Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 8 (1934)
- Issue
- Heft 345 (2.3.1934)
- Date
- 1934-03-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 345 DIE NEUE WELT Seite 5 Sie müssen schon jetzt daran denken daß es tür den Kenner und Feinschmecker zuPessach nichts Besseres gibt als die auf höchster Stufe stehenden, in Hygiene der Erzeugung, Geschmack, Bekömmlichkeit und Kaschruth unübertrefflichen Seit 40 Jahren sind „Schmidl-Mazzoth" als das beste und bezüglich Kaschruth durchaus einwandfreies Erzeugnis bekannt und beliebt! Ein Versuch wird Sie Uberzeugen! Erzeugt unter streng orthodoxer Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Babad - Die Mazzoth werden aus dem leinsten Mehl erzeugt! Verlangen Sie die neue, besonders schmackhafte SPEZsAL zentrale: N. Brodetzke, ii, Leopoidisane 43 9 In allen besseren Geschäften erhältlich I Tel. A-46-1-90 A-GO-2-63 A-48-4-48 für Herrenbekleidung mittleren und besseren Genres, möglichst mit einigen eingearbeiteten Schneidern, für DAUERPOSTEN IN PALÄSTINA PER SOFORT GESUCHT! ANGEBOTE UNTER BEIFÜGUNG VON ZEUGNISSEN AN POB 902, TEL-AWiW AUS PALÄSTINA TelffBenfamin, eine neue Gartenstadt in Palästina In der Scharon-Ebene, westlich der Autostraße Tel- Awiw—Petach-Tikwah, von Orangengärten umgeben, mit freiem Ausblick auf das Mittelmeer, vollenden sich gegenwärtig die Vorarbeiten zu einer neuen jüdischen Gartenstadt, die den Namen „Tel-Benjamin" tragen wird, zum Gedenken des Benjamin Goldberg, der am 25. August 1929 während der Araber-Unruhen bei der Verteidigung Tel-Awiws den Tod fand. Gründer des neuen Ortes ist der Vater des Verstorbenen, I z c h a k G o 1 d b e r g, eine führende Persönlichkeit im Wirtschaftsleben Tel-Awiws und Mitglied des Aufsichtsrates der Anglo-Palestine Bank. Tel-Benjamin wird auf genossenschaftlicher Grundlage von einer Gesellschaft Tel-Awiwer Industrieller, Bankiers und Großkaufleute errichtet, im Stile einer vornehmen Villenkolonie. Insgesamt wird die Ortsanlage in einheitlicher Gestaltung — nach dem Plane des Architekten Schlousch — 37 Villengrundstücke umfassen. Bis 1935 wird der Aufbau durchgeführt sein. Dank eines großen Parkes von 6 Dunam Umfang, mit Tennisplätzen und Großgarage verbunden, wird Tel-Benjamin in Zukunft ein beliebtes Ziel für Tel-Awiwer Ausflügler sein. Daher wird in Tel- Benjamin das erste große Ausfiugsrestaurant Palästinas errichtet werden und bereits im kommenden Frühjahr den Betrieb aufnehmen. Auch ein Tattersall wird in Tel- Benjamin erstehen. Dr. J. Adler, Tel-Awiw. Zulassung jüdischer Aerzte aus Deutschland Aus Jerusalem: In der „Palestine Gazette", dem Amtsblatt der Regierung, wird eine Liste von weiteren 63 jüdischen Aerzten veröffentlicht, die zur Ausübung der Praxis in Palästina zugelassen wurden. Die neu Zugelassenen, unter denen sich auch sechs Aerztinnen rdg o befiöndennrdgoeniardgovenirdgoenirdgmu Aerztinnen befinden, sind zum größten Teil aus Deutschland eingewandert. Die gleiche Ausgabe des Amtsblattes enthält eine Liste von 18 Zahnärzten, die in letzter Zeit Praxislizenzen erhalten haben. Auch sie stammen anscheinend durchwegs aus Deutschland. Mit der Ausgabe der neuen Lizenzen haben die für die ärztliche Praxis die Zahl 1924, die für zahnärztliche Praxis die Zahl 451 erreicht. Noch im Februar wird eine vollständige Liste der gegenwärtig in Palästina praktizierenden Aerzte, Zahnärzte und Apotheker veröffentlicht werden. Die Bienenzucht in Palästina Aus Tel Awiw: Der steigende Bedarf an Naturhonig veranlaßt viele Bienenzüchter, zu einer Ausdehnung ihrer Bienenwirtschaft zu schreiten. Auch die Zahl der Imker nimmt fortgesetzt zu. Die Ausdehnung der Imkereien wird durch starken Kapitalmangel gehemmt. Auf Veranlassung des Bienenzüchterverbandes hat die Central Bank of Cooperativ Institutions einen notwendigen Kredit von rund 2300 Pfund zwecks Anschaffung von Geräten für eine Reihe von Siedlungskollektiven und Privatpersonen bewilligt. Die Kredite werden auf die Dauer von zwei Jahren gegeben. Die Kollektive erhalten sie direkt von der Central Bank, an Privatpersonen werden die Anleihen durch Vermittlung lokaler Kreditgenossenschaften ausgezahlt. Der Central Bank werden 7 Prozent und der lokalen Kreditanstalt außerdem 1 Prozent p. a. gezahlt. Neuerdings hat auch die Regierung mit der Förderung der Bienenzucht begonnen, Der arabische „Nationalfonds" liquidiert Aus Jerusalem: Der arabische Bodenfonds für Palästina, der nach dem Muster des Jüdischen Nationalfonds geschaffen wurde und dem Erwerb von Palästina- Boden als arabischem Nationaleigentum dienen sollte,, ist liquidiert worden. Die Auflösung des Fonds wird auf mangelndes Interesse in den arabischen Kreisen und angebliche Mißwirtschaft bei der Verwaltung zurückgeführt. Die bisher geleisteten Beiträge wurden zum Teil den Spendern rückerstattet. Ueherfall auf einen jüdischen Klub Aus Jerusalem wird gemeldet: Die arabische Zeitung „AI Djamia al Aslamia" meldet aus Damaskus, daß eine Gruppe junger Araber in ein Lokal des jüdischen Arbeiterklubs eingedrungen ist und die Einrichtung demoliert hat. Als Grund des Ueberfalls wurde die zionistische Tätigkeit des Klubs angegeben. Chaplin und Harold Lloyd kommen da nicht mit Stau Laurel & OIt'v£v Havdy in ihrem ersten „Ganz- Groß"-Lustspiel Die Teuf elsbrQder Mit Dennis Kind, Thelma Todd, Lucilc Brown Ein Festspiel des Lachens, das alle bisherigen Lustspiele mit dem Komikerduo schlägt, ein Film mit großer Ausstattung und wltzig-parodlstischer Musik nach Aubers „Fra Diavolo" Elfte, 1« Schottenring, I* Lustspieltheater, IE* Saschapalast, III* Flotten, VI. Arabische Nationalisten gegen den Emir von Transjordanien Aus Jerusalem wird unter dem 27. gemeldet: Die arabischen Nationalisten, die der Unabhängigkeitspartei („Istiklal") angehören, haben mit einer heftigen Kampagne gegen die projektierte Reise des Emirs A bdullah von Transjordanien nach London begonnen. Die Araber behaupten, daß die Reise mit den Bemühungen des Emirs, Transjordanien mit Palästina zu vereinigen, im Zusammenhang stehe. Das würde, erklären die Extremisten, den Juden die Möglichkeit geben, ihre Position sowohl in Palästina als auch in Transjordanien zu befestigen, da der Emir nicht fähig sei, beide Länder zu regieren, und sich daher jüdischer Hilfe bedienen müßte. Protest arabischer Aerzte Aus Haifa: Die Exekutive des arabischen Aerzteverbandes in Palästina hat einen scharfen Protest gegen den Zufluß jüdischer Aerzte angenommen. Es wurde beschlossen, in dieser Angelegenheit eine besondere Abordnung zum Oberkommissär zu schicken und ihm den Protest zu überreichen. Großfeuer in Jaffa. Aus Jerusalem: Bei einem Großfeuer in Jaffa wurde rund eine Million leerer Orangenkisten, die auf einem jüdischen Holzhof lagerten, vernichtet. Der Schaden wird auf über 70.000 Pfund geschätzt. Man befürchtet eine Hemmung des Orangenexports als Folge des nun entstandenen Kistenmangels. — Von Saisonbeginn bis zur dritten Februarwoche wurden 2,805.000 Kisten Orangen exportiert, Am der jiidiidien Weif Kein Arierparagraph in der studentischen Selbsthilfe Polens Aus Warschau: In der Warschauer Presse war berichtet worden, daß die neue einheitliche Studentenorganisation für gegenseitige Hilfe (Bratnia Pomoc), die nach Auflösung der entsprechenden nationalen und konfessionellen Verbände auf Wunsch des Unterrichtsministers geschaffen wurde, einem Antrag der nationaldemokratischen Studenten entsprechend, den Arierparagraphen eingeführt habe und daß die Statuten der Vereinigung von den Behörden genehmigt worden seien. Im Zusammenhang damit wurde darauf hingewiesen, daß die jüdischen Studenten nunmehr von den Einrichtungen für soziale und Studienhilfe ausgeschlossen seien. Demgegenüber veröffentlicht der Senat der Warschauer Universität eine Erklärung, in der er feststellt, daß die Statuten erst genehmigt wurden, nachdem die Klausel, durch die „Studenten mosaischen Bekenntnisses, konfessionslose Studenten, getaufte Juden und Kommunisten" der studentischen Organisation für gegenseitige Hilfe nicht angehören dürfen, gestrichen worden war. Die antisemitische nationaldemokratische Tageszeitung „Gazeta Warszawska" greift den Senat der Universität wegen dieser Erklärung in schärfster Form an. Propaganda gegen „Ifieberfremdung" Aus Bukarest: Das unter der Leitung von Pamfil Seicaru stehende nationalistische Blatt „Cure ntul" brachte in der letzten Zeit eine Serie von Leitartikeln, in denen unter antisemitischen Anspielungen über „Ueberfremdung" des rumänischen öffentlichen Lebens geklagt wurde. Daß es sich hier um eine wohlüberlegte Aktion handelt, beweist die Tatsache, daß „Curentul" geheime Rundschreiben an zahlreiche Vertreter der freien Berufe in Rumänien versandt hat, in denen diese aufgefordert werden, sich zu einer gemeinsamen Front gegen die „fremde Invasion" zu vereinigen, die „Politik und Presse, Schule und Universität, Wirtschaft und freie Berufe" überflutet. Seicaru hat kürzlich Hitler aufgesucht. Antisemitische Unruhestifter vor dem Kriegsgericht Aus Jassy, 26. Februar. (Z. T. A.) Vor dem Jassyer Kriegsgericht hat der Prozeß gegen die Unruhestifter begonnen, die anläßlich der umfangreichen antisemitischen Ausschreitungen, die im letzten Sommer in Czernowitz stattgefunden haben, verhaftet worden sind. Insgesamt sind 28 Personen angeklagt, gegen 100 Zeugen wurden vorgeladen. Die Verhandlung dürfte mehrere Tage in Anspruch nehmen. Die Unruhen in Czernowitz, die jetzt ihre gerichtliche Sühne finden .sollen, waren von cuzistischen Studenten ausgegangen, die Zuzug aus verschiedenen Minderheitengruppen erhalten hatten. Sie hatten einen äußerst bedrohlichen, fast pogromartigen Charakter angenommen. Es war auch zu Plünderungen jüdischer Geschäfte gekommen. Da zur Zeit der Unruhen in Czernowitz Belagerungszustand herrschte, ist das Kriegsgericht für die Aburteilung der Schuldigen zuständig. Der „Stürmer" besudelt auch den Bundeskanzler Dollfuß Aus Nürnberg: Julius Streichers „Stürmer" veröffentlicht auf der ersten Seite eine Anklage gegen den österreichischen Bundeskanzler Doli fuß, dem er vorwirft, er habe als Vollzieher der „Protokolle der Weisen von Zion" den österreichischen Bürgerkrieg organisiert und seine Regierung zu einem Instrument der Juden zwecks Vollziehung von Massenmorden an österreichischen Germanen und zur Schaffung von Stellen für Juden aus Deutschland und aua anderen Ländern gemacht. Der „Stürmer" erklärt weiter: „Jesus war kein J u d e." Die Galiläer, aus deren Mitte der Heiland stammt, waren arische Ammoniter; deswegen können die Semiten schon rassenmäßig das Christentum nicht verstehen. Der „Stürmer" widmet dann mehrere Seiten der Schilderung von Ritual mordfällen vom ersten Fall 418 in Antiochia bis zu den Fällen in Damaskus und Kischeneff, wobei ihm offenbar die Jewish Encyclopaedia als Quelle gedient hat. Zwei neue Tageszeitungen in Palästina Aus Jerusalem: In kurzem werden in Palästina zwei neue Tageszeitungen zu erscheinen beginnen; die eine in englischer und deutscher Sprache unter dem Titel „Jerusalem Daily News", die zweite hebräisch unter dem Titel „Chadaschoth Hajom". Beide Zeitungen werden vom Verlag „Hassolel" herausgegeben. Die nächsten Paliistina-Keisen, veranstaltet vom Reisebüro „M arienbrück e", finden ab Wien am 19. März (Pessach in Palästina) und am 10. April zur Levante-Messe in Tel-Awiw statt. Mit Rücksicht auf die große Beteiligung liegt es im Interesse der Reiseinteressenten, möglichst rasch die Anmeldungen vorzunehmen. — Die Reisegesellschaft, die unter Führung von Frau Berta Taubes am 21. Februar üich nach Palästina begeben hat, ist, nach einer uns zugekommenen telegraphischen Mitteilung der Reiseleitung, mit dem Riesen-Ozeandampfer „Conte di Savoia" nach einer glänzenden Reise am 26. Februar in Haifa eigetroffen. Allf Reiseteilnehmer sind beim besten WohlbefiadM,