Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 7 (1933)
- Issue
- Heft 310 (18.8.1933)
- Date
- 1933-08-18
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 DIE NEtJE WELT Nr. 310 Hille für Hausfrauen! Eine wertvolle Sparhilfe für jeden privaten Haushalt, für Hotels, Cafes, Restaurants usw. ist die in Schiffmanns populärem „Warenhaus der Sparsamen" mit großem Erfolg eingeführte „Mittwoch-Okkasion" in allen Bedarfswaren für „Küche und Heim". Sie bekommen.: Glas-Butterdosen mit Aluminiumdeckel, nur 39 Groschen, Porzellan-Kaffeeschalen mit Tasse, mod. Streublumendekor., nur 59 Groschen, Fußbodenbelag (Reste bis 3 Mtr.) per Mtr. nur 98 Groschen, Emailtöpfe oder -Kasserollen, Tertiaqualität, XÄ Lit. nur 49 Groschen, 1 Lit. 95 Groschen, VA Lit. S 1.25, 2 Lit. S 1.50, Einsiedegläser mit Glasdeckel, 3 Stück nur S 1.—, Gummi-Wirtschaftsschürzen, in schönen Mustern, nur?9 Groschen, Roßhaar-Kehrbesen, achtreihig, nur S 1.50, Email-Hotelwasserkannen (8 Liter Inhalt), IIa, nur S 6.90, Kaffeeservice für 6 Pers., Karlsbader Porzellan, löteilig, nur S 7.90, Moireseiden- Steppdecken, beiderseitig K.-Seide, 125 X 180 Zentimeter, nur S 12.90 usw. Sdnffmann, Wien 11/ Tabor Straße 48 AUS PALSSTINA Industriegründungen in Palästina Die Gründung neuer Unternehmungen machte im Laufe der letzten Monate große Fortschritte. Im Jahre 3932 entfielen auf die Industrie nur 1.7 Prozent der gesamten Investierungen, der Rest von 83 Prozent verteilte Bich auf Landwirtschaft und Baugewerbe. Die ersten vier Monate des laufenden Jahres zeigen nicht nur eine absolute Steigerung der Investierungssummen in der Industrie, sondern auch eine Erhöhung im Vergleich mit den anderen Investierungsarten. In Haifa ist eine zweite S i 1 i k a t-(Ziegel-) Fabrik im Bau. Die erste wurde vor ungefähr 12 Jahren!n Tel-Awiw errichtet. Bin anderer im Ausbau befindlicher Industriezweig ist der Herstellung von Metalleinrichtungen, Fahrrädern, Nähmaschinenteilen gewidmet, wo etwa 10.000 pal. Pfd. investiert werden. In Ramat Gan ist eine Fabrik zur Herstellung von Kleiderstoffen im Entstehen, verbunden mit Garnspinnerei. Verschiedene andere Industrien, sowohl größeren wie kleineren Maßstabs, sind entweder in Vorbereitung oder bilden Gegenstand ernster Erwägungen. Die Assis-Fabrik hat ihren 'Wirkungskreis aus-" gedehnt und erzeugt nunmehr außer Orangen- und Zitronensaft auch Fruchtkonfitüren und Marmeladen. Die Delphine r-S eidcnfabrik ist ebenfalls dabei, ihren Tätigkeitsbereich auszuweiten und hat bereits neue Maschinenanlagen zu diesem Zwecke angeschafft. Eine Fabrik hat soeben mit der Erzeugung von Rasier seife begonnen, einem Bedarf sartikel, der bisher eingeführt wurde. Ferner ist in einer neuen Fabrik die Produktion von Draht, Haken, Ketten, Sprungfedern usw. aufgenommen worden, alles Artikel, die bisher eingeführt wurden. Die Textilindustrie hat sich beträchtlich ausgedehnt. Ebenso entwickelt sich die Filmindus t r i e. Neben der Fai Company ist eine neue Gesellschaft „O f e k", gegründet worden, mit Beteiligung einheimischer und ausländischer Geldgeber; sie ist dabei, einen jüdischen Film über das Kolonisationswerk in Palästina herzüstellen. . Die Tendenz zur Konsolidierung in gewissen Zweigen der Industrie ist jetzt offenbar, besonders in der Tabakindustrie. Im April hat eine Tabak- und Zigarettenfabrik in der Nähe von Bethlehem zufolge Wettbewerbs des Anglo-American To b a cco Trust schließen müssen. Zur Zeit gibt es, abgesehen von zwei kleinen arabischen Fabriken in Haifa, nur die beiden großen Fabriken, die dem Trust in Jaffa und Haifa angehören, sowie eine jüdische Fabrik in Tel-Awiw. Die Eisengießereien und Maschinenfabriken Palästinas schlössen sich im Mai in ein Syndikat zusammen, um eine Konkurrenzierung zu vermeiden. Gegen Warenhäuser in Palästina Aus Jerusalem: In der „Palestine Post" veröffentlicht Dr. Norbert Schäfer eine Zuschrift, die sich gegen den Plan der Errichtung von Warenhäusern in Palästina wendet. Palästina, so schreibt er, sei nicht geeignet für die Errichtung von Warenhäusern, weil "diese eine Bedrohung der palästinensischen Mittelklassen darstellen würden. Vor allem aber müsse man berücksichtigen, daß neue Industrien nicht auf der B^sis von Warenhäusern gegründet werden können, weil sie nicht in der Lage seien, zu den für Warenhäuser erforderlichen billigen Preisen ihre Produkte zu verkaufen, so daß die, Gefahr besteht, daß die Warenhäuser lediglich importierte Waren verwenden würden. Dies wäre aber eine Schädigung der jungen palästinensiscben Industrie. Der Verfasser verweist ferner auf die Erfahrungen in Deutschland, wo das Warenhauswesen sich dadurch entwickelte, daß während der Wirtschaftskrise viele bestehende Industrien in Not gerieten.und ihre Produkte zu billigen Preisen losschlagen mußten. Etwas ähnliches sei in Palästina aber nicht zu erwarten. Die Entwicklung von Warenhäusern würde sich auf die junge palästinensische Industrie äußerst ungünstig auswirken und ihre Entwicklung verhindern. Errichtung einer Kolonie und einer Kirche für Judenchristen in Palästina Aus Jerusalem: Die geplante Palästina- Kolonie für Judenchristen wird demnächst errichtet werden. Aus Mitteln, die aus London überwiesen wurden, ist soeben ein Terrain von 2250 Dunam für die Kolonie in der Nähe von Gaza endgültig angekauft worden. Es slol sofort mit der Anlage von Orangenpflanzungen und der Errichtung von Häusern begonnen werden. Die Kolonie wird auch eine Kirche, die einzige Kirche für Judenchristen in der Welt, erhalten. Italien bemüht öich um Palästina Wie „Frankfurter Zeitung" vom 9. d. M. schreibt aus Rom: Wir berichteten kürzlich über die Anstrengungen, die von italienischen Exportfirmen wegen des Marktes w o n P a 1 ä s t i n a gemacht werden. In diesem Zusammenhang ist zu verzeichnen, daß in Jerusalem eine dem dortigen Konsulat unterstellte italienische Handelskammer für Palästina eröffnet wird. Es sollen ihr später Sektionen in Tel-Awiw und Haifa angegliedert werden. Weniger als 4 Prozent des (1932: 7,7 Mill. Pfund) Imports von Palästina sind italienischer Herkunft, aber man hofft die Quote beträchtlich erhöhen zu können. Wer in Sowjetrußland für Sabbatbeobachtung eintritt, wird brotlos gemacht Aus Moskau: Wie „Emess" meldet, wurde der Landwirt Leiser Kabakoff aus der Kollektivfarm Woroschilow in der Krim auf einstimmigen Beschluß des Kollektivs ausgeschlossen, weil er für Beobachtung der Sabbatruhe im Betrieb eintrat. Kabakow hatte seinen Arbeitsgenossen gesagt, sie dürften am Sabbat nicht arbeiten, wenn sie gute Ernten wünschten. Die Forderung- Kabakows wurde als Sabotageversuch aufgefaßt. 100.000 Lei Entschädigung für den Czcrnowitzer Makkabi wegen des Verbots der Makkabiade. Im Zusammenhang mit dem Verbot der Makkabi-Kampfs-p i e 1 ei n C z e r n o w i t z hat das Präsidium des Czernowitzer Sportklubs Makkabi von der Stadtverwaltung eine Entschädigung von 100.000 Lei für die getroffenen Vorbereitungen verlangt. Der Stadtrat hat die Frage der Finanzkommission zur Behandlung zugewiesen. Die Kommission hat den Anspruch des Makkabi als zu Recht bestehendanerkannt.1 Die bisher vom Wirtschaftsdienst veranstalteten oder überwachten und geförderten Studien- und Gesellschaftsreisenwaren ein vblfe|^;Erf ölgj und trugen wesentlich dazu bei, den TourJstejh- und Fremdenverkehr in Palästina bedeutend zu heben.. Nicht minder bot die fachmännische Auskunftserteilüng. allen Reiseteilnehmern, deren Interesse sich auf dasStudium der wirtschaftlichen Möglichkeiten konzentrierte, * reichhaltigste Gelegenheit, dies zu besorgen. Das überaus große Interesse, das von allen Kreisen den im Herbste stattfindenden Gesellschafts- und Studienreisen zugewendet wird, veranlaßt den „Austro- Palästinensischen Wirtschafts-Dienst", einen BERATUNGS- UND AUSKUNFTSDIENST FÜR PALÄSTINÄREISENDE einzurichten. Hier werden jedermann die für ihn vorteilhaftesten und zweckmäßigsten Reisebedingungen bekanntgegeben. Auch steht den von dieser Stelle beratenen Reisenden das palästinensische Büro des „Austro-Palästinensischen Wirtschafts-Dienstes" in Tel- Awiw zur Verfügung. Auskünfte: Im Sekretariat des „Austro-Palästinensischen Wirtschafts-Dienstes" (Handelsmuseum, Wien, IX., Berggasse 16) in den normalen Bürostunden: Montag und Donnerstag von 4 bis 6 Uhr nachmittags, * Wirtschaftskalender Für erstklassiges Delikatessengeschäft verbunden mit Gaststätte sucht versierter Wiener Fachmann kapitalistischen Teilhaber mit zirka 100.000 Schilling. Auskünfte durch Austro-Palästinensischen Wirtschafts-Dienst. * Die Speditionsabteilung des Austro-Palästinensischen Wirtschaftsdienstes Im Rahmen des Wirtschaftsdienstes wurde eine Abteilung errichtet, die an Interessenten alle gewünschten Auskünfte in Speditionsfragen kostenlos erteilt. Es wurde zu diesem Zwecke mit einer der größten Speditionsfirmen ein Vertrag abgeschlossen, der es ermöglicht, nicht nur hinsichtlich der Frachtsätze, sondern insbesondere hinsichtlich schnellster und sicherster Verfrachtung von Gütern aus allen Städten des In- und Auslandes den Interessenten an die Hand zu gehen. Auskünfte während der Sprechstunden jeden Montag und Donnerstag zwischen 4 und 6 Uhr im Sekretariat, Wien, IX., Berggasse 16 (Handelsmuseum). Schriftlichen Anfragen ist Rückporto beizuschließen. ihr 1 . A. V. „Jordania" gibt bekannt, daß J. A. V. . BB. A.H. fr Dr. Heinrich Lessing Zahnarzt am Freitag, den U. August 1933, nach schwerem Leiden gestorben ist. Das Begräbnis hat Sonntag, den 13. August stattgefunden. Für den Alten-Herren-Verband Dr. Kurt Offenbereer Für die judfedien Studenten an der Wiener Universität Von informierter Seite erfahren wir, daß alleauiländischen Studenten bis zum 1. September 1938 ein Gesuch an das entsprechende Dekanat der Wiener Universität zwecks N e u-, bzw. Wiederaufnahm «, zu richten haben. Dem Gesuch für Neuaufnahme ist, auch das Reifezeugnis (sowie Rückporto für die Erledigung) beizulegen. Das Gesuch muß mit' 1. - Schilling-Stempel versehen sein. Zu Ro§di Hasdianah nadi Palä§tina Laut einer Abmachung zwischen dem Palästina- Amt, Prag, bzw. dem Büro des XVIII. Zionistenkongresses einerseits, und dem Weltreisebüro Compass Tours Wien' andererseits, sind die Gesellschaftsreisen nach Palästina, die vom Reisebüro dmpass Tours für den 7. und 12. September d. J. ausgeschrieben worden sind, als die einzigen offiziellen Kongreßreisen anerkannt und diese werden auch die einzigen Reisen sein, die von den offiziellen Kongreßinstanzen und vom Palästina-Amt Prag propagiert werden. Zu diesem Zwecke wird seitens des Reisebüros Compass Tours im Kongreßgebäude in Prag eine Buchungs- und Informationsstelle errichtet, die den Teil«, nehmern und Gästen des Kongresses dienen wird. Die Reise vom 7. September erfolgt auf . dem Riesen-Amerikadampfer „Roma", welcher diesmal eine Sonderfahrt von Amerika nach Palästina unternimmt. Es wird hiemit auch den europäischen Touristen die Gelegenheit geboten, mit einem Dampfer nach Palästina zu fahren, der an Luxus, Größe, Komfort und Schnelligkeit unübertrefflich ist. Das Programm im Lande beinhaltet das Maximum dessen, was man in zwei Wochen nur sehen kann. Den Reisteilnehmern wird die Möglichkeit geboten, den Prozeß des jüdischen Aufbaues kennenzulernen, wie auch die geschichtlichen und kulturellen Denkmäler unserer Heimat zu besichtigen. Unterwegs ergibt sich die Gelegenheit, die bedeutendsten Städte der. Weltgeschichte, wie Rom, Neapel und Athen zu besuchen, sowie zu einem Ausflug nach Cairo. Da diese Reisen in die Hochsaison fallen, verfügt' das Reisebüro Compass Tours nur über eine beschränkte Anzahl von Schiffsplätzen, die in keinem Verhältnis zu dem großen Zuspruch von Interessenten steht, die während des Kongresses zu erwarten sind. Es ist daher sehr zu empfehlen, sich mit der Bestellung der Plätze zu beeilen. J. W. S. V. Haganah Zentrale: Wien, II., Obere Augartenstraße 89..»—• Anmeldungen und Auskünfte Montag bis Donnerstag 19 bis 22 Uhr. Da die Zahl der Teilnehmer am Sommerlager die zulässige Höchstzahl bereits überschritten hat, sind weitere Anmeldungen zwecklos und können nicht mehr berücksichtigt werden. — Arbeitslose Professiönis,ten, die Mitglieder der Haganah sind, geben ihre "Adresse sofort ah die zuständige Kreisleitung an, da schonv ab 1. September mit der alljährlichen Renovierung bezw. Neueinrichtung der Heime begonnen wird. — Auf Anordnung des Bundesführers haben sich alle Führer bis auf weiteres jeden Montag um 20 Uhr in der Zentrale einzufinden. Festschrift der akademischen Verbindung Kadimah, Wien, 1883 bis 1933 Die akademische Verbindung Kadimah, Wien, die älteste zionistische Studentenverbindung der Welt, .beging vor einigen Wochen die seltene Feier ihres 100. sem. Stiftungsfestes. Aus diesem Anlasse hat der Alte-Herren- Verband der Kadimah eine Festschrift herausgegeben, die rückschauendem. Gedenken gewidmet ist. Die Zeit vor Herzl mit ihren schüchternen Anfängen der zionistischen Idee im Schöße der damals neugegründeten Verbindung, die Zeit um den großen Erwecker des jüdischen Volksbewußtseins, der seine Jünger und Helfer in der Kadimah, fand, die Zeit nach seinem allzufrühen Tode rollt anschaulich an dem Leser der Festschrift vorüber. Die Beiträge stammen von den beteiligten Vor- und Mitkämpfern Theodor. Herzls, den Kadimahnern Dr. M. T. Sehnirer, Dr. Isidor Schalit, dem, langjährigen Sekretär Herzls, Dr. Nathan Birnbaum (Mathias Acher) und Dr. Ludwig Rosenhek, der die Redaktion dieser Festschrift vorzüglich besorgte. Eine bisher unbekannte Episode aus dem Leben Herzls schildert ein Beitrag Dr. Tulo N u ss e n b 1 a 11. Dieses vollauf gelungene, mit zahlreichen Bildern und faksimilierten Briefen vornehm ausgestattete Werk, in welchem erstmalig bisher unbekanntes, interessantes Material aus der Geschichte des Zionismus der Oeffentlichkeit übergeben wird, vermittelt einen wirklich erschöpfenden Rückblick auf die letzten 50 Jahre jüdischen Geisteslebens in Mitteleuropa, vorzugsweise in der alten Monarchie und in Wien. Die wenigen restlichen Exemplare sind zum Preise von ö. S 3.— durch den Alten- Herren-Verband der akademischen Verbindung Kadimah, Wien, IX., Alserstraße 26, zu beziehen. Verband deutscher Zionisten-Revisionisten Die Palästina-Gesellschaftsreise, die der Verband deutscher Zionisten-Revisionisten für seine Freunde und Gesinnungsgenossen zu stark ermäßigten Preisen veranstaltet, beginnt, wie bereits mitgeteilt, am 7. September in Berlin. Die Schiffsreise wird auf dem französischen Luxusschnelldampfer „Mariette Pacha" (14.000 t); ausgeführt. Der Rückreisetermin kann von jedem Reiseteilnehmer selbst bestimmt werden, da die Schiffskarten für alle Dampfer der französischen Linie Gültigkeit haben. Letzter Anmeldetermin ist der 21. August 1933. Die Reise wird in Verbindung mit dem revisionistischen Mittelstands- Beratungsbüro in Tel-Awiw durchgeführt. Nähere Aus« künfte sind im Verbandsbüro, Berlin-Charlottenburg 2, Joächimsthalerstraße 3, II, zu erhalten. Interessenten wollen sich an das Büro wenden. In den nächsten Wochen werden die Zertifikate für das zweite Winterhalbjahr verteilt. Wir bitten unsere in Frage kommenden organisierten Gesinnungsgenossen, uns umgehend ihre Anträge zur Weiterleitung zwecks Befürwortung einzusenden. Wir haben folgende Broschüren vorliegen; Richard Lichtheim: „Revision der zionistischen Politik." Preis RM 1.20. Robert Stricker: „Was ist Zionismus-Revisionismus." Preis RM —.30. Bestellungen sind an das Btlrf zu richten,