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Die neue Welt · 1934-02-02 · Heft 337 (2.2.1934) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 337 (2.2.1934)
Date
1934-02-02
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 DIE NEUE WELT Nr. 337 GRABSTEINE FRIEDLÄNDER & DEUTSCH Wien,l.Bez„ Seitenstettengasse2, Telephon ü-28-1-28 XL Zentraltriedhof. neb. d. 1. Toi, Telephon V-J8-0 85 Empfehlenswerte Firmen® Restaurants, Cafes etc. Restaurant Billet, vorzügliche streng orthodoxe Küche, IL. Hammer-Purgstall-Gasse, bei Salztorbrücke. Caf6-Be»taurant Edison (ünh. Fleischmann), VIII., Aiser Straße!>. Tel. B-43-0-47, B-43-0-86. Cafe-Restaurant Espresso, I., Rotenturmstraße 1. Internationale kalte lind warme Küche. Menüs zu billigen Preisen. Caie Schottentor, I., Ring des 12. No%-ember 10, Telephon ^'-26-5-90. vis-a-vis der Universität. Restaurant Max Laiar, vorzügliche, streng orthodoxe Küche und Selchwaren, IL, Untere Augartenstr. ID. Tel. A-41-8-12. Cafe-Konditorei Neumann, IL, Gredlerstraße 2 (Telephon (A-42-3-81), III., Löwengasse 47 (Tel. U-10-5-78). Restaurant Neugrüschl, renommierte jüdische Küche, IL, Lilienbrunngasse 12, Tel. A-48-5-86. Vegetarische und Diätküche R. Schall, IL, Praterstraße 15. (Polnische Spezialitäten.) „Vegetaria", Restaurant. Diätküche, Milchspeisen, IL, Obere Donaustraße 89 a; IX., Währingerstraße 21. Lebensmittel, Fleisch etc. jj, Brodbad, Bäckerei, IL, Schiffamtsgasse 17. X. Brodetzky, Spezereiwaren, IL, Leopoldsgasse 43, Tel. A-46-I-90". - Halpern S., Palästina-Produkte, IL, Förstergasse 6, Tel. A-46-4-12. J. Hirschler, Fleischhauergeschäft, IL, Wolfgang-Schmälzl- Gasse 4, Tel. R-41-7-69. I. W."Kurz, Gemischtwaren, IL, Volkertplatz 5, Telephon R-44-102. 31. l.eder, Butter- und Eierhandel, IL, Tandelmarktgasse 11. Tel. A-48-0-43. Sigm. Plaschkes Fleischhauerei, IL, Hollandstraße 6. G. Schlesinger, Spezerei und Delikatessen, IL, Hollandstraße 11, Tel. A-4S-3-58. TT „■ , D. Steigmann, Butter- und Eierhandel, IL, Zirkusgasse 41, Tel. R-44-0-73; S. Turtil, Gemischtwaren, IL, Engerthstraße 194, Telephon R-48-6-64. Bekleidung, Wasche B. David, Weißwaren. IL, Negerlegasse 5. Fein & Landsmann, Lederbekleidung, XX., Gaußplatz 6, Tel. A-42-0-10. 51. Fisch, Schneider, IL, Praterstraße 53, Tel. R-44-5-25. Glanzmann, Epstein & Co., Herren- und Damen-Konfektion, IL, Obere Donaustraße 35, Tel. A-49-0-86. I. Greismann, Strumpfhandel, IL, Schüttelstraße 29, Tel. R-13-9-72. J. Karniol, Textilwaren und Wäsche, I.. Gonzagagasse 7, Tel. U-22-9-51. J. Weintraub, Textil und Wäsche, IL, Krummbaumgasse 2, Tel. A-44-0-45. Warenhaus Weinstock, Mode- und Parfümeriewaren, IL, Untere Augartenstraße 13. Schuhe S. Abrahamovicz, Schuhhaus, IL, Taborstraße 33, Telephon A-48-1-62. Birnbaum Leo, Schuhreparaturwerkstätte, IL. Franzensbrückenstraße 9; XX., Karl-Meißl-Straße 3; XX., Pappenheimgasse 66. E. Blaser, Schuhhandlung, IL, Taborstraße 56. Pelze Pelze jeder Art, M. Bermann, Wien, I., Hoher Markt Nr. 9, Tel. U-24-1-68. Pelzhaus H. Breitfeld, L, Franz-Josefs-Kai 21, Telephon R-25-406. Diverse Advokat & Fantl, Beleuchtung, Glühlampen, Elektrowaren, Gasgeräte, Badeeinrichtungen, Beheizung, IL, Taborstraße 8 b, Tel. R-47-1-51. Buchbinder Eugen, Ingenieur, Baumeister, IL, Taborstraße 11 b, Tel. A-46-5-38. L. Drimmer, Elektro-Installateur. IL, Obere Donau- Straße 1, Tel. A-41-8-82. G. Eisner, Textilwaren, I., Zelinkagasse 11, Tel. U-29-3-70. Falikmann Heinrich, Juwelenf asser. IL, Taborstraße Nr. 1-3/66, Tel. A-48-4-45. Internationale Spedition (Palästina-Transporte) P. Ringe 1 b 1 u m, IL, Große Mohrengasse 3 a, Tel. R-41-9-75. Jüd. Buchhandlung, Erzeugung aller Gebetartikel, M. Salzmann, IL. Große Schiffgasse 4, Tel. A-49-9-74. Kalb Josef, Juwelengeschäft und Präzisionsuhrmacher, IL, Taborstraße 56. Knoll & Co., Motoren und Apparate, IL, Taborstraße 8 b, Tel. R-45-5-90. A. Kurz & Co., Optische Anstalt, IL, Gredlerstraße 4, Tel. A-43-2-86. O. Lustig, Seifen, Putzmittel, Parfümerien, Kerzen, IL, Hollandstraße 12, Tel. A-45-6-89. B. Posaner, Schreibmaschinen, IL, Obere Donaustraße 105, Tel. A-41-3-77. A. S. Rabiner, Spenglermeister, IL, Untere Augartenstraße 31, Tel. A-45-0-29. Brüder Schwarz, Bettwarenerzeugung, I., Marc-Aurel- Straße 2, Tel. U-24-1-91. .Schwedenapotheke (Besitzer: J. Bauer), I., Schwedenplatz. Straßberg Eugenie, Holz, Kohle, Koks, IL, Praterstraße 50, Tel. R-49-2-17. A. Strich, Stahlwaren, I., Eßllnggasse 7, Tel. U-20-9-58. Brüder Weinreb, Beheizung, Beleuchtung, Haus- und Küchengeräte, IL, Taborstraße 62, Tel. R-49-8-16. S. Wildmann, Sprechmaschinenteile, IL, Vorgartenstraße Nr. 207, Tel. R-44-6-15. S. Zuckermann, Haus- und Küchengeräte, IL, Im Werd 1, Tel. A-49-205. Zimmer- und Dekorationsmaler Samuel Kleinberg, Zimmer- und Dekorationsmaler, IL, Taborstraße 69, Tel. A-48-6-50. Anfragen und Wünsche, welche diese Rubrik betreffen, sind an die Verwaltung des Blattes, IL, Untere Augartenstraße 38, Tel. A-45-6-34 (10 bis 2 Uhr), zu richten. Lebensversicherungs-Gesellschaft PHÖNIX Aus dem Jahresbericht 193 2: Versicherungsbestand S 2.728,000.000.— Prämien- und Zinsen- Einnahmen .....„ 179,000.000.— Garantiemittel . . . . „ 527,000.000.— Auszahlungen an die Versicherten > » M 60,000.000.- Tätigkeitsgebiet: Oesterreich, Deutsches Reich, Tschechoslovakische Republik, Belgien, Holland, Frankreich, Spanien, Italien, Fürstentum Liechtenstein, Ungarn, Polen, Jugoslavien, Bulgarien, Griechenland, Rumänien, Palästina, Syrien, Türkei, Tunis und Aegypten. 8) Marinka Erzählung von Gh. N. B i a 1 i k. (Uebersetzt von Oskar Rosenfeld) Vi. Und iXoach der Anne ging jeden Tag in den „Cheder". Er wollte nicht gehen — aber man schleppte ihn. Zipc-Lea liebkoste ihn und gab ihm alles Gute in den Cheder mit: Magen, Leber, Eingemachtes und ähnliche gute Sachen, und er — biieb widerspenstig allen Mahnungen zum Trotz. Zipc-Lea heulte, Chaninc-Lipc griff nach dem Riemen — und er verharrte bei seinem „Ich will nicht und laßt mich". Dem einen Cheder und dem zweiten entlaufen — was fängt man mit dem dörfischen Burschen an? So ein erwachsener Bengel und kann noch ein Alcf nicht von einem Kreuz unterscheiden. Es liegen ihm nur Hunde und Pferde und Gärten im Sinne, der Teufel soll sich da auskennen. Einen ganzen Tag gibt er sich nur damit ab, neben den Zäunen Gärten mit Beeten anzulegen. Hat man so was 3chon erlebt? dachte Chanine-Lipe und gab ihn dem Lehrer Reuben Hirsch in den Cheder Besagter Reuben Hirsch war ein Mensch, der anfangs immer süß tat wie ein Honigkuchen, bald aber bitter wie Kren wurde, ein Gewohnheitstrinker und Schinder, mit schütter gespreizten Schnurrbartenden und mit einem schönen Adamsapfel vorne an der Gurgel. Die Worte kamen bei ihm schnurgerade vom Adamsapfel heraus, er sprach im Stil von ,.Dingsda" und hatte die liebenswürdige Gewohnheit, seine Schüler unter den Achseln zu kitzeln, bis ihr Atem pfauchte. Er, Reuben Hirsch — so machten die Nachbarn Chanine-Lipe Appetit —, werde schon ein Mittel finden, ein zuverlässiges Mittel, mit dem Jungen fertigzuwerden ... Zunächst ging es glatt ab. Jeden Morgen, sobald Reuben Hirsch die Tefillin ablegte, drückte er an seinem Adamsapfel, dem „Knopf", verfiel hiebei in ein diebisches Lächeln, gab den Schülern einen Wink mit einem Auge nach dem Fach im Winkel, das „Dingsda" meinend, das Branntweinfläschchen.. . Und nachdem er bereits das „Dingsda" in den Hals hineingeschlumpert hatte, einen Becher und gerade auch eins und zwei und drei, machte er sich daran, das „Dingsda", die Schüler, zu kitzeln... Er kitzelte ohne Erbarmen bis zur Bewußtlosigkeit. Nach fünf Minuten lagen schon alle Schüler: der eine — unterm Tisch, der zweite — unter der Bank, der dritte — gar unterm Bett, wenn nicht mancher gar hinter dem Ofen oder hinter dem Ofengestell keuchte ... ,,Ja, das .Dingsda', das Kitzeln", sagte Reuben Hirsch und blinzelte verschmitzt mit dem einen kleineren Auge, „ist ein Amulett für ,Dingsda' — für den Appetit aufs Lernen ..." Als es aber zur Hauptsache, zum Lernen, kam, half das „Dingsda" dem Lehrer Reuben Hirsch mit seiner Methode nicht. Noach wollte sich um keinen Preis unterkriegen lassen und ans „Dingsda", aus Lernen herangehen ... Während der zwei Jahre, da Noach bei Reuben Hirsch Unterricht bekam, lief er zehnmal vom Cheder davon. Und einmal, als Reuben Hirsch nach langem Kitzeln Noach die Hosen herunterziehen wollte, versetzte der Junge ihm einen Fußtritt in den Bauch — und auf und davon. Den ganzen Tag und die ganze Nacht danach zeigte er sich nicht. Er kam nicht nach Hause, kam nicht in den Cheder. Reuben Hirsch und seine Schüler machten sich auf die Suche über den ganzen Marktflecken, spürten jedes Versteck auf, kramten hinter dem Ort herum, kamen bis in die Hundelöcher — und von da ging's unverrichteter Dinge wieder zurück. Zipe-Lca war fast von Sinnen. Wie ein gereiztes Tier fuhr sie mit dem Schürhaken in den Cheder zu Reuben Hirsch. Rasch bildete sich ein Auflauf von Nachbarn bei Reuben Hirsch, der jeden Halt verloren hatte, und alle drängten sich zu seinem Fenster. „Wo ist er, der Saufbold?", schrie die verzweifelte Zipe-Lea und drohte mit dem Schürhaken gegen Reuben Hirsch, der, nicht tot, nicht lebendig, vorne am Tisch mit glotzenden Augen in der Jarmulke saß, „wo ist der Mörder, der mir meinen Jungen umgebracht hat? Laßt mich, Juden, laßt mich zu ihm, ich muß ihn erschlagen! Entweder ich ihn oder er mich!" Die Schüler waren wie vor den Kopf geschlagen, der Lehrer sprang in Todesschreck auf... Er lallte, konnte kein Wort hervorbringen, seine Nerven waren gespannt, der kleine Schürhaken Zipe-Leas sprang ihm in die Augen, er stand gelähmt, kaum daß er daranging, sich hinten wo durchzuschlagen, einen Ausweg zu finden, aber vergebens.., Plötzlich stellte sich der Lehrer in Positur, tat einen Sprung durchs Fenster und verbarg sich, mit Verlaub, auf dem Anstandsort. Dorthin flüchtete der Lehrer, so oft er in große Gefahr geriet. Zum Beispiel, wenn ein „Uniformierter" kam... Den Schülern wurde es hell vor den Augen! Jedesmal ging man Aufwartung machen dem Lehrer, der in schweren Nöten auf dem Anstandsort saß. Jeder Schüler wollte ihn sehen, wie er „würdig" dasaß. „Kann man schon hinaus?", fragte der Lehrer leise jeden einzeln. „Um Gotteshimmels willen, höchste Gefahr! Bleiben Sie drin, Herr Lehrer!" Den ganzen Tag durchstöberte Zipe-Lea auf der Suche nach Noach den Ort von oben bis unten. Am Abend gesellte sie sich auch zu den Schülern. Man suchte alle Gärten, alle Plätze auf, untersuchte alle Gruben und Abhänge, reifte alle Huncte dos Ortes und brachte sie zum Bellen — von Noach keine Spur. Erst gegen Mitternacht begnadete Gott ihre Augen — sie bekamen irgendwo unter einem Zaun in einem Seitcngäßchen den Jungen schlafend zu sehen, wobei er in einer Hand zum Entsetzen der Mutter eine halb abgebissene Gurke hielt... Nach diesem Vorfall klopfte Zipe-Lea mit ihrem Sohn die Türen aller Lehrer ab — keiner wollte ihn aufnehmen: „Man kann jetzt, Zipe-Lea, mitten im Quartal, niemanden aufnehmen. Wie würde sich das schicken? Ein ausgesprochenes Verbot! Mit Gottes Hilfe, zum kommenden Quartal, dann ja! Wenn Gott uns das Leben schenkt, nach Sukkes, mit Gottes Hilfe..." Alle Schüler erschrocken vor dem Schürhaken, nur Noach kümmerte sich nicht darum. Er war ganz und gar mit dem Aufziehen der Tauben beschäftigt, die sein Freund Makarka von der Kazapen-Gasse ihm zugebracht hatte. Seine ganze Zeit gibt er ihnen hin. Gerade jetzt baut er einen Taubenschlag für sie. Makarka wird für ihn auch noch einen Hund bekommen, er hat es ihm für sicher zugesagt. Noach hat schon auf Serafims „Prachtstück" ein Aug geworfen... Außer den Hunden und Tauben gab es noch etwas auf der Welt — Marinka. Aber seitdem Noach begann, in den Cheder zu gehen, ließ er dies „Etwas" tief, tief in die Herzenskammer herabgleiten und lang, lang dort verschlossen bleiben. Er wußte, daß Marinka jetzt die Schweine auf dem öden Platz fütterte, und da er es wußte, wendete er sich nicht hin. Den ganzen Tag schlenderte er in der Gegend umher und zeigte sich nicht auf dem Platz. Er hatte ein wenig Angst, überdies schämte er sich ... Weshalb und vor wem, wußte er selbst nicht. So oft er von ungefähr an dem Platz vorüberkam, schlug, ihm das Herz und er sah sich um. Ihm kam es vor, als würde aus jedem Loch und Spalt das Einaug seines gewesenen Freundes und jetzigen Blutfeindes Notke Kambala ihm nachspüren. Dieser Blindskerl, die Pest soll über seinen Diebsvater kommen, besaß bloß ein Auge, aber dies Auge genügte für zwei, man konnte ihm nicht entrinnen. Immer fühlte er, wie das eine Auge ihm unter die Rippen kroch, ihm durch Mark und Bein ging. Vielleicht, daß er über Marinka und den Platz was herausgekriegt hat, wehe, wehe — wohin wird er dann seiner Schande entgehen! Und das Herz zieht zu dem Platz hin und zieht. Und einmal an einem freien Tag kann sich Noach nicht zurückhalten und begibt sich still dorthin. Er schleicht sich hinein, verstellt das Loch mit irgendeinem Brett, das ihm zufällig in die Hand kommt, und hält mit süßem Bangen Ungenau. Die Sache ist gar nicht sc schlimm. Der Platz so wie immer. Die Rasen mit den Hecken, di« dort wild verflochten wuchsen, wachsen so wie immer, flimmern schamhaft der hochleuchtenden Sonne entgegen. Aus dem Gräsermeer hört man das Pfauchen eines schweren Mastschweines, das Grunzen kleiner Ferkel. Das große Schwein brummt und pfaucht... Ist das nicht Marinkas Schwein? Still! Die Gräser zittern leis'. Eine Menge Schmetterlinge, weiße und dunkelfarbige, flattert durch die Luft hin und her. Noach spitzt die Ohren. Irgend ein Wesen, im Gras verborgen, bahnt sich einen Weg und läuft schnurstracks zu ihm. Noach hat haltgemacht, steht und wartet. Das Zittern der Gräserspitzen kommt immer näher, und plötzlich wirft sich aus dem Gras auf ihn — Skuripin!... Der Hund ist vor großer Freude fast verrückt geworden. Er tanzt und hüpft, stellt sich auf zwei Beine, reckt sich aufwärts wie ein biegsamer Wurm und springt Noach ins Gesicht, als wollte er Küsse mit ihm austauschen. „Genug", sagt Noach und gibt ihm einen leichten und zärtlichen Stoß, indes sein Herz ihm fast herausspringen will. Gleich darauf stellt er sich wieder gut zu Skuripin, nimmt ihn bei den Ohren und blickt ihm in die Augen: Nun, mein liebes Hündchen, wohin? Das kluge Tier versteht den Wink, läuft durch das dichte Gras voraus, rennt weiter und neigt fortwährend den Kopf zur Erde, bis es zur Eiche kommt. Neben der Eiche, im Gras, lag Marinka und schlief. Da-blieb der Hund stehen, als wollte er sagen: Hierher hab' ich dich gebracht! Noach stellte sich zur Seite und betrachtete Marinka. Oh, die Arme! Liegt sie hier einsamallein auf einem verlassenen Ort, auf dem nackten Gras, mit der Faust unter dem Kopf und mit geschlossenen Augen... Er beugte sich zu ihr und rührte sie sachte an: „Marinko, Marinitschko!" Marinka bebte ein wenig und schlug die Augen auf. „Noa!" seufzte sie in halbem Schlummer und ihre dünnen Hände streckten sich ihra wie von selbst entgegen und legten sich um seinen Hals. Noach schloß die Augen und ließ seinen Kopf in ihre Hände sinken. Das Herz wollte ihm ersterben. Er fühlte nur, wie es ihn herab zur Erde zog.., (Fortsetzung folgt.). LESET UND VERBREITET DIE NEUE WELT"! //' Eigentümer» Verleger, Herausgeber; und verantwortliche? Redakteur: Qberbaurat Robert Stricker. *-« Druck: Priickerel- und Keriagq-A^ Ignaz Stelmaanjj, tolde, jyiea, IX.f Uuiversitätsstraße 6—8,' ■

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