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Die neue Welt · 1933-11-10 · Heft 322 (10.11.1933) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 322 (10.11.1933)
Date
1933-11-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis 35 Groschen Iftlttgoag 7 freitags den 10* November 1933 -o. V*b«b« v*rle*er versendet -«r rfdltear** BEZU08BEDIN0UNQEN: Oesterreich monatlich S 1.50, vierteljährig S 4.20, ttanzjährl&S 16.- {Polen monatlich Zloty 2.—, vierteljährig Zloty 6.-. Tschechoslowakei monatlich Kc 1 Lei 40.-, vierteljährig Lfl 120.- Lewa 120.—; Italien monatlich Jährig Schweizer Francs 4.50 HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Redaktion n. Verwaltung: Wien IX, Universitätsstr. 6-8, lel. B-48-504 — Erscheint jeden Freitag REVUE ^IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIN^ 1 JUDENSTAATSPARTEI ÖSTERREICHS | 1 Donnerstag, den 16. November 1933, halb 9 Uhr abends, Festsaat des Hotel Continental, II, Taborstraßc 4 | Lichtbildervortrag (Tonfilm) 1 Dr. M, Harnik: „Mit Auto und Kamera nach und durch Erez-Israel" | I Regiebeitrag S 1 SO und S 1.~ Vormerkungen bei Paula Stricker, Tel. A-48-1-89; § Adm. der „Neuen Welt«*, Tel. A-45 6-34; Margit Buchbinder, Tel. A-46-3-38 e liiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiriiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiim .....iiimiiiiiiiiiitiiirP —Bjp^BjpjBjBJnmmm^ sprachen von Ratsherrn Davis, Sir Philip Guedalla, Leo Mot^kin gestorben I wBmm^smmammmmmmmmmKmammmmaSi Kurz vor Redaktionsschluß erfahren wir aus Paris, daß dort in der Nacht zum t. November Leo Motzkin an den Folgen einer langdauernden Herzkrankheit gestorben ist. Der Verstorbene, der ein Alter von 66 Jahren erreichte, war in der zionistischen und jüdischen Welt eine populäre Persönlichkeit. Siphon in jungen Jahren hatte sich Motzkin, der in Kiew geboren wurde und in Berlin Jura studierte, dem politischen Herzl-Zionismus angeschlossen und sein Lebenlang für diesen gearbeitet. Auf seine Initiative trat im Jahre 1920 die erste jüdische Welthilfskonferenz zusammen; auch vertrat Motzkin auf allen Minoritätenkongressen (zuletzt Genf 1033) die jüdische Minderheit. Die Nac.hkrlegsk ongresse sahen Leo Motzkin als den traditionellen Präsidenten. Dem Aktionskomitee gehörte * Motzkin seit 1925 ebenfalls als Präsident an. Zuletzt trat Leo Motzkin' In der Vorwoche auf der Londoner Jüdischen Welthilfskonferenz hervor, wo er gegen den unpolitischen Charakter dieser; Tagung protestierte. Die Zionistische \V"eltorganisation verliert In dem Verstorbenen einen treuen- Repräsentanten,? dessen Loyalität unbestritten war. bei allen zionistischen Fraktionen Letzte Nachrichten aus Palästina Aus Jerusalem: Auch der letzte Freitag (Wochenfeiertag der Moslems) ist in ganz Palästina ruhig verlaufen. Allgemein wird angenommen, daß die Unruhewelle verebbt ist und daß das Leben überall in seinen normalen Bahnen geht. An dem Freitag-Mittag-Gebet in der Omar-Moschee zu Jerusalem nahmen Massen Araber aus den umliegenden Dörfern teil, aber nur ein kleiner Teil der Moschee-Besucher versuchte, eine Kundgebung zu veranstalten; sie wurden von der Polizei rasch und ohne Mühe vertrieben. Ungeachtet der Streikbeendigungsparole der arabischen Exekutive dauert im Jaffaer Hafen der Streik zum Teil noch an, so daß sieben Frachtschiffe nicht ausgeladen werden können. Die Zahl der Opfer während der ganzen Unruhewoche hat sich nach genauer Prüfung als bedeutend geringer erwiesen, als anfänglich sogar von den Behörden angenommen wurde. Im ganzen wurden während der Unruhewoche 5 Araber, unter ihnen 1 Polizist, getötet, 25 Araber wurden sehwer verletzt ins Hospital gebracht, 127 Araber erlitten leichtere Verletzungen. Die Polizei zählt 27 verletzte englische und arabische Polizisten. Die offizielle Mitteilung der Palästina-Regierung, daß eüie Reihe Kommunisten wegen aufrührerischer Propaganda im Zusammenhang mit den Unruhen verhaftet wurden, wirft ein eigentümliches Licht auf die Tätigkeit der arabischen Exekutive, die sich sowohl deutschen nationalsozialistischen . als auch russischen bolschewistischen' Einflüssen zugänglich zeigt. Der Boykott gegen deutsche Waren beschlossen In England Aus London: Am Sonntag, den 5. November, wurde in London die vom Jewish Representative Council einberufene Konferenz zur Durchführung des antideutschen Boykotts bei Anwesenheit von mehr als. 5Q0 Delegierten, die 15 0.0.0 0 Juden aus allen Teilen Englands vertreten, abgehalten. Nach• An« von Chacham Dr. Moses Gaster, Sir Robert Mond, P. Horowitz und anderen führenden Persönlichkeiten, die alle betonten, daß der Boykott sich nicht gegen Deutschland und das deutsche Volk, sondern gegen die von der jetzigen deutschen Regierung geübte Entrechtung und Unterdrückung der Juden richtet; wurde einstimmig eine Entschließung zum offiziellen Boykott deutscher Waren gefaßt. Die Entschließung fordert die Juden in allen Teilen des britischen Reiches auf, k e i n e , d e u t s c h e n Waren zu kaufen-1 und - keine deutschen Dienste zu benützen, „solange den Juden in Deutschland die volle bürgerliche Rechtsgleichheit vorenthalten wird". Der Verlauf der Beratung und die Ansprachen der Führer machten auf alle Anwesenden, auch auf die Vertreter der Presse, einen tiefen Eindruck. Palästina mit den vorzüglichen, großen Salonschiffen der direkten Eillinie TRIEST—JAFFA des LlOYD TRIESTINO Abfahrten Jeden Mltt wo oh um UUhr Ferner: Luxusellllnlen nach Athen, Istanbul, Alexandrien, Bombay, Ceylon, Slngapore, Shanghai Schnellste Schiffe . Höchster Komfort Ausk.: Lloyd Triestlno, Wien 1, KSrntnerrlng 8, Tel. 47-5-60 ...... ■ ' ' Die Schuld der arabischen Exekutive an den Exzessen gegen die britische Verwaltung Wenn bisher auch noch nicht alle Motive klargelegt sind, die zu den blutigen Unruhen der arabischen Nationalisten Palästinas geführt haben, so steht döch die eine Tatsache fest: die Grundfesten des jüdischen Nationalheims sind unerschüttert geblieben. Die Nachrichten, daß der jüdische Jischuw seiner Arbeit; in gewohntem Maße nachgegangen sei, während aufgehetzte arabische Massen gegen die englische Verwaltung demonstrierten, müssen uns ein Gefühl der Genugtuung geben, das stark genug ist, die letzten palästinensischen Ereignisse unter dem Aspekt einer historischen Entwicklung zu sehen. Wie sich in der nächsten Zeit das Verhältnis der Zionistischen. Exekutive zur Palästina- Administration, . d. h.'-.zum. Oberkommissär Wauchope, gestalten wird, läßt sich vorläufig; noch nicht sagen. Die arabischen Extremisten, welche ihre Anhänger in das Feuer der englischen Gewehre getrieben haben, werden zunächst ihre Stellungnahme gegenüber der britischen Verwaltung festzulegen haben, und von dieser vor. allem wird es abhängen, ob die Ruhe des unter jüdischer Arbeit aufblühenden Landes auch weiterhin noch gestört werden darf. Das energische' Einschreiten: der britischen Behörden hat zwar den arabischen Hetzern zu verstehen gegeben, daß England nicht gewillt ist, die Wohlfahrt Palästinas und sein kolonisatorisches Prestige preiszugeben; aber solange England den sogenannten arabischen Führern nicht beigebracht hat, daß es am Ernst der Mandatsverpflichtung und der Balfour- Deklaration nichts zu rütteln gibt, werden die arabischen Versuche, das jüdische Aufbauwerk zu stören und der. britischen Verwaltung Schwierigkeiten zu machen, nicht aufhören. Gerade jetzt ist der Augenblick gekommen, wo. der verantwortliche Gouverneur des Landes, Sir Arthur Wauchope, durch eine eindeutige Erklärung den arabischen Hetzern ( die Hoffnungslosigkeit ihrer .verbrecherischen Bestrebun- Alle im redaktionellen Teil befindlichen ent liehen Notizen sind durch ein beigefügtes E bezeichnet //Tftree Stars" Kohle o Koks Anthrazit ■■HMMH HÖCHSTER QUALITÄTEN MHbVHHMH Bäsch, IV/ Argenlimerstraße 22 ♦ Tel* Serie U-47-5-40 air-;;. ■ -.-V- -».,,■.•.-■■; ......... .... . , . gen" ins:Bewußtsein bringen müßte. Und diese Haltung könnte , durch nichts besser; unterstützt werden als durch eine gerechte Behandlung des Einwand e'r un g s'p r o b 1 e m s, durch Z u teil u n g weiterer Zertifikate, solange eben das unselige Zertifikatensystem, existiert. Wenn : England das /Ein«, strömen jüdischer Menschen von der Kapazität des Landes abhängig gemacht sehen will, dann muß es eben die Kapazität r ic h t i g a b s c h ä tz e n — nicht nach einer theoretischen Formel, die es vielleicht von den-arabischen Efendis bezieht, sondern nach der lebendigen Wirklichkeit, die sich täglich zugunsten der jüdischen Ansprüche ändert. Jedes, andere Regime wird die arabischen Hetzer zu neuen Attacken gegen das Mandatsland Palästina ermuntern. Gegen die arabischen Bädeisführer Wie bereits berichtet, ist die englische Verwaltung Herrin der Lage. In ganz Palästina ist seit'dem 31. Oktober die Ruhe vollkommen hergestellt. Die J. T. A. berichtet weiter: Nicht nur in englischen, sondern auch in weiten arabischen Kreisen Palästinas, äußert man Erbitterung und' scharfe Verurteilung über die Urheber der blutigen Abenteuer, die das Volk ' durch .Uebertreibungen verführten und es nutzlos opferten. Die Zahl der Toten und " Verletzten , bei allen Kämpfen steht noch nicht fest. Die Korrespondenten, d?f Londoner Presse nehmen an, daß insgesamt 3 7 P e rsönen, unter ihnen zwei arabische Polizisten, getötet und daß 18 britische Polizisten und 25 arabische Polizisten sowie 180 Araber verletzt worden sind, Von den e n g 1 i s c h e n Polizisten sind drei, von den arabischen Demonstranten 3Q ernstlich verletzt. Mehrere bekannte Araber sind unter den Verletzten, der berüchtigte Scheich El Muzaffar, einer der Arrangeure des Judenmassa,kers von 1922, Hegt in bedenklichem Zustand darnieder. Man glaubt, daß alle Rädelsfährer verhaftet sind, unter ihnen Jamal Hussein!, Vetter des Jerusalemer Mufti und früherer Sekretär der arabischen. Exekutive, sowie die Mitglieder der Exekutive IzzatDarawa.za und Said El-Khalali, ferner ein Führer der arabischen Jugend, Jacon G. Hussein. Schon früher wurde der Advokat Auni Bey Abdul Hadi, Führer des extremistischen Flügels in der arabischen Exekutive, verhaftet. Alle bisher verhafteten Urheber der Demonstrationen, unter ihnen Mitglieder der arabischen Exekutive, werden vorläufig mindestens .15 Tage in Untersuchungshaft behalten. Der High Commissioner Sir Artur Wauchope ,hat von der Londoner Regierung weitgehende Vollmachen erhalten, kraft deren er verschärfte Sicherheitsmaßnahmen eingeführt hat. Oeffentliche Demonstrationen sind strengstens verboten. Die Distriktskommissäre haben Vollmacht erhalten, im Bedarfsfälle den Ausnahmezustand in ihren Gebieten zu verhangen, der die Einsetzung von Kriegsgerichten, strengste Kontrolle aller Transportmittel, die Enteignung von Privateigentum und Verbannung durch administrative Verfügung vorsieht. Alle in PalÄ» stina. erscheinenden Zeitungen unterliegen einer Zensur* Dagegen wurde von der Verkündung des „Sechjrohmbet>#>

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