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Die neue Welt · 1934-01-16 · Heft 332 (16.1.1934) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
8 (1934)
Issue
Heft 332 (16.1.1934)
Date
1934-01-16
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 DIE NEUE WEL1 Nr. 332 Die schönste ralästina-Peise führt über Pom und Neapel mit dem „Conte d i Savoi a" zu Purim nach Tel-Awiw. Billige Pauschalpreise von S SSO...... aufwärts. Verlangen Sie Prospekte von Reisebüro „M arlo nb rücke" (Palästinadienst, Leitung- Berta Taubes), Wien, I.. Rotenturmstraße 26. Tel. R-24-2-86 ü. R-24-2-87. E stammung, diese VeiSammlung zu besuchen. Es geht um die Zukunft des holländischen Volkes und des Vaterlandes." Die Einladung war von v. d. Heuvcl-Dom sdorf als Landesleiter tür Deutschland unterzeichnet. nistischen Verbandes Griechenlands seit einem Jahre Hachscharah-Kurse eingerichtet. Zehn Chaluzim wurden bereits in Palästina untergebracht. Unter der hauptsächlich vom Kürschnerhandwerk und Räuchwerkbandel lebenden jüdischen Bevölkerung Castorias besteht von je eine starke Tendenz zur Auswanderung nach Palästina. Dir „Gotha" wird judenrein Aus London: ..Exchange Telegraph" meldet aus Berlin, daß fortab in den „Gothaschen Almanach" nur solche A d e 1 s f a m i 1 ie n Aufnahme finden, die bis in die vierte Generation einen adeligen und von jeder Mischung mit Juden freien Stammbaum nachzuweisen in der Lage sind. 100.000 Dollar zur Ansiedlung griechischer Juden in Palästina 1 Aus Saloniki: In den Vereinigten Staaten haben ehemalige jüdische Einwohner der heute eine jüdische Bevölkerung von etwa 300 Familien aufweisenden griechischen Stadt Castoria 100.000 Dollar gesammelt, um Juden aus Castoria die Ansiedlung in Palästina zu ermöglichen. Ein Delegierter der Landsmannschaft hat sich nach Palästina begeben, um die notwendigen Investitionen vorzunehmen. — In Castoria, das seit jeher im griechischen Zionismus eine bedeutende Rolle gespielt hat. hat die dortige Ortsgruppe des zio- An 2 Millionen luden in New York Aus New York: Das Organ der amerikanischen Buch- und Zeitungsverleger „Editor and Publisher" gibt in seinem „Führer durch den Wirtschaftsraarkt" folgende Daten bekannt: In New York leben an die 2 Millionen Juden, davon ungefähr 600.000 in Manhattan, 420.000 in Bronx, 500.000 in Bröoklin, 60.000 in Queens, 20.000 in Richmond und 150.000 in Vorstädten von New York. Dem jüdischen Konsum dienen mehr als 6500 Kolonial-, Geflügel- und Delikatessengeschäfte, 1200 Apothekeu, 3000 Zigarren- und Schreibwarengeschäfte, 6000 koschere Fleischschlächter, 700 Schuhgeschäfte, 275 Metallgeschäfte, 250 Farbwarengeschäfte, 2500 Möbelgeschäfte, 150 Geschäfte mit elektrischen Bedarfsartikeln und mehrere tausend Kurzwarenläden und Spezialgeschäfte. Sie alle liegen in den jüdischen Stadtteilen. Schätzungsweise betragen die Ausgaben für den. Lebensunterhalt, der mit Hilfe der Geschäfte bestritten wird, 375 Millionen Dollar jährlich. Es gibt in New York elf jüdische Theater. In den jüdischen Stadtteilen befinden sich zwölf von Juden geleitete Banken mit 50 Filialen und einem Gesamtkapital von mehr als 500 Millionen Dollar, davon 75 Millionen, die in S p a r k ö n t i angelegt sind. AUS PALÄSTINA Ruthenberg§ würdiger Protest Pinchas Ruthenberg, der Gründer und Leiter der elektrischen Zentralstation in Palästina, hat jetzt auf würdige Weise seinen Protest gegen die Palästina-Regierung wegen ihrer anti jüdischen Politik zum Ausdruck gebracht. Er hat nämlich elektrische Maschinen und elektrisches Material bei nicht-englischen Firmen bestellt und gleichzeitig in der Jerusalemer jüdischenglischen Tageszeitung „Palestine Post" eine Erklärung seiner Handlungsweise veröffentlicht. In dieser Erklärung wird festgestellt: Die Palästina-Regierung hat das Offert der Ruthenberg-Station, für die Wasserversorgung Palästinas Kraft zu liefern, abgelehnt. Ohne Rücksicht auf die viel billigeren Preise Ruthenbergs ist die Regierung im Begriffe, für die Wasserversorgung besondere Kraftanlagen zu errichten, obwohl dadurch der Wasserpreis in Jerusalem erheblich erhöht wird. Ruthenbergs Unternehmen hat hunderttausende Pfund in Palästina investiert und dadurch zur industriellen und landwirtschaftlichen Entwicklung des Landes wesentlich beigetragen und enorme Steuerbeträge dem Fiskus zugeführt. * All diese Tatsachen haben die Palästina-Regierung nicht daran gehindert, die elektrischen Arbeiten für die Wasserversorgung anderweitig zu vergeben. Sollte Englands Handlungsweise dem „Bedenken" entspringen, die Araber könnten sich' darüber aufregen, daß ein Jude mit der Durchführung eines Regierungsauftrages betraut worden ist? Wird Keith Roach Bürgermeister von Jerusalem? Aus Jerusalem: In arabischen Kreisen verlautet, daß der Distriktskommissar für den Norddistrikt Edward Keith Roach, der seinen Sitz in Haifa hat, der aussichtsreichste Kandidat für den Posten des Jerusalemer Bürgermeisters ist, falls dieser Posten mit einem Engländer besetzt werden und er aus dem Staatsdienst ausscheiden sollte. Distriktskommissar Keith Roach ist schon 1917 mit der englischen Besetzungsarmee nach Palästina gekommen; früher war er Regierungsbeamter im Sudan. Der Name des Herrn Keith Roach ist mit einer peinlichen Affäre verbunden, welche sich im Jahre 1929 abgespielt hat. Den Arabern zuliebe, welche damals eine Hetze gegen die an der Klagemauer betenden Juden begannen, hat der damalige Polizeichef von Jerusalem, eben dieser Herr Keith Roach, den Jom-Kippur-Gottesdienst von der Klagemauer durch Polizisten sistieren und die Beter vertreiben lassen. Den Vorwand bot ein zwischen Männern und Frauen aufgestellter Wandschirm. Steinbombardement gegen das deutsche Konsulat Aus Jerusalem: Unerkannt gebliebene Personen haben das Gebäude des deutschen Konsulats in Jerusalem mit Steinen bombardiert. Die Fensterscheiben gingen in Trümmer. Sonstiger Schaden wurde nicht angerichtet. Die Kapitalisleneinwanderung Aus Jerusalem: Der soeben veröffentlichte Jahresbericht der Handelskammer von Tel- Awiw bringt bemerkenswertes Material über die Zahl der jüdischen Einwanderer, die mit eigenem Kapital nach Palästina gekommen sind. In den ersten neuen Monaten des Jahres 1933 sind 2025 jüdische Einwanderer mit einem Eigenverm ögen von je mindestens 1000 Pfund ins Land gekommen. Durch diese Einwanderer wurden somit mindestens drei Millionen Pfund nach Palästina gebracht. Außerdem sind die Gelder zu berücksichtigen, die durch Institutionen ins Land gesandt wurden oder von Touristen investiert wurden, die später das Land verlassen haben. In den vorangegangenen Jahren war die Kapitalisteneinwanderung weit schwächer. Sie betraf 1930 192, 1931 269 und 1932 754 Einwanderer. Man erwartet, daß die noch nicht fertiggestellte ^Statistik, für das Gesamtjahr 1933 eine Zahl von etwa 3000 jüdischen Einwanderern mit e i g e n e n Mitteln ergeben wird. Neue Siedlungen Aus Jerusalem: Südlich von Jerusalem sollen in einem Gebiet, das in alter Zeit ein Zentrum des Obstbaus war, wieder Obstplantagen errichtet werden. Der Gärtner S.Z.Holzma n n aus Rechowoth hat unter Beteiligung des amerikanischen Seidenfabrikanten Isaak Sachs aus Ramath Gan ein Gebiet von 5 00 0 Dunam erworben, auf dem 200 Familien auf der Grundlage des O b s t b a u s angesiedelt werden sollen. Bewässerungsmöglichkeiten sind in weitem Ausmaß vorhanden. Die Initiatoren des Projektes stehen in Verhandlungen wegen Ankaufs weiterer Grundstücke in dieser Gegend. In Ras el Ain bei Petach Tikwah hat die Kommission zur Unterbringung von Neueinwanderern 1000 Dunam zur Anlage einer neuen Arbeitersiedlung erworben. Geplant ist die Ansiedlung von 2 0 0 Familien, davon 50 Familien deutsch-jüdischer Einwanderer. Die übrigen Siedler sind landwirtschaftliche Arbeiter aus der Scharon-Ebene und Judäa. Jüdische Anwälte in Palästina Aus Jerusalem: Wie vom Obersten Gericht Palästinas der J. T. A. mitgeteilt wird, sind in Palastina 206 jüdische und 155 arabische Advokaten beim Obersten Gericht eingetragen; die Praxis üben aber nur 167 Juden und 152 Araber au3, so daß die Juden 52 Prozent und die Araber 48 Prozent der praktizierenden Anwälte ausmachen. Die Baubewegung in Tel-Awiw Im August 1933 wurden 224 Baubewilligungen für 1104 Zimmer und 14 Geschäfte auf 37.329 Quadratmetern erteilt. (August 1032: 100 Baübewilligungen, 353 Zimmer, 8 Geschäfte, 12.917 Quadratmeter). Baubewegung vom 1. Jäner bis Ende August 1933: 1524 Bewilligungen, 6084 Zimmer, 160 Geschäfte, Baufläche 203.866 Quadratmeter. Die Nachfrage nach verschiedenen Baumaterialien ist sehr lebhaft. Olivenölexport Die Gesellschaft „Shemen" in Haifa exportierte in den letzten Wochen ihre Qualitätserzeugnisse (OlrVenöl und Seife) nach Oesterreich, Australien, Südafrika, : Britisch- und Portugieslsch-Tndien, England, Irak und \ Kuba. 140*000 Pfund für Messebauten in TebAwiw Aus Tel-Awiw: Auf einer Sitzung des Measeau83chusses der Levante-Messe, die am 26. April in Tel-Awiw eröffnet werden und einen Monat dauern wird, teilte Bürgermeister Meir D i z e n g o f f mit, daß für die Errichtung von Ausatellungsgebäuden zur Messe 14 0.0 0 0 Pfund aufgewandt werden sollen. Die eine Hälfte dieses Betrages wird von den Messe b e h ö r d e n, die andere Hälfte von ausländischen Regierungen und Firmen zur Verfügung gestellt. Schon jetzt sind auf dem Messegelände 500 Arbeiter und Angestellte beschäftigt, ihre Zahl wird bis zur Eröffnung der Messe auf mln- Zur Ncugründung einer in Palästina (erstklassige modernste Maschinen und geschulte Arbeltskräfte bereits vorhanden) wird Kapitalist zur Beteiligung mit 50 Prozent gesucht. Erforderlich von Pfund 5000.— aufw. Ia Referenzen werden gegeben. Unter „Rascher Entschluß" an die Annoncen-Expedition Heinrich Schalek, Wien, I., Wollzeile 11. destens 1000 steigen. An den Beratungen des Messeausschusses nahmen Vertreter bedeutender Gemeindeorganisationen und Ges,chäftsunternehmungen teil. Rund 12.000 jüdische Palästina-Einwanderer aus aus Polen im Jahre 1933 Aus Jerusalem. Durch Vermittlung der Palästina-Aemter der Zionistischen Organisation in den polnischen Ländern sind im Verlauf des Jahres 1933 11.916 Juden aus Polen nach Palästina gekommen. Diese Ziffer schließt sämtliche Einwandererkategorien ein. Große Ei folge der Wiener Hakoah Sieg in Valenciennes. — Unentschieden in Paris Nach dem kurzen, sehr erfolgreichen Abstecher nach Afrika kehrte Hakoah auf ihrer Winterreise wieder nach Frankreich zurück. In Paris trat die jüdische Mannschaft gegen Red Star-Olympique an und konnte gegen die außerordentlich starken Franzosen ein 2 : 2-Resultat erzielen. Die Hakoahner drängten unausgesetzt, doch hatten sie bei vielen ihrer Aktionen den Zufall gegen sich; vor allem die Innenstürmer hatten außerordentliches Schußpech. Die zahlreichen Zuschauer waren mit den gebotenen Leistungen vollauf zufrieden. Die Tore erzielten Ehrlich 1 und Reich. Tags darauf traten die Blau-Weißen, nachdem sie eine lange Fahrt von Paris zurückgelegt hatten, in Valenciennes gegen den dortigen Fußballklub au und siegten nach schönem Spiele 4:2. In blendender Verfassung befand sich die Läuferreihe der Hakoah. Auch im Angriff befanden sich die Innenstürmer in großartiger Form und ihre Leistungen erweckten Anerkennung und Beifall der Franzosen. Die Tore schössen Ehrlich I (2), Mausner, Reich. Dank ihrer großartigen Leistungen wurde die Hakoah noch für mehrere Wettspiele in den französischen Provinzstädten verpflichtet. Das weitere Reiseprograram lautet: 11. in Lille, 13. Lorient, 14. Quimpere, 18. Reimes. 20. Rouen und 21. Le Havre, ■ * Die Landhockeymanusehaft der H a k o ah erhielt auf Grund ihrer Leistungen Einlaxlungen nach England, Frankreich und die Schweiz. HakoaS dürfte den Einladungen Folge leisten und zu Ostern inj London, Paris und Zürich antreten. Konstituierung der I-.andesschekelkommis8iovi für 5694. Entsprechend der Weisung der Zionistischen Exekutive in London hat sich die Landesschekelkommisslon, bestehend aus je einem Vertreter des Zionistischen Landes^ Verbandes und der innerhalb Oesterreichs bestehenden Landesgruppen der Zionistischen Sonderverbände, konstituiert. Als verantwortlicher Leiter fungiert Herr Dr. Josef Grünberger. Die Verteilung und Abrechnung der Schekalim sowie die einschlägige Korrespondenz obliegt Herrn Dr. Rudolf Glücklich, I., Kärntnerstraße 28. Neue. Jüdische Künstlerspiele, II.. Taborstraßc 12 (Hotel Stefanie). Die bekannten Künstler Ann Lerner und David Seidermann beginnen Freitag, den 19. Jänner und täglich ein Gastspiel im neu gegründeten Theater mit der Uraufführung der musikalischen Komödie „Der singende Ganef". Der Kartenverkauf hat bereits begonnen. Beginn halb 9 Uhr abends. — Das genannte Künstlerpaar hat sich in der jüdischen Theaterwelt einen guten Namen gemacht. lOjahriges Jubiläum der KKL-Versiclierungsabteilumg des „Phönix" Im Dezember 1933 feierte die Keren-Kajemeth- Versicherungsabteilung des „Phönix" ihren zehnjährigen Bestand und gleichzeitig die zehnjährige Tätigkeit des Herrn Gerson W i 111 i n als Direktor dieser Filiale. Die Feier wurde vom Kollegen Martin Schärf eröffnet, der insbesondere die großen Verdienste des Herrn Direktor Wi111 in hervorhob. Dr. E. M. Zweig, Leiter des Versicherungsdepartements des KKL. in Jerusalem, referierte hierauf über die Leistungen der KKL.-Versicherungsabteilung und würdigte die hervorragenden Leistungen des Jubilars. Im Namen der Mit-; arbeiter beglückwünschte Herrn Direktor Wittlin Kollege Eliazar Stein und überreichte ihm das Diplom der Eintragung in das Goldene Buch des Keren Kajemetb. Die Grüße der Direktion überbrachte Herr Prokurist Dr. Siegm. Hüsqher. Es sprachen noch die Vertreter der WIZO der Zion. Bez.-Sektion Leopoldstadt, des Bundes jüdischer Frontsoldaten und des Keren Kajemetb, worauf Herr Direktor G. Wittlin in warmen Worten ftlr die zum Ausdruck gebrachten Glückwünsche dankte. Er. gedachte der Förderung dieser Abteilung seitens der Zentral-Direktion, insbesondere durch Herrn Direktor Friedrich Grübe 1, und dankte auch seinen Mitarbeitern, die redlichen Anteil an dem Aufstieg der Filiale genommen haben. Es langte eine Reihe schriftlicher und telegraphischer Begrüßungen ein. Predigten werden Freitag, den 19. Jänner 1934, bei. den um 4 Uhr 20 Minuten beginnenden Abendgottesdiensten in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen abgehalten: II., Pazmanitengasse 6 (Rabbiner Dr. Z. Taubes); III., Untere Viadukt-: gasse 13 (Rabbiner Dr. K. Kupfer); IX., Müllnergasse 21 ■ (Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz; XIX., DplUnergasse 3 (Rab-, biner Dr. A. Frankfurter). Eigentümer. Verleger, Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Oberbaurat Robert Stricker. Druck: Druckerei- und Verlags-A.-G. Ignaz Steinmann, beide Wta% e IX., Universitätsatraße

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