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Die neue Welt · 1933-12-08 · Heft 326 (8.12.1933) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 326 (8.12.1933)
Date
1933-12-08
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Saite« DIE NEUE WELT Nr. 326 intellektuelle Kreise gewertet werden. Vor «niger Zeit hat Dr. Fr ick, der Präsident des Zürcher JÜristenvereines, welcher alle Rechtsanwälte des Kantons umfaßt, in einer von 2000 Personen besuchten Versammlung eine scharfe antisemitische Rede gehalten, ftr sagte, man müsse den „verderblichen jüdischen tieist" mit allen Mitteln ausrotten, um so mehr, als zjufolge des Einflusses der Juden in der Schweizer Gesell- Schaft dieser jüdische Geist auch in christliche Gehirne gedrungen sei. Er forderte auch, daß man den äuden das passive Wahlrecht entziehen möge. Vor Kurzem fand nun die Generalversammlung des Juristen- Vereines statt. Im Namen der jüdischen Mitglieder protestierten Nationalrat Dr. Farbstein und Rechtsanwalt Rosenbaum gegen die Wiederwahl des Antisemiten Dr. F r i« k zum Präsidenten der Fachvereinigung. fit. Frick erklärte, daß er jüdische Kollegen persönlich iftlmer korrekt behandeln werde, bei seiner politischen Überzeugung jedoch beharre. Der von den jüdischen Mitgliedern unterstützte Gegenkandidat fiel durch und der Antisemit Dr. Frick wurde wieder zum Prästanden gewählt. heater, Kumt und iitiillilllliilililllllllllliliii Li« « r a Cup Dyntows ,Sänger seiner Trauer' .;<: . Aufgeführt von der „Karawane* ,j t. Wenn ich über die Aufführung von Ossip Dymows ^Sänger seiner Trauer" durch das neugegründete Theaterstudio „Die Karawane" berichte, so spreche lOh zum Teil auch in eigener Sache. Denn durch die ^Übersetzung des Stücks aus dem Jiddischen und den dramaturgischen Zuschliff habe ich mich mitverantwortlich gemacht an der Möglichkeit einer deutschen Aufführung. Die Wiener Tagespresse hat sie mit viel Lob bedacht, das Publikum hat empfunden, daß die Aspirationen der unter Leitung von Elias Jubal irapetuos arbeitenden jugendlichen Künstlerschar auf einer anderen Ebene liegen als die der ständigen Repertoirebuhnen. Hier also wäre Genugtuung erreicht. .t Aber gerade diese Aufführung der Karawane bat ein Problem aufgerollt, das die Schwierigkeit deutschjiddischer theatralischer Gestaltung immer wieder aufscheinen läßt — im Wesen der Sprache und im Wesen der Geste. Um es kurz zu sagen: Elias Jubal, eingefangen in die Melodie einer hart an der Grenze des Jiddischen stehenden deutschen Sprache, transponierte sprachliches ifituitionsresultat in eine schauspielerische Form, die für Haltung, Farbe, Bewegungsart, Tempo, stimmliche Höhen- und Tiefenlage seine eigenen Gesetze bekam.. Das %är und bleibt das Neue und das Prinzipielle an dem von iger Karawane geleisteten Werk. Für Elias Jubal ist nun der Weg zu noch nicht gespieltem Theater offen. \ Dero Werk dienten schöpferisch (die Reihung nicht jtm Sinne eines Decrescendo!) Schaff er (Joschko), £ary (Schejne); Polland (Wasserträger), Sperber (Kaminfeger), Fe rgyn (Chodesch), Scnulz {Schadehen), Worth (Rosel), Jorysch (Lurje), Wy 1 fs^mjontschik). Nun, Karawane, brich auf! o. r. Jüdische Kiiitslsfeile!h n., Asperabrttckengasse 2, Telephon B-48-2-91 ' Büro: 9 Uhr vormittags bis halb 7 Uhr abends $3 Den Mitgliedern, stehen ermäßigte Karten für folgende Theater zur Verfügung: Staatstheater, Scala, Kamm erspiele, Komödie, Casinofrh^eater, Theater a. d. Wien, Der liebe Augustin. — Konzerte: „Hanigun", 30 jüdische Sänger aus Deutschland: 7. Dezember, Großer Konzerthaussaal. —- Vorträge: Fritz Grünbaum spracht über;,Humor als Weltanschauung" am 14. Dezember im Vorträgssaal „Mirjam", I., Jordangasse 2, Beginn halb 8 Uhr Abends. — Chefredakteur Georg Wolf am 21. Dezember hai Vortragssaal der „Mirjam", I., Jordangasse 7: „Der leidende Moses", Beginn halb 8 Uhr. — KUnstlerhaus: Reklame-Ausstellung. IfidUdie Kleinkunstbühne „ChaiMiadjoh" EJne Gruppe jüdischer Künstler faßte den mutigen tjrad begrüßenswerten Entschluß, neben den vielen Neugfündungen kabarettähnlicher Unternehmungen'auch eine solche jüdischer Prägung ins Leben zu rufen. •Die ersten zwei Veranstaltungen im Saal eines Kaffeehauses in der Praterstraße brachten Beweise e c htjer jüdischer Kunst, aber der Rahmen erwies sich aia ungeeignet Der neurenovierte Th e a t e r s a a 1, Tl., Taborstraße 12, ist wie kein anderer geeignet, die Chadgadjoh-Künstler zu beherbergen. Diese arbeiten bereits unter der künstlerischen Leitung der in Wien glänzend akkreditierten Männer vom Fach Dr. Brind, Fiderer, Szafrenko, um am 16. Dezember 1. J. mit einer Musterveranstaltung die Spielzeit zu eröffnen. Jüdische Bohne, II., Praterstraße 60. R-43-4-59. „A Majsse fln amul" (eine Geschichte aus alten Zeiten4). Lebensbild mit Gesang in 4 Akten von Wllner. Beginn '8.30 Uhr. mM o a u s Z n r" von A. M. Rothmüller. Für genaschten Chor. Herausgegeben vom „Omanuh", Verein zur $$rderung jüdisoher Musik in Zagreb, Ivkanceva uL 81. P^els der Partitur EM 0.25, Chorstimmen bei Abnahme von zehn oder mehr nur BM 0.15. Bestellungen aus Oester» reich bei der Verwaltung unseres Blattes, sonst unter obiger Adresse. y* •' - 1 Arbettsmögllchkclten in Palästina. Es bieten sich derzeit ArbeitamöglichkUten in Palästina für perfekten Koch (Köchin) und Kellner in einem großen Hotelbetrieb. Ferner für gelernte Zigarrenarbeiter oder Arbeiterinnen tWlckelmacher und Zigarrenoller) und Seidenweber. Nähere Auskunft erteilt die Wirtschaftsstelle des PaläirtparAmtes, Wien, L, Kärntnerstraße 28. Sprechstunden: Dienstag uud DonnereUg 18 Uhr SO bis 19 Uhr 80. "Hl ' —- f< i.v/ Dr. Nachuna Goldmann (Genf-Paris), Präsident des ite des Deiögations Juives, Leiter des jüdischen Weltigreases, spricht Montag, den 11. Dezember, um Jb 9 Uhr abends im Festsaal des Hotels Continen- IL, Taborstraße 2, Uber „Das Schicksal der ffuden in Palästina und in der Galuth". m a S 1.— und —.50 im K. K. L., I., Kärntner- Straße 29, Radikal-zionistisches Verbandsheim, II., Praterttrafle 11, Cafe Central, n., Taborstraße 8, Bücherstube Rath, II., Taborstraße 20 a, und Cafe* City, XX., PorzellanitpL 'f}v C Seefeld "■ES hervorragendster Wihlersportplatz und Höhenluftkurort, das Sonnenparadies für Kinder, jede Art Wintersport, schneesicher. Pension Geschwister Scheer Bekannt erstklassige Verpflegung, Wiener Küche. Streng billige Piei-e. Telephon 28. Mitglied des Vereines zur FÖrdeiunp ritueller SpeUehäuser, Hamburg. Hochschüler, erfahrener Pädagog, erteilt erfolgreichen Unterricht an Volks-, Haupt- und Mittelschulen in allen Gegenständen. Gefällige Zuschriften unter „Sicherer Erfolg" an die Administration. GeburtstagsJubiläum M. H. Landau 85 Jahre alt Der Vater des Präsidenten der Jüdischen Telegraphen-Agentur, Herr Moses Hirsch Landau, feiert am 11. d. M. seinen 85. Geburtstag. Von einem leichten Unwohlsein befallen, befindet sich der Jubilar in einem Sanatorium im Zustand der Besserung. Das „Komitee zur Schaffung eines M.-H.-L a n d a u- Fonds im Jüdischen Waisenhaus zu Baden bei Wien" hat diesen Fonds bereits vor fünf Jahren, anläßlich des 80. Geburtstages des Jubilars, begründet. Indem das Komitee dem ehrwürdigen jüdischen Patrizier herzlichst gratuliert und ihm eheste volle Wiedergenesung und langes Wirken auf dem ihm lieben Gebiet jüdischer Humanität wünscht, gibt das Komitee gleichzeitig dem einzigen Wunsch des Jubilars an seine vielen Freunde und Verehrer dadurch Ausdruck, daß er bittet, diesmal von persönlichen Ehrungen und Gratulationen Abstand nehmen und dafür den den Namen de3 Jubilars tragenden Fonds reichlich zu bedenken und ihn zu stärken und zu fördern. Komitee zur Schaffung eines M.-H.-Landau-Fonds im Jüdischen Waisenhaus Baden bei Wien. Vereutsnadiriditen Judenstaatsjugend, II., Untere Äugartenstraße 38 Donnerstag: 8 Uhr: Hebräischkurs für Vorgeschrittene (Leiter Dr. Taub). Samstag: 6 Uhr Sichah der Kwuzah Drucks, 7 Uhr Sichah der Kwuzah F. Kolb. Sonntag: Wanderung, Treffpunkt halb 0 Uhr Schottentor, 6 Uhr abends Heimabend. Montag: 8 Uhr Hebräisch für Anfänger (Leiter Dr. Taub). Dienstag: halb 8 Uhr abends Seminar — Diskussion. Mittwoch: 7 Uhr Sicha der Mädchenkwuzah, halb 9'Uhr: Groß'e Makkabäer-Feier im Heim. Verein der Buczdczor in Wien veranstaltet Samstag, den 9. Dezember, um 8 Uhr abends in den Sälen des Zionistischen Verbandes, II., Untere Augartenstraße 38, eine Chanuka-Feier. Das Reinerträgnis fließt der Kohlenaktion für die armen Mitglieder zu. Karten bei den Ausschußmitgliedern und an der Kasse. Histadruth Iwrith. Samstag, den 9. Dezember, viertel 9 Uhr abends, im Saale der Stanislauer, II., Praterstraße 11, I. Stock, Vortrag des Rabbiners Dr. M. Gerstel über „Aestheti k". — Seminare der Histadruth Iwrith. Samstag, den 9. Dezember, halb 7 Uhr abends, im Saale der Stanislauer, Seminar für neuhebräische Literatur (Auerbach), halb 8 Uhr abends Seminar für Mischnah und Agadah (Rabbiner Dr. Zicker). — O n e g Schabbath der Histadrut Iwrith. Samstag, den 9. Dezember, 4 Uhr nachmittags, im Saale der Mirjam, I., Jordangasse 7, Oneg Schabbath für die hebräischsprechende und hebräischlernende Jugend. Vortragende: Dr. Ch. Tartakower, J. Meilen und A. Gesang. — Kinus der Hebräischlohrer der Histadruth Iwrith. Sonntag, den 10. Dezember, pünktlich halb 8 Uhr abends, im Saale des Pädagogiums, IL, Tempelgasse 3, III. Stock, Kinus der Hebräischlehrer der Histadruth Iwrith. Tagesordnung: Elementarunterricht im Hebräischlesen (Referenten: Dr. Weinstein, Oberlehrer Müller). „Judäa." Samstag, den 9. Dezember 1933, um halb 8 Uhr abends rindet im Festsaal des Zentralheims der „Judäa", IX., Alserstraße 26, ein Abend jüdischer Kunst statt. Es wirken mit die Herren Adolf Baller, Walter Guttmann, Max Lichtmann und Schwager sowie die Damen Esther Schächter. Nelly Spielmann, Hilde Leschetltzky, Herma Joch, Berti Zischka und andere. Gäste willkommen! Zugunsten der Schülerausspeisung an der jüdischen Volks¬ und Hauptschule für Knaben und Mädchen, Wien, IL, findet Dienstag, den 12. Dezember, um 7 Uhr abends im Festsaal des Hotels Bayrischer Hof, IL, Obere Augartenstraße 5, eine Akademie statt. Herr Ministerialrat a. D. Dr. Leo Deutsch" 1 ä n d e r wird die Festrede halten. Ferner wirken Herr Direktor Jakob Feldhammer (Rezitationen) und eine Gruppe aus Deutschland geflüchteter jüdischer Künstler mit. Restliche Karten an der Abendkasse. Das Sportamt des Gesamtverbandes jüdischer Hochschüler Oesterreichs „Judäa" veranstaltet in der Zeit vom 24. Dezember bis 6. Jänner einen Anfänger- und Tourenkurs in Mitterau. Geboten wird: Bahnfahrt hin und zurück, geheizte Zimmer, Betten, fünf Mahlzeiten (zweimal täglich Fleisch), staatlich geprüfter Skilehrer, Gepäcktransport, Skikonkurrenzen mit Preisen. Eigener Arzt fährt mit. Preis (für Mitglieder der ,,Judäa"): vierzehn Tage S 71.—, zehn Tage S 56.—, sieben Tage S 46.—. Einzelzimmer S 5.— Zuschlag für die ganze Kursdauer. Unfallversicherung gegen ganz geringen Beitrag. Ausführliche Auskünfte und Anmeldungen im neuen Zentralheim der „Judäa", IX.. Alserstraße 26, Hochparterre. Montag bis Donnerstag von 6 bis 8 Uhr abends, Mittwoch von 2 bis 3 Uhr nachmittags, Freitag von 12 bis 3 Uhr nachmittags. Bibel- und Talmudvorträge im Beth-Hakneseth „Bene- Berlth", XX., Kaschlgasse 4 (Rabbiner Moses Horowitz), jeden Sonntag. Dienstag und Donnerstag beim Abendgottesdienst, Freitag nach dem Abendgottesdienst. Das Wirtschaftsamt der „Judäa", Wien, IX., Alserstraße 26 (Telephon A-25-2-28), gibt bekannt: Alle Arten von Nachhilfeunterricht (Hofmeisterposten, Einzelstunden, Maturavorbereitung, Musikunterricht, Nachhilfe auch für Hochschüler, Kanzleihilfeposten usw.) werden kostenlos und schnellstens durch das Wirtschaftsamt der „Judäa" vermittelt. Telephonischer Anruf genügt. Unterstützt dadurch den jüdischen Studenten! Jüdischer AngesteUtenverband „Emunah", Wien, I., Salzgries 14. Samstag, den 9. Dezember, Vortrag des Herrn Dr. W. Meiseis: „Was muß der junge Mensch von der Medizin wissen?" Beginn viertel 9 Uhr abends. Eintritt frei. Gäste willkommen. — Jugendgruppe des Jüdischen Angestelltenverbandes „Emunah". Samstag, den 9. Dezember, halb 8 Uhr abends, im Verbandsheim. L, Salzgries 14, Besprechung von jugendlichen Angestellten zwecks Gründung der Jugendgruppe der „Emunah". Erscheinet zahlreich und pünktlich! „Jutäa", Jngendflrrnppe des Tempelverelns, Wien, IL, Pazmanitengasse 6. Der Hebrftischkurs der „Jutäa" unter Leitung Sr. Ehrw. Rabb. Dr. Zwie Taubes findet jeden Montag von 8 bis 9 Uhr abends im Sitzungssaal des Tempels, Wien, IL. Pazmanitengasse 6, statt. Anmeldungen und Auskünfte sowohl am Kursabend als auch an den allwöchentlichen Vereinsabenden in unseren Klubräumen, Restaurant Herlinger. IL, Taborstraße 18 (Hingang Hotel National), Mittwoch ab 8 Uhr abends. Familienschutz. Wir suchen redegewandte Damen und Herren, die sich mit der Werbung für unsere Vereinigung beschäftigen wollen. Nähere Bedingungen sind in der Zeit von 10 bis 12 Ubr vormittags und 3 bis 5 Uhr nachmittags, Familienschutz, IL, Aspernbrücken« gasse 2, zu erfragen. Stimmen über den »Fanulien§diuf;« Seit einigen Monaten besteht in Wien eine, unter Mitwirkung des Vorstandes der Kultusgcmeinde und einiger führender jüdischer Persönlichkeiten geschaffene Institution unter den Namen Familienschutz. Diese Institution hat es sich zur Aufgabe gemacht, den jüdischen Mittelstand auf dem Wege der Selbsthilfe vor Inanspruchnahme der allgemeinen Fürsorge nach Möglichkeit zu bewahren. In den Dienst dieser sozialen Aufgabe hat sich die Wiener Kultusgemeinde auch deshalb gestellt, weil es ihr immer schwieriger wird, die stets wachsende Zahl der jüdischen Notleidenden zu befürsorgen. Eine gleiche Einrichtung wirkt in Deutschland seit fast drei Jahren und kann auf einen sehr großen Kreis jüdischer Mitglieder bereits hinweisen. In Wien ist die Zahl der Mitglieder und Freunde des Familienschutz im ständigen Wachsen begriffen, aber die Zahl jener, die diese Einrichtung nicht kennen, ist noch sehr groß. Wir wollen hier einige Stimmen von Männern und Institutionen, die diese Einrichtung genau kennen, der jüdischen Oeffentlichkeit vermitteln. Die Zen tralwohlf ahrtsstelle der deutschen Juden schreibt Uber den Familienschütz: „Der ,Familienschutz' ist ein gemeinnütziges Unternehmen, das der Erhaltung der Familien und der Für» sorge für die Hinterbliebenen dient. Die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden fördert nach Kräften den im Familienschutz verwirklichten Gedanken praktischer Selbsthilfe, der Familienschutz dient mit dem Ertrage seiner Arbeit nicht nur den Versicherten, sondern auch den gemeinnützigen Aufgaben der jüdischen Gemeinden, Wohlfahrtsämter und wohltätigen Vereine.'« Rabbiner Dr. Bäck, Vorsitzender der Zentralwohlfarhtsstelle, schreibt: „Es gibt eine Harmonie der Interessen: Ein Geben und Helfen, in dem einer sich und anderen zugleich gibt und hilft, sich nützen will und zugleich anderen nützt. Hier liegt auch der Wert des Familienschutz ganz besonders für unsere Tage. Alles, was über das Heute hinaus zum Morgen, zu seiner Aufgabe und seiner Hoffnung hinführt, kann auch zu einer seelischen Aufrichtung werden!" Die Wiener Kultusgemeinde schreibt über den Familienschutz: .....Mehr als je zuvor verdient diese für Wien neue Einrichtung — in anderen Großstädten wirken ähnliche Institutionen seit Jahren segensreich — im eigensten Interesse die Förderung jedes Einzelnen. Die allgemeine wirtschaftliche Notlage macht sich selbstverständlich auch im Haushalte der Kultusgemeinde sehr fühlbar; die Gemeinde ist schon heute kaum mehr in der Lage und sie wird —r wenn nicht eine allgemeine Besserung eintritt — in Hinkunft noch viel weniger in der Lage sein, den an sie gestellten Anforderungen zu entsprechen; sie wird — um nur einige« zu erwähnen — bei der Gewährung von Gratistrauungen, bei der unentgeltlichen Aufnahme in ihrem Spital, bei der Aufnahme in die jüdische Versorgungsanstalt und bei der Vornahme von B e e r d ig u n g e n in Hinkunft nicht in jenem weitgehenden Maße den einzelnen Parteien entgegenkommen können wie bisher, weil es die Finanzlage der Kultusgemeinde und die Rücksicht auf die Allgemeinheit nicht gestatten. . Hier soll nun durch den „Familienschutz" helfend eingegriffen werden; durch ganz geringe Monatsbeiträge ist jedermann in der Lage, für alle die angedeuteten und für andere, in jeder Familie unausbleiblichen Ereignisse in finanzieller Beziehung vorzusorgen und sich und seine Angehörigen vor schwerer Bedrängnis zu bewahren. Deshalb empfiehlt der Vorstand der Kultusgemeinde den Mitgliedern der Gemeinde den „Familienschutz" aufs wärmste."' Amtliche Verlautbarungen der IfraeL Kultusgemeinde Wien« Israelitischer Jugendgottesdienst. Samstag, den 9. Dezember 1933, findet in allen Gemeinde- und Vereinssynagogen der Jugendgottesdienst um 3 Uhr nachmittags statt. Predigten und Schrifterklärungen in den Gemeinde- und Bazirkssynagogen. Freitag, den 8. Dezember 1933, werden bei den um 3 Uhr 50 Minuten beginnenden Abendgottesdiensten in nachbenannteri Gemeinde- und Bedrkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: IL, Tempelgasse 3 (Oberrabbiner Dr. I. Taglicht); HJ., Untere Viaduktgasse 13 (Rabbiner Dr. K. Kupfer); VHL. Neudeggergasse 12 (Rabbiner Dr. M. Bauer); IX., Müllnergasse 21 (Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz); XLX., Dollinergasse 3 (Rabbiner Dr. A. Frankfurter); XX., Kluckygasse 11 (Rabbiner Dr. B. Murmelstein); XXI., Holzmeistergas&e 12 (Rabbiner Dr. M. Rosenmann). Samstag, den 9. Dezember 1933, beim Hauptgottesdienst Schrifterklärung: XX., Kluckygasse 11 (Rabbiner Dr. B. Murmelstein). Lieferungsvergebung Seitens der israelitischen Kultusgemeinde Wien gelangt mit 1. Jänner 1934 die Herstellung von Fundamenten und Grabeinfassungen aus Beton und Eisenbeton samt dem dazugehörigen Erdaushub für Grabsteine und Grabeinfassungen auf dem Zentralfriedhof, I. Tor, und auf dem Neuen israelitischen Friedhof, IV. Tor, Wien, XI., Simmeringer Hauptstraße, zur Vergebung. Jene Firmen, weiche zur Offertstellung herangezogen werden wollen, werden eingeladen, dies bis längstens Montag, den 11. Dezember 1933, dem Technischen Amt der israelitischen Kultusgemeinde, Wien, I., Seitenstettengasse 2, IV. Stock, bei welchem auch während der gewöhnlichen Amtsstunden (Samstage ausgenommen) alle näheren Auskünfte erteilt werden, schriftlich bekanntzugeben. Die freie Auswahl unter den sich meldenden Firmen zwecks Heranziehung zur Offertstellung für die einzelnen Arbeiten behält der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde seinem alleinigen Ermessen vor. Eröffnung einer Ausspeisung iro Prater. Dank einer namhaften Spende, die sich von den sonst leider geringfügigen Beiträgen für die Notstandsaktion in erfreulicher Weise abhebt, ist es möglich geworden, pchon mit 3. Dezember 1. J. im Lokal, IL, Scbasian-Kneippgasse 11-18, eine Ausepeisung zu eröffnen. Damit ist zumindest für einea Teil der ärmsten jüdische» Bevölkerung in diesem Elendsviertel die wohV tuend© Möglichkeit geschaffen worden« währen4 daf

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