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Die neue Welt · 1933-09-01 · Heft 312 (1.9.1933) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 312 (1.9.1933)
Date
1933-09-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Rmmm mm' mm tmm BBZUQSBEDINOUNQEN: Oesterreich monatlich S 1.50, vierteljährig S 4.20. RanstthrJgS 16.—; Polen monatlich Zlo^ mT^ mm m m m^~ Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc 15.-; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljahrig Dinar 40.—: Romlateo monituCtJ II ■ ■ Lei 40.-, vierteljährig Lei 120,-^Detto^ Mm m^M m^ Lewa 120.-; Italien monatlich Lire 5.-, vierteljährig Lire 14.—; Sdrtreiz und We übr Igen Länder monatlich Schweizer Francs 1Ä, viertel! mW ^mmr mmm) fährt? Schweizer Francs 4.» HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER Redaktion u. Verwaltung: Wien IX, Untoersitätsstr. 6-8,1 et. B-48-504 — Erscheint jeden Freitag Der Prager Zionistenkongreß Querschnitt ohne Bilanz Prag, 29. August. Auch den mit den Gepflogenheiten eines Zionistenkongresses nicht sehr vertrauten Menschen fällt das schleppende Tempo der Tagung auf. Nicht» als ob die Sacho selbst an diesem Zustand schuld wäre! Keineswegs. Aber die Linken sind es wiederum, die provozieren, Verschiebungen anstreben und immer noch aus der Arlosoroff-Affäre Kapital schlagen wollen. Wir erleben abermals das Schauspiel aus Palästina bestellter alarmierender Telegramme, die den Kongreß lähmen, die Integrität des Histadruth-Zionismus beleuchten und den politischen Gegner,. d. h. den Revisionismus, diffamieren sollen. Der Frevelmut, den Revisionismus sozusagen vor das Tribunal eines linksgerichteten Kongresses stellen zu wollen/hat bisher keine Früchte geträgen. Das, Manöver mit den Telegrammen, aus denen' die direkte' Mordschuld seitens Achi-Meirs und seines Kreises hervorgehen soll, verfing nicht einmal bei den der-, link e u S M m mu n g sm a oh » r ei h ö r i g e n D.'e 1 e gl e r t e;n de r M i 11 e. Die Versuche, durch taktische Manöver den Kongreß unter Druck zu stellen und in wcltere^^ die Revisionisten auszuschließen, wären derart, plump, daß der Kongreß, beziehungsweise: die; Verhandlüpg^rTauß'erhalb de» Plenums eine Niederlage der „braven" Linken ergaben. : Daneben aber lief die zweite Tendenz: Prof. Weizmann um jeden Preis wieder an die Spitze der Bewegung zu bringen. Wie man weiß, hielt sich der gewesene Präsident und das jetzige A.-O.-Mitglied Chaim Weizmann fern von Prag auf. Aber diese physische Abwesenheit sollte nicht etwa ein Desinteressement an dem weiteren Gang der Bewegung bedeuten. Der unterirdische Einfluß wuchs im quadratischen Verhältnis zur Entfernung. Wie vor zwei Jahren in Basel, so gab es auch heuer einen telephonisch und telegraphisch geführten .Nebenkongreß, an dem sich. zunächst die Führer der Arbeiterpartei und die nicht'sehr wetterfesten Herren der Allgemeinen beteiligten. Zurzeit steht die Situation so, daß die Welzmann-Trabanten die Kandidatur des gewesenen Präsidenten als die Lösung . der kommenden Leitungsfrage und dessen Wiederwahl als das natürlichste Ding von der Welt betrachten und in die zionistischen Couloirs hinausposaunen. Das Spiel geht welter. Weizmann schmollt, aber stellt Bedingungen. Weizmann will nicht, aber er ist bereit. Weizmann ist fern vom Schuß, aber seine Trabanten halten ihm die Stange. Wer behaupten sollte, daß solch ein Manöver mit der von den Linken so oft betonten Würde des Kongresses vereinbar sei, würde sich — gelinde gesagt — den Vorwurf der Geschmacklosigkeit zuziehen. Inzwischen hat sich das impressionistische Weltbild der Allgemeinen offenbart. Die Gruppe A, die jedem Erlebnisdruck nachgibt, war den Taktiken der Linken auch heuer nicht gewachsen: Sie sammelt Unterschriften für Chaim Weizmann und hält nach dem Muster jeder schwachfundierten, charakterweichen Gruppe Separtkonferenzen ab. Die Radikalen tun so, als würden sie Katz im Sack spielen, aber ihr Exponent, Herr Jizchak Grün- Bil ligste Reisen zu den jüdischen Feiertagen nach Polen ~ Krakau tour-retoiir Lemberg tour - retour S 78.- BHUß mit unserem Sonderzug. Abreise: 18» Sept, 1933. Paß und Vlsagebtthren gratis. Billigste Preise. Auskünfte: Relseotiro Schenker & Co., I. Scbottenring 9. Tel.-R.50-510, E. Ferste), 1, Itfrti'nerring 12, Tel. U<40-301. * Alle im redaktionellen Teil befindlichen entgelte lieben Notizen sind durch ein beigefügtes E bezeichnet bäum, fühlt schon den Strandgeruch von Tel-Awiw, beziehungsweise die Sonne Jerusalems um seinen Scheitel spielen. „Herr Grünbaum, wir wissen, wohin Sie Ihr Weg führt", rief ihm Meir Großmann in der Generaldebatte zu. Wohin den Radikalen der Weg führt? Ins Lager des Nichtjudenstaatszionismus Weizmann, der bekanntlich jeder Radikalität, auch der legitimen, abhold ist. Herr Dr. Margulles, langjähriger Weggefährte Grünbaums, hat sich von den Radikalen separiert. Er tat dies zweifellos in einer glücklichen Stunde. Die Jabotinsky-Revisionisten erscheinen von dem Augenblick an, wo eine große Deklaration vor dem Plenum unterblieben ist, völlig isoliert. Die Stoßkraft, die sie vor zwei Jahren besaßen, ist nirgends zu verspüren. Sie sind Objekt des Kongresses geworden und werden zweifellos aus diesem Zustand für künftighin die Konsequenzen ziehen müssen. Selbst ' der peripherste Beobachter muß zugeben, daß Meir Großmanns Rede von durchschlagender Wirkung begleitet war. Denn er ist der; einzige, der die politische Lage zeichnete und den Mut. hatte, : einen k o nstruktiven Weg: zu zeigen. Die Durchschlagskraft seiner RedeTHfcorinte auch bezeugen, daß die T Mandate; seien weniger als^O, r> 'i'if l:t'E:&e!|t^ii richtig ist. - "V Wie richtig, wie voraussichtig seine Interpellation bezüglich des in Rede stehenden Transf erv er träges (Ueberführung jüdischen Vermögens aus Hitler- Deutschland nach Palästina) war, ersieht man aus der Verlegenheit, die sich auf dem Kongreß selbst, ergab. Herr Bert Locker mußte sich zur vorläufigen Erklärung (Näheres an anderer Stelle des Blattes« Anm. der Red.) bequemen, daß weder eine Kommission noch die Exekutive Verhandlungen mit der deutschen Reichsregierung gepflogen hätten, und daß Uber diese Angelegenheit zu gegebener Zeit Aufklärungen gegeben würden. Aber schon das Berühren dieser Frage fand allenthalben Nachhall. Der Londoner „Daily E x« p r e s s", das Rothermere-Organ mit seiner ^-Millionen- Auflage, beschäftigt sich in ihrer Nummer vom 28. August in einem „Hitler schließt ein Handelsabkommen mit Palästina" betitelten Artikel mit der Frage eines Transfervertrages und bemerkt hiezu, daß eine zionistische Abmachung mit Hitler- Deutschland beträchtliches Befremden in englischen Finanzkreisen hervorgerufen habe. Man hätte annehmen müssen, daß gerade das jüdische Palästina das letzte Land sein würde, das sich dazu hergeben sollte, mit Hitler einen Vertrag abzuschließen. Das allgemeine Befremden liegt natürlich schon auf der Linie der Deutschland-Revolution, die von der Mehrheit angenommen wurde. Wie vorauszusehen, hat sich die Trennung zwischen der Jabotinsky-Gruppe und den demokratischen Revisionisten nunmehr definitiv vollzogen. Die Großmann-Gruppe der demokratischen Revisionisten hat durch die Konstituierung einer eigenen Partei, der „Judenstaatspartei", diese Trennung auch schon nach außenhin . kundgegeben. Die Partcideklaration hat folgenden Wortlaut: . Juden§taatspartei Sonderverband der Zionisten-Revislonisten in der Zionistischen Weltorganisation Auf einer in Prag, während der Tagung des JXVIIL Zionistenkongressea abgehaltenen Konferenz hat der Sonderverband beschlossen, seine Verbindung mit der Weltunion der Zionisten-Revisionisten zu lösen und den Namen „Judenstaatspartei" (Sonderverband der Zionisten-Revisionisten in der Zionistischen Weltorganisation) anzunehmen. Hiermit ist » die durch die Krise im Revisionismus geschaffene Lage geklärt. Dieser Beschluß bezweckt aber nicht lediglich diese Klärung. Er ist auch eine Antwort an den Kongreß, dessen Verlauf alle ehrlichen Zionisten mit tiefer Trauer erfüllen DAMPFBAD fördert am angenehmsten und wirksamsten STOFFWECHSEL Die DAMPFBÄDER im sind weltberühmt, unerreicht an Größe, Kleganz und Zahl der Räume und Bassins, Komfort und Hygiene lind trotzdem . Im Abonnement (5 Karten) nur $ 2b" per Bad HÖHE;^ .: . gegen-' S 1.— Zuschlag . u : •' ■•muß, an diesen Kongreß^ der s|ch |h #er Zeit der^gir^ß^Qjs Judennot /Und üb& elementareji Drangen der jüdische* Massen nach Palästina als unfähig erwiesen hat, dit zionistische Lösung der Judenfrage zu betreiben, das JSrnJ* Theodor Herzls zu verwalten. Ini4errschwe,ren...4mts^e.^ denden Zeit der Judenverfolgungen in Deutschland un3 der Bedrohung des Aufbaues des jüdischen Naüonameimea durch eine attti-zionistische Politik der Mandatarmacht» wurde der Kongreß durch die. übermächtige Gruppe det; Klassenkampf er und ihrer Mitläufer zu einem Instrument, das den Machtgelüsten einer Partei dient,' herabgesetzt« Diktaturgelüste: und Separatismus hier und dort, Unent* schlossenheit in der Mitte! Das ist das Bild des Kon*. gresses, welches jeden" ehrlichen und denkenden Zionismen! in beklemmende Besorgnis versetzt. Wir rufen zum Zusammenschluß aller jener, welche (Uesen Zustand nicht länger ertragen wollen und ertragen können. 1 . Vom Geist Theodor Herzls beseelt, bekennt sich unsere Partei nach wie vor zu folgenden Grundsätzen,: Die Partei erkennt im Zionismus das Bestreben nach Errichtung des Judenstaates in.seinen historischen Grenzen, das heißt, ein sichselbst verwaltendes Gemein« wesen - mit jüdischer Bevölkerungsmajorität, Die Partei ist ein integrierender Teil der Z i o nistischen Weltorganisation. Sie will «diese Organisation nicht sprengen und nicht verlassen. Sie will sie wieder mit dem Herzischen Zionismus, mit dem-Judenstaatsgedanken erfüllen. Sie will die volle Souveränität de* Organisation und des Kongresses, welche durch Einbeziehung . nichtzionisUscher'. Elemente in die Leitung der Jewish-Agency verletzt worden ist, wiederherstellen. Die Partei bekennt sich zu den Grundsätzen der Demokratie. Sie lehnt die Diktatur, sei es die Diktatur von Klassen, Parteien'oder Personen, entschieden ab, Die Partei steht auf dem Grundsatz des Vorränge« des n a t i o n a 1 e n E i n h e i t s g e dank e n s vor jeglichen Sonderinteressen. : Von' dem Gedanken ausgehend, daß der Judenstaat von :aüen -Juden- und für alle Juden errichtet werden muß, lehnt die Partei alle Bestrebungen ab, welche die nationale Solidarität; erschüttern können, Sie lehnt die politische oder, wirtschaftliche Bevorzugung irgend feiner Klasse; oder Partei ab.! Sie; lehnt vpr allera die Ideologie des Klassenkampfes ab,, weil diese Ideologie eine Zusammenfassung aller jüdischen Kräfte und den für den Aufbau des Judenstaates unerläßlich notwendigen Frieden im jüdischen Volk und im jüdischen Palästina unmöglich macht. Die Partei macht es sich zu einer Hauptaufgabe, die jüdische Jugend im Herzischen Geiste zu nationaler Disziplin zu erziehen und sie vor den Lockung«*» der Aap!»

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