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Die neue Welt · 1933-08-04 · Heft 308 (4.8.1933) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
7 (1933)
Issue
Heft 308 (4.8.1933)
Date
1933-08-04
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 3 DIE NEUE WELT Nr. 308 S£SJmSl in D^afästina INDUSTRIE HANDWERK HANDEL FREIE BERUFE LEVANTE EXPORT unser Informationsdienst ARBEITET IN VERBINDUNG MIT MASSGEBENDEN KREISEN DER PALÄSTINENSISCHEN WIRT¬ SCHAFT. INDIVIDUELLE BEARBEITUNG JEDER ANFRAGE ikkinc etHdnoucMt, AUSKUNFtietcLLti DURCHFÜHRUNG ALLER AUFTRÄGE MARKT-ANALYSEN - ENQUETEN - BERA¬ TUNG IN ALLEN EINSCHLÄGIGEN FRA¬ GEN - VORTEILHAFTE ERLEDIGUNG ALLER ZOLLANGELEGENHEITEN PALESTINE ECONOMIC SERVICE PARTNERS: DRi JUR. ARNSBERG OR RER-POL DIPL.KFM. SCHXFER T6LAVIV P.O.B 844 TELEGRiPECOS Brand setzte, dürfte wohl in Europa schon bekannt sein. Solche Handlungen sind ein Beweis für die Empörung, die hier in allen Kreisen über die Pogromtaktik des Hakenkreuzes herrscht. Wie in den Galuthländern, so wurde auch hier ein großes Hilfskomitee für die deutschen Juden (bis jetzt dürften fast 5000 im Land angekommen sein) gegründet und in einigen Tagen über 10.000 Pfund gesammelt. Es ist der erste Fall, daß die palästinensischen Juden für ihre Galuthbrüder eine so große Summe aufgebracht haben — ein Beweis, daß der Jischuw allmählich unabhängig und selbständig wird. Den antideutschen Warenboykott versuchen die Araber für sich auszunützen. Die arabische Presse macht Propaganda dafür, daß die arabischen Kaufleute die Vertretung der deutschen Firmen übernehmen und den Juden den Handel aus den Händen reißen. Und die Jaffaer Zeitung „Islamia" gibt den Arabern sogar den Rat, die Forderung aufzustellen, daß das Mandat Uber Palästina — Hitler - Deutschland anvertraut werde. B. Blankenfeld (Jerusalem). Sensation im Nahalaler Attentatsprozeß Aus Jerusalem vom 27. Juli: Gestern begann in Haifa der Prozeß gegen 5 Araber aus dem Dorf Safuria, welche beschuldigt werden, das B.o m b e nattentat in Nahalal ausgeführt haben, bei welchem der jüdische Kolonist J a k o b y und sein siebenjähriger Sohn David umgekommen sind. Die Polizeioffiziere Myle und Coasgrave haben erklärt, daß sie in den Häusern der verhafteten Araber Revisionen durchgeführt und bei einem der Beschuldigten, Mustafa Ali Achmed, einen geladenen Revolver und eine fertige Bombe gefunden haben, deren Sprengstoff der gleiche war wie der beim Attentat. auf Jakoby. AU Achmed gestand! an den* Attentat mit anderen vier Arabern beteiligt gewesen zu sein. Der wichtigste Zeuge ist der arabische Polizeisergeant Achmed Naif, welcher erklärt, ein Gespräch zwischen einem Beschuldigten, Achmed Abdul Kader, und dessen Verteidiger gehört au haben, wonach es in Safuria eine geheime terroristische Organisation gibt, der alle am Attentat von Nahalal Beschuldigten und noch andere Araber angehören. Die Gerichtsverhandlung dauert noch an. Es werden ungefähr 40 Polizeizeugen verhört. Die Wasserversorgung Jerusalems Aus Jerusalem: Die Palästina-Regierung hat gestern ein offizielles Kommunique" veröffentlicht, in dem mitgeteilt wird, daß die Regierung unverzüglich mit den Zu Ro§di Hasdianah nadi Palästina Laut einer Abmachung zwischen dem Palästina- Amt, Prag, bzw. dem Büro, des XVJJI. Zionistenkongresses einerseits, und dem Weltreisebüro Compass Tours Wien andererseits, sind die Gesellschaftsreisen nach Palästina, die vom Reisebüro Compass Tours für den 7. und 12. September d. J. ausgeschrieben worden sind, als die einzigen offiziellen Kongreßreisen anerkannt und diese werden auch die einzigen Reisen sein, die von den offiziellen Kongreßinstanzen und vom Palästina-Amt Prag propagiert werden. Zu diesem Zwecke wird seitens des Reisebüros Compass Tours im Kongreßgebäude in Prag eine Buchungs- und Informationsstelle errichtet, die den Teilnehmern und Gästen des Kongresses dienen wird. Die Reise vom 7. September erfolgt auf dem Riesen-Amerikadampf er „Roma", welcher diesmal eine Sonderfahrt von Amerika nach Palästina unternimmt. Es wird hiemit auch den europäischen Touristen die Gelegenheit geboten, mit einem Dampfer nach Palästina zu fahren, der an Luxus, Größe, Komfort und Schnelligkeit unübertrefflich ist. Das Programm im Lande beinhaltet das Maximum dessen, was man in zwei Wochen nur sehen kann. Den Reisteilnehmern wird die Möglichkeit geboten, den Prozeß des jüdischen Aufbaues kennenzulernen, wie auch die geschichtlichen und kulturellen Denkmäler unserer Heimat zu besichtigen. Unterwegs ergibt sich die Gelegenheit, die bedeutendsten Städte der Weltgeschichte, wie Rom, Neapel und Athen zu besuchen, sowie zu einem Ausflug nach Cairo. Da diese Reisen in die Hochsaison fallen, verfügt das Reisebüro Compass Tours nur Uber eine beschränkte Anzahl von Schilfsplätzen, die in keinem Verhältnis zu dem großen Zuspruch von Interessenten steht, die während des Kongresses zu erwarten sind. Es ist daher sehr su empfehlen, sich mit der Bestellung der Plätze zu beeilen. Arbeiten für die Wasserversorgung Jerusalems einzusetzen hat. Sollte, heißt es in der Verlautbarung, die Regierung nicht rasch einen Fonds aus der Palästina-Anleihe zur Verfügung haben, würden die ersten Ausgaben für die Wasserleitungsarbeiten aus dem Rest der ersten Palästina-Anleihe gedeckt werden. „Bund Schweizer Juden" Aus Basel wird der „Neuen Welt" geschrieben: Bisher haben es die Schweizer Juden abgelehnt, sich — von religiösen und wohltätigen Vereinen abgesehen — irgendwie jüdisch zu organisieren. Sie fühlten sich in ihrer Eigenschaft als Schweizer Eidgenossen so absolut sicher, daß sie für „jüdische Politik" absolut kein Verständnis aufbrachten. (Das war auch ein Grund, warum der politische Zionismus in der Schweiz so gut wie keinen Anklang fand.) Hiezu kam noch der Stolz der „Bodenständigen", welcher jeder Art von Organisation hinderlich im Wege stand. Unter dem Druck der überhandnehmenden antisemitischen Bewegung im Lande ist eine Wendung eingetreten. In den Schweizer Zeitungen ist folgende Erklärung zu lesen: Veranlaßt durch das Ausmaß der verleumderischen Angriffe, welche täglich 1 gegen uns Juden gerichtet werden, und verletzt in ihrem vaterländischen und menschlichen Ehrgefühl, haben sich eine Anzahl Schweizer Juden zusammengeschlossen und den „Bund Schweizer Juden" gegründet, deren Vorstand die Herren Saly Guggenheim (Präs.), Henry Sanft (Sekretär), Paul Brunschwig, Louis Bollag, Paul Goetschel, Willy Wyler und Jacques Dreifuss angehören. Der Bund bezweckt: a) Die Intensivierung des Abwehrkampfes gegen den Antisemitismus in Gemeinschaft mit dem Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund. b) Entschlossenes Eintreten für die Wehrhaftigkeit der Schweiz und Festhalten am vater 1 ä n d i s c h e n Standpunkt. c) Voranstellung des Allgemeinewohls über per sönliche Interessen. d) Weder religiöse noch parteipolitische Ziele. Der Bund kennt keinen Unterschied zwischen Westjuden und Ostjuden. Vor der Wiedereröffnung des Berliner J. T. A.-Büros Aus New York wird vom 30. Juli gemeldet: Das amerikanische Außenministerium hat der J ü dischen Telegraphenagentur (J. T. A.) mit geteilt, daß laut den telegraphischen Berichten des amerikanischen Generalkonsuls in Deutschland, George Messersmith, die deutsche Regierung bereit ist, die Wiedereröffnung des Berliner J. T. A.-Büros zu gestatten, falls ein neuer Schriftleiter bestellt wird. Aus B e r 1 i n meldet die J. T. A., daß ihre deutschen Bulletins in einigen Tagen wieder erscheinen werden. .. Der antideutsche Warenboykott in Mexiko Aus Mexico C i.t y wird gemeldet Wie in anderen Ländern hat unter dem Reflex des hakenkreuzlerischen Vernichtungsfeldzugs gegen die deutschen Juden hier ein antideutscher Warenboykott seitens der jüdischen K a u f 1 e u t e eingesetzt. Die deutsche Regierung hat nun offiziell bei der mexikanischen Regierung Schritte unternommen, damit diese den Boykott abstelle. Es heißt, der deutsche Konsul habe erklärt, daß. die jüdische Boykottbewegung ein Nachlassen der deutschen Einfuhr in Mexiko hervorgerufen habe. Die Antwort der mexikanischen Regierung steht noch aus. Inoffiziell wird mitgeteilt, daß dem deutschen Standpunkt Rechnung getragen würde. Es werde der Meinung Ausdruck gegeben werden, daß zwar die Rechte des einzelnen Juden nicht geschmälert werden könnten, daß es aber einer Organisation nicht gestattet sei, einen Boykott durchzuführen. Inzwischen versuchen , deutsche Kaufleute hier a n t i j ü d i s c h e Aktionen zu inszenieren. Die verschiedenen Vereinigungen der Kaufleute und Industriellen (Mexikaner und Ausländer) verlangen von der Regierung, sie möge die Gebühren für aus ländische Kaufleute, d. h. Juden, um 400 bis 500 Prozent erhöhen, damit weiterer Zuzug hintangehalten werde. IA < M MITTWOCH v~- B^if «^H*^. j -~ <v my. wA*^**«£w . . . «ie haben Ja bei Sohlfffmann eingekauft Ilnilad«gl«i«r mit Glasdeckel, 3 Stück.......S 1— KaHaomQhl« mit Elnstellwerk...........S Fruditpresie, verzinnt................S I-98 Emalltöpfa oder Kau«rall«n, Tertia-Qualität V.Liter Vi Liter IV, Liter 2 Liter 2', Liter S-'49 -'95 1.25 1.50 1.75!mail*Hot«l*Waii«rkann« (8 Liter), IIa...... . S 0-90 QummI>Wirtsdiafti-S«hari«n, diverse Muster . * . S —.79 Sarvlar-Kltld mit Schürzerl, kompl., gr.......S 4<M> Leintücher, ohne Naht. 2 m lang..........S I-08 Qcitlckt« 8«tlwäich«-Cain. (2 Polst, l Tuchent) . . 6 6-90 Karo-Itamln« für Vorhänge, pro Meter....... S -.49 Fu0b«d«nb«lag (Reste bis 3 m) pro Meter.....S —.98 GartaifTisditUchar, geblümt............S %W VI Antijüdische Demonstrationen in Bagdad Aus Jerusalem: Aus Bagdad kommen Nach« richten über antijüdische Demonstrationen, die in letzter Zeit dort vorgekommen sind. In Adhamia bei Bagdad hat arabischer Pöbel in der Stärke von zweihundert Mann mit antijüdischen Aufschriften die Straßen durchzogen und Juden attackiert. Ein jüdischer Passant wurde durch Messerstiche schwer verletzt. Die Polizei verhielt sich zuerst passiv, nahm aber schließlich einige Verhaftungen vor. Die jüdische Gemeinde von Bagäad hat an die Regierung einen scharfen Protest geschickt und die Bestrafung der Schuldigen verlangt. Maler L. Pilichowski gestorben Im Alter von 64 Jahren ist der berühmte jüdische Maler Leopold Pilichowski in London, wo er seit 1915 lebte, gestorben. So wie Moriz Gottlieb, Samuel Hirzenberg und Henry Glicenstein stammte Pilichowski aus dem Osten. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er in München und Paris, blieb aber in seinen Sujets dem Ghetto treu, das er in unzähligen, teils realistischen, teils romantisch-verklärten Formen darstellte. Von ihm stammt eine Reihe von Porträts jüdischer Persönlichkeiten, darunter Herzl, Nordau, Zangwill, Sokolow, Bialik u. a. — Pilichowski stand mitten im jüdischen Leben seiner Zeit, sein Haus in London war Mittel« punkt künstlerischer und politischer Kreise, besonders aus dem Osten. Auch das neue Palästina fand in ihm einen Bewunderer und Darsteller. Judfsdie Legate im Driften Reich Als im Vorjahre der aus Deutschland stammende New Yorker jüdische Philanthrop Julius Rosenwald starb, fanden sich in seinem Testament zahlreiche Legate und Stiftungen für deutsche wissenschaftliche und humanitäre Institute vor. Nichts Seltenes eigent* lieh bei amerikanischen Juden, die die Gewohnheit haben, sich gern verewigt zu sehen und diesem Hang einen großen Teil ihres Vermögens hinzugeben. Die aus Deutsch-» land stammenden Juden, die drüben Dollarmillionäre werden, wollen die Ehre ihres Andenkens besonders in nichtjüdischen Kreisen gesichert haben und stiften nur so drauf los. Auch Rosenwald tat es. Seine Dollarmillionen wären zwar dem Aufbau des jüdischen Palästina, der Zukunft des neuen jüdischen Menschen sehr gut gekommen, aber ... Er hatte seinerzeit bestimmt, daß die Zinsen seiner Stiftungen wissenschaftlichen und humanitären Zwecken ohne Vorbehalt zugeführt werden sollen, er, der Jude Rosenwald, der für Palästina keinen Cent hinterlassen hat, machte keinen Unterschied zwischen Ariern und Nichtariern. Das Dritte Reich denkt anders. Die Hauptsache'bleibt, daß Juda verreckt und eine hübsche Summe Geldes stiftet. Die Verwendung dieses Geldes unterliegt den Herren vom Hakenkreuz. Auf den letzten Willen des Erblassers pfeifen sie. Die Erhebung der Nation verlangt es. Nun hören wir, daß die Erben Rosenwalds beabsichtigen, die Rückgabe der Legate aus Deutschland zu verlangen, da diese ihren Zwecken (Verteilung unter Juden und Nichtjuden) nicht zugeführt werden. Die legalen Erben werden zweifellos alte Nichtarier werden, bis sie auf ihren Einspruch eine Antwort bekommen a * * J. W. S. V. Haganah, Wien, IL, Obere Donaustraße 89 Anmeldungen und Auskünfte für die Kreise Ost, Südost und Süd wegen Urlaub noch für kurze Zeit in der Zentrale, Montag: bis Donnerstag ab 19 Uhr. Kreis West, Wien, XV, Markgraf Rüdig e r g a s s e 4.; Die Leitung des Kreises West teilt mit, daß die; von ihr verhängte Mitgliedersperre nur eine vorübergehende Maßnahme, zwecks Einordnung der zahlreichen Neuangemeldeten ist, und daß von nun ab wieder jeden Dienstag und Donnerstag ab 19 Uhr Neuanmeldungen entgegengenommen werden. Kreis Nord, Wien, IX., Nußdorfer« straße 16. Nach längerer Urlaubszeit hat obiger Kreis wieder den vollen Betrieb aufgenommen. Dienststunden Montag und Donnerstag von 19 bis 22 Uhr. Gesellsdiafts* und Studienreise nach Palästina Am 6. September 1933 findet im Anschluß au den XVIII. Zionistenkongreß von Wien aus eine interessante Gesellschaftsreise nach Palästina statt. Mit dem bekannten Lloyddampfer „Vienna" wird zunächst eine Mittelmeerrundfahrt veranstaltet, welche die Reisegesellschaft von Triest über Venedig, Konstantinopel, Athen, Rhodos, Zypern usw. nach Palästina bringt. Nach einem 151 ä g igen Aufenthalt in Palästina wird sich die Reisegesellschaft über Kairo, wo mehr als zwei Tage verbracht werden, nach Alexandrien begeben, um die Rückreise mit dem Lloyddampfer „Helouan" anzutreten. Ein längerer Aufenthalt in Syrakus, Neapel und Genua bildet eine angenehme Unterbrechung der Seereise. Am 11. August findet außerdem eine Sonderfahrt nach Palästina statt. Die Seereise wird mit dem Lloyddampfer ,,A d r i a" in der III. Klasse spezial (vereinfachte II. Klasse) zurückgelegt und führt Uber Alexandrien nach Palästina. Ein eintägiger Aufenthalt in Venedig, mehrere Stunden in Athen usw. bereichern das Programm. Die Zuteilung „der Kabinen auf den Dampfern erfolgt in der Reihenfolge der Anmeldungen. Es liegt daher im Interesse der Reiseteilnehmer, solche ehestens vorzunehmen. Anmeldeschluß für die Augustreise 7. August. Das Gesamtarrangement dieser beiden Reisen liegt in den Händen von Frau Berta Taubes, während die technische Durchführung vom Reisebüro „Marienbrücke" (Palästinadienst), I., Rotenturmstraße 26, besorgt wir*. Tel, R-24-2-86 und B-24-2-87. Verfangen Sie PrewtiJiftfc

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