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Die neue Welt · 1934-02-20 · Heft 342 (20.2.1934) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 342 (20.2.1934)
Date
1934-02-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Studieren wirklich zu viele Juden? Samstag, den 10., und Sonntag, den 11. d. M., fand der XVI. Delegiertentag des Gesamtverbandes der jüdischen Hochschuler Oesterreichs statt. Die immer wiederholte Behauptung der antisemitischen Presse, daß in Oesterreich zu viele Juden studieren, hat nicht allein bei der nichtjüdischen, sondern auch bei der jüdischen Bevölkerung den Eindruck erweckt, als ob wirklich die Hochschulen „verjudet" seien. Freilich, wenn man eine Fakultät an der Wiener Universität herausgreift, so ergibt sich ein hoher Prozentsatz. Wenn man aber die Zahl der jüdischen Studenten an allen Hochschulen Oesterreichs in Rechnung stellt, so muß man feststellen, daß die Beteiligung der Juden zirka 4 Prozent beträgt. Die Zahl der jüdischen Studenten ist in den letzten Jahren an den Wiener Hochschulen um mehr als tausend gefallen. Im Schuljahr 1934 studieren um 20 Prozent weniger als im Jahre 1933. Die ausländischen Judep. kommen kaum mehr nach Wien und die inländischen inskribieren in viel geringerer Zahl. Viele der inskribierten Juden betreiben jetzt neben dem Studium noch ein Handwerk, um bei der ersten besten Gelegenheit die Hochschule zu verlassen und nach Palästina auszuwandern. Im Jahre 1933 haben gegen 100 Hochschüler das Studium unterbrochen und wirken jetzt als Arbeiter in Palästina. Die „Judäa" hat hiezu durch die Errichtung eines Berufsumschichtungsamtes („Hachscharah") viel beigetragen. Die Juden beginnen einzusehen, daß das Hochschulstudium ein Luxus werden kann. Der nichtjüdische Akademiker findet entweder einen Staatsposten oder er errichtet sich in Wien oder in der Provinz eine freie Existenz. Der jüdische Akademiker dagegen muß sich beruflich umstellen, wenn er nicht die Zahl der arbeitslosen jüdischen Akademiker vergrößern will. Die Aufklärung der „Judäa" insbesondere unter den Abiturienten, daß das Studium nutzlos geworden ist und daß man als Arbeiter in Palästina wahrlich nicht den Doktortitel benötigt, war von Erfolg begleitet. Dagegen war ihre Tätigkeit unter den Asaimilanten nicht erfolgreich, denn genau 50 Prozent der jüdischen Akademiker leugnen noch immer ihre wirkliche Volkszugehörigkeit und bekennen sich zur Nation Hitlers. Eine rege Arbeit entwickelte die „Judäa" auf dem Gebiet der Kultur, der Wirtschaft, des Sports usw. und mußte hart kämpfen gegen Not und Hunger, die ewigen Begleiter der jüdischen Studenten. Es klingt merkwürdig, •wenn man erfährt, daß in der „Judäa' nicht das allgemeine, geheime, direkte Wahlrecht, sondern ein plumpes, veraltetes Wahlsystem herrscht. Seit Jahren treten die zionistischen Studenten („Freie Sektion"), dagegen auf, doch auch dieser Delegiertentag sprach sich für das alte, reaktionäre Wahlsystem, das stets zu Reibungen und Unkorrektheiten führt, aus. Nach dem ausführlichen und inhaltsreichen Tätigkeitsbericht des Herrn Dr. Morgenstern fanden die Begrüßungsreden statt, wobei insbesondere die Ansprache des Herrn Oberrabbiners Dr. Feuchtwang mit großem Beifall aufgenommen wurde. Für die „Jüdische Volkspartei" und die „Judenstaatspartei" sprach Herr L. Sitzmann. Nach einer lebhaften Diskussion und nach Annahme einer Reihe von Resolutionen, die sich insbesondere mit der Wirtschaft, Kultur und mit studentischen Problemen beschäftigten, mußte der Delegiertentag, ohne Neuwahlen vornehmen zu können, auseinandergehen. Kleinliche Dinge spielen da eine größere Rolle als die Notlage der jüdischen Studenten und als die finanzielle Krisis, in der sich die „Judäa" jetzt befindet. Josef F r ä n k e 1. Zufall ♦ *t Unter diesem Titel schreibt das Organ der jüdischen Hochschüler Oesterreichs, „Der jüdische Student": „Fast 95 Prozent der Gesuche der jüdischen Studenten um Kollegiengeldbefreiung wurden in diesem Semester, Herbat 1933, abgewiesen, — Motivierung: „Der Staat müsse sparen, Zufall .« . * In einem Wiener Spital ist seit längerer Zeit die Alle Erzeugnisse, der seit 40 Jahren bekannten „LILIEN-WEBE" verkaufen wir jetzt, zur „Weißen Woche" SO BILLIG - WIE NOCH NIE VVfische-Webe, „Lilien"-Erzeugnis, 82 cm . . . S —.98 „tilien"-Bettuchwebe, 152 cm (Reste 2—6 m) S 2.59 „LIIlen"-Mako-Pcrkaline für feine Wäsche . . S 1.59 „Lilien^-Deckenkappemvebe, 140 cm .... S 2.59 Chiffone, Weben, Gradel: Wäsche-Weben, (Reste 2—10 m), 80 br., per m S —.54 Wäsche-Batiste, 70 cm (Reste 2—10 m) . . . S —.69 Atlas-Gradel für Bettwäsche, 80 breit . S —.98, —.79 Bettuchweben, 140 cm br.......i p. Meter Deckenkappenwebe, 120 cm br.....\ n D r QQ Seidenlinnen für Leibu. Bettw., 80 br. | Groschen Mako-Perkali ne, Qualitätsware, 80 cm . . . . S w£ Spezial-Deckenkappenwebe, 130—140 cm, S 1.79, Atlasgradel, gute Qualität, 120 cm br. S 1.98, 1.75, Haasleinen-Bettuch, 150 cm breit.....S Bettuchwebe, gute Qualität, 120 cm . . S 1.49, 1 Reinleinen, 140 cm S 2.90, 70 cm......S Färb. Zwirn-Bettzeuge, 120 cm S 1.75, 80 cm S Vi Oreas-Bettuchleinen, 140 bis 150 cm.....S Tisch-, und Hauswäsche: Boden-Reib- und Staubtücher . . per Stück S —.39 Reinleinen-Geschirrtuch, 60/60 S —.89, Halblein. S —.69 Halbleinen-Handtücher, gute Qualität . . S —.98, —.86 Damast-Handtücher, abgepaßt per Stück S 1.25 Damast-Tischtücher, 125/125, alle Farben . . S 2.98 M Reinteinen-Tischtücher, 140/140 S 6.90, 100/100 S 3.90 J§ Bridgeod. Garten-Gedecke f. 4 Pers., kompl. S 3.90 Speisegedecke f. 6 Pers., Damast u. Jacqu. S 11.90, 6.90 Seiden-Kaffeegedecke für 6 Personen . . . . S 14.90 fr Frottier-Handtticher tait färb. Bord. S 1.25, —.98, —.59 Frottier-Handtticher, Qualität, 60/120 S 3.50, 2.90, 2.25 -Seiden-Reste_ Diverse Waschseiden mit kl. Fehlern, 1—4 m, p. m S —.50 Georgette oder Futterseide (Reste 1—4 m), p. m . S —.98 K.-Seiden-Mongol, schöne Farben (Reste 1—4 m) . S 1.98 Bettwäsche: S. Polster-Ueberzüge, glatte Webe, 60/80 S 1.20, -.98, —.89 |R Tuchent-Bezüge, nahtlos, 120/180 S 3.90, 115/160 S 2.90 Gestickte Bettwäsche-Garn. (1 T., 2 P.) S 10.90 S 6.90 •ö» Handgestickte Bettwäsche-Garnitur (1 Tuchent 120/180, 2 Polster 75/80)........S 14.90 Decken-Kappen, Qualitätsware, 130/185 S 12.90 S 9.80 Vorhang-Abteilung: Vorhang-Musseline, 120 cm.....S 1.25, S —.98 K.-Seiden-Noppen-Ripse, indanthren, 130 cm . S 3.90 Batist-Künstler-Vorhänge, 3teilig, mit Spitzen S 5.90 Batist-Doppelbettdecken, Eins. u. Motiv S 8.90, 6.75 Fußbodenbelag (Reste bis 3 m), per m2 S 1.90, 1.75 Spitzen und Handarbeiten: Valenciennes-Einsätze . . . „ , per Meter S —.01 J Spitzen, ecru und schwarz . . , per Meter S —.02 ' Klöppel- oder Stickereispitzen.....ab S —.10 J Vorgedruckte Polster, 53/80 .....S —.79, —.59 / Milieus od. Küchendecken f. Handarbeiten, ab S —69 Weiße Herren-Wäsche: Hemd aus „Lilien"-Webe mit Modebrust . . . S 6.90 Nachthemd, gute Webe, mit Zierborten . . . S 4.90 Gradel-Knieunterhose, mit franz. Binde S 1.50, —.98 Steife Kragen, Modefasson, alle Gr......S —.49 Damenwäsche und Berufskleider Hemd od. Hemdhose, reich verziert . .... S 1.29 Rockkombination, weiß od. färb, mit Motiv . . S 1.98 Nachthemd m. Spitzen, weiß od. färb.....S 2.25 Charmeuse-Rockkombination, weiß u. färb. . . S 4.90 Batist-Servlerschürze m. Träger u. Stick. . . S —.89 Cloth-Servierkleider m. Schürze u. Kragerl . . S 6.50 Arbeitsmäntel aus „Lilien"-Webe f. Damen u. Herren , ,.......... , , S 7.59 Taschentücher: Damen: Batist mit Ajourrand u. Stickerei . . S —.09 Damen- oder Herrentücher, färb. Rand S —.39, —.16 Feine Batisttücher mit Ajoursaum . . . . . S —.25 Haus- und Küchengeräte Dekorteller, Steingut, tief und flach . . . . S —.83 Schüsselgarnitur, weiß, 6teilig S 2.65, öteilig S 1.75 Porzellan-Dessertgarnitur, 7teilig, dekor. . . . S 2.80i Porzellanteller, gerippt, S —.70, Dessert . . . S —.52 Kaffeeschale mit Tasse......S —.59, —.39 3 St. Aluminiumtöpfe (1, VA, 2% Lit.) . , . S 4.90 3 St. AluminiumkasseroUen (14, 16, 18 cm) . S 8.90 ... und viele Welßwnren-OkKaslonen Provinzversand per Nachnahme. Fahrlv«rgtttiiitg, Stelle eines Sekundararztes ausgeschrieben. Bia jetzt haben sich 25 jüdische Aerzte um den Posten beworben. Der Posten wurde nicht vergeben. Man wartet. Zufall . . . * Auf der Wiener Universität gibt es eine eigene Kunststelle, genannt „Kunstzentrale der Wiener Hochschulen" — eine vollkommen unpolitische Angelegenheit. Jeder Student erhält um 50 Groschen eine schöne dunkelblaue Legitimation. — Jüdische Studenten eine hellblaue. Zufall . . ." F. A. C. gegen Hakoah 4:1. Der Start in der Frühjahrsmeisterschaft fiel für die Hakoah recht unglücklich aus. Sie hatte das Pech, den F. A. C. in besonders guter Form anzutreffen. Auch erwies sich der Hakoah-Angriff als ganz unzulänglich. Hakoah hatte genau so viele reelle Torchancen wie sein Gegner; doch wurden aller jämmerlich vergeben. Ehrlich 1 konnte auch einen Elfer nicht verwerten. Löwy erwies sich wieder als der beste Mann, der viele gefährliche Schüsse sicher abwehrte. Donnenfeld lief erst in der zweiten Hälfte zu seiner normalen Form auf. Die Halfreihe bot eine Durchschnittsleistung. Der Hakoah-Angriff war im Felde nicht schlecht, doch versagte er vor dem Tor vollständig. Den einzigen Treffer erzielte Ehrlich 2 nach einem Vorgang von Mausner. F. A. C. war in allen Formationen der Hakoah überlegen. Eine besonders gute Leistung bot der Mittelläufer Müller und das Innentrio. Die Tore des F. A. C. schoß Chloupek (3) und Weiß. 6000 Zuschauer. Mannschaften: Hakoah: Löwy; Donnenfeld, Feldmann; Breitfeld, Stroß, Platschek; Ehrlich 1, Zwiebel, Ehrlich 2, Mausner, Weißkopf. — F. A. C: Scharl; Bernard, Schiauf; Cervenka, Müller, Radakovic; Weiß, Chloupek, Hanke, Gspan, Langer. Die jüdischen Theater Wiens, „Jüdische Bühne** (Praterstraße) und „Jüdische Künstlerspiele" (Taborstraße), haben verstanden, ein interessiertes Publikum heranzuziehen. Die „Jüdische Bühne" unter der Direktion Adolf Bell hat in dem amerikanischen Gästepaar Schoenfeld-Jacobson eine Attraktion, ersten Ranges gefunden. Nicht weniger populär in der jüdischen Gasse sind Anna Lerner und David Seidemann, die die alte Operette „Die rumänische Chassene'* aufgefrischt haben. Austritte aus dem Judentum Trigona Rosa, geb. 28. April 1890 Oderberg, I., Schwarzenbergstraße 8. — Stern Otto, geb. 9. Februar 1889 Wien, III., Wassergasse 34. — Stern Helene, geb. j 26. Mai 1887 Graz, III., Wassergasse 34. — Hauser Artur, geb. 16. Juni 1886 Wien, IX., Sechsschimmelgasse 20. — Peczenlk Abraham, geb. 27. Jänner 1901 Chomzakowa, XVIII,, Plenergasse 24. — Peczenik Anna, geb. 27. Jänner 1911 Sofia, XVIII., Plenergasse 24. — Neumann Ernst, geb. 25. Dezember 1904 Wien, ledig, V., Zeuggasse 1. — Taubes geb. Jakobsen Karoline, geb. 25. Mai 1895 Budapest, verh., IX., Liechtensteinstraße 47. — Bergerfreund geb. Wimmer Friederike, geb. 5. Mai 1899 Wien, ger. getr., XI., Rinnböckstraße 17. — Hacker geb. Kiewein Theresia, geb. 6. März 1908 Lerchbach, verh., I., Salztorgasse 10. — Huttner recte Axelrad Franziska, geb. 5. April 1898 Markopol, IX., Alserbachetraße 12. — Ladner geb. Burian Alice, geb. 20. Juni 1881 Gablonz, verh., XIX., Peter-Jordari-Straße 25. — Weinberger Franz, geb. 28. Februar 1897 Wien, ledig, I., Kohlmarkt 5. — Patek Dr. Adalbert, Besitzer einer Theateragentur, geb. 23. Jänner 1884 Subotica, verh., III., Keilgasse 15. — Wlmpasslnger geb. Kren Hermine, geb. 7. Dezember 1900 Wien, verh., IX., Altmüttergasse 5. — Schrenzel Dr. Elsa, geb. 9. Jänner 1904 Wien, ledig, IX., Löblichgasse 10. — Szecsi Karl Egon, geb. 5. Juli 1919 Budapest, ledig, XIII., Lainzerstraße 74. — Dietrich geb. Ziegler Klementine, geb. 30. Oktober 1887 MUglitz, verh., II., Hollandstraße 9. — Novaczek geb. Stockner Anna, geb. 11. Jänner 1901 Wien, Graz. — Reichmai!n geb. RIha Therese, geb. 29. September 1988 Althart, verw., III., Erdbergstraße 67. — Horetzky Erich, Mittelschüler, geb. 5. März 1914 Wien, III., Hetzgasse 42. — Hersch Leopoldine, geb. 30. Jänner 1910 Wien, ledig, IX., Wiesengasse 28. — Wirsara Oskar, geb. 20. Juli 1900 Rumburg, ger. getr., VII., Schottenfeldgasse 53. — Haber Franz Josef, geb. 17. März 1878 Wien, verh., X., Hardtmuthgasse 112. — Genee Egon, geb. 26. Februar 1915 Wien, ledig, X., Quellenstraße 159. — Herz Jsnö (Eugen), geb. 27. Dezember 1886 Stuhlweißenburg, verh., XIII., Disterweggasse 18. — Schaffer Evelinc, geb. 11. Juni 1909 Czernowitz, II., Taborstraße 11. — Horowite geb. Solomonira Dalsy, geb. 3. Juni 1905 ^Bukarest, ger. getr., I„ Sterngasse 3. — Panenka Anna Margarethe, geb. 4. Jänner 1883 Wien, ledig, VI., Kopernikusgasse 12. — Raudnitz Oskar Ing., geb. 19. November 1899 Wien, verh., VI., Webgasse 12. — Spitz Hansi, geb, 31. Juli 1911 Wien, ledig, II., Ausstellungsstraße 31. —. Sternberg Henriette, geb. 28. Februar 1911 Lemberg, ledig, IX., Berggasse 18. — Herz geb. Trucker Barbara, geb. 9. September 1893 Wien, verh., XIX., Phllippovichgasse 1. Herz Arnim, geb. 30. September 1896 Eperjes, verh., XIX., Philippovichgasse 1. — Herz Petor Georg, geb. 24. Okto« her 1928 Wien, XIX., Philippovichgasse 1. «MM!MW Hera^r und y,«**™**« MOta» <^^SgjS^SX*' "* ***

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