinander. * Wir bringen diesen Bericht, ohne ihn zur Grundlage einer Stellungnahme zu machen. Es scheint uns angebracht, die endgültigen Beschlüsse der vertagten Konferenz abzuwarten. Dies um so mehr, als uns die Mitteilungen von „Gewährsmännern" der J. T. Ä. nicht frei von Einseitigkeit scheinen. Judenhefye vor Bot§chaften und Gesandten Aus Berlin wird berichtet: Bei einem Empfang im Reichsministerium für Volksaufklärung, zu welchem die Botschafter von Großbritannien, Italien und der Sowjetrepubliken sowie die Gesandten und Geschäftsträger von Bolivien, Rumänien, der Tschechoslowakei, Argentinien, der Schweiz, Oesterreichs, Griechenlands, Irlands, Polens, Columbiens, Estlands, Panamas, der Türkei, Uruguays, Afghanistans, Venezuelas, Cubas, Norwegens, Jugoslawiens, Nicaraguas, Litauens und Lettlands erschienen waren, hielt Reichsminister Stabschef Ernst Röhm eine große Rede über „Die nationalsozialistische Revolution", Er führte aus: Für Uebelmeinende sind die Konzentrationslager, ist die Ausrottung zersetzenden Schrifttums und undeutschen Kunstschaffens, ist die Rückführung der Juden auf den ihrem Bevölkerungsanteil entsprechenden Stand in den akademischen Berufen, ist die Säuberung der deutschen Presse von gehässigen Gegnern des Nationalsozialismus schlechthin ein Verbrechen. Alle diese Dinge sind vorgekommen! Ein paar tausend jüdische Intellektuelle samt ihren Familien haben ihre Existenz verloren. Ein paar zehntausend minderwertigen Subjekten, die ihr schlechtes Gewissen nicht schlafen ließ, - . . _ ° m^l. €>; wJL^^m^üi:' _ itfßkXTi ZT'JM§ ¥,VlS& 'STW r. . _m nin n rdf f' finf / m m fammlrr AJ) ^qUf—TT Jfk rm ^m^^0Mmy^jKrk r&&r<#af ■ -Jr rm -~m6PxaBi^Hmä *vw "i "-r-ÄB _ _ ____^ ^__. __ ■s^ftltsf*.- ____s *5o ■^Tr^u Wf ^^r^'^^VT^-'■'■'■'•'■Vz Flw'L Ä«^^ ' . ■.......11 f l\\ 4 Süß » - i-r:•• »ss IMfll Handgewebtes f*1 f ™ode5chaHu^ 8" Z^'^A^s.....„s 490 3* S^5*\l^<vlE «S^-fSs-S* -1 J&^m ^mmc\ 19 Wollstoffe: Reinseiden-Toledo s £ hHHH ttU1) 9 W ...sS* *lss553S*" st" Wk/1 ,Jk ää?;:,: ...r 5S&»ss.-> V* m «SSsäaBH*; 5fes£tRr.t» V Ijt^iwtf ■/£ :I »«»»•".Ssö^r .1 »v;,, Wn* »'-^2rf'&^m. Wl,m;: K-S-Marocaine-Kieiaer y lus K-S.-Fiamisoi . .«a mg ' U :. *m (WoUeinltK.-Seide) . . -S c^cke K.-S.-Mongol- WB /" + ' im K-S -Georgette-Kleid Kleider «. reich. WU U •M reizende Blumen^ms . S See-Garnitur . . . >S ™ W 'l/* •<M Moflgpl-^ÖSjte s 14 Schotteiwad^SSS* «Iwy Pk» + .'.<3| mit feschem Mascnenp ^& und jaCKe) « s 8$ //» S-Wk ^^^^^G^sV^ MnÄäWaÄ^oUig- _ _ ,•1 ^v^i r 1 zarte Blumenmuster ... Orifr en^Ä^ne W">^»3^0S^ 21'- . , ^Srt»sS£3S3su»»4 v^Ä95>3v; >| s mi ma»*w^ter«griM- 4X^m^^>^>7€ -* *dÄ'e&ssendsJ4_ sM^^ , ff m B^M^j^^Jjr^J^^^^A fk* * « cnanraartig, in ^gm^mmgWTUTIII^i fSmM^L ** f wh in« in h MPHitmiHwn. \y <t * im/ _ _ y&wfo*»J^ \ * .^^^^^BI^Bi__HBP^HM UV" ^HT H ~" ' *aa Postversand per Nachnahme ist der Boden des neuen Deutschland zu heiß geworden. Ein paar Dutzend Terroristen, deren sich der junge Staat versichert hatte, sind auf der Flucht aus den Konzentrationslagern erschossen worden. Aber was besagt das? Das sind bei Revolutionen reine Selbstverständlichkeiten! Im Gegenteil, es ist erstaunlich, mit welcher Milde die nationalsozialistische Revolution in Deutschland mit ihren Feinden und Hassern umgegangen ist. * Die Mehrzahl der Regierungen und Parlamente der obengenannten Staaten hat feierlich gegen das unmenschliche Wüten der Hitler-Regierung protestiert. Wie aber aus der Meldung zu ersehen ist, hat das die Herren Botschafter nicht gehindert, den Ausfällen des Radauantisemiten Röhm durch zahlreiches Erscheinen in Uniform und mit Orden diplomatisches Gepräge zu verleihen. Für die Erhaltung dieser den Hakenkreuzlern so gefälligen Herren Botschafter und Gesandten müssen die Juden der genannten Länder Steuer zahlen. Konzert Juliusz Wolfsohn Wegen Erkrankung des Dirigenten, Dr. Ernst Bachrich mußte das Klavierkonzert Prof. Jul. Wolfsohns verschoben werden und findet nunmehr Donnerstag, den 26. April, im Großen Musikvereinssal statt. Gelöste Karten behalten ihre Gültigkeit. Jüdischer Hochschulausschuß. Nächste Woche gelangt im Rahmen des Jüdischen Hochschulausschusses, IX., Alserstraße 26, das Bühnenstück „Helden von B a b y 1 o n", ein dramatischer Kulturspiegel der Gegenwart in drei Akten, von Dr. S. Rosenrauch, durch den Autor selbst zur Vorlesung. Im Laufe des Sommers wird „Helden von Babylon'1 in Wien zur Aufführung gelangen. Jüdischer Sport Jüdischer Hochschulausschuß. Herr Dr. S. Rosen-« rauch liest Mittwoch, den 25. d., um 20 Uhr in der „Judäa", IX., Alserstraße 26, sein Drama „Helden von Babylon." — Kolleginnen und Kollegen, die bei einer dramatischen Aufführung eines Stückes von Theodor Herzl mitwirken wollen, mögen sich ehestens im Jüdischen Hochschulausschuß, IX., Alserstraße 26, in der Zeit von 13 bis 17 Uhr anmelden. Anmeldeschluß 25, April 1934. Hakoah gegen F. O. Wien 2 :2. Durch den Gewinn dieses einen Punktes haben sich die Abstiegssorgen der Hakoah sehr verringert. In den ersten 20 Minuten sah die Sache nicht gerade rosig aus. F. C. Wien, der Rapidbezwinger, spielte in dieser Zeit in großartiger, Form und erreichte durch Eckenhof er zwei Prachttref f er. Allmählich erstarkten die Reihen der Hakoahi und F. C. Wien entging mit knapper Mühe einer Niederlage. Hakoah bot, mit Ausnahme der ersten Minuten, ein gutes Spiel. Die beiden Treffer der Hakoah erzielte Zwiebel, der mit Ehrlich 1 den gefährlicheren Flügel und den Träger aller Hakoah-Angriffe bildete. Die anderen Stürmer fielen ab. Halfreihe und Verteidigung in alter, sicherer Form. 8000 Zuschauer. Schiedsrichter Frankenstein. Hakoah-Mannschaft: Löwy; Donnenfeld, Feldmann; Breitfeld, Stroß, Platschek; Ehrlich 1, Zwiebel, Mausner, Ehrlich 2, Reich. Wasserball: Hakoah siegt gegen Rcichsbund 4 13, Je 2 Tore warfen Beck und Mayer. Handball: Hakoah unterliegt gegen Heer 5 :7. Grazer Fußball: Hakoah siegt nach guten Leistungen gegen Südbahn 3:1, Nach Gzernowitz und den polnischen Zwischenstationen verkehrt am 17, Mai ein verbilligter Sonderzug 2. und 3. Klasse. Vierzehntägiger Aufenthalt am Reiseziel* Auskünfte beim Reisedienst der „Czernowitzer Allgemeinen Zeitung", I., Schulerstraße 1—3 (Stadtbüro „Der. Wiener Tag"), Tel. R-21-6-78. BJ BfgqntUmer, Verleger, Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Oberbaurat Robert Stricker. — Druck: Druckerei- und Verlüvgs-A.-G. Ignaz Steinmann, beide Wttfc JXft Untverrtt&tBstraßo 6—4, i * m

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