Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 8 (1934)
- Issue
- Heft 352 (27.3.1934)
- Date
- 1934-03-27
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 DIE JVEUB WEL1 Nr. 352 Ein phüharmom'§die§ Ordie§ter in TehAwiw Von BronisJav Huber man. Der berühmte jüdische Violinvirtuose Bronislaw Huberman wurde während seiner jüngsten Konzerttournee in Palästina stürmisch gefeiert, insbesondere, nachdem er seiner nationalen Einstellung öffentlich Ausdruck gegeben hatte. Als Solisten beschäftigte ihn die Idee zur Gründung eines ständigen symphonischen Orchesters in Tel-Awiw und er legte bereits durch Schaffung eines Komitees die ersten Grundlagen hiezu. Im nachstehenden bespricht Huberman die Möglichkeiten der Entwicklung eines musikalisch-künstlerischen Lebens in Palästina. m Um eine feste geistige und moralische Stütze für ein Philharmonisches Orchester in Palästina zu schaffen, muß die Leitung die bedeutendsten musikalischen Persönlichkeiten aus allen Teilen des Landes an einem Punkt konzentrieren. Die Mitglieder der Jerusalemer Musik- Gesellschaft und das Musikkomitee in Haifa werden zu dieser Institution herangezogen werden müssen. Die ideale Lösung verlangt das Heranziehen eines ständigen Hauptdirigenten für ein ganzes Jahr. ' Vorläufig allerdings läßt sich das nicht verwirklichen, solange der Dirigent nicht wird gewisse materielle Opfer bringen wollen. Deswegen sehe ich den einzigen Ausweg darin, daß zwei oder drei berühmte jüdische Dirigenten engagiert werden, was nicht im Widerspruch zu den höchsten musikalischen Anforderungen steht. Ich kann mir vorstellen, daß einige der jüdischen Musikgrößen zwei bis drei Monate jährlich dem Aufbau eines musikalischen Lebens in Palästina werden widmen können — bei einem teilweisen Verzicht auf eine finanzielle Kompensation, die ihrem Rang entspricht. Diese Lösung enthält auch einen Vorteil darin, daß neue Persönlichkeiten das Interesse des Publikums immer wieder wachzurufen imstande sind. Der Hauptkandidat ist Joschuah Dobroden, dann kommen Steinberg, Gawrilowitsch, Oskar Fried, Georg Szell, Pierre Monteaux in Betracht. Ich würde die Veranstaltung von vier außerordentlichen Abonnement konzerten jährlich (in jeder der drei Städte Haifa, Tel-Awiw, Jerusalem) vorschlagen, bei denen Aufführungen von Werken mit Chor stattzufinden haben. Diese Konzerte könnten in den Zyklus der gewöhnlichen Symphoniekonzerte eingegliedert werden. Eine bedeutende Vergrößerung der Einnahmsquellen könnte dadurch erzielt werden, daß man das Orchester an den Konzerten bedeutender Solisten teilnehmen ließe. Allerdings gibt es mit Rücksicht auf das Steuersystem, das jetzt in Tel-Awiw eingeführt ist, keine Möglichkeit, diese Idee zu verwirklichen. Laut meiner Meinung ist es ausgeschlossen, daß ein Solist, und wäre er der berühmteste, einwilligen würde, die Spesen des Orchesters auf sich zu nehmen, als weiteren Ballast zu der Steuerlast, die auf ihm liegt. Es wäre sehr wichtig, das Abhalten von großen Solistenkonzerten mit Heranziehung des Philharmonischen Orchesters zu erleichtern; solche Maßnahmen wären für alle Faktoren von Nutzen: für das Orchester, für das Land und für die Kunst. Vom ersten Augenblick an muß das Orchester in den drei Städten in gleichem Maß Wurzel schlagen. Es ist daher notwendig, gleichzeitig in jeder Stadt eine Reihe von Abonnementkonzerten anzukündigen. Zufolge des Eindrucks, den ich bei meinen Konzerten bekommen habe, nehme ich an, daß Jerusalem 60 Prozent, Haifa 50 Prozent der Konzerte von Tel-Awiw konsumieren kann. Die genauen Zahlen wird die Erfahrung ergeben. T e 1-A w i w mit seinem großen Interesse für Musik kann nach meiner Meinung ein Konzert wöchentlich im Verlauf von sieben Monaten jährlich aufnehmen, insbesondere wenn die Konzerte auf dem hohen Niveau stehen, das der musikalische Sinn des jüdischen Volkes fordert. Da ich die musikalischen Verhältnisse im nahen Aegypten kenne, ist bei mir eine Idee entstanden, deren Verwirklichung das künstlerische Leben beider Länder bereichern würde. Kairo liebt die Oper, aber die wirtschaftliche Krise hat in den letzten Jahren das Abhalten der traditionellen Opernvorstellungen während der Wintersaison erschwert. Ich glaube nun, daß es möglich wäre, eine Art Arbeitsteilung zwischen beiden Ländern einzuführen: Zu den Opernvorstellungen, die in Aegypten bisher nur während sechs Wochen des Jahres abgehalten wurden, soll das Symphonische Orchester aus Palästina herangezogen werden, dafür soll die ägyptische Oper für sechs Wochen nach Palästina eingeladen werden. Auf diese Weise würde Aegypten ein erstklassiges Orchester für seine Oper bekommen, andererseits könnte Palästina Opernvorstellungen genießen, die, wenn man. das Gastieren unseres Orchesters in Aegypten in Betracht zieht, kein Geld kosten würden. Beide meiner Vorschläge, vorläufig noch weit von ihrer Verwirklichung entfernt, sollten heute schon in Erwägung gezogen werden. Die Kosten für das Notenmaterial bilden einen wichtigen und großen Posten im Budget. Deswegen glaube ich, daß sich das Komitee zur Gründung des Orchesters an alle jüdischen Musikverleger und auch an private Förderer mit der Bitte wenden müßte, die für das Orchester notwendigen Noten, zunächst aller klassischen Werke, beizustellen. Jüdischer Sport Die Hockeymeisterschaft. Sonntag wurde die Frühjahrsspielzeit eröffnet. Ha k o a h steht bekanntlich "mit 18 Punkten aus 9 Spielen an der Spitze der Tabelle und der endgültige Meistertitel wird ihr menschlicher Voraussicht nach nicht zu entreißen sein. Das erste Spiel der Frühjahrsmeisterschaft gewann Hakoah überlegen gegen Blau-Weiß 5 :0. Die Tore für Hakoah erzielten Doktor Rosenfeld (3), Uli mann und Klein. Die Hakoah-Damen unterlagen gegen Allround 1 : ü. In der Handballmeisterschaft war Hakoah diese Runde spielfrei. In der Damenmeisterschaft siegte Hakoah 4:1 über P e r s i 1. Hasmonea spielte in der Meisterschaft gegen S h e 11 1 :1 unentschieden. Aktuelle Damen-Kleider Schott<>n-Stoffkloider mit schönem K.-Seiden-Aufputz . . S Gcorgetto-Imprime-Iilelder, Frühjahrsdessins, mit feschen Puffärmcln......S K.-Seiden-Mongol-Kleider, reizende Epaulettcn-Fasson, mit langen Aermeln.....S K.-Sehlen Flamisol-KIeider mit kleidsamem Bubikragen, allo Modefarben......S Vornehme Flamisol-Kleider mit orig. Plisse-Garnitur, neueste Modefarben......S Neueste Frühjahrs - G'omplets aus schwerem K.-Seiden-Flamisol, mit bunter Bluse . . S 5.90 II-90 12.90 14-90 24- 45- Blusen, Schößen, Hauskleider: K.-Crepe - Mongol - Blusen mit langen Aermeln, schöne Pastcllfarben......S Crepe - Flamisol - Blusen, mit Handajour verziert, fescho Fasson, alle Modefarben . S Reimvoll-Modeschoßen auf Gürtelband, mit Knopfputz'. . 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Sollte es doch einzelne geben, die es nicht genau wissen, warum wir am Pessach „Mazzoth" essen, dann mögen diese es in der „Hagadah" nachlesen oder es sich vom Jüngsten in ihrer Familie erzählen lassen. Warum essen wir „Strum-Mazzoth"?* Auf diese Frage werden sicherlich viele Tausende erfahrene Hausfrauen die gleiche Antwort geben . . . weil „Strum-Mazzoth" seit Jahren als die besten und bekömmlichsten erkannt und anerkannt wurden. Der verwöhnte Geschmack gibt den dünnen, knusprigen „Strum-Mazzoth" vor allen anderen den Vorzug. Das gleiche gilt für Mazzoth- Grieß und -F a r v c 1. Als besondere „Pessach- Delikatesse" werden von vielen die berühmten runden Strum-Mazzoth gelobt, die sich seit Jahren einer immer wachsenden Beliebtheit erfreuen und nicht nur in Wien, sondern auch in der Provinz und im Ausland stark gefragt werden. Der vorzügliche Geschmack der „Strum-Mazzoth" ist nebst der Verwendung von nur allerfeinsten Mehlsorten hauptsächlich auf die besondere Art der Erzeugung mit elektrischen Maschinen patentamtlich geschützter Sonderkonstruktion (eine Art „laufendes Band") zurückzuführen. Die rituelle Aufsicht besorgen drei Maschgichim des chrw. Rabbinats der Israelitischen Kultusgemeinde, die für strengste Einhaltung der Kaschruth-Vorschriften Sorge tragen. Auch im Jahre 1934 dürfte das Pessachfest im Zeichen der „Strum-Mazzoth" stehen. Daß die „Mazzoth-Bäckerei H. Strum" vorwiegend geschulte jüdische Arbeiter beschäftigt, berührt den Nationaljuden besonders sympathisch. G. W. Äuff xieie Amfacagen Folgende Kinos in Wien sind unter cl"r Bezeichnung „ A c h t k i n o - G r u p p c" zusammengeschlossen und gehören der Ufa: Kärntner-Kino, Wien, I.; Gartenbau- Kino, Wien, I.; Busch-Kino, Wien, II.; Ufa-Tonkino, Wien, II.; Maydn-Kino, Wien, VI.; Staia-Kino, Wien, VI.; C'olosseum-Kino, Wien, IX.; Votivpark-Kino, Wien, IX. Eigentümer, .Verleger, Herausgeber und yerantwortUcnec Redakteur: .Oberbaurat Robert Stricker. — Druck: Druckerei- und Verlaga-A.-G. Ignaz Steinmann, beide Wtea, IX., JJniverßttatss traß e &—8»