Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 7 (1933)
- Issue
- Heft 329 (29.12.1933)
- Date
- 1933-12-29
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2711613-2711899-2711951--4094-2717529- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
mmmmmmmmm^mmissmmmmm tf^mf^mm^mmm^mm^^^^^mw^ HEM9MRG Nr. 329 DIE NEUE WELT SelUT §EEFELDir IN TIROL 2 0 0 m) B0°/0 FahrprelsermäBIguns hervorragendster Wintersportplatz uno Höhenluftkurort, das Sonnenparadies für Kinder, jede Art Wintersport, schneesicher. Pension Geschwister Scheer im Hotel „Hochalm" Bekannt erstklassige Verpflegung, Wiener Küche, Streng billige Preise. Telephon 28. Mitglied des Vereines zur Förderung ritueller Speisehäuser, Hamburg. amtsprüfung wurden verschärft und die Anforderungen bei der Prüfung selbst erhöht. Erst nach einem Probejahr an einer öffentlicher* Schule unter Anleitung eines erfahrenen Lehrers wird der Kandidat eine Lehrstelle antreten können. 4. Nur die für Mittelschulen geprüften Lehrkräfte werden von nun an an Gymnasien und Realschulen unterrichten dürfen. 5. Um dem Mängel an geeigneten Lehrbüchern für jüdische Geschichte und hebräische Sprache abzuhelfen, werden Fachmänner beauftragt, neue und zweckentsprechende Lehrbücher zu verfassen. 6. Ergänzungsunterricht. Die Ge^ meinde unterhielt noch vor drei Jahren nur eine Bibelschule, im Vorjahr bereits 20 hebräische Sprach- und Mittelschulen mit 27 Lehrkräften und 149 Wochenstunden bei einer Frequenz von 1400 Kindern. Im heurigen Schuljahr haben wir 2 5 hebräische Sprach- und Bibelschulen eröffnet mit 38 Lehrkräften, welche 210 Wochenstunden erteilen, bei einer Frequenz von 2100 Schülern und Schülerinnen, darunter 626 Mittelschüler. An den von Vereinen erhaltenen und von der Kultusgemeinde mit S 155.000 jährlich subventionierten Sprach- und Bibelschulen (zionistische Sektionen, orthodoxe Talmud-Thoras, Chajes-Realgymnasium, Jüdische Volks- und Hauptschule, „Talmud-Thora", Jugendbünde) lernen 2400 Kinder und Jugendliche. Daher sind bereits 4500 schulpflichtige Kinder, ein Drittel der Jugend im Alter von 6 bis 16 Jahren, erfaßt. Das Ziel ist, mindestens 7000 Schüler mit Ergänzungsunterricht zu versorgen. Die Frequenz der Jugendgottesdienste ist im heurigen Schuljahr eine so starke, daß aus pädagogischen und disziplinaren Gründen an die Teilung, bzw. Vermehrung der Gottesdienste geschritten werden muß. Das hebräische Pädagogium wurde reorganisiert und zu einer vornehmen Lehranstalt mit SO Hörern ausgestaltet. Die Kultusgemeinde deckt zwei Drittel des Budgets dieser von Oberrabbiner Dr. Chajes s. A. gegründeten Anstalt. Die Subventionen der Kultusgemeinde für die Jüdische Volks- und Hauptschule „Talmud-Thora" in der Malzgasse mit 870 Schülern und für das Chajes-Realgymnasium mit 410 Schülern wurden derart erhöht, daß deren laufendes Jahresbudget ausgeglichen erscheint. Ebenso werden, zwei Drittel des Budgets der Theologischen Lehranstalt seitens der Kultusgemeinde gedeckt. Kultusvorsteher Dr. Klaber konstatiert, daß die Elternschaft und die breite Oeffentlichkeit die Leistungen der jetzigen Leitung, des Unterrichtsressorts mit Dank anerkennt. Ueber Antrag des Referenten wurden alle Vorschläge der Unterrichtskommission einhellig angenommen. Makkabäerfeier der Wiener Judenstaatspartei Die Makkabäerfeier der Judenstaatspartei nahm einen ausgezeichneten Verlauf und hinterließ bei dem zahlreich erschienenen Publikum den tiefsten Eindruck. Das „Moaus zur" sang Kantor Josef Feuer mit schöner Stimme und warmempfundenen Vortrag, die inhaltlich und. rhetorisch hervorragende Festrede des Rabbiner Dr. I. Z. Kann er wirkte zündend, der junge Sänger Max Lichtmann, der sich bereits einen guten Namen gemacht und eine schöne Karriere vor sich, hat, brachteunter Begleitung von Walter Pirk jüdische Lieder zum Vortrag, Oskar Teilet rezitierte in gewohnt meisterhafter Weise nationale Gedichte. Abschluß und Höhepunkt bildete das Auftreten der jungen Sängerin Ljuba Lewicka, in der man eine vortreffliche Künstlerin mit hervorragenden Stimmitteln kennenlernte. Begeisterter Beifall dankte den Arrangeuren der Feier und den Mitwirkenden. e. kr. Jüdische Auswanderung aus Breslau Aus Breslau: Nach den vorläufigen Ergebnissen der Volkszählung von 1933 zahlte Breslau Mitte Juni dieses Jahres 19.722 ortsansässige jüdische Bewohner gegen 23.240 bei der Volkszählung im Jahre 1925. Das bedeutet einen Rückgang um rund 15 Prozent. Im Jahre 1933 sind von Jänner bis Oktober 1107 Juden aus kleineren Orten In Breslau zugezogen, aber 2357 abgewandert, so daß ein Wanderungsverlust von 1250 Personen entstanden ist. 58 Prozent der Abwanderer sind ins Ausland gegangen. 378 Personen haben Palästina als Ziel angegeben, 160 Polen, 133 die Tschechoslowakei, 90 Frankreich, 83 Holland, 44 Oesterreich, 31 Italien usw. Die Großstädte sollen von Juden „gesäubert" werden 1. j Berlin: Beim Innenministerium wurde eine Sonderkommission eingesetzt, die die Aufgabe hat, die Abwanderung aus den übervölkerten Großstädten zu fördern. In den Richtlinien, die dieser Kommission gegeben wurden, wird dargelegt, daß auch bei der Entvölkerung der Städte das Rassenprinzip In Anwendung zu kommen habe. Wie dieses Rassenprinzip gehandhabt werden soll, wird nicht gesagt, und eben darum besteht die Besorgnis, daß im Rahmen der Tätigkeit der Entvölkerungskommission Angriffe gegen die Juden in den Großstädten unternommen werden würden. Jüdischer Appell an die polnische Regierung Aus Warschau: In der Sitzung der Budgetkommission des polnischen Sejm richtete der Sprecher des, Jüdischen Klubs, Dr. Rosmarin, an den Minister für Post- und Telegraphenwesen den Appell, Huden als Beamte in seinem Ressort anzustellen, fofcÄÄL aus modernem Mattseidengewebe (K. Seide) mitneuartlgen, andersfarbigen Aermeln WIEN'S WARENHAUS OBk SPARSAMEN! Nina Horowitz Solomon Rosner Verlobte; Wien, im Tewes 5694 'Seit vielen Jahren, sagte Dr. Rosmarin, werden Juden als Postbeamte nicht mehr aufgenommen, die Zahl der vorhandenen jüdischen Beamten verringert sich, bald wird das Postwesen judenrein sein. Von den im Jahre 1918 in Ostgalizien vorhanden gewesenen 365 jüdischen Postbeamten sind heute nur noch 70 im Amte. Auch die übrigen staatlichen Ressorts, sagte Dr. Rosmarin,* sollten die steigende Not unter der jüdischen Bevölkerung berücksichtigen und Juden in den Staatsdienst aufnehmen. Die Winterhilfe an Juden wird in Schlesien und Bayern; - . . > sabotiert Aus Berlin: Obwohl die Reichsregierung, die Parole ausgegeben hat,, -daß die Winterhilfe auch , bedürftigen Juden zugute kommen solle, werden die Juden in Breslau bei der Winterhilfe vollkommen übergangen, so daß die Not unter ihnen sehr groß ist. Auch aus Bayern kommen Meldungen, daß dort die Parole, die Juden in die Winterhilfe einzubeziehen, sabotiert wird. Jüdische Kunstssell n., Aspernbruckengasse 2, Tel. R-48-2-91. Büro: 9 bis %1 Uhr. Ermäßigte Karten stehen zur Verfügung: Staatsoper, Burgtheater, Akademietheater, Scala, Kammerspiele, Komödie, Stadttheater, Der liebe Augustin, Jüdische Kleinkunst „Chad-Gadjo", Jüdisches Theater u. a. Konzert Lotte Lehmann, 28. Dezember, Großer Musikvereins-Saal. Konzert Artur Schnabel, Großer Konzerthaus-Saal, 12. Jänner. Konzerl jüdischer Musik Für das am 18. Jänner im Offenbach- Saal stattfindende Konzert Jüdischer Musik hat Joachim Stutschewsky ein reichhaltiges Programm zusammengesteift, das über Wesen und Entwicklung der jüdischen Kunstmusik Aufschluß geben wird. Das Programm wird umrahmt von einer „Phantasie über chassidische Themen" für Klarinette, Streichquartett und Klavier von M. Stillman und der bereits populär gewordenen Dybuk-Musik von J. Engel: Dazwischen stehen: die neuen Variationen über ein Volkslied für Klarinette und Klavier von J. Brandmann, Klavier- und Violoncellwerke von Stutschewsky, darunter die Uraufführung zweier Wiener Stücke für Cello und Klavier, ferner Lieder (Hebräisch, Jiddisch und Deutsch) von Engel, Schkljar (Jeruscholaim), Krein, Milner und Weinberg. Neben Stutschewsky wirken mit: die Sängerin Hanna Schwartz, der Pianist Robert Spitz, der Klarinettist Hans L e w i t u s und ein Ensemble aus unsern besten Künstlern, Israel Brandmann, Elsy Stein (Violine), Lotte Hammerschlag (Bratsche) und Emmerich Gara (Cello). Dieser repräsentative Konzertabend wird den Beweis erbringen, daß es eine moderne jüdische Musik wirklich gibt. Kartenvorverkauf im Sekretariat der Wizo, I.f Jordangasse 7 (5 bis 7 Uhr), im Büro des K. K. L., I., Kärntnerstraße 28, und an der Konzertkassa Dr. Artur Hohenberg. Jüdische Bühne II., Praterstraße 60. Telephon R-43-4-59. Ab Samstag, den 30. d. M., und täglich „Dua glickliche Medel", Komödie in drei Akten mit Gesang von Werwil. Beginn %% Uhr. Sonntag, den 31. d. M., große Abend- und Nachtvorstellung. Die jüdische Kleinkunstbühne Ghad-Gadjo, welche unter der Leitung von Dr. N. Bririd im Theatersaal des Hotel Stefanie, IL, Taborstraße 12, höchst erfolgreich begonnen hat, setzt ihre Vorstellungen jeden Samstag und Sonntag fort. Preise von S 1 bis 1.50 inklusive Garderobe und Theaterzettel. Neues, reichhaltiges Programm. S. Eliahu Krybus, der ausgezeichnete jüdische Liedersänger aus Palästina, der kürzlich im Großen Konzerthaussaal durchschlagenden Erfolg hatte, tritt demnächst eine Auslandstournee an. Die Palästina-Touristik Die Stadtgemeinde Tel-Awiw hat wie jede andere moderne Stadt eingesehen, daß der Fremdenverkehr für die Entwicklung dieser Stadt, sowie des ganzen Landes von großer Bedeutung sein kann. Die Stadtverwaltung hat daher ihrerseits alles dazu beigetragen, um den Fremdenverkehr nach Palästina nicht nur durch Propaganda zu fördern, sondern auch tatsächlich alles das den Fremden zu bieten, was eine moderne junge Stadt, die eine glänzende Lage am Meeresstrande hat, einem verwöhnten Touristen bieten soll. Besonders jetzt, in dieser Jahreszeit, da in Europa nicht für jeden das Wetter zuträglich ist, bietet Palästina und die Stadt Tel-Awiw etwas besonderes: Mai- und Junitage im Februar. Die Stadtgemeinde Tel-Awiw hat es, anderen Großstädten gleich, verstanden, alle Mittel in die Wege zu leiten, um die Schönheiten Tel-Awiws und Palästinas unter den breiten Massen bekannt und populär zu machen, und hat daher in den meisten Großstädten Europas Beauftragte ernannt, die Palästina-Kunde und sonstige Touristik-Fachkenntnisse besitzen, um den Interessenten mit den gehörigen Informationen dienlich zu sein. Als offizielle Propagandastelle der Gemeinde Tel-Awiw für Wien ist das Wiener Büro des Weltreisebüros Compass Tours bestellt. Jeder einzelne sowie auch Gruppen können im Büro der Compass Tours die gewünschten Informationen über Tel-Awiw und Palästina kostenlos erhalten. Am 21. Februar 1934 veranstaltet Compass Tours eine Reise zum Purim-Carneval nach Palästina mit der „Conte di Savoia" (48.000 t). Es ist diesem Büro dank seinem innigsten Kontakt mit dem Lande, gelungen, solche Bedingungen für diese Reise zu schaffen, die den Tett> nehmern um billiges Geld das Beste bieten.